Mit einem 10:1 verabschiedet sich Borussia in die Sommerpause und sagt zugleich Reus, Dante und Neustädter Adieu. Wir hätten dieser Mannschaft noch lange zuschauen können, doch nun beginnt unweigerlich eine Zeit des Darbens, eine Zeit ohne VfL, also ohne Fußball.
Wir haben uns in den letzten Wochen und Monaten rar gemacht. Dies hatte viele Gründe. Der vielleicht wichtigste: Es ging uns so gut mit Gladbach, wir wollten durch Reden nichts kaputtmachen, sondern schweigen und genießen. Nun gehen auch wir ganz offiziell in die Sommerpause. Ob wir zurückkommen? Na klar! Wir haben noch Vertrag bis 2013.
Samstag, 12. Mai 2012
Freitag, 11. Mai 2012
die kleine nummer
Am Ende dieser langen Spielzeit hatte die Borussia gerade noch genug Körner, um Siege gegen antriebslose Mainzer und eine Liga zu hoch versetzte Kölner einzufahren. Die tristen Unentschieden daheim gegen Hertha oder Augsburg hatten zuvor schon gezeigt, dass Gladbach am Limit war, körperlich und mental. Das kann niemanden verwundern, der diese furiose Saison, die erfolgreichste des Jahrtausends, richtig einzuordnen weiß. Dass den Fohlen schon vier, fünf Spieltage vor Schluss die Champions League-Qualifikation quasi nicht mehr zu nehmen war, ist der eigentliche Ausweis für eine außerordentliche Leistung.
Lucien Favre, der Vater dieses Erfolgs, badet ungern darin. Dafür ist er zu akribisch und zu bescheiden. Und, ehrlich gesagt, einfacher ist es auch, sich zurückzunehmen. Nach großen Siegen mag es schwerfallen, sich nicht dafür feiern zu lassen, wer jedoch dem Tänzchen vor den Fans widerstehen kann, profitiert spätestens davon, wenn es mal nicht so gut läuft.
Genau das dürfte nach Favres Geschmack sein. Er will in Ruhe gelassen werden, und schließlich lässt sich auch diese Ruhe ja ganz gut als Eigenart inszenieren. Die Spieler feiern, der Coach genießt still oder ärgert sich oder tüftelt bereits auf's Neue. Dieser Mix, diese Ausgeglichenheit funktioniert nun eineinhalb Jahre favrelhaft.
Nach dem letzten Heimspiel gegen Augsburg mokierten sich einige Fans, wie sehr Favre sich hatte bitten lassen, bevor er nach dem Abpfiff noch einmal zu den Fans ging - und wie schnell er wieder in den Katakomben war. Die Anhänger wollten länger mit ihrem Coach feiern, aber ihm war es lieber, zügig wieder drinnen zu sein. Dort verweigerte er jedes flammende Bekenntnis, künftig als Coach in Gladbach weiterzuarbeiten. Auch das missfiel vielen, die sich genau so ein Bekenntnis erhofft hatten. Doch so tickt Favre nicht. Er verweigert sich öffentlich aller Sentimentalitäten. Auch dieses demonstrative Fokussieren nur auf das nächste Spiel dient seiner Auffassung von Glaubwürdigkeit.
Nun darf man getrost annehmen, dass Favre schon recht lange einen Plan hat, unter welchen Bedingungen er auf einen anderen Trainerstuhl wechseln würde und wann er bleibt. Genauso spricht schon seit einigen Wochen viel dafür, dass er bleibt. Seit klar ist, dass Gladbach um die Champions League mitspielt, fehlen nahezu allen anderen Klubs die Argumente. Nicht nur, dass an allen anderen Standorten eine Mannschaft nach Favres Wünschen erst geformt werden müsste, während das Grundmuster - trotz der Abgänge - in Gladbach steht und seine Spielidee verstanden ist. Auch was den internationalen Ehrgeiz angeht, ist Leverkusen in der kommenden Saison nicht konkurrenzfähig, und Köln und Berlin sind ohnehin keine Alternativen mehr, sondern allenfalls Lachnummern. Einzig ein Rücktritt von Jupp Heynckes in München könnte die Vorzeichen ändern. Sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass Favre noch ein Jahr in Gladbach dranhängt.
Diese nächste Saison dürfte recht wahrscheinlich weniger erfolgreich werden als die vergangene. Dann zahlt sich aus, dass Favre sich nicht als Held hat feiern lassen. Im Mai 2013 kann er das dann nachholen, wenn Borussia Siebter ist, erneut mitspielen darf im internationalen Wettbewerb - und Favre den nächsten Schritt macht.
Mittwoch, 4. April 2012
die surrealisten-truppe
Noch sechs Partien stehen aus, und Borussia hat nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Spielen noch immer 10 Punkte Vorsprung auf einen Nichtabstiegs Nicht-Champions-League-Platz. Dies ist mehr als die Wirklichkeit, es ist quasi ein aktualisiertes "Manifest des Surrealismus", und Lucien Favre ist der Salvador Dalí. Denn ganz gemäß der surrealistischen Philosophie loten die Fohlen dieser Tage und Wochen das Unwirkliche und Traumhafte der menschlichen Existenz aus und erweitern den durch die menschliche Logik begrenzten Erfahrungsbereich durch das Phantastische und Absurde.
