Sonntag, 29. November 2009

scheitern

Der Fußballgott ist ein Spaßvogel. Schon vor einigen Wochen auf den Geschmack gekommen, schickte er gestern Morgen erstmals eine E-Mail mit einem jener Sudokus, die ihn so begeistern, und kündete stolz, er wolle das Endergebnis des VfL beim Auswärtsspiel in Kiel schon vorab in ein kleines Zahlenrätsel hüllen: Die Quersumme der vierten Zeile, waagerecht, geteilt durch 45 ergebe die Tore der Störche. Osnabrücks Treffer könnten über die Quersumme der siebten Zeile, senkrecht, geteilt durch 45 errechnet werden. (Jaja, zugegeben, wir kommen spät damit, viele Fans hätten sich die Reise nach Kiel schenken können.)

Doch hier sind wir bei dem eigentlichen Problem: Seit nunmehr zwei Stunden, neun Minuten und 31 Sekunden vermag ich diese Aufgabe nicht zu lösen. Das persönliche Scheitern könnte kaum größer sein. Lange schien es, ich könnte der Blöße entkommen, diese Blamage öffentlich zu machen: Immer mehr der kleinen Merkzahlen häuften sich an, und in vielen Fällen, etwa bei den beiden noch ungelösten mittleren Neuntetts, liegt das Gute doch so nah. Allein der Durchbruch ist bis zuletzt ausgeblieben.

Versprochen: Beim nächsten heißen Tipps vom Fußballgott verraten wir sofort das Ergebnis, damit alle noch einen ordentlichen Batzen auf das avisierte Resultat wetten können. Nur dafür braucht es Hilfe. Ich verlange keine fertigen Lösungen. Aber ein klitzekleiner Tipp, wo ich ansetzen muss, um diese Schande zu verarbeiten, wäre sehr freundlich.

Samstag, 28. November 2009

ohne bitterkeit

18 Punkte hat die Borussia nun schon erspie, äh, eingefahren. Besonders für den Coach und Shootingstar aus dem Einwohnermeldeamt in Mönchengladbach ist diese Zwischenbilanz phänomenal. 18 Punkte! So viele hat Michi Frontzeck doch mit seinen Vorgänger-Vereinen zusammen nicht gewonnen. Wahnsinn! Am kommenden Wochenende dann kann sich Gladbach auf nur drei Punkte an Bayern München annähern. Wo soll das noch hinführen?

"Und wir alle", schreibt Bertolt Brecht in seiner wunderbaren Weihnachtsgeschichte Das Paket des lieben Gottes, "die erstaunt dabei standen und etwas ganz anderes erwartet hatten und fast nur begriffen, daß der Mann unter irgendeiner Beschuldigung gestanden und inzwischen, wie er eben aus dem Zeitungsblatt erfahren hatte, rehabilitiert worden war, fingen plötzlich an, aus vollem Halse und fast aus dem Herzen mitzulachen, und dadurch kam ein großer Schwung in unsere Veranstaltung, die gewisse Bitterkeit war überhaupt vergessen [...]."
Was Brecht vergaß zu fragen, war, wann uns dieses Lachen im Halse stecken bleibt.

Freitag, 27. November 2009

weiße weste

Es ist schon unsäglich, wie im neuerlichen Wettskandal einzelne Personen vorverurteilt werden. Gerade beim lila VfL kann man ein Lied davon singen. Immerhin mehren sich die Zeichen, dass auch die Medien zumindest Thomas Reichenberger aus der Schusslinie nehmen. Die Süddeutsche berichtete gar, dass der Mann mit der weißen Weste bereits vor Jahren vorbildlich gehandelt hat: Damals noch bei Uerdingen bot ihm ein Unbekannter 5.000 €, wenn der KFC das nächste Spiel verliert. Reichenberger behielt klaren Kopf und informierte den DFB. Stutzig machen allein seine Worte, die laut Süddeutscher sinngemäß so lauten: "Ich habe dem Mann klargemacht, dass ich niemals Geld oder Geschenke von einem anderen Verein annehmen würde. Ich habe ihn dann an unseren damaligen Kapitän, Markus Feldhoff, verwiesen." Äh, bitte was?! Und: Wo war Feldhoff eigentlich in der letzten Saison? Ach ja, wir erinnern uns.

