Dienstag, 19. April 2005

von wasser und brot, hochstätter und gregor X.

"Säkulare Regierende griffen oft zu radikalen Mitteln, um die Wahl zu beschleunigen", lesen wir zur Dauer der päpstlichen Konklaven bei Wikipedia. Auf ähnlich schleunigem Weg fabrizierte Christian Hochstätter gestern Horst Köppel als Advocaat-Nachfolger auf die Bildfläche. Aber Horst Köppel ist nicht neuer VfL-Trainer. Horst Köppel ist allenfalls Interimscoach. Horst Köppel füllt gewissermaßen die Sedisvakanz des Heiligen Stuhls von Möchengladbach.

In Rom währte die längste Übergangszeit von Papst zu Papst zwei Jahre, neun Monate und zwei Tage. Das war 1268, selbstverständlich nach Christus, als nach dem Tod von Klemens IV. kein angemessen heiliger Nachfolger gefunden ward. Man schloss die Kardinäle dereinst im Episcopalpalast ein. Als das auch nicht half, ließ die Stadtregierung nur noch Wasser und Brot in den Palast bringen und sein Dach abdecken. Nachdem Gregor X. schlussendlich gewählt und die versammelte Mannschaft gehörig entnervt war, wurde zudem noch beschlossen, den Herrschaften künftig zu verbieten, während des Konklaves irgendein Einkommen aus ihrer kirchlichen Tätigkeit zu beziehen.

VfLog plädiert entschieden für ein ähnlich kompromissloses Procedere im Nordpark. Es sollte doch im neuen Stadion einen Geräteschuppen geben, in den Christian Hochstätter bei Wasser und Brot und ohne Licht und Einkommen gesperrt werden kann, bis er einen akzeptablen neuen Coach hervorbringt, oder? Insbesondere dürfte man dann gespannt sein, wie Hochstätter alleine eine papst-nötige Zweidrittelmehrheit zustande bringt.

1 Kommentar:

tursiops hat gesagt…

Der Vergleich mit der Sedisvakanz des Heiligen Stuhls von Gladbach ist sehr gut.
Auch in diesem Falle könnte der Übergangskandidat (Köppels) bei erfolgreicher Mission der Neue werden.
Bis wir aber rufen können "Habemus papam" müssen noch einige Tage gelitten werden.
Ich wünsche mir vom neuen Pontifex von Gladbach ( Pontifex = Brückenbauer) dass es genau dies macht. Brücken schlagen zwischen den Fans und den Spielern und zwischen den Fans und dem neuen Verein.
Apropos schlagen: Das wünsche ich mir auch: Möge der neue Gladbacher Pontifex auch noch viele Gegner schlagen.
Schöne Grüße
Tursiops