Dienstag, Juli 29, 2008

dramulett-dienstag #13: das nähen von weißem leder in sengender hitze

Die Spielpause im Sommer ist einerseits lästig, andererseits bringt sie einen bunten Strauß voll kulturellem Hochgenuss zum Erblühen. Nur noch wenige Male, bevor der Fußballzirkus wieder losbricht, spielt unser VfLog-Theater-Ensemble. Vergangene Woche gab es die hochgelobte Uraufführung von Martin Zierolds neuem Klassiker "Latte, Pfosten, Tor". Und auch in dieser Woche gibt es wieder ein Schmankerl.

Gleißendes Licht. Ein leerer, 2x2 Meter großer roter Kasten; Boden, Deckel und drei Seiten geschlossen; an der vierten Seite rot lackierte Gefängnisstäbe. In einer Ecke des Kastens eine kleine Webcam.

Black.

Gleißendes Licht. In einer Ecke des Kastens hockt zusammengekauert ein komplett weiß gekleideter und geschminkter Mann. Ein ebenfalls weißer Ball liegt herum.

Black.

Gleißendes Licht. Der Kasten ist wieder leer.

Aus dem Off: Sie sehen mich nicht, weil sie mich nicht sehen wollen. Sie haben sich vorgenommen zu ignorieren, vermutlich sogar im vollen Bewusstsein eines Unrechts, das geschieht. Würden Sie wagen, mir in die Augen zu blicken: Sie sähen sich selbst und würden den Blick sofort wieder abwenden. Doch soweit lassen Sie es gar nicht kommen. Sie verschließen die Augen.

Black.

Gleißendes Licht, der weiße Mann ist zurück im Kasten, den Ball auf dem Arm.

Mann spricht zum Publikum, genervt: Es ist hell hier, ich weiß. Aber nehmen Sie es positiv: Einen kurzen Moment wenigstens können Sie mich anschauen und sich trotzdem weiter blenden lassen.
Der Ball fällt aus den Armen, er prallt auf den Boden, angeekelt: Weißt du was: Ich hasse dich. Ich bin der einzige, der dir wirklich nahe ist, seit acht Jahren, seitdem du Gefangener der DFL bist. Alle schauen dich geil an, aber nicht du bist es, der sie geil macht, sondern das, was nach dir kommt. Dich kann man nicht Mensch nennen, du bist nichts weiter als ein Logo. Seit acht Jahren hockst du hier in deiner Zelle. Niemand kümmert sich um dich, nur ich. Und du trittst mich mit Füßen, so oft es geht, so oft die es wollen.
M: Du bist ein Ball. Ich dachte, du liebst es, wenn du getreten wirst.
B: Ich liebe es, gestreichelt zu werden.
M: Aber wenn ich dich streichel, treten sie mich.
B: Du bist ein Opportunist.
M: Aber wieso beklagst du dich erst nach so langer Zeit?
B: Du hast ja nie etwas gesagt. Ich dachte, du kannst gar nicht sprechen.
M: Aber mit wem sollte ich mir hier unterhalten? Ich dachte, du kannst nicht sprechen.

Der Mann hebt liebevoll den Ball auf. Warmes, gelb-braunes Licht.

M, besorgt: Oh Gott, du bist ja hier auf dem Rücken aufgeplatzt. War ich das?
B, beschämt: Ja, ich glaube schon. Schon letzte Woche, als du für den neuen DFL-Spot immer wieder auf mich eingetreten hast.
M: Oh Gott, das tut mir leid. Du musst jetzt die Zähne zusammen beißen.

Mann reißt sich ein weißes Kopfhaar aus und beginnt, die Wunde zu nähen.

B: Aua.
M: Es ist das letzte Mal, dass ich dir weh tue. Diese Naht wird ewig Zeichen unserer Freundschaft sein.
B: Und wenn sie wieder kommen?
M: Ich übe jetzt Tag und Nacht, wie ich dich am besten mit meinen Füßen streicheln kann.
B: Auja!

Black.

Gleißendes Licht. Der Kasten ist wieder leer.

Aus dem Off:
Sie haben nichts verpasst, nur ein bisschen Leben. Aber das kennen Sie ja schon. Jetzt gleich geht das Licht aus. Dann verschwinden Sie endlich! Kaufen Sie sich eine Sitzplatzkarte für Wolfsburg gegen Leverkusen. Alles wird gut.

Black.

Labels: ,

Freitag, Juli 11, 2008

der fesche freitag #10: politik der nadelstiche

Der Ball ruht und der Schein trügt: Nichts ist in Ordnung in diesen nur vermeintlich besinnlichen Tagen, in denen die VfLs sich konzentriert auf die neue Saison vorbereiten. Denn Willi steckt noch immer ordentlich in der Scheiße. Seine Peiniger halten ihn nun schon seit knapp acht Jahren in seiner roten Einzelzelle in Frankfurt fest, versorgen ihn spärlich mit Essen und geben sich redlich Mühe, dass keine Details aus seinem Leben an die Öffentlichkeit dringen. Das hat lange gut geklappt. Vor einigen Monaten aber haben wir Wind von dem Skandal bekommen. Seitdem fordern wir: Free Willi!

Willi geht es derzeit nicht gut. Die Klimaanlage in seinem Käfig ist noch immer nicht repariert, so dass er sogar die Lust verloren hat, mit seinem Ball zu spielen. Alle Versuche seines Anwalts Gerd-Christian Heubele, Hafterleichterungen zu erreichen, werden von den Verantwortlichen der DFL ignoriert. Selbst in diesen Sommermonaten, in denen bekanntlich kein Fußball gespielt wird, ist an Ausgang nicht zu denken. Die Annäherung, die sich noch im Frühjahr ankündigte - wie eine Seifenblase zerplatzt.