Das nun schon nicht mehr verrückbare Traumergebnis dieser Saison ist tatsächlich so phantastisch wie absurd. Weil man die "Wer hätte das noch vor einem Jahr für möglich gehalten?"-Frage nicht mehr hören mag, würden wir gern wissen: Wer hat vor einem Jahr einenZahner Zehner darauf gewettet, dass Borussia in dieser Saison Vierter wird, und wie hoch war die Quote? Goldanleihen oder Apple-Aktien dürften dagegen Schrottpapiere sein!
Ein verlässlicher Indikator dafür, was für eine außergewöhnliche Spielzeit die Borussia hinlegt, ist auch, dass andere Randformen der menschlichen Existenz in der Bedeutungslosigkeit versanken: Wir erinnern uns noch dunkel an die Folklore von einer Schar Witzfiguren um Stefan Effenberg und ihren kläglich gescheiterten Putsch gegen die Vereinsspitze im vergangenen Mai. Fraglos versuchen auch diese Herren Zeit ihres Lebens schon, den durch die menschliche Logik begrenzten Erfahrungsbereich zu erweitern, nur: Es will eben nicht so recht gelingen. Früher hätte dieses Ballyhoo wohl trotzdem gezündet und eine Menge Öffentlichkeit über Wochen garantiert. Diesmal war alles andere rund um die Borussia interessanter.
Nun deutet nach einigen mäkelnden Gerüchten vieles darauf hin, dass Lucien Favre auch in der kommenden Saison als Trainer in Gladbach bleibt. Der Dadismus Frontzeck'scher Prägung oder der Historismus von so genannten Künstlern wie Köppel oder Fach dürften damit endgültig überwunden sein. Das kann doch nicht wahr sein!
Das nun schon nicht mehr verrückbare Traumergebnis dieser Saison ist tatsächlich so phantastisch wie absurd. Weil man die "Wer hätte das noch vor einem Jahr für möglich gehalten?"-Frage nicht mehr hören mag, würden wir gern wissen: Wer hat vor einem Jahr einen
Ein verlässlicher Indikator dafür, was für eine außergewöhnliche Spielzeit die Borussia hinlegt, ist auch, dass andere Randformen der menschlichen Existenz in der Bedeutungslosigkeit versanken: Wir erinnern uns noch dunkel an die Folklore von einer Schar Witzfiguren um Stefan Effenberg und ihren kläglich gescheiterten Putsch gegen die Vereinsspitze im vergangenen Mai. Fraglos versuchen auch diese Herren Zeit ihres Lebens schon, den durch die menschliche Logik begrenzten Erfahrungsbereich zu erweitern, nur: Es will eben nicht so recht gelingen. Früher hätte dieses Ballyhoo wohl trotzdem gezündet und eine Menge Öffentlichkeit über Wochen garantiert. Diesmal war alles andere rund um die Borussia interessanter.
Nun deutet nach einigen mäkelnden Gerüchten vieles darauf hin, dass Lucien Favre auch in der kommenden Saison als Trainer in Gladbach bleibt. Der Dadismus Frontzeck'scher Prägung oder der Historismus von so genannten Künstlern wie Köppel oder Fach dürften damit endgültig überwunden sein. Das kann doch nicht wahr sein!
Samstag, 10. März 2012
die favrelhafte welt der borussia
Vieles ist über Lucien Favre geschrieben worden in den vergangenen Wochen, und sofern es positiv und wohlwollend war, wollen wir uns allem anschließen. Dieser Coach ist ein einziger Glücksfall. Unser Familienblog hat die vergangenen Wochen und Monate vornehmlich damit verbracht, die Zeit zu genießen, und das fällt leicht. Lange nicht mehr hat man die Fohlen so furios galoppieren sehen, noch zudem auf einem erkennbar antrainierten Kurs.
Zu den schon bekannten kommen aber noch zwei weitere Segen dazu, wenn es überhaupt einen Plural von Segen gibt. Jedenfalls: Erstens dürfte mit dem Ende dieser Saison endlich das nimmermüde Mahnen Horst Köppels ein Ende haben, der sich, seit seiner überfälligen Demission im Mai 2006, zu Unrecht verscheucht sah und immer gern als erfolgreichster Borussia-Coach der vergangenen Jahre aufspielte. Der mühsam ertragbare Spielstil hievte Gladbach damals auf den zehnten Platz. Gottlob gibt es bald auch faktisch keinen Grund mehr, diese karge Spielzeit in der Rückschau zu überhöhen.
Und zweitens dürfen zwei derzeit arg geschundene Traditionsklubs, Arminia Bielefeld und Alemannia Aachen, einen Moment stolz innehalten. Sie waren ja einst einmal, wie auch Borussia, in die Hände von Erfolgscoach Michael Frontzeck gefallen. Zwar ist ihnen anschließend kein Erlöser wie Lucvien Favre beschert worden, doch tröstet vielleicht allein der Gedanke daran: Was eure Mannschaften zu leisten im Stande gewesen wären, ist mehr als ihr bisher zu träumen wagtet!