Donnerstag, 26. November 2009

dicke decke


Der Winter naht, ja mancherorts ist er auch schon da. Das ist die Zeit des Schlotterns und Fröstelns auf den Rängen unserer Stadien, und die in den letzten Jahren erwachsene Sitzplatzkultur macht nichts besser: Vorbei die Zeiten des Wippens auf allen Rängen, der gediegene Fan kauert und friert. Das muss nicht sein, und dafür sorgt ab sofort ein neues exklusives Produkt aus unserem feinen, kleinen VfLog-Shop: Die Kuscheldecke. Aus edelstem Material hält sie nicht nur warm, sondern macht auch ein charmantes Statement. So kommt man auch mit dem Nachbarn ins Gespräch, dessen breite Schenkel man ohnehin schon lange an den eigenen Beinen spürte. Ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, und menschliche Wärme lässt sich durch die so viel wohligere Kuscheldecke ersetzen. Da heißt es Zugreifen, liebe Leser und nicht vergessen: bald ist Weihnachten! Die Decke ist auch das ideale Geschenk für dicke Freunde.

Mittwoch, 25. November 2009

seitenwechsel #97

Die hundert naht, so lange gibt es nun schon den wöchentlichen Seitenwechsel. Joachim ist immer noch voll bei der Sache und schwärmt von Gladbachs Spiel, das den Kompositionen eines obskuren Tonkünstlers gleiche. In seiner Antwort konzentriert sich Martin nicht aufs Schwärmen, sondern auf neue Leserschichten und holt sie dort ab, wo sie sind: In China – und bei Seitenwahl.

Lieber Martin,

Manchmal, bevorzugt am Wochenende, liest man einen langen Artikel in einer Qualitätszeitung. Der Artikel thematisiert das Schaffen eines Menschen, den man nicht kannte und der in einer Branche arbeitet, in der man sich wenig bis gar nicht auskennt. Eigentlich weiß man kaum, was der konkrete Anlaß des Artikels ist, und er legt sich auch auf kein Genre fest. Ist es eine Kurzbiographie, eine wissenschaftliche Studie oder ein kultursoziologischer Traktat? Vielleicht ist es auch eine Studie über das Leben im allgemeinen. Jedenfalls aber meint man nach der Lektüre, nicht nur blendend unterhalten worden zu sein, sondern man fragt sich, wie man vorher von der Existenz des Gegenstandes keine Ahnung haben konnte. Und man verspürt den Drang, den Artikel bald nochmals zu lesen, ganz einfach weil er so gut geschrieben ist.

So erging es mir bei der Lektüre des wunderbaren Artikels von Dietmar Dath über das Schaffen des Komponisten Cornelius Cardew in der FAZ vom 21. November, und so erging es mir wenige Stunden später beim Betrachten der Begegnung Borussias bei Eintracht Frankfurt. Ich hatte im Vorfeld nicht das Gefühl, daß ich solche Spiele brauche, ich war beim Betrachten des Spiels nicht der Ansicht, daß Borussia besonders gut spielte, doch es wogte hin und her, es gab überraschende Akzente, die geschickt zum richtigen Zeitpunkt eingestreut wurden, und am Ende machte sich tiefe Zufriedenheit breit. Kurzum: Das Spiel wußte eine Geschichte zu erzählen. Ich hätte gerne mehr davon.

Lieber Martin, letzte Woche beklagte ich, daß wir weit weniger Punkte hätten, als uns von den Leistungen her „zustünden“. Nun, der Fußballgott – sprich das Gesetz der großen Zahl, statistisch gesehen – hat uns drei Punkte geschenkt, die weder eingeplant noch der Sache nach angemessen waren. Damit möchte ich die Leistung nicht kleinreden, aber wer das erste Tor geschenkt bekommt, mehrfach in extremis den Ball von der eigenen Torlinie kratzt und am Ende den entscheidenden Konter vergeigt, der hat auch Glück – und zwar viel davon. Nun, ich selbst habe auch häufig Glück, und ich sage mir dann einfach: Glück hat der Tüchtige. Basta.

Es gibt ja auch viel Positives mitzunehmen. Beispielsweise kamen mir nach dem Anschlußtreffer die Worte „Bochum“ und „Hoffenheim“ in den Sinn. Schön, daß die Spieler der eigenen Mannschaft inzwischen nervlich stabiler sind als man selbst. Betrachtet man Logan Bailly, sind sie vielleicht gar nervlich zu stabil, auch wenn seine Aktion in keinem Saisonrückblick fehlen wird. Ich hoffe, er handelt am 34. Spieltag, wenn ein einzelnes Tor über was dann auch immer entscheiden kann, bedachter. Sein Gegenüber freilich tat mir leid. Überall lese ich „Eigentor Nikolov“, aber wenn jemand nun gar nichts für diesen Treffer kann, so ist er es. Nun, das wird seine geringste Sorge sein.