Deshalb bitten wir alle, denen Willis Schicksal genauso zusetzt wie uns: Bekennen Sie Farbe! Heften Sie sich Willi an die Fersen oder sonst wo hin. Der Mann muss raus aus Frankfurt! Schon für 8,50 Euro gibt es fünf dieser modisch enorm hippen Free-Willi-Buttons. In Sachen political coerrectness macht Ihnen damit so schnell keiner was vor. Und: Das ganze funktioniert super als moderner Kettenbrief. Verschenken Sie die anderen vier Buttons an Freunde und verpflichten Sie sie, fünf weitere zu kaufen usf. Mit dieser Politik der Nadelstiche kriegen wir Willi frei!

Nebenbei übrigens rühren Sie kräftig die Werbetrommel für die Bundesliga der Herzen (rechts auf dieser Seite): Wir brauchen noch Aufsteiger!

Labels: ,

Freitag, Mai 23, 2008

die kapitalrealisten

Sehr geehrte Damen und Herren der DFL, der Rechteverwerter und TV-Programmverantwortlichen, lieber Willi.

Mit großer Freude haben wir von Ihren Plänen Kenntnis genommen, die Spieltagsansetzungen der 2. Fußball-Bundesliga mit Beginn der neuen Saison weiter als bisher diversifizieren zu wollen. Besonders über die neuen mittäglichen Anstoßzeiten samstags und sonntags gelingt es, das Fußballvergnügen pro Wochenenede auf noch mehr Stunden zu streuen. Die meisten richtigen Fans freuen sich darüber! Mit dem von Ihnen geplanten Szenario schenken Sie der 2. Fußball-Bundesliga noch mehr Aufmerksamkeit! Das hat sie verdient, ist sie doch im internationalen Vergleich die Liga mit dem höchsten Zuschauerschnitt Europas, die sogar die jeweiligen ersten Ligen vieler Länder übertrifft.

In der Rückrunde der Saison 07/08 gab es Fanproteste größeren Ausmaßes gegen die zuletzt fan-feindlichen Zweitliga-Anstoßzeiten vor allem der Wochentagsspiele, die bereits um 17.30 Uhr rsp. 18 Uhr begannen. Zeiten, zu denen normale Menschen in aller Regel noch arbeiten müssen bzw. erst Feierabend machen (können). Gottlob haben diese Proteste und die folgenden Gespräche mit den Vertretern auch der DFL bei Ihnen ein Bewusstsein für die Probleme gerade der aktiven Stadionzuschauer geschaffen: Die neue sonntägliche Anstoßzeit von 12.30 Uhr löst alle diese Probleme, die nicht länger tolerierbar waren.

• Den daheim wohnenden Auswärtsfans sowie den Heimfans schenken Sie einen Tag, der nicht durch Fußball komplett zerstückelt wird. Die finanzschwachen Fans, die die Fahrt zu einem Spiel bisher kostengünstig mit einem „Schönes Wochenende-Ticket“ der Deutschen Bahn bewerkstelligen konnten, werden gezwungen, zu Hause zu bleiben und ihre Kohle zukünftig für was Sinnvolleres auszugeben. Das ist gut.

• Mit der mittäglichen Anstoßzeit attackieren Sie endlich den eigentlichen Gegner zivilen Zusammenlebens: Die Kirche. Sie schützen viele Familien und Fußballfans vor dem sonntäglichen Kirchgang, weil beides - Kicken und Kirche - nicht mehr vereinbahr ist. Sie gewährleisten damit den familiären Frieden in Millionen Haushalten, weil zum gemeinsamen Kaffeetrinken alle wieder aus dem Stadion zurück sind - und sogar wissen, worüber sie sich unterhalten sollen: Über das Spiel.

• Kein Zuschauer muss mehr jämmerliche Amateurspiele wie Wacker Nünchritz 2 - BSV Strehla 2 erleiden, um die mittägliche Dosis Fußball zu kriegen. Endlich ermöglichen Sie allen Fans dieses großen Spiels, auf den „kleinen“ Fußballs verzichten zu können. Weil schon früh am Tage Fußball auf hohem Niveau bestaunt werden kann, sorgen Sie ganz nebenbei dafür, frischen Nachwuchs für unseren Sport zu begeistern.

Wir, die Unterzeichner, fordern jetzt nur noch eins:
Lassen Sie endlich Willi frei!

Labels:

Donnerstag, Mai 22, 2008

willi beantwortet leserfragen

Das Ende der Saison war hart für Willi. Nicht nur hat er den versprochenen Ausgang nicht erhalten und konnte daher beim Gladbacher Aufstieg nicht dabei sein, sondern musste auch diesen Glücksmoment in seiner einsamen Zelle verbringen und seinen Ball gegen die Wand treten, nein. Auch hatten wir über Wochen keinen Zugang mehr zu seinem Anwalt, Gerd-Christian Heubele, und konnten ihm keine Fragen mehr beantworten.

Nun, offenbar angesichts der nahenden EM, der nicht endenden Proteste und aus Angst vor einem weiteren Imageverlust vor der Weltöffentlichkeit, hat sich die DFL zu informellen Gesprächen bereit erklärt und uns auch wieder direkten Zugang zu Willi in Aussicht gestellt. In einer ersten schriftlichen Nachricht zeigte sich Willi matt, aber nach wie vor hoffnungsfroh, seine Zellen irgendwann verlassen zu können.