Zu den schon bekannten kommen aber noch zwei weitere Segen dazu, wenn es überhaupt einen Plural von Segen gibt. Jedenfalls: Erstens dürfte mit dem Ende dieser Saison endlich das nimmermüde Mahnen Horst Köppels ein Ende haben, der sich, seit seiner überfälligen Demission im Mai 2006, zu Unrecht verscheucht sah und immer gern als erfolgreichster Borussia-Coach der vergangenen Jahre aufspielte. Der mühsam ertragbare Spielstil hievte Gladbach damals auf den zehnten Platz. Gottlob gibt es bald auch faktisch keinen Grund mehr, diese karge Spielzeit in der Rückschau zu überhöhen.
Und zweitens dürfen zwei derzeit arg geschundene Traditionsklubs, Arminia Bielefeld und Alemannia Aachen, einen Moment stolz innehalten. Sie waren ja einst einmal, wie auch Borussia, in die Hände von Erfolgscoach Michael Frontzeck gefallen. Zwar ist ihnen anschließend kein Erlöser wie Lucvien Favre beschert worden, doch tröstet vielleicht allein der Gedanke daran: Was eure Mannschaften zu leisten im Stande gewesen wären, ist mehr als ihr bisher zu träumen wagtet!
Freitag, 9. März 2012
ein präsident für den wiederaufstieg
Wochenlang ließ sich ruhig schlafen. Alles lief, wie erwartet. Gladbach marschierte, wie es sich unter einem guten Trainer gehört. Osnabrück kapitulierte, wie es sich unter den aktuellen Bedingungen im Verein gehört. Und die Präsidentenfrage um Dirk Rasch und Christian Wulff pressierte, weil beide mit ihren Rücktritten auf eine große Lösung zusteuerten.
Wie hier im Blog schon früh exklusiv berichtet wurde, reifte das Modell des gelassenen Übergangs schon Ende des letzten Jahres. Damals hatte Altpräsident Rasch die Zeichen der Zeit erkannt; amtsmüde war er, doch fokussiert immerhin noch auf eine standesgemäße Staffelstab-Übergabe. Er zimmerte im Hintergrund am spektakulären Präsidenten-Comeback von Christian Wulff. Damals konnte zwar niemand ahnen, dass Wulff sich und seinem Volke gönnt, das ganze Elend seiner Bundespräsidentenschaft noch über zwei Monate auszuwalzen; doch nun ist der Weg frei. Wulff ist aus dem einen Amte ausgeschieden und kann endlich an die Spitze des künftigen Zweitligisten VfL Osnabrück wechseln. Dort begegnen sich tatsächlich Himmel und Erde, in der Geschäftsstelle in der Scharnhorststraße spielen bald kleine Kinder, und ein neuer Wind weht durch den Klub. Welcome, Mr. President!
Eine erste Böe diesen neuen Windes hatte zuletzt schon Trainer Pele Wollitz entfacht, zumindest für einige Leichtgewichte, die sich davon tragen ließen. Wollitz' Talent im komödiantischen Genre ist bekannt, und auch wir als eigentlich doch ernster und seriöser Familienblog kommen wir nicht umhin, herzlich zu lachen: Die aktuellen Spekulationen über einen Sturm des Teams an die Spitze der Liga ist tatsächlich ein guter Witz, der auch mit etwas Abstand nicht schlechter wird!
Die Pointe geht zwar enorm auf Kosten des Ex-Coaches Uwe Fuchs, der sich sicherlich fragen dürfte, ob er oder die versammelte Führungsriege beim VfL nicht mehr ganz bei Trost sind. Aber wer konnte ahnen, dass Teile des Osnabrücker Publikums das neue Saisonziel 'Direkter Wiederaufstieg' tatsächlich ernst und zum Anlass für so etwas wie einen Aufbruch nehmen?
Osnabrück dürfe sich nicht abfinden mit einem Platz im Mittelfeld der dritten Liga, heißt es. Das stimmt natürlich. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, spielt der VfL nun also wieder um den Aufstieg mit. Das leuchtet ein, und als genauso seriös dürfen deshalb künftig auch die folgenden Ziele gelten:
- Bayern München beteuert: Unser Ziel ist, den Champions League-Titel in der kommenden Saison zu verteidigen!
- Die Partei "Die Linke" lässt wissen: Der Spitzensteuersatz von 60 Prozent, die Abschaffung der privaten Krankenversicherung und die Rente mit 65 wird unsere rot-rot-grüne Koalition mit Bundesarbeitsminister Lafontaine prägen.
- Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon verspricht: Die Armut in der Welt werden wir bis Ende kommenden Jahres halbiert haben, niemand muss mehr hungern.
So hehr all diese Ziele sein mögen, bleiben sie doch absurd, mehr noch: Wer mit so etwas ernsthaft in die Öffentlichkeit geht, endet im besten Fall als belächelter Idealist, wahrscheinlicher: als Lachnummer. Es darf nun irritieren, dass dieser Mechanismus vom VfL und Wollitz ausgehebelt scheint. Es wirken offenbar euphorisierende Parolen, die eine engagierte, mittelmäßige Drittligamannschaft zum Aufstiegsaspiranten erklären. Unabhängig davon, was es für die Zurechnungsfähigkeit jener bedeutet, die darüber nicht lachen: Das ist doch echt witzig, oder?
Das mit Gladbach klären wir ein andermal. Die Rückschläge der letzten Wochen mit dem Unentschieden gegen Hamburg und der Niederlage in Nürnberg stören die Aufbruchstimmung in Osnabrück nur. Das dürfen wir uns nicht leisten.