Kurzum, vielleicht gehe ich an einem Abend, an dem im Fernsehen nur unnütze Champions League-Gruppenspiele laufen, hin und betrachte auf Fohlen-TV nochmals das Frankfurt-Spiel (nur diesmal ungleich entspannter). Oder ich lese erneut den Artikel von Dietmar Dath. Wahrscheinlich aber lese ich einfach Deine Antwort auf meinen Brief sowie die Reaktionen der ungezählten Chinesen, die in Eurer Leserbriefspalte die deutsche Grammatik einüben. Nur eines weiß ich mit Sicherheit: gegen Schalke müssen Punkte her.

Es grüßt Dich somit mit dem alten Murmeltiergruß

Dein Joachim

Dienstag, 24. November 2009

das war einmal: köppel

Es ist an dieser Stelle noch gar nicht ausführlich genug gewürdigt worden, dass mein alter rot-blauer Heimatverein WSV (genau, der mit dem Lehnchen vom Tippen-Tappen Tönchen) dafür gesorgt hat, dass Horst Köppel vor einiger Zeit wieder einmal arbeitssuchend geworden ist. Jetzt wartet er darauf, Nachfolger von Michael Skibbe bei Eintracht Frankfurt zu werden.

Da uns mit Opa Horst eine innige Beziehung verbindet und wir heute an diesem Tag mit Regen und Orkanböen ganz melancholisch sind, wollen wir uns ein wenig an die gute alte Zeit mit ihm erinnern. Damals, als Advocaat ging und Hotte kam. Und uns Hotte den spektakulärsten Transfer der Vereinsgeschichte bescherte. Irgendwann ging es dann abwärts mit unserer Liebe, doch wir waren wie stets opportunistischverhandlungsbereit. Er lehnte ab, und es kam wie es kommen musste. Nicht nur hatte er in Gladbach keinen Erfolg mehr, auch anderswo lief es schlecht. Dass er dann auch noch nachgetreten hat, haben wir ihm zwar nicht verziehen. Aber jetzt wünschen wir ihm doch wieder alles Gute und einen guten Aufenthalt im "Trainingslager".

Montag, 23. November 2009

überstunden

Wenn nur die beiden Niederlagen in Augsburg und Nürnberg auf manipulative Weise zustanden gekommen sein sollen: Wie ist es dann Frankfurt, Ingolstadt und Koblenz gelungen, den VfL zu schlagen? "Da müssen wir wohl nochmal ran", räumt die Staatsanwaltschaft Bochum ein.

Sonntag, 22. November 2009

niemand schiesst drei tore

"Niemand kommt rein und setzt sich hin, Fuß auf den Tisch, Hand unters Kinn. Niemand isst hungrig mein Frühstücksmenü. Niemand kommt immer zu früh." Die wunderbare Sophie Hunger hat längst erkannt, dass man Niemand nicht ignorieren sollte – siehe ihren hier zitierten "Walzer für Niemand". Von nichts kommt nichts? Von wegen!

So fasste denn ein Freund auch das gestrige Gladbachspiel passend per SMS zusammen:

Gladbach hat aus nix zwei tore gemacht, frankfurt aus nix eins. Daher nicht unverdient.

So ist es.

Samstag, 21. November 2009

alle wetter!

Ganz abgezockt schiebt Aleksandar Kotuljac den Ball in letzter Sekunde noch einmal ins Netz. Vor dem Spiel hatten Martin und ich noch auf einen Sieg der Heimmannschaft mit drei Toren Abstand gewettet, und der Fußballgott versprach, er wolle sehen, was sich machen lasse. "Wie gewünscht!", schickte er um viertel nach Drei per SMS, und dann war klar: Osnabrück klettert weiter in Richtung Tabellenspitze. Hurra, VfL!

Nach Recherchen unseres kleinen Familienblogs war auch der DFB mit einer kleinen Abordnung nach Osnabrück gekommen. Das mit viel technischem Know-How installierte Frühwarnsystem, das Manipulationen bei Sportwetten verhindern soll, funktioniere entgegen aller Verunglimpfungen bestens, flüsterte einer der Anti-Korruptions-Häscher hinter vorgehaltener Hand. Kaum hatten sie die Stufen zur Nordtribüne erklommen, machten sich die Ermittler auch sofort mit Lupe, Fingerabdruck-Pulver und etwas Milch zur Sichtbarmachung von Zaubertinte ans Werk. "Wir wollen den Laden hier jetzt mal richtig durchleuchten!" Der VfL musste das Spiel gegen Dortmund deshalb trotz strahlenden Sonnenscheins unter Flutlicht austragen.