In einer Woche werden wir ihn sprechen. Und ihm nicht nur drei Fragen beantworten, sondern auch drei Fragen stellen. Ihr, unsere Leser, habt die Möglichkeit, das Eure Frage dabei ist. Mailt alles, was Ihr von Willi wissen wollt, an willi-weiss-es{at}vflog.de. Wir sind gespannt

Labels:

Samstag, April 26, 2008

willi will's wissen #8

Willi darbt immer noch in seinem roten Käfig im Frankfurter Westend und zählt die Stunden. Tag ein, Tag aus schießt er seinen weißen Ball an die Wände seiner Zelle, und seine Peiniger stellen ihn trotzdem wie keinen zweiten als Sinnbild für den freien Wettbewerb hin. Wie dem auch sei: Abgeschnitten von der Welt bleibt ihm derzeit nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Wir beantworten ihm jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

1. 8 Punkte Abzug für Koblenz, funkt der Gefängnisflur. Habt ihr das über Theo eingefädelt?
Nun ja, Willi, was sollen wir sagen. Es gibt Dinge, über die spricht man besser nicht in der Öffentlichkeit. Aber wir haben dem Theo damals ganz schön geholfen, den Trollinger von der DFB-Speisekarte streichen zu lassen, wenn Du weißt was wir meinen. Und Ehrenmann, der der Theo ist, vergisst er sowas nicht. Aber dabei sollten wir es dann auch belassen, wenn Du eines schönen Tages frei bist, erzählen wir Dir mal die ganze Geschichte. Aber unter vier Augen.

2. Wo ist Maik? Ich rate: Abgetaucht in den Untergrund, um mich gewaltsam hier raus zu holen?
Ach, Willi! Wie schön, dass Du in Deiner Zelle den Glauben an das Gute im Menschen nicht verlierst. Leider ist Maik nicht wirklich im Untergrund, bestenfalls im Subway's... Er macht einen auf Erholung und lustwandelt durch New York. Aber sei ihm nicht gram: Er hat sich das redlich verdient. Deine Befreiung bleibt unser oberstes Ziel, keine Frage. Aber wir geben Herrn Heubele mal ein paar Brecht-Bändchen mit für Dich zum Lesen. Erst kommt das Fressen, dann die Moral...

3. Eine Millionen-Ablöse vorausgesetzt: Wäre Clos Wollukay nicht ein toller Trainer für den HSV?
Ein toller Trainer fürwahr! Aber was soll den ein toller Trainer beim HSV? Willi, wenn es so ernst um Dich steht, dann kommt Maik vielleicht doch früher aus seinem Urlaub zurück, um Dich aus diesem Verließ zu holen. Deine Degeneration nimmt ja bestürzende Formen an!

Labels:

Mittwoch, April 09, 2008

was ist denn bloß mit willi los?

Willi musste sich vergangene Nacht übergeben. Per Gefängnisflurfunk hat ihn die aktuelle Zweitligatabelle erreicht, und Hoffenheims Aufstiegsplatz hat ihn den Hirsebrei, den er jeden Abend von seinen Peinigern vorgesetzt bekommt, wieder hochkommen lassen. Sein Zustad hat sich bis in die Morgenstunden weiter verschlechtert. Derzeit liegt er im Bundesliga-Krankenhaus in Frankfurt, natürlich isoliert auf einem Einzelzimmer. "Willi ist zäh wie Leder, der wird schon wieder fit. Sorgen machen müssen Sie sich jedenfalls keine", versuchte Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL, die Heerscharen von Journalisten zu beruhigen.

Unklar ist, ob Willi bis Freitagabend wieder gesund wird. Wenn nicht, ist völlig unklar, was passiert: Entweder sendet die DFL ihren Vorspann, wie sonst immer, live und überträgt direkt aus Willis leerer, roter Zelle, ohne dass dort ein weißer Mann mit seinem Ball spielt; oder die DFL wiederholt erstmals in ihrer Geschichte einen alten Vorspann, in dem Willi wie gewohnt rumbolzt, rückt damit aber von ihrem "Alle Spiele, alle Tore, alles live"-Bekenntnis ab.

Soll man jetzt hoffen, dass er püntklich wieder am Ball ist, um für den VfL vor dem wichtigen Koblenz-Spiel artig Spalier zu stehen? Oder dient es eher unserer Sache, Willi schnellstmöglich aus seiner Haft zu befreien, wenn er längere Zeit schwächelt?
(In Sachen Hoffenheim sind wir in der Zwischenzeit aktiv geworden. Auf dem kurzen Dienstweg hat uns Theo Zwanziger zugesagt, am 34. Spieltag beim Spiel Hoffenheim-Greuther Fürth Dr. Markus Merk - dann in seinem letzten Spiel - als Schiedsrichter anzusetzten: Der kennt sich ja aus mit umstrittenen Entscheidungen für die richtigen!)

Labels:

Samstag, April 05, 2008

willi will's wissen #7

Willi schmort weiter in seinem roten Käfig im Frankfurter Westend und darf nicht raus. Tag ein, Tag aus schießt er seinen weißen Ball an die Wände seiner Zelle, und seine Peiniger stellen ihn trotzdem wie keinen zweiten als Sinnbild für den freien Wettbewerb hin. Wie dem auch sei: Abgeschnitten von jeder Medienberichterstattung bleibt ihm derzeit nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Wir beantworten ihm jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

1) Bis gestern war die Zelle neben meiner - ein schwarzer, lichtloser Kasten ohne Fenster - mit dem Namensschild "Hoyzer" versehen. Jetzt ist das Schild weg. Wer ist das? Was ist da im Busch?
Robert Hoyzer war einmal ein Schiedsrichter, der Spiele manipuliert hat, um dann billiger Bier in einer Eckkneipe in Berlin trinken zu können, oder so ähnlich. Das hatten eigentlich alle schon vergessen, außer dem DFB, der Schadensersatz verlangt hat und den jetzt auch bekommt. Für Dich sind dabei zwei Dinge interessant: Erstens ist der DFB offenbar mit Geld zur Herausgabe von Gefangenen zu bewegen. Dies könnte eine Chance für Dich sein. Andererseits und zweitens bist Du aber Gefangener der DFL. Offenbar machen beide Verbände gemeinsame Sache und teilen sich einen Zellentrakt. Vielleicht ein Fall fürs Kartellamt...