Wie hier im Blog schon früh exklusiv berichtet wurde, reifte das Modell des gelassenen Übergangs schon Ende des letzten Jahres. Damals hatte Altpräsident Rasch die Zeichen der Zeit erkannt; amtsmüde war er, doch fokussiert immerhin noch auf eine standesgemäße Staffelstab-Übergabe. Er zimmerte im Hintergrund am spektakulären Präsidenten-Comeback von Christian Wulff. Damals konnte zwar niemand ahnen, dass Wulff sich und seinem Volke gönnt, das ganze Elend seiner Bundespräsidentenschaft noch über zwei Monate auszuwalzen; doch nun ist der Weg frei. Wulff ist aus dem einen Amte ausgeschieden und kann endlich an die Spitze des künftigen Zweitligisten VfL Osnabrück wechseln. Dort begegnen sich tatsächlich Himmel und Erde, in der Geschäftsstelle in der Scharnhorststraße spielen bald kleine Kinder, und ein neuer Wind weht durch den Klub. Welcome, Mr. President!
Eine erste Böe diesen neuen Windes hatte zuletzt schon Trainer Pele Wollitz entfacht, zumindest für einige Leichtgewichte, die sich davon tragen ließen. Wollitz' Talent im komödiantischen Genre ist bekannt, und auch wir als eigentlich doch ernster und seriöser Familienblog kommen wir nicht umhin, herzlich zu lachen: Die aktuellen Spekulationen über einen Sturm des Teams an die Spitze der Liga ist tatsächlich ein guter Witz, der auch mit etwas Abstand nicht schlechter wird!
Die Pointe geht zwar enorm auf Kosten des Ex-Coaches Uwe Fuchs, der sich sicherlich fragen dürfte, ob er oder die versammelte Führungsriege beim VfL nicht mehr ganz bei Trost sind. Aber wer konnte ahnen, dass Teile des Osnabrücker Publikums das neue Saisonziel 'Direkter Wiederaufstieg' tatsächlich ernst und zum Anlass für so etwas wie einen Aufbruch nehmen?
Osnabrück dürfe sich nicht abfinden mit einem Platz im Mittelfeld der dritten Liga, heißt es. Das stimmt natürlich. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, spielt der VfL nun also wieder um den Aufstieg mit. Das leuchtet ein, und als genauso seriös dürfen deshalb künftig auch die folgenden Ziele gelten:
- Bayern München beteuert: Unser Ziel ist, den Champions League-Titel in der kommenden Saison zu verteidigen!
- Die Partei "Die Linke" lässt wissen: Der Spitzensteuersatz von 60 Prozent, die Abschaffung der privaten Krankenversicherung und die Rente mit 65 wird unsere rot-rot-grüne Koalition mit Bundesarbeitsminister Lafontaine prägen.
- Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon verspricht: Die Armut in der Welt werden wir bis Ende kommenden Jahres halbiert haben, niemand muss mehr hungern.
So hehr all diese Ziele sein mögen, bleiben sie doch absurd, mehr noch: Wer mit so etwas ernsthaft in die Öffentlichkeit geht, endet im besten Fall als belächelter Idealist, wahrscheinlicher: als Lachnummer. Es darf nun irritieren, dass dieser Mechanismus vom VfL und Wollitz ausgehebelt scheint. Es wirken offenbar euphorisierende Parolen, die eine engagierte, mittelmäßige Drittligamannschaft zum Aufstiegsaspiranten erklären. Unabhängig davon, was es für die Zurechnungsfähigkeit jener bedeutet, die darüber nicht lachen: Das ist doch echt witzig, oder?
Das mit Gladbach klären wir ein andermal. Die Rückschläge der letzten Wochen mit dem Unentschieden gegen Hamburg und der Niederlage in Nürnberg stören die Aufbruchstimmung in Osnabrück nur. Das dürfen wir uns nicht leisten.
Dienstag, 20. Dezember 2011
wulff for president!
Wir Niedersachsen müssen zusammen halten. Christian Wulff ist seit Tagen schon Hauptdarsteller in einem Schmierenspiel, dabei hat er doch nichts verbrochen, was ihm nicht ohnehin jeder zugetraut hätte: Er will offenbar nur möglichst viele Vorteile aus möglichst vielen Freunden pressen, ein günstiges Häuschen kaufen und im Urlaub den Reichen und Schönen mimen. Und er findet sicher auch, dass er ein bisschen mehr Respekt und Dankbarkeit dafür verdient, ein so junger, kinderlieber und intengrationsbemühter Präsident zu sein.
Kann er alles haben! Vielleicht nicht als Bundespräsident, einem Amt, für das tatsächlich erst politisches Format, intellektueller Charme und moralische Integrität qualifizieren; doch es gibt doch auch noch andere Präsidentenämter, die Wulff regelrecht schmücken würde(n)!
Der VfL Osnabrück zum Beispiel. Doktor Dirk Rasch, derzeit Amtsinhaber und von vielen Seiten seit vielen Wochen einigermaßen unter Beschuss, gilt als amtsmüde; er dürfte im kommenden Jahr nach fraglos verdienstreichen 16 Jahren als Präsident abdanken.