Was das Spiel als solches angeht, konnte man sich lange Zeit getrost für ein kleines Nickerchen in der Herbstsonne zurücklehnen. Und selbst dann, wenn man nur ab und zu mal hinsah, bekam man noch genügend gedankenlose Abschläge, nachlässige Passspiele und gute Schiedsrichterentscheidungen mit, um sich ein Bild zu machen. Schließlich, zum Ende der ersten Halbzeit, hatte sich der VfL dann doch einige gute Torchancen erarbeitet und schoss folgerichtig das 1:0, das, obwohl es doch folgerichtig gewesen war, umgehend ausgeglichen wurde.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hielten vermutlich jene, die gerade noch die Millioneneinnahmen aus dem DFB-Pokal als märchenhaftes Entschuldungs- und Investitionsprogramm feierten, ein Transparent hoch, auf dem "Dieses Scheißgeld macht unseren Sport kaputt" stand. Das war lustig.
Dann verwandelte Matthias Heidrich einen Strafstoß, und Aleksandar Kotuljac feierte ein famoses Comeback: Erst schloss er einen sehenswerten Angriff zum 3:1 ab; dann vollstreckte er, wie bestellt und gesagt, auch noch zum erlösenden 4:1.

Fehlt noch das Ergebnis der DFB-Ermittler. Die gaben nach dem Abpfiff vorsichtig Entwarnung. "Also hier war der Sapina nicht. Wir haben nichts gefunden!" Das hieße im Umkehrschluss jedoch, der VfL könnte mit rechten Dingen abgestiegen sein. Wie man es wendet: Es bleibt ein Jammer.

Freitag, 20. November 2009

unschuldsvermutung

Ein Wettskandal erschüttert den europäischen Fußball. Mancherorts mehr, mancherorts weniger. Derzeit sieht es so aus, dass der lila VfL besonders betroffen sein könnte. Zwei Spiele aus der Abstiegssaison wurden mutmaßlich so manipuliert, dass der VfL mit einer bestimmten Tordifferenz verlor. Angeblich von einem damaligen VfL-Spieler, der seither den Verein verlassen hat (angesichts der Kaderpolitik in Osnabrück nach dem Abstieg hilft diese Angabe kaum weiter, um den Verdächtigenkreis einzuengen...). Nun gilt auf diesem sauberen Familienblog natürlich mehr als überall sonst die Unschuldsvermutung. Was für uns in diesem Fall heißt: Womöglich ist der VfL unschuldig abgestiegen. Der Demagoge in uns möchte rufen: Hängt die Sau, die daran schuld war! Doch als Wehrdienstverweigerer können wir das nicht mit unserem Gewissen vereinbaren. Aber den Übeltäter so richtig fies ewig in der Hölle schmoren lassen, das dürfte der Fußballgott schon einrichten können, wenn die Vorwürfe sich als wahr erweisen.

Donnerstag, 19. November 2009

seitenwechsel #96

Die Bundesliga hat uns wieder, und langsam können wir auch wieder über die VfLs denken. Es ist jetzt wichtig, wieder in den Alltag zu kommen, und was hilft dabei mehr, als liebgewonnene Rituale wie der Seitenwechsel. Nummer - ja!? - 96 steht schon an: Während Martin bei Seitenwahl mit der Prognosequalität der Brieffreundschaft hardert, ist Joachim wie immer um eine fröhlichere Sicht der Dinge bemüht und rechnet fest mit vielen, vielen Punkten.

Lieber Martin,

der Fußball hat uns wieder, und das ist gut so. Nein, ich rede hier nicht über die Frage, ob die Nationalelf gegen Chile spielen muß (nein, muß sie nicht, und das ist gut so) oder die Elfenbeinküste (wen interessiert’s, aber vielleicht immer noch interessanter als Ukraine gegen Griechenland, wo man eigentlich bei der FIFA einen Antrag stellen sollte, daß beide nächstes Jahr von Südafrika fernbleiben). Ich rede vielmehr von den Klassikern bester deutscher Fußball-Unterhaltung, also etwa Neunkirchen gegen Braunschweig. Oder, leicht – aber nur sehr leicht – aktualisiert: Frankfurt gegen Gladbach.

Ich habe im Innehalten der letzten Tage etwas das Gefühl dafür verloren, wer derzeit bei Borussia fit, willens und in der Lage ist, über 90 Minuten zu spielen, doch eines weiß ich: Ein Sieg soll her. Ich habe mal gerechnet, und ich rechne meistens kritisch der eigenen Mannschaft gegenüber. Aber selbst wenn ich die Latte hoch lege und sage, hier hätte man eher noch verlieren können, so komme ich bezogen auf die bislang in den zwölf Ligaspielen gezeigten Leistungen zum Ergebnis, daß wir eigentlich fünf Punkte mehr haben müßten, als tatsächlich auf dem Konto stehen. Und da betreibe ich an dieser Stelle mal einen ganz miesen Management-Stil, pfeife die Meinen zusammen und raunze: Punkte her, dalli. Wie viele Punkte werden wir schließlich bekommen, wenn wir mal anfangen, schlecht zu spielen?

