Wir geben es zu. Diese Saison, die zweite, in der wir als Chronisten der einzig wahren VfLs tätig sind, macht uns zu schaffen. Was genau ist eigentlich los in Fußball-Deutschland, das sich anschickt, in diesem Jahr auch noch die WM zu beheimaten? Man ist offenbar nicht einmal in der Lage, den eigenen Spielbetrieb angemessen durchzuführen.
In Hamburg ist man Schnee und Streik nicht gewachsen. Und das ist noch das geringste Problem. Die Regionalliga, immerhin Ort des Spielbetriebs einer der zwei wichtigsten Vereine des Landes, hat im Prinzip seit Wochen den Spielbetrieb weitgehend eingestellt. Und angesichts des Zustands der Bundesliga scheint das fast eine weise Entscheidung zu sein. Allein die Tabelle!
Zwischen dem vierten und fünften Platz, die immerhin beide gleichermaßen für den internationalen Wettbewerb qualifizieren, klaffen 15 Punkte Abstand. Der Vierte hat 15mal gewonnen, der fünfte ganze siebenmal (übrigens einmal weniger als der VfL auf dem 7. Platz!). Fast schon macht es schmunzeln, dass sich Borussia einmal mehr einen deftigen Ausrutscher erlauben konnte, ein gutes Spiel mit 0:3 wegschenkte, seit Wochen derart schwankend spielt, dass man eine schwelende Trainerdebatte weder ausräumen noch ausleben kann, und sich mit derlei mediokrer Präsentation wacker in Nähe zum UEFA-Pokal hält.
Was soll man denn da noch schreiben? Die leidige Köppelfrage weiter pflegen? Es ödet doch uns selbst schon an. Die Hoffnungen auf künftige Begegnungen gegen Austria Wien schüren? Wir können selbst nicht glauben. So lebt man von Woche zu Woche, hat mal einen gloriosen Sieg, mal eine peinliche Niederlage, oft eine Spielabsage zu vermelden. Und kann keinen roten Faden erkennen. Der deutsche Fußball erzählt keine Geschichten mehr, so scheint es, er entdeckt sein Faible für die Postmoderne - passenderweise ist er auch hier mal wieder 20 Jahre zu spät.
Montag, 13. März 2006
Sonntag, 12. März 2006
tunnel
Getunnelt zu werden, ist für den Fußballer die Höchststrafe. Hamburg ist deshalb noch lange nicht per se die Höchststrafe, nur weil die Stadt permanent getunnelt wird. Eher im Gegenteil: In Hamburg hat man Gespür für großen Spaß. Denn nichts anderes ist es, wenn ein Bundesliga-Spiel am Sonntag eine Stunde später beginnen muss, weil die Streiks im Öffentlichen Dienst es unmöglich machen, die Elbe zu queren. Das hat Charme. Wirkungsvoller ist den gewerkschaftlichen Forderungen kaum Ausdruck zu verleihen. Dass wir vom VfLog stets Partner sind von zähem Arbeitskampf und einer ordentlichen Portion Druck, ist seit jeher bekannt. Dass die Streiks nun auch die Bundesliga erreicht haben, ist ein gutes Zeichen.
Samstag, 11. März 2006
einen ham wa noch #2
Ha! Da rannten die Fohlen plötzlich schneller. Das wollten sie sich nicht nachsagen lassen, dass sie von gestern sind und langweilig. Wir hatten es bereits mehrfach abgehandelt in den vergangenen Tagen: Der lila-weiße VfL als Vorturner und schon lange auf Linie, klar. Dann Deutschland, Bremen, Bayern. Und jetzt finden auch die Fohlen zurück in die Spur.
Große Mannschaften verlieren auswärts, bestenfalls deutlich. Ein 0:3 ist da angemessen. Es zeugt von Klasse, von Courage und Standhaftigkeit, wieder und wieder den Weihen eines Sieges zu entsagen. Punkte werden zu Hause gewonnen, in die Fremde bringt man Gastgeschenke. Was manchen schwer über die Lippen kommt, für unsere Helden sind das Bekenntnisse einer guten Kinderstube. Jene konnte der andere VfL nicht unter Beweis stellen. Die Regionalliga hat ihren Betrieb größtenteils eingestellt, das Spiel in Jena fiel aus, und es wird auch morgen nicht nachgeholt. Sei's drum: Wir hätten ohnehin nicht davon berichtet. Dennoch klettert der VfL ohne aktive Mithilfe wieder unter die
Top 7 der Tabelle.