Und der Posten im Verein ist doch nun wirklich perfekt zugeschnitten auf den schnittigen Christian Wulff: Er ist zurück in seiner Heimat; er könnte alle 14 Tage Staatsbesuch spielen und in der Innenstadt andere Präsidenten in großen Limousinen kutschieren, ohne dass ihm diesen süßen Tick jemand übel nähme; und ein Ministergesetz, das Belohnungen und Geschenke verbietet, gibt es nicht beim VfL, solange jedenfalls, wie Wulff ganz nebenbei seine spendablen Freunde für den ein oder anderen Sponsorendienst erwärmen kann: 500.000 schmal verzinste Euro für dies oder jenes könnte der Klub ganz sicher gut brauchen.
So gesehen wäre der Jobwechsel tatsächlich das beste für alle, ein Deal ohne Verlierer. Und VfL-Funktionär Dieter Prütz hat doch erwiesenermaßen ein feines Händchen für sensationelle Transfers. Vielleicht sollte er einfach mal bei Wulff anrufen, solange es noch nicht zu spät ist.
Freitag, 9. Dezember 2011
ein grundsätzlicher skandal
Mal unabhängig davon, dass es für den VfL mehr als naheliegt, einen Trainer wie Pele Wollitz zu verpflichten, wenn man ihn kriegen kann, dass es womöglich sogar fahrlässig wäre, es sein zu lassen, sind die Ereignisse, die schließlich zur Freistellung von Trainer Uwe Fuchs führten, und ist die Entlassung selbst ein grundsätzlicher Skandal. Länger schon darf man bezweifeln, ob der VfL besonders anständig mit seinen Spielern umgeht, allerdings hatte man stets den Eindruck, dass immerhin die Trainer in Osnabrück mit der Aufrichtigkeit und Solidarität der Vereinsführung rechnen konnten. Das war einmal. Wie in diesem Possenspiel, von dem die Verantwortlichen allen Ernstes behaupten, es sei nicht von langer Hand geplant gewesen, mit Uwe Fuchs umgegangen wurde, ist schlicht schamlos.
Fuchs hat - mit einer Ausnahme: dem peinlichen Pokalaus gegen Rehden - das erreicht, was die Vereinsführung von ihm erwartet hat: In einer Übergangssaison eine Mannschaft zu formen, die mithält und bestenfalls oben mitspielt. Bei aller berechtigter Kritik über Torflaute, geringe Effizienz und ein Abrutschen ins Mittelfeld der Tabelle: Unterm Strich fehlen dem VfL drei Punkte, und er spielte aber wieder so richtig oben mit. Dass vor diesem Hintergrund - und für welchen Nachfolger auch immer - also ein Trainer gefeuert wird, der unter fraglos schwierigen Bedingungen ziemlich exakt das abgeliefert hat, was seine Vorgesetzten von ihm forderten, hat mit Anstand, Aufrichtigkeit oder Gerechtigkeit - wohlgemerkt Tugenden, für die sich Verein und Präsident gern feiern lassen - nun so gar nichts mehr zu tun.
Man darf das beweinen, man kann das schade finden, man muss das aber zur Kenntnis nehmen: Profifußball ist auch im angeblich so heimeligen Osnabrück ein dreckiges Geschäft. Uwe Fuchs sagt, er habe dafür bezahlen müssen, dass einzelne in der Vereinsführung von eigenen Dingen, spricht: eigenen Fehlern ablenken können. Und es spricht viel dafür, dass er recht hat: Wenn nun plötzlich Funktionäre des Vereins der Meinung sind, die Platzierung im unteren Mittelfeld, das unnötige Ausscheiden im NFV-Pokal, die angebliche Stagnation und der negative Trend entsprächen nicht dem Anspruch des Klubs, darf es schon verwundern, dass dieselben Leute offenbar nachhaltig davon überzeugt sind, ihren eigenen Ansprüchen zu genügen.
Fuchs hat - mit einer Ausnahme: dem peinlichen Pokalaus gegen Rehden - das erreicht, was die Vereinsführung von ihm erwartet hat: In einer Übergangssaison eine Mannschaft zu formen, die mithält und bestenfalls oben mitspielt. Bei aller berechtigter Kritik über Torflaute, geringe Effizienz und ein Abrutschen ins Mittelfeld der Tabelle: Unterm Strich fehlen dem VfL drei Punkte, und er spielte aber wieder so richtig oben mit. Dass vor diesem Hintergrund - und für welchen Nachfolger auch immer - also ein Trainer gefeuert wird, der unter fraglos schwierigen Bedingungen ziemlich exakt das abgeliefert hat, was seine Vorgesetzten von ihm forderten, hat mit Anstand, Aufrichtigkeit oder Gerechtigkeit - wohlgemerkt Tugenden, für die sich Verein und Präsident gern feiern lassen - nun so gar nichts mehr zu tun.
Man darf das beweinen, man kann das schade finden, man muss das aber zur Kenntnis nehmen: Profifußball ist auch im angeblich so heimeligen Osnabrück ein dreckiges Geschäft. Uwe Fuchs sagt, er habe dafür bezahlen müssen, dass einzelne in der Vereinsführung von eigenen Dingen, spricht: eigenen Fehlern ablenken können. Und es spricht viel dafür, dass er recht hat: Wenn nun plötzlich Funktionäre des Vereins der Meinung sind, die Platzierung im unteren Mittelfeld, das unnötige Ausscheiden im NFV-Pokal, die angebliche Stagnation und der negative Trend entsprächen nicht dem Anspruch des Klubs, darf es schon verwundern, dass dieselben Leute offenbar nachhaltig davon überzeugt sind, ihren eigenen Ansprüchen zu genügen.