Natürlich, lieber Martin, bist Du weiser als ich und erklärst mir, die Devise heiße NullNull. Da verstehst Du etwas falsch. Ich habe jahrelang mit einem Schulfreund zusammen Toto gespielt (Jahrzehnte ist’s her…), und wir haben mit einer winzigen Ausnahme nie etwas gewonnen. Warum? Einfach: Er war KSC-Fan, ich Gladbach-Fan, und unsere Teams haben mehr verloren als gewonnen, was uns aber nicht von der Bank auf die 1 oder 2 abhielt, je nachdem, wo die unsrigen aufliefen. Portfoliotechnisch war das Schwachsinn, spaßmäßig sensationell. Schließlich möchte man nicht recht haben, sondern grandios triumphieren, auch wenn’s nur einmal alle drei Jahre ist.

Dumm ist nur: Wenn ich dann tatsächlich mal recht habe, sitzt Dein emil auf der langen Leitung, und Du merkst es nicht mal (geschweige denn die inzwischen einskommavier Milliarden Chinesen, die uns lesen). Ja, geh mal zu irgendeiner rheinischen Postille, such Dir einen Kommunikationsdingsbums und laß ihn analysieren, wie oft Du und ich recht hatten. Er wird mit rotumrandeten Augen zu Dir kommen und Dir sagen: Öfter, als Du denkst. Schade, daß ich gerade keine weiteren Beispiele zur Hand habe, um das näher zu belegen, aber ich sage Dir: Samstag, Martin, das gibt was. Und deshalb: Weg mit Deinem NullNull, obwohl das tototechnisch sicherlich nicht dumm ist.

Es grüßt Dich den Daum im stieren Blick und das Rückgrat gestreckt wie ein Advocaaaat

Dein Joachim

Mittwoch, 18. November 2009

wiesinger ist fußballtrainer

Kai Wiesinger trainiert jetzt den FC Ingolstadt. "Wiesinger, Wiesinger", dachte ich, als ich den Namen hörte. Wiesinger, den muss man doch kennen, der ist immerhin Coach eines Aufstiegsfavoriten. Dann endlich fiel es mir ein: Es muss dieser Kai Wiesinger sein.
Im sonst nicht weiter beachtenswerten Film Stadtgespräch glänzte er in einem Dialog mit der nicht weiter beachtenswerten Katja Riemann, die sich nach einigen Drinks zierte, mit ihm ins Bett zu gehen, mit in etwa diesem, sehr beachtenwerten Ausspruch: "Was soll denn der Scheiß? Meinst du, ich geh jetzt nochmal los und reiß mir 'ne Neue auf?" Das ist sehr witzig und also automatisch Lichtjahre von Opa Hotte entfernt. Ein cooler Coach! Hoffentlich steigt Ingolstadt auf.

Dienstag, 17. November 2009

investition

Hiermit gebe ich bekannt, dass ich für 1 Fantastillarde Euro Anteile an einem Grashalm auf dem Gelände des ehemaligen Bökelbergs erworben habe. Ich tue dies als Bekenntnis meiner Verbundenheit zu Borussia Mönchengladbach. Die Anteile habe ich nicht vom Verein, sondern von Jürgen Gelsdorf erworben, der mit dem Geld sicher mehr anfangen kann. Dank an Felix Magath für die Inspiration.

Montag, 16. November 2009

zauberschloss

Als Reaktion auf den durchwachsenen Saisonstart verabschiedet sich das Bundeskabinett morgen ins Trainingslager nach Schloss Meseberg in Brandenburg. Auf dem Trainingsplan ganz oben steht: Teambuildung.
"Gefahr erkannt, Gefahr gebannt", mag sich Übungsleiterin Merkel denken, und recht hat sie. Sie hat vom VfL gelernt, ließ Regierungssprecher Ulrich Wilhelm ausrichten. Wer stets denkt, man wurschtele sich schon irgendwie durch, der steigt am Ende ab, sagte Wilhelm, und recht hat er.
Von Mutti lernen, heißt siegen lernen. Wenn der VfL in der nächsten Krise dann auf Schloss Meseberg Halt macht, haben wir schon mal einen Freundschaftsspielgegner in petto: Den SV Altlüdersdorf. Das ist gleich ums Eck.