Große Mannschaften verlieren auswärts, bestenfalls deutlich. Ein 0:3 ist da angemessen. Es zeugt von Klasse, von Courage und Standhaftigkeit, wieder und wieder den Weihen eines Sieges zu entsagen. Punkte werden zu Hause gewonnen, in die Fremde bringt man Gastgeschenke. Was manchen schwer über die Lippen kommt, für unsere Helden sind das Bekenntnisse einer guten Kinderstube. Jene konnte der andere VfL nicht unter Beweis stellen. Die Regionalliga hat ihren Betrieb größtenteils eingestellt, das Spiel in Jena fiel aus, und es wird auch morgen nicht nachgeholt. Sei's drum: Wir hätten ohnehin nicht davon berichtet. Dennoch klettert der VfL ohne aktive Mithilfe wieder unter die
Top 7 der Tabelle.
Donnerstag, 9. März 2006
tautologien und fangesänge
Ja, ich gehöre zu den langsamen Menschen, die sich neuen Entwicklungen nicht immer sofort anpassen. Und so habe ich auch immer noch www.borussia.de als Bookmark, obwohl man unter dieser Adresse seit dem Relaunch nunmehr nicht mehr bei Informationen, sondern lediglich bei der Auswahl zwischen englischer und deutscher Homepage landet. (Nebenbei: Andere wählen dies nach der eingestellten Browsersprache aus, vielleicht auch eine Idee, Borussia?) Vor allem aber dröhnt mir jedesmal nach Aufrufen der Seite "Ja, wir schwören Stein und Bein/auf die Elf vom Niederrhein" entgegen. Und obgleich selbst mein geißböckelnder Bruder sich einst zu der Aussage hinreißen lies, dies sei das schönste Fanlied der ganzen Liga, so muss ich doch sagen, auf der Homepage erschrecke ich mich jedesmal wieder.
Und sonst? Auch wenn die Musik verschreckt, die Überschriften auf der Gladbachseite machen unserem einst legendären Schlagzeilen-Service ernste Konkurrenz. Heute titeln sie "Optimum wäre klasse". Etwas Perfekteres fällt mir auch nicht ein.
Und sonst? Auch wenn die Musik verschreckt, die Überschriften auf der Gladbachseite machen unserem einst legendären Schlagzeilen-Service ernste Konkurrenz. Heute titeln sie "Optimum wäre klasse". Etwas Perfekteres fällt mir auch nicht ein.
Mittwoch, 8. März 2006
einen ham wa noch
Immer mehr Mannschaft eifern dem VfL unverhohlen nach. Immer mehr springen auf den Zug, den unsere Lila-Weißen so eindrucksvoll ins Rollen gebracht haben. Wir berichteten bereits mehrfach davon; seit gestern ist Werder Bremen mit im Boot, seit vorhin haben nun auch die Münchener begriffen: Große Mannschaften verlieren auswärts, und zwar nach Möglichkeit deutlich.
Dank übrigens noch einmal an Jörg Wontorra, der uns in der Schlussphase des Bayern-Spiels auf die anderen drei Champions League-Partien hinwies und warb, wir mögen dran bleiben, weil andernorts alles sehr viel spannender verlaufen sei. Es sprach der Kenner: Arsenal gewann vor zwei Wochen das Auswärtsspiel in Madrid 1:0, nun endete das Rückspiel mitreißend 0:0. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel erkämpfte Eindhoven im Rückspiel ein wackeres 0:4 gegen Lyon. Und auch bei Liverpools 0:2 gegen Benfica stand nach dem 1:0-Heimsieg der Portugiesen alles irrsinnig lange auf der Kippe.
Dank übrigens noch einmal an Jörg Wontorra, der uns in der Schlussphase des Bayern-Spiels auf die anderen drei Champions League-Partien hinwies und warb, wir mögen dran bleiben, weil andernorts alles sehr viel spannender verlaufen sei. Es sprach der Kenner: Arsenal gewann vor zwei Wochen das Auswärtsspiel in Madrid 1:0, nun endete das Rückspiel mitreißend 0:0. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel erkämpfte Eindhoven im Rückspiel ein wackeres 0:4 gegen Lyon. Und auch bei Liverpools 0:2 gegen Benfica stand nach dem 1:0-Heimsieg der Portugiesen alles irrsinnig lange auf der Kippe.