Sonntag, 4. Dezember 2011
eingelocht
Vergangene Woche war ich auf Dienstreise in Thüringen, und dort gab es Heiteres zu lesen vom ehemals lila-weißen Hoffnungsträger Björn Lindemann: Der ist vom neuen Trainer des FC Carl Zeiss, Petrik Sander, nämlich in die zweite Mannschaft strafversetzt worden. Bei Lindemann, heißt es, spielten neben mangelnder Laufbereitschaft - was allein schon eine zauberhafte Begründung wäre! - auch fortgesetzte Eskapaden eine Rolle. So sei Lindemann zuletzt von Jenas Vereinsführung mit einem Vorschuss auf sein Gehalt aus der Ersatzhaft ausgelöst worden, weil er notorisch ein Strafgeld aus einem Verkehrsdelikt nicht habe zahlen wollen.
Gibt es nicht wunderbare Episoden abseits des tristen Alltags in Osnabrück?!
Gibt es nicht wunderbare Episoden abseits des tristen Alltags in Osnabrück?!
das runde, das eckige
Dem ambitionierten Neuaufbau an der Bremer Brücke und dem Plan, in dieser Drittliga-Spielzeit oben mitzuspielen, stehen de facto 17 erzielte Tore nach 19 Spielen entgegen. Das mögen jene, die heute schon leuchtenden Auges auf die neue 'Strategie' des VfL schwören, jene Strategie also, die uns noch nicht ganz ersichtlich ist, als Populismus, haltlose Kritik oder ungerecht abtun. Ok, unseretwegen.
Fakt bleibt aber, dass sogar in der Desaster-Saison 2003/2004 unter Frank Pagelsdorf zu dieser Zeit bereits 18 Treffer zu Buche standen und es allein Jürgen Gelsdorf zu verdanken ist, dass Osnabrück heuer nicht den harmlosesten Saisonstart des Jahrtausends hingelegt hat: Gelsdorf brachte es mit seinen fraglos leidenschaftlich kämpfenden Mannen in der Spielzeit 2000/2001 auf nur 15 Tore.
Fakt bleibt aber, dass sogar in der Desaster-Saison 2003/2004 unter Frank Pagelsdorf zu dieser Zeit bereits 18 Treffer zu Buche standen und es allein Jürgen Gelsdorf zu verdanken ist, dass Osnabrück heuer nicht den harmlosesten Saisonstart des Jahrtausends hingelegt hat: Gelsdorf brachte es mit seinen fraglos leidenschaftlich kämpfenden Mannen in der Spielzeit 2000/2001 auf nur 15 Tore.
Donnerstag, 17. November 2011
in eigener sache #13: entfremdung
Der Prozess hält unübersehbar schon länger an, und zwischenzeitlich schien es gar, als sei das Schlimmste überwunden. Aber das ist nicht so. Im verflixten sechsten Jahr hat es uns erwischt: Derzeit läuft nicht mehr viel, unsere Beziehung zum VfL liegt einigermaßen auf Eis, und wie das immer so ist, haben beiden ihren Anteil daran. Unsereins vermag es dieser Wochen und Monate nicht mehr wie in den Jahren zuvor, Enthusiasmus aufzubringen für Lila-Weiß, ohne zu wünschen, dass auch etwas zurückkommt; und Lila-Weiss, nun ja, gibt eben nichts ansatzweise Heimeliges, Sympathisches zurück. Dabei müssten es Siege, so hilfreich sie wären, gar nicht sein, so erfolgsverwöhnt und vermessen waren wir nie.
Wie es soweit kommen konnte, dass sich eine Anspruchshaltung entwickelt hat, gegen die wir bisher immer so notorisch angeschrieben haben, wird sicher Thema in einem ersten Therapiegespräch sein. Solange aber können wir sie nicht leugnen. Allein der Zeitpunkt dieses geballten Kummers kommt dann doch überraschend: Denn nachhaltig erfolgreich war der VfL mit seiner Fußball-'Strategie' die letzten 25 Jahre nicht.
Peinliche Niederlagen, zuletzt eben gegen einen Fünftligisten im Pokal, gehören hier seit jeher zum guten Ton; Spieler und Trainer - mit Ausnahme von Jahrhundertcoach Wollitz - begreifen den Klub zumeist als Durchgangsstation und müssen das auch, so wie man mit ihnen umgeht; und das Kunststück, ein kalkuliertes Saison-Plus von 510.000 Euro in ein Minus von 40.000 Euro zu verwandeln, wohlgemerkt in einem Jahr in der 2. Bundesliga, reißt in Osnabrück auch keinen mehr vom Hocker. Das alles ist nicht wirklich neu. Nehmen wir die derzeitige Beziehungskrise vorerst also als etwas ganz Normales, was vorkommt und wieder geht. Bis dahin gibt es hier eben nur dann etwas vom VfL zu lesen, wenn sich das beiläufige Interesse doch einmal Gehör verschaffen will.
Wem es ähnlich geht und wer sich lieber mal mit was Anderem beschäftigen will: Zu viel Frohsinn führt in unserer Redaktion gerade
a) das famose Unplugged-Album von Udo Lindenberg,
b) die amerikanische Cop-Serie "24" (die wir seinerzeit, als sie neu war, klugerweise gemieden hatten),
c) eine Kreuzfahrt auf die Bermudas oder
d) ein Besuch auf der Trabrennbahn.