2) Montagabend spielt Gladbach in Köln. Nun war FC-Trainer Christoph Daum ja neulich in einem obskuren Internet-Video zu sehen, wie er gekokst hat. Ist er trotzdem weiter Kölns Mann an der Linie?
Da wirfst Du ein paar Dinge durcheinander. Christoph Daum ist schon lange nicht mehr beim koksen ertappt worden, das war Ronald "McDonald" Barnabas Schill, sowas wie der Hoyzer der Hamburger Landesregierung. Daum ist noch Kölns Trainer, allerdings singen es die Spatzen vom Kölner Dom, dass er nach dieser Saison das Weiße suchen wird. Pardon, das Weite.

3) Ich habe mitbekommen, dass meine Entführer gerade die Rechte an mir neu versteigern. Bis 2012. Was soll das heißen? Werde ich noch so lange hier schmoren müssen?
Der DFL hat die Rechte an Dir eigentlich schon längst verscherbelt. An ein Tochterunternehmen, das sie gemeinsam mit Leo Kirch gegründet hat. Und das will die Bundesliga nun wiederum weitervermarkten, komplett mit Dir und Deinem roten Käfig. Wenn es nach denen geht, wirst Du also noch lange in Deiner Zelle sitzen. Aber sei Dir gewiss, die Kräfte, die an Deiner Befreiung arbeiten, werden täglich mehr.

Labels:

Freitag, März 28, 2008

willi will's wissen #6

Willi schmort weiter in seinem roten Käfig im Frankfurter Westend und darf nicht raus. Tag ein, Tag aus schießt er seinen weißen Ball an die Wände seiner Zelle, und seine Peiniger stellen ihn trotzdem wie keinen zweiten als Sinnbild für den freien Wettbewerb hin. Wie dem auch sei: Abgeschnitten von jeder Medienberichterstattung bleibt ihm derzeit nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Wir beantworten ihm jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

Meine Peiniger haben mir in Aussicht gestellt, im Frühjahr unter Umständen einen Tag Freigang zu bekommen. So als Zeichen des guten Willens. Ich würde gern beim Aufstieg der Borussen dabei sein. Welches Spiel sollte ich mir ausgucken?
Ganz klar den 7. Mai, das Heimspiel gegen Wehen. Es ist zwar durchaus möglich, dass Gladbach vorher schon sicher aufgestiegen ist, aber wir wollen den Fußballgott nicht mit Größenwahn ärgern. Es kann natürlich auch passieren, dass an diesem Tag noch nicht alles feststehen wird. Dann kannst Du Dich aber einfach im Stadion anketten. Das wäre eine medienwirksame Kampagne für Deine Befreiung. Und wenn Du nur vier Tage durchhältst, siehst Du das letzte Heimspiel gegen Freiburg gleich auch noch.

Das ewigen Bolzen hier in meiner roten Zelle macht mir zu schaffen. Irgendwas zwickt im rechten Knie, hinten in der Kehle. Zu einem Arzt lassen sie mich ja nicht. Was könnte das sein?
Das ist sehr schwer zu sagen. Aber Maik und ich haben seit langem einen Guru, den Schmerzmediziner Walter Packi aus Freiburg. Lies Dir einfach seine Hinweise durch, die ich Dir im Link angehängt habe. Die wichtigste Botschaft vorab: "Schmerzen im Knie haben mit dem Knie nichts zu tun."

Mönche im fernen Tibet schaffen es womöglich, einen Olympia-Boykott von ARD und ZDF zu erzwingen. Warum gelingt es mir nicht, dass Sportschau und Sportstudio auf die Bundesliga verzichten?

Ach, Willi! Du in Deiner Zelle solltest es doch wissen: Die Welt ist schlecht. ARD und ZDF sind scheinheilige Organisationen, die schonmal den Bericht von einem Radrennen abbrechen oder kurz moralisch tun und über einen Olympia-Boykott nachdenken, den sie dann doch nicht durchführen, weil sie viel zu sehr nach Quote gieren (und höchstwahrscheinlich ohnehin vertraglich durch den Erwerb der Rechte zum Senden verpflichtet sind). Die Bundesliga aus moralischen Gründen nicht zu senden, käme denen nie in den Kopf. Das ist nicht Dein Versagen, das ist der desaströse Zustand dieser Welt. Das werden auch noch die armen Mönche sehen.

Labels:

Dienstag, März 25, 2008

was spongebob kann...

Gestern hat Gladbach gut gespielt und (aber nur?) einen Punkt gegen Aachen geholt. Es sieht komfortabel aus in der Tabelle, jedenfalls wenn man Optimist ist. Das probieren wir heute einmal. Gladbacht steigt also auf, und in der Zeit, in der wir sonst bangen und zittern müssten, Trainerentlassungen fordern, an der Welt verzweifeln, können wir stattdessen nun Sinnvolleres tun, die Freude, die uns gegeben wurde weitergeben.

Bekanntermaßen setzen wir uns seit Längerem für den armen Willi ein und kämpfen für seine Freiheit. In kleinen Schritten kommen wir voran und möchten heute ein Zeichen der Hoffnung weitergeben: Spongebob ist frei und wurde neulich auf CNN gesichtet. Und was ein derart dummer Schwamm wie Spongebob kann, das sollte doch früher oder später auch Willi gelingen. Selbst, wenn dann vielleicht nur DSF davon berichtet.



(Sponge Bob taucht gegen Mitte des Videos auf.)