Dienstag, 7. März 2006
champions league
Um ein Haar wäre am Abend wird wieder das ganz große Fußballrad gedreht worden. Mit dem Anpfiff wäre das Hoffen losgegangen, das Bangen, das Zittern, das Mitfiebern: Schaffen sie es diesmal? Welchen 11 vertraut der Trainer gegen die scheinbare Übermacht aus einem anderen Teil Europas? Was passiert, wenn die Jungs nicht ins Spiel finden, nervös sind, sich den Schneid abkaufen lassen? Wer schießt das erste Tor?
Um 19:30 Uhr sollte Anstoß an der Bremer Brücke sein. Dann hätte der VfL gegen den Chemnitzer FC gespielt. Nun müssen wir uns stattdessen mit Fußballmagerkost zufrieden geben: Juve empfängt Werder Bremen.
Um 19:30 Uhr sollte Anstoß an der Bremer Brücke sein. Dann hätte der VfL gegen den Chemnitzer FC gespielt. Nun müssen wir uns stattdessen mit Fußballmagerkost zufrieden geben: Juve empfängt Werder Bremen.
Montag, 6. März 2006
Sonntag, 5. März 2006
heimsieg!
Heute gilt's. Nach der erwartbaren und von uns mit Gleichmut getragenen Niederlage in der vergangenen Woche solltge gegen Bielefeld wieder ein Heimsieg möglich sein. Ich kann leider nicht dabei sein und habe, wie bereits vor Wochen angekündigt, das Land verlassen. Kein Bökelberg, aber ein Köppel, das war zuviel für mich. Nun sitze ich in Wien, der Stadt wo Lila und Grün noch lange nicht die Liebe zueinander entdeckt haben, die zwischen unseren VfLs schon lange herrscht. Wie der Zufall es will, ist gleich heute das Derby Austria-Rapid im Ernst-Happel-Stadion. Stellt sich die Frage: Austria oder Rapid, wem soll der zugereiste Daumen Glück drücken?
Samstag, 4. März 2006
wir ziehen um
Eigentlich sollte es nach Aschermitwoch ja keine Umzüge mehr geben. Doch wie das Schicksal es so will: Heute ziehen Maik und ich beide um. Daher geht es hier mit profunden Inhalten erst morgen weiter. Und unsere VfLs kommen uns entgegen und sagen ihre Spiele ab bzw. spielen ohnehin erst morgen.
Freitag, 3. März 2006
in eigener sache #9: in english, please
Gewöhnlich haben Autoren und Publizisten den Durchbruch geschafft, wenn ihr Oevre in eine fremde Sprache übersetzt wird. Das ist nun soweit: Wir haben den ersten ausländischen VfLog-Fan! Sie oder er gelangte vor wenigen Tagen über eine ins Englische übersetzte Version unseres Familienblogs auf unsere Seiten.
Dort finden sich wirklich rührig übersetzte Textpassagen, die einen ganz besonderen, einen neuen Zugang ermöglichen und aufhorchen lassen. Wir präsentieren Auszüge!
Aus "in eigener sache #8: martin burns out": Martin is stationarily treated for Friday past week in Max-Planck-Institut for psychiatry in Munich. The treating physician Dr. Florian Holsboer had already helped that once Sebastian Deisler, the Munich Heintje, from the leave in the lurch. The physician is sure itself that also Martin got the Burnout syndrome.
Aus "zufriedenheit allenthalben, aber...": Neuville, Sverki and a Elber, which played until today never 90 minutes in the Fohlendress - is this personnel cover in the storm enough?
Aus "noch fragen?": Field-hope (54.), Waku Menga (66.). Whereupon two wonderful (aeh, really? naja, on my account!) Herforder!
Aus "das vflog-fußball-abc #8: vorentscheidung": Forwards|ent|schei|dung [ mhd. vorentscheidunge ]: The preliminary decision is perhaps the most frequently surveyed or without closer inspection accepted contradiction of the older and recent soccer reporting.
Aus "wo gibt es noch gerechtigkeit?": If it is hot outside, stifling and one now weeks without the diverson by the perhaps most beautiful glare connection of the world to do had, then one places oneself sometimes large questions. Above all during the day, if one owed the so-called "good" education, did not drink yet enough.
Für die kompletten englischsprachigen Manuskripte erlauben wir uns, pro Text einen Schutzbetrag von 50 Cent in Rechnung zu stellen. 5 Cent gehen davon an Krisztian Lisztes. Wenn Sie bestellen möchten, schicken Sie uns eine E-Mail!
Dort finden sich wirklich rührig übersetzte Textpassagen, die einen ganz besonderen, einen neuen Zugang ermöglichen und aufhorchen lassen. Wir präsentieren Auszüge!