Probieren Sie es doch einfach mal aus!
Wie es soweit kommen konnte, dass sich eine Anspruchshaltung entwickelt hat, gegen die wir bisher immer so notorisch angeschrieben haben, wird sicher Thema in einem ersten Therapiegespräch sein. Solange aber können wir sie nicht leugnen. Allein der Zeitpunkt dieses geballten Kummers kommt dann doch überraschend: Denn nachhaltig erfolgreich war der VfL mit seiner Fußball-'Strategie' die letzten 25 Jahre nicht.
Peinliche Niederlagen, zuletzt eben gegen einen Fünftligisten im Pokal, gehören hier seit jeher zum guten Ton; Spieler und Trainer - mit Ausnahme von Jahrhundertcoach Wollitz - begreifen den Klub zumeist als Durchgangsstation und müssen das auch, so wie man mit ihnen umgeht; und das Kunststück, ein kalkuliertes Saison-Plus von 510.000 Euro in ein Minus von 40.000 Euro zu verwandeln, wohlgemerkt in einem Jahr in der 2. Bundesliga, reißt in Osnabrück auch keinen mehr vom Hocker. Das alles ist nicht wirklich neu. Nehmen wir die derzeitige Beziehungskrise vorerst also als etwas ganz Normales, was vorkommt und wieder geht. Bis dahin gibt es hier eben nur dann etwas vom VfL zu lesen, wenn sich das beiläufige Interesse doch einmal Gehör verschaffen will.
Wem es ähnlich geht und wer sich lieber mal mit was Anderem beschäftigen will: Zu viel Frohsinn führt in unserer Redaktion gerade
a) das famose Unplugged-Album von Udo Lindenberg,
b) die amerikanische Cop-Serie "24" (die wir seinerzeit, als sie neu war, klugerweise gemieden hatten),
c) eine Kreuzfahrt auf die Bermudas oder
d) ein Besuch auf der Trabrennbahn.
Probieren Sie es doch einfach mal aus!
Labels:
vflog intern
0
Kommentare
Mittwoch, 28. September 2011
hinterher
Sieben Spieltage sind ins Land gezogen, dies hat unser Leser Ingo zum Anlass genommen, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Doch was soll man als Maßstab nehmen? Die letzte Saison? Dann kann man nicht bilanzieren, sondern nur fortwährend jubilieren. Ingo hat ein hohes Maß an Kompetenz und Fingerspitzengefühl bewiesen, denn er hat unsere eigene Prognose als Vergleichsgröße herangezogen, die wir -- überschrieben mit einem fröhlich-optimistischen "nein! (bzw. hurrah!) -- nach dem Sieg in München angestellt hatten.
"1. Nein, Gladbach wird 2012 nicht deutscher Meister."
"3. Nein, in dieser Saison ist ein einstelliger Tabellenplatz keine Selbstverständlichkeit."
"4. Nein, Lucien Favre ist kein Hexer (den man bei Erfolg verehrt und in ein paar Monaten womöglich verbrennen möchte)."
"5. Nein, wenn wir gegen Stuttgart zu Hause verlieren sollten, ist nicht alles hinfällig, was dieser Sieg heute angedeutet hat."
Auch wir wollen noch einmal unsere Prognosen im Lichte der letzten Spiele beäugen und fragen uns: Ist man hinterher (nach 7 Spielen) wirklich schlauer als nur hinterher (nach einem Auswärtssieg bei Bayern)?
"1. Nein, Gladbach wird 2012 nicht deutscher Meister."
Dieser Satz erscheint uns nach wie vor richtig, angesichts der Performance des Rekordmeisters in den letzten sechs Spielen fast noch richtiger als an Spieltag 1. Leider.
"2. Nein, nach so einem Auftakt ist ein Euro-League-Platz nicht Pflicht."
Auch gegen diesen Satz bleibt nichts einzuwenden. Auch wenn Lucien Favre nach dem Nürnberg-Spiel erstmals nicht sein bisheriges "Das-wird-eine-ganz-ganz-schwierige-Saison"-Mantra angestimmt hat. Pflicht ist Klassenerhalt. Alles andere ist Kür, wobei die Chancen steigen, dass wir eine beachtliche Kür aufs Eis legen.
"3. Nein, in dieser Saison ist ein einstelliger Tabellenplatz keine Selbstverständlichkeit."
Siehe oben. Allen Euphorikern sei leise "Eintracht Frankfurt" ins Ohr geflüstert. Die waren in der letzten Saison zur Winterpause Siebter, und wähnten sich zwischenzeitlich auch im Rennen um internationale Plätze. Wo sie heute zu finden sind, weiß jeder, der Gladbach in der letzten Saison im Abstiegskampf begleitet hat...
"4. Nein, Lucien Favre ist kein Hexer (den man bei Erfolg verehrt und in ein paar Monaten womöglich verbrennen möchte)."
Nun, dass Lucien Favre kein Hexer ist, da sind auch wir uns mittlerweile nicht mehr ganz so sicher. Aber dass man ihn nicht verbrennen sollte, auch wenn mal mehr als nur zwei, drei Spiele einmal nicht so laufen werden -- und die Zeit wird kommen --, dass bleibt nach wie vor richtig.