Labels:

Dienstag, März 18, 2008

willi will's wissen #5

Willi schmort weiter in seinem roten Käfig im Frankfurter Westend und darf nicht raus. Tag ein, Tag aus schießt er seinen weißen Ball an die Wände seiner Zelle, und seine Peiniger stellen ihn trotzdem wie keinen zweiten als Sinnbild für den freien Wettbewerb hin. Wie dem auch sei: Abgeschnitten von jeder Medienberichterstattung bleibt ihm derzeit nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Wir beantworten ihm jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

Hier im Gefängnis munkelt man, ihr fordertet Luhukays Rauswurf. "So werden sie dich auch im Stich lassen", sagen sie. Was hat das zu bedeuten? -- Lieber Willi, hätten wir das nur geahnt. Uns erreichen seit gestern Abend hunderte E-Mails wie diese: "Mich würde interessieren, warum ihr eigentlich gegen Lukuhay seid. Der Erfolg spricht ja momentan für ihn, Gladbach sollte ziemlich sicher den Aufstieg schaffen. Oder zu unattraktiver Spielstil?" Ojemine! Dabei war alles gar nicht ernst gemeint. Ironie, verstehst du. Jetzt, wo in Gladbach alle Meckerer und Nörgler verstummt sind, muss doch jemand ihren Job machen. Dachten wir. Also, nochmal in aller Deutlichkeit: Luhukay nicht raus! Willi raus!

Ich hörte, heute Abend spiele Jena in Dortmund im DFB-Pokal-Halbfinale? Äh: Ist Hoyzer wieder auf freiem Fußballplatz? Als Schiedsrichter? -- Auch, wenn es unglaublich klingt: Diesmal ist wohl wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen. Wir erklären uns das so: Der Fußballgott hat Jena so weit kommen lassen, damit die Euphorie der Pokalerfolge den Ligaalltag entwertet- und frühzeitg ein zweiter sang- und klangloser Absteiger aus der Bundesliga der Herzen feststeht. (Dass ein Team, das anfangs von Holger Fach traniert wurde, absteigt, stand ja vorher fest.) Dadurch bleiben nur noch zwei Abstiegsplätze, gegen die der VfL kämpfen muss.
Allerdings: Das andere Halbfinale ist ja nicht besser: Da spielt Wolfsburg mit. Vielleicht doch Hoyzer?!

Feiert ihr Ostern? -- Ja, der Fußballgott hat sich angekündigt. Er macht sich jedes Jahr einen Spaß aus diesem Christenfest. Er wird schon am Donnerstagabend zum Spiel gegen St. Pauli anreisen - dann wollen wir direkt anschließend auf der Reeperbahn Auferstehung feiern. Den ganzen Karfreitag über.

Labels:

Donnerstag, März 13, 2008

willi will's wissen #4

Willis Anwalt darf wieder zu seinem Mandanten. Nach einer völlig unangemssenen Verschärfung der Haftbedingungen in der vergangenen Woche, ist für Willi wieder so etwas wie Normalität eingekehrt. Die Isolationshaft dauert jedoch weiter an. Abgeschnitten von jeder Medienberichterstattung bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Wir beantworten ihm jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

Warum haben meine Entführer mir hier eine Woche lang auch noch meinen Ball weggenommen und die rote Zelle verdunkelt? -- Lieber Willi, deine Peiniger haben große Angst, dass ihnen das Kartellamt einen Strich durch ihre ziemlich hohe Rechnung an Leo Kirch macht. Verzeih die deutlichen Worte, aber: 500 Millionen Euro pro Saison wollen sie erpressen; nur wenn das klappt, versprechen sie, dich am Leben zu lassen. In wenigen Wochen sollen wohlhabende Privatiers und Fernsehsender jetzt dieses Geld zusammenkriegen, und um die schon mal spüren zu lassen, was auf dem Spiel steht, hat man dich so schlimm drangsaliert. Also: Wir müssen hoffen, dass die Kohle fließt, nur dann lohnt es sich, weiter unermüdlich zu kämpfen: Für deine Freilassung.

Einer meiner Entführer sagt, er sei früher mal in verantwortlicher Position beim HSV tätig gewesen. Er hat mir versprochen, dass ich einen neuen Ball bekomme, wenn ich ihm einen HSV-Witz erzähle, der ihn zum Lachen bringt. Wisst ihr einen? -- Klar. Also: Sagt van der Vaart zu Stevens: ' Letztes Jahr waren wir fast abgestiegen. Dieses Jahr aber sind wir, glaub ich, reif für einen Titel!'

Ich habe ein anonymen Brief aus der Presseabteilung eines Bundesligisten bekommen. Irgendeine Jacqueline und ein Ronny erklären sich solidarisch und planen die Revolution. Sie wollen helfen, mich hier rauszuholen. Wisst ihr, um welchen Klub es sich handelt? -- Äh, Willi, überleg doch mal. Jacqueline, Ronny, Revolution: Energie Cottbus natürlich!

Labels:

Freitag, Februar 22, 2008

willi will's wissen #3

Willi ist der kleine, weiße Mann im Logo der DFL. Er wird dort seit Jahren gefangen gehalten und darf nichts anderes tun, als in seinem kleinen Käfig gegen einen weißen Ball zu treten. Das ist ziemlich fies und ungerecht, deshalb kämpfen wir dafür, dass Willi bald freigelassen wird. Bis dahin hat er keine Möglichkeit, sich über das wilde Treiben auf dem VfLaufenden zu halten. Abgeschnitten von jeder Medienberichterstattung bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Wir beantworten ihm jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

Wie ist die Lage vor dem schönsten Spiel des Jahres? -- Lieber Willi, wenn du nur dabei sein könntest! Stell dir vor, alles fiebert auf das VfduelL am Sonntag hin: Das Stadion ist restlos ausverkauft, beide Mannschaften wollen unbedingt gewinnen, und sogar der Fußballgott hat angekündigt, er werde im Stadion sein. Vielleicht darf dir dein Anwalt, Herr Heubele, ja zur Feier des Tages den ausführlichen Vorbericht von Seitenwahl mit in deine Zelle bringen. Wir haben nämlich daran mitgeschrieben, insofern steht alles Wichtige drin.