Aus "in eigener sache #8: martin burns out": Martin is stationarily treated for Friday past week in Max-Planck-Institut for psychiatry in Munich. The treating physician Dr. Florian Holsboer had already helped that once Sebastian Deisler, the Munich Heintje, from the leave in the lurch. The physician is sure itself that also Martin got the Burnout syndrome.
Aus "zufriedenheit allenthalben, aber...": Neuville, Sverki and a Elber, which played until today never 90 minutes in the Fohlendress - is this personnel cover in the storm enough?
Aus "noch fragen?": Field-hope (54.), Waku Menga (66.). Whereupon two wonderful (aeh, really? naja, on my account!) Herforder!
Aus "das vflog-fußball-abc #8: vorentscheidung": Forwards|ent|schei|dung [ mhd. vorentscheidunge ]: The preliminary decision is perhaps the most frequently surveyed or without closer inspection accepted contradiction of the older and recent soccer reporting.
Aus "wo gibt es noch gerechtigkeit?": If it is hot outside, stifling and one now weeks without the diverson by the perhaps most beautiful glare connection of the world to do had, then one places oneself sometimes large questions. Above all during the day, if one owed the so-called "good" education, did not drink yet enough.
Für die kompletten englischsprachigen Manuskripte erlauben wir uns, pro Text einen Schutzbetrag von 50 Cent in Rechnung zu stellen. 5 Cent gehen davon an Krisztian Lisztes. Wenn Sie bestellen möchten, schicken Sie uns eine E-Mail!
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vflog intern
1 Kommentare
Donnerstag, 2. März 2006
raus!
Der VfL ist übrigens nicht einmal mehr unter den Top Sieben der Regionalliga. Fortuna Düsseldorf hat den Lila-Weißen den Rang abgelaufen. Außerdem fällt morgen mal wieder ein Spiel an der Bremer Brücke aus - leider das einzige in dieser Woche. Wie dem auch sei: Der VfLog hält selbstverständlich trotzdem weiterhin die bereinigte Tabelle für Sie bereit.
Mittwoch, 1. März 2006
mittwochs
Nun ist es ja so, dass mittwochs selten über Gebühr Aufmerksamkeit auf unsere VfLs fällt, jedenfalls ist das noch so. In ferner Zukunft einmal werden mittwochs Fußballfeste gefeiert. Noch aber nicht. Noch ist der Mittwoch genauso wie der Dienstag und der Donnerstag und - zum Glück oder leider - auch der Montag oder Freitag ein toter Tag. Eigentlich zumindest.
Den Mittwoch heute aber können wir feiern. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wenn noch ein letzter Zweifler hätte überzeugt werden müssen: Spätestens seit heute Abend steht fest, dass große Mannschaften auswärts nicht gewinnen, dass Top-Teams in der Fremde dem Debakel frönen. Die Nationalmannschaft weiß das noch nicht. Wir aber! Man darf gespannnt sein, welche ruhmreichen Blätter bald unserem Beispiel folgen und die Berichterstattung über derlei Ärgernisse einstellen.
Den Mittwoch heute aber können wir feiern. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wenn noch ein letzter Zweifler hätte überzeugt werden müssen: Spätestens seit heute Abend steht fest, dass große Mannschaften auswärts nicht gewinnen, dass Top-Teams in der Fremde dem Debakel frönen. Die Nationalmannschaft weiß das noch nicht. Wir aber! Man darf gespannnt sein, welche ruhmreichen Blätter bald unserem Beispiel folgen und die Berichterstattung über derlei Ärgernisse einstellen.
Dienstag, 28. Februar 2006
einerlei
Am Abend sollte eigentlich ein Spitzenspiel in der Regionalliga stattfinden. Zwei Aufstiegsaspiranten wollten um Anschluss an die Tabellenspitze kämpfen. Die beste Abwehr der Liga wähnte sich zu Gast beim zweitbesten Auswärtsteam. Beide Mannschaften fieberten dem Match engegen. In der grünen Ecke: Der VfB Lübeck. In der braun-weißen Ecke: Der FC St. Pauli. Anpfiff sollte um 19.30 Uhr in der Lohmühle sein, doch: Das Spiel fällt aus.
Davon unberührt werden die bedeutungslosen Partien des Abends ausgetragen, und das sogar schon zum zweiten Mal. Der VfL muss im Nachholspiel gegen den Wuppertaler SV ran. Das Spiel war vor knapp vier Wochen ausgefallen, jedenfalls offiziell. Weil wir keine Lust hatten, länger auf den Rückrundenstart zu warten, haben wir das Spiel stattfinden lassen. Der VfL gewann bereits damals 3:0 - heute dann auf ein Neues!