"5. Nein, wenn wir gegen Stuttgart zu Hause verlieren sollten, ist nicht alles hinfällig, was dieser Sieg heute angedeutet hat."
Gegen Stuttgart verlieren? Wir?? Lächerlich!!!
Dienstag, 27. September 2011
2 verpasste tore
Wie durch meine den korsischen Funklöchern abgetrotzten SMS unseren treuen Lesern bekannt ist, habe ich einen großen Teil des Septembers fernab vom Trubel der Bundesliga verbracht. Brenos Haus brennt, Oenning gefeuert, Rangnick zurückgetreten? Ich war wandern oder am Strand.
Das Einzige, was mich betrübte, war, dass ich dem VfL nicht so intensiv frönen konnte wie sonst. Doch auch hier lief alles bestens: Mir zuliebe hat Borussia während meiner Abwesenheit gegen Kaiserslauten und den HSV sechs Punkte eingefahren, also das maximal Mögliche, und dies mit nur zwei Toren. So muss ich wenigstens nicht stundenlang vor Youtube suchen, um wieder auf dem Stand zu sein. Zwei Tore, die hat man schnell aufgeholt.
Als es dann am Samstag gegen Nürnberg ging, saß ich schon wieder -- zwischen Koffern und dreckiger Wäsche -- vor dem Fernseher. Leider hatte ich wohl vergessen, den Fohlen Bescheid zu sagen. Erneut gab es "nur" ein 1:0, dabei hätten es nun meinenthalben auch das 3:0 werden können, das ebenso locker drin gewesen wäre. Diesmal habe nicht ich zwei Tore verpasst, sondern Reus & Co, mindestens -- anscheinend übte der grün-schwarz-weiße Sturm sich nach wie vor mir zuliebe in Zurückhaltung.
Nun, hiermit ist meine Rückkehr offiziell verkündet. Gegen Freiburg können wir also wieder auf mehr Tore hoffen. Falls die nicht neuerdings mit dem Papst im Bunde stecken -- oder der Mannschaftsbus von Borussia in den badenser Bächle hängenbleibt...
Montag, 19. September 2011
absage
Unsere lieben Freunde vom HSV, Deutschlands Rekordmeister und Aushängeschild im international Spitzenfußball, wenn nicht immer irgendetwas schief liefe und sich alle gegen den Klub verschwörten und nicht immer so viele verletzt wären und der Fußballgott und so, der Hamburger SV jedenfalls sucht mal wieder einen neuen Trainer. Manchem Übungsleiter fährt bereits der Schock in die Glieder. Weil VfL-Coach Uwe Fuchs sich verantwortlich fühlt für seinen Co-Trainer und dessen fachliches Vorankommen, stellt er heute frühzeitig klar: "Wir haben am Samstag ein Spiel gegen Unterhaching, und da sitzt Alexander Ukrow neben mir im Zug und fährt auch wieder mit zurück."
Sonntag, 18. September 2011
krankmeldung #2
Martin hatte sich zuletzt wegen "mentaler Erschöpfung" nach Korsika begeben. Er wird dort zwar immer noch stationär behandelt, doch die neue Kurznachricht, die er uns schickt, lässt hoffen: Er ist anscheinend zurück in dieser Welt. Ein zweiter Hans Castorp wird er nicht. Seine SMS im Wortlaut:
"Viel Wandern. Der Guide (T9 denkt: Guido) mahnt: 80% aller Unfälle passieren auf dem Rückweg vom Gipfel. Und: Der Abstieg fordert völlig andere Muskeln als der Web nach oben. Leider ist oben bleiben in der Regel keine Option, auch wenn der Ausblick sagenhaft ist."
"Viel Wandern. Der Guide (T9 denkt: Guido) mahnt: 80% aller Unfälle passieren auf dem Rückweg vom Gipfel. Und: Der Abstieg fordert völlig andere Muskeln als der Web nach oben. Leider ist oben bleiben in der Regel keine Option, auch wenn der Ausblick sagenhaft ist."
Mittwoch, 14. September 2011
stille anteilnahme
So schnell geht das, da bläst der VfL schon wieder zum Angriff auf die Spitzengruppe. Das 2:0 in Heidenheim, souverän und geräuschlos eingespielt, lässt Osnabrück nach dem eher verschlafenen Saisonstart fast schon wieder versöhnlich dastehen, jedenfalls wenn die Mannschaft am Wochenende gegen Offenbach nachlegt. Das immerhin ist dankbar: In dieser Liga der grauesten Mäuse geht es aus Mangel an dominierenden Klubs recht schnell von unten nach oben und umgekehrt.
Die Gewinner von gestern sollen ruhig jubeln, es sind allen voran Doppeltorschütze Gerrit Wegkamp und Trainer Uwe Fuchs, der ein schlagkräftiges Team auf die Arbeitseinheit in Heidenheim gut vorbereitet hat. Wer nun aber eine sich findende Spitzenmannschaft gesehen haben will, möge das bitte für sich behalten. Wir freuen uns lieber gleichmütig, still und mittelmäßig über einen kleinen Fortschritt, statt vom nächsten 0:1, angespornt von allzu hohen Erwartungen, wieder allzu sehr enttäuscht zu werden. Das ist allemal gesünder.
Abonnieren
Posts (Atom)