Ich möchte gern ein aktuelles Gladbach-Trikot mit diesem chicen "Jever"-Aufdruck haben. Größe M. Könnt ihr Heubele eins mitgeben, der schmuggelt es dann zu mir in den Knast?! -- Ui, das ist schwer. Weißt du, Willi, Gladbach spielt schon seit längerer Zeit nicht mehr in "Jever"-Trikots, aber das kannst du ja nicht wissen. Der neue Trikotsponsor ist so ein komischer Computerzubehör-Hersteller, aber die Shirts sind trotzdem chic. Dunkelgrün jetzt, eher tailliert geschnitten. Wär das auch ok? Wenn du auf das "Jever"-Teil bestehst, müssten wir mal bei Eba... äh, dann würden wir mal schauen, ob wir irgendwie dran kommen können. Egal, welches Trikot du trägst: Du wärst der absolute Styler in deinem Gefängnis in Frankfurt - Isolationshaft hin oder her. Vielleicht kannst du auch mal wieder eine neue Unterhose brauchen??

Mehr muss ich eigentlich gerade gar nicht wissen, doch eins kann man immer fragen: Wer wird neuer Trainer in Bielefeld? -- Die Gerüchte verdichten sich in Richtung Ernst Middendorp. Zur Überraschung vieler schafft es Erfolgscoach Michael Frontzeck gerade nicht, eine siegfähige Mannschaft auf's Feld zu schicken. Deshalb wird er Montag wohl von Middendorp abgelöst, der dann zum neunzehnten Mal bei der Arminia unterschriebe. Abgesagt haben unterdessen Neururer ("Bielefeld? Nicht mal ich!"), Buchwald ("Ich bin Weltmeister!"), Schäfer ("Ich will Titel gewinnen!") und Röber ("Ich habe einen Ruf zu verlieren!").

Labels:

Freitag, Februar 15, 2008

willi will's wissen #2

Willi ist noch immer inhaftiert. Er wird seit Jahren im Frankfurter Westend festgehalten und hat keine Möglichkeit, sich über das wilde Treiben auf dem VfLaufenden zu halten, obgleich er doch für dessen Fortkommen tagein tagaus in seinem roten Käfig posiert. Abgeschnitten von jeder Medienberichterstattung bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Bis zu Willis Befreiung beantworten wir ihm nun jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

Wann gewinnen die VfLs wieder? -- Lieber Willi, viel spricht für: am Wochenende. Gladbach muss dann ja gegen Mainz ran, und der Fußballgott hat uns gestern in die hohle Hand versprochen, er werde sehen, was er tun kann. Glücklicherweise schicken sich die Konkurrenten bisher ja nicht gerade an, Gladbach vom Tabellenführer-Thron zu stoßen. Und drei schlechte Spiele in Folge hat es diese Saison noch nicht gegeben. Und das peinliche 1:4 aus der Hinrunde gilt es zu rächen. Und es geht bestimmt nicht wieder so los wie in den vergangenen Saisons. Undundund... Osnabrück muss gegen den mit der Demission von Holger Fach automatisch nominell verstärkten SC Paderborn ran. Auswärts wohlgemerkt. Da aber jetzt schon klar ist, dass der VfL auch Sonntagabend nicht auf einem Abstiegsplatz stehen wird, werden elf Osnabrücker ganz ohne Druck aufspielen wie junge Götter. Die Standpauke von Pele Wollitz wird Wirkung zeigen, und erstmals seit 20 Jahren gelingt dem VfL ein Auwärtssieg.

Schafft Hans Meyer mit Nürnberg den Klassenerhalt? -- Ähm, äh, Herr Willi, darf ich bitte kurz reinkommen? Setzen Sie sich doch bitte. Herr Willi, ich muss Ihnen eine traurige Mitteilung machen. Es geht um Ihren alten Rosenzüchter-Freund Herrn Meyer. Es hatte ja in den vergangenen Monaten mehrfach Angriffe auf Herrn Meyer gegeben, die wir bis zuletzt leider nicht verhindern konnten. Nun, Herr Willi, Herr Meyer ist bereits vor vier Tagen gefeuert worden. Ich weiß, das muss schwer für Sie sein. Wir müssen Ihnen trotzdem ein paar Fragen stellen. Kennen Sie einen gewissen Herrn Bader? Oder wissen Sie etwas von...

Irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl, ich sollte Euch für Euren Familienblog ein paar Milliönchen von meinem Nummernkonto bei der Liechtensteiner LGT-Bank überweisen. Seid Ihr einverstanden? -- Ähm, äh, Herr Willi, darf ich bitte kurz reinkommen? Setzen Sie sich doch bitte...

Labels:

Montag, Februar 04, 2008

willi will's wissen #1

Willi ist eine arme Sau. Gefangen, wie er ist, hat er keine Möglichkeit, sich über das wilde Treiben auf dem Laufenden zu halten, für dessen Fortkommen er doch tagein tagaus in seinem roten Käfig posiert. Abgeschnitten von jeder Medienberichterstattung bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich von seinem Anwalt Gerd-Christian Heubele das Wichtigste erzählen zu lassen. Heubele nun ist gottlob so weise, seine völlige fußballerische Ahnungslosigkeit nicht zu kaschieren und Willis Freunde um Rat zu bitten - also uns. Bis zu Willis Befreiung beantworten wir ihm nun jede Woche die drei Fragen, die ihm am drängendsten auf der Seele brennen.

Warum spielt Markus Feldhoff nicht? -- Lieber Willi, leider hat sich Markus Feldhoff vor einigen Tagen erneut schwer am Knie verletzt. Es ist ungewiss, ob er seine Karriere überhaupt fortsetzen kann, im Moment sieht es eher schlecht aus. Diese Entwicklung wird dich wie uns betrüben. Immerhin hat Feldhoff beim VfL eine großartige und eine okaye Saison gespielt, um dann nach einer ersten Knieverletzung nie wieder richtig in Tritt zu kommen. Gerade in der Rückserie wäre es so wichtig gewesen, neben Thommy Reichenberger einen weiteren bundesligaerfahrenen Stürmer aufbieten zu können; zudem einen, der nicht wie Reichenberger Strafraumstürmer ist, sondern auch beim Spielaufbau mithelfen kann. Markus Feldhoff war, anderswo mag man darüber lächeln, für uns immer ein Hoffnungsträger, dazu einer, der schönen Fußball spielt. Und: Auch für Gladbach hat Feldhoff schon einmal getroffen: Zum 1:1 im Bundesligaspiel gegen Hansa Rostock, am 4. Mai 1999 - leider ist die Borussia dann trotzdem abgestiegen.

Sitzt Luhukay noch sicher im Sattel? -- Gut, dass du fragst. Aber doch: Obwohl der Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz immer noch nur sechs Punkte beträgt und die Mannschaft nicht besonders toll gespielt hat, bleibt erst einmal alles ruhig beim Tabellenführer. Aber stell dir vor, kommenden Sonntag in Hoffenheim geht es wieder schief, stell dir vor, Luhukays Jungs gewinnen nicht einmal im Dietmar-Hopp-Stadion: Dann müsste man überlegen, an wem das liegt.

Gewinnt die Nationalmannschaft gegen Österreich? -- Nein, denn Oliver Neuville ist nicht dabei. Zwar hatte Jogi Löw unseren VfOli ins Team berufen, doch unser Starstürmer laboriert an einer Wadenprellung. Löw nominierte nun aber nicht nur keinen anderen nach, sondern verzichtet damit auch mutwillig auf den erfolgreichsten deutschen Profistürmer: Thommy Reichenberger. Das kann doch nicht gut gehen!

Labels:

Mittwoch, Januar 23, 2008

kommando pimperle

Willi-Sympathisanten und Untergrundpartisanen wie die 23-jährige Sieglinde Villaner aus Selb/Fichtelgebirge rufen zum bewaffneten Kampf auf, Willi aus der DFL-Haft zu befreien. Ein "Kommando Pimperle" arbeite bereits seit Wochen an einer konspirativen Aktion.
Willis Anwalt Gerd-Christian Heubele betont dagegen ausdrücklich, sein Mandant wolle nicht durch einen gewalttätigen Akt frei kommen und habe überdies keine Interesse, an einem Buch mit dem Titel Organisation randständiger Jugendlicher mitzuwirken.
Auch wir mahnen ausdrücklich zu Ruhe und Gelassenheit und wenden uns gegen jede Form von Gewalt, denn wer in Deutschland lebt, hat die Faust unten zu lassen!

Labels:

Donnerstag, Januar 03, 2008

willi will feiern

Maiks Eltern haben vor nunmehr bald 30 Jahren viel Weitsicht bewiesen. Darum hat Maik heute Geburtstag, in der Winterpause und somit zu einem Zeitpunkt, wenn es wenig Ablenkung gibt und allseits nach Gründen zum Feiern gelechzt wird. Herzlichen Glückwunsch also dem Chefredakteur, der heute auf verständlichen Gründen nicht in die Redaktion gekommen ist, sondern den lieben Fußballgott einen guten Mann sein lässt (was er ja auch ist).

Auf der Party, die heute Abend in Hamburg steigt, wird praktisch alles zugegen sein, was in Deutschland Rang und Namen hat. Ein Platz in dieser ohnehin kleinen Runde aber muss leer bleiben: Willi will feiern, kommt aber nach wie vor nicht aus seinem roten Kasten im Frankfurter Westend frei. Es ist zum Bälle gegen die Wand schießen, und wer weiß, ob es bei Bällen bleibt...

Labels:

Mittwoch, Januar 02, 2008

im wortlaut

Auf mehrere hundertfache Bitte unserer zumeist sehbehinderten Leser erscheint heute die "Erklärung zur Befreiung von Willi" noch einmal im gedruckten Wortlaut. Sie war vorgestern als Original erschienen, das mutlose Untergrund-Literaten uns zugespielt hatten.

Genossen,
es hat keinen Zweck, den falschen Leuten das Richtige erklären zu wollen. Das haben wir lange genug gemacht. Die Willi-Befreiungs-Aktion haben wir intellektuellen Schwätzer, Hosenscheißer und Allesbesser-Wisser den potentiell revolutionären Teilen des Volkes zu erklären, das heißt den kinderreichen Familien, den Jungarbeitern und Lehrlingen, den Hauptschülern, den Familien in den Sanierungsgebieten, den Arbeiterinnen von Siemens und AEG-Telefunken, von SEL und Osram, den verheirateten Arbeiterinnen, die zu Haushalt und Kindern auch noch den Akkord schaffen müssen.

Denen haben wir die Aktion zu vermitteln, die für die Ausbeutung, die sie erleiden, keine Entschädigung bekommen durch Lebensstandard, Konsum, Bausparvertrag, Kleinkredite, Mittelklassewagen. Die sich den ganzen Kram nicht leisten können, die da nicht dran hängen. Die alle Zukunftsversprechen ihrer Erzieher und Lehrer und Hausverwalter und Fürsorger und Vorarbeiter und Meister und Gewerkschaftsfunktionäre und Bezirksbürgermeister (meist Köln-Fans!!) als Lügen entlarvt haben und nur noch Angst vor neuen Niederlagen haben.

Versuchen wir’s also: Willi, dieser bemitleidenswerte kleine Junge, ist erst sieben Jahre alt und bereits qua Geburt politischer Gefangener der DFL. Willi wird festgehalten in einem kleinen, roten Käfig im Frankfurter Westend, in dem er nicht einmal aufrecht stehen kann. Dort hämmert er tagein, tagaus einen weißen Fußball gegen die vier Wände seiner Zelle. Lange hat sich niemand um Willi gekümmert, obwohl sein Schicksal Millionen Bürgern der BRD bekannt ist. Mehrmals in der Woche wird über Willi sogar im Fernsehen berichtet, doch an den unmenschlichen Lebensumständen des Jungen stört sich keiner. Das Jugendamt in Frankfurt weigert sich fortdauernd, gegen den offenkundigen Missbrauch einzuschreiten.

Stattdessen wird Willi in Stellung gebracht: In seinem Namen werden Übertragungsrechte verhökert, Relegationsspiele wieder eingeführt und Markenkerne gegen so schauerliche Zeitgenossen wie Fußballfans verteidigt.

Das darf nicht so weitergehen: Sitzt nicht, wie wir kleinkarierte Krämerseelen, auf dem hausdurchsuchten Sofa herum und zählt eure Lieben. Helft mit, den richtigen Ballverteilerapparat aufzubauen. Lasst uns Hosenscheißer liegen, uns Rotkohlfresser, uns Sozialarbeiter, die wir uns doch nur anbiedern wie Lumpenpack.
Den Klassenerhalt entfalten. Die Abwehrkette organisieren.
Mit dem sofortigen Wiederaufstieg beginnen!
WILLI BEFREIEN!

Labels:

Dienstag, Januar 01, 2008

lebenszeichen

Willis Anwalt Gerd-Christian Heubele ist es gelungen, ein Kassiber aus der Haft zu schleusen. Darin heißt es:

es geht mir den umständen entsprechend. mein rücken tut weh. ich bekomme ausreichend zu essen, nur schmeckt das fleisch immer nach leder. ich kämpfe auf eurer seite. nur, bitte, kämpft ihr auch für weiter mich! ohne geht es nicht.

Labels:

Montag, Dezember 31, 2007

erklärung zur befreiung von willi

Seit einigen Wochen treibt uns das Schicksal von Willi um, der kleinen weißen Figur im Logo der DFL. Als politischer Gefangener und abgeschirmt von seinesgleichen muss er ein elendes Dasein fristen. Das soll nun ein Ende finden.
Mit unserem "Free Willi"-Logo appelieren wir an alle Deutschen: Solidarisieren Sie sich mit Willi und zeigen Sie seinen Kidnappern die Rote Karte! Tragen Sie dieses Emblem! Platzieren Sie es auf Ihren Homepages! Drucken Sie es in Ihren bürgerlichen Zeitungen! Zeigen Sie allen, wie Willi sich freute, wenn er frei wäre. (Ein kleiner Link zum VfLog, eine kurze Quellenangabe sollte selbstverständlich sein.)
Viele prominente Deutsche wie Roger Willemsen, Mike Krüger und Ursula von der Leyen haben schon ihre Hilfe angeboten, doch die allein reicht nicht: Willi braucht Sie!
Die "Erklärung zur Befreiung von Willi", von mutlosen Schreiberlingen verfasst, richtet sich an die potenziell wirklich revolutionären Teile des Fußballvolkes.



PS: Ein großes Dankeschön an die Künstlerin Hean Jung Lee, die uns den Willi gemacht hat.

Labels:

Mittwoch, Dezember 26, 2007

der sporadische adventskalender: türchen 39

Ab dem 1. Februar rollt der Ball wieder. Bis dahin sind es noch 39 Tage. Nicht jeden Tag, aber doch immer wieder, wollen wir in dieser herzlosen Zeit sporadisch ein virtuelles Türchen öffnen und einen schmackhaften Leckerli zur Einstimmung auf die Rückrunde präsentieren. Wie bei jedem Adventskalender weiß man vorher nicht, was drin ist. Ein Zitat? Ein langer Text? Ein Bild gar? Heute: Brot für Willi.

Viele Menschen sind einsam an Weihnachten. Sie bekommen von niemandem Besuch, keiner schenkt ihnen Liebe und Geborgenheit. Wenn sie Glück haben, klingeln die Nachbarn ausnahmsweise und wünschen ein frohes Fest. Den langen Rest der Weihnachtszeit verbringen sie alleine, schlimmstenfalls mit der Erinnerung, dass früher auch sie schöne Weihnachten hatten, früher, als es noch andere Menschen in ihren Leben gab. So geht es auch Willi.

Willi fristet seit langer Zeit ein karges Dasein als Gefangener der DFL. Der Kleine hat niemanden, der mit ihm spielt. Nahe dem Wahnsinn hämmert er tagein tagaus einen weißen Fußball an die vier Wände seines kleinen roten Käfigs. Lange hat sich um Willi keiner gekümmert. Sein Schicksal war Millionen Bundesbürgern bekannt, gestört hat sich niemand an den unmenschlichen Lebensumständen des Jungen. Im VfLog läuft seit einigen Wochen die Aktion "Free Willi". Wir fordern: Lassen Sie Willi frei!

Zur Weihnachtszeit haben viele Leser Brot für Willi gespendet. Zusammen mit einer Petition haben wir heute zwei Säcke voll in der DFL-Zentrale in der Guiollettstraße in Frankfurt abgegeben. Einen offiziellen Termin wollte man uns nicht gewähren, auch durften wir Willi nicht in seinem Käfig besuchen.

Auch Sie können helfen: Schreiben Sie bitte höflich formulierte Briefe an das amtierende Staatsoberhaupt der DFL, in denen Sie dazu auffordern, Willi freizulassen. Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Persisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch.

Labels: ,