Davon unberührt werden die bedeutungslosen Partien des Abends ausgetragen, und das sogar schon zum zweiten Mal. Der VfL muss im Nachholspiel gegen den Wuppertaler SV ran. Das Spiel war vor knapp vier Wochen ausgefallen, jedenfalls offiziell. Weil wir keine Lust hatten, länger auf den Rückrundenstart zu warten, haben wir das Spiel stattfinden lassen. Der VfL gewann bereits damals 3:0 - heute dann auf ein Neues!
Montag, 27. Februar 2006
karikaturenstreit
Die Bild-Zeitung zeigt auf der letzten Seite Dr. Helmut Kohl (75) und seine Lebensgefährtin Dr. Maike Richter (41). Und: Die VfLs haben am Wochenende erbärmlich gespielt. Beides zusammen macht mich für heute sprachlos.
Sonntag, 26. Februar 2006
gleichmut
Was wir von dem Gladbacher Treiben derzeit halten, war in der vergangenen Woche ja hinlänglich zu lesen. Wir haben dafür einiges einstecken müssen, bleiben aber dennoch standhaft. Nach dem gestrigen 0:2 bei Werder Bremen werden wir unsere Kritik an dieser Stelle jedoch kurz stoppen, um nicht wie eine Schülermannschaft mit den allseits bekannten "Wenn man bei Werder 0:2 hinten liegt, dann lassen die nix mehr anbrennen!"- oder "Werder spielt eben eine Klasse besser, das weiß man vorher, darüber muss man sich nicht künstlich aufregen!"-Repliken ausgekontert zu werden. Stattdessen halten wir selbstsicher und zufrieden fest: Der VfL ist nah dran an internationaler Klasse. Wir sind im Prinzip nur ein Tor schlechter als Juventus Turin. Wohin wird das noch führen?
Samstag, 25. Februar 2006
schweigegelübde
Es gereicht unserem Team schon zu allerlei Ehre, den vor zwei Wochen noch krallenlosen Adlern aus Münster zum ersten Heimsieg nach fünf Monaten zu verhelfen. Und nicht nur das: Es ist auch die neunte Auswärtsniederlage des VfL in Folge. Das alles ist zu verschmerzen, einzig, weil sich alle Blütenträume an ein Abschneiden in höheren Tabellenregionen schon seit einiger Zeit verbieten. Aus sportlicher Sicht ist diese Niederlage relativ gleichgültig, darüber darf man vielleicht schon wieder froh sein.
Aber denkt denn niemand an uns Berichterstatter? Was schreiben in solch einem Falle? Schließlich ist alles gesagt: Das Auswärtsdrama war schon nach der vierten, fünften, sechsten, siebten und achten Schlappe gebührend abgefeiert worden, wir blieben oft optimistisch, haben den Saisonverlauf gleichwohl kopfschüttelnd missbilligt und nach Konsequenzen gefragt. Für eine gute Geschichte ist einfach ein Sieg in der Fremde unabdingbar. Solange das nicht geschieht, gleichen sich alle Spielberichte: Es gibt schlicht nichts Neues mehr.
Daher schweigt der VfLog von nun an über die Auswärtsauftritte des VfL - bis zum nächsten Dreier. Hört, Spieler: Einzigartige Berichterstattung könnt ihr euch verdienen! Von selbst geht das nicht!
Aber denkt denn niemand an uns Berichterstatter? Was schreiben in solch einem Falle? Schließlich ist alles gesagt: Das Auswärtsdrama war schon nach der vierten, fünften, sechsten, siebten und achten Schlappe gebührend abgefeiert worden, wir blieben oft optimistisch, haben den Saisonverlauf gleichwohl kopfschüttelnd missbilligt und nach Konsequenzen gefragt. Für eine gute Geschichte ist einfach ein Sieg in der Fremde unabdingbar. Solange das nicht geschieht, gleichen sich alle Spielberichte: Es gibt schlicht nichts Neues mehr.
Daher schweigt der VfLog von nun an über die Auswärtsauftritte des VfL - bis zum nächsten Dreier. Hört, Spieler: Einzigartige Berichterstattung könnt ihr euch verdienen! Von selbst geht das nicht!
Freitag, 24. Februar 2006
helaaf!
So mancher fragwürdige Brauch genauso wie der ein oder andere sinnfreie Ritus wird so richtig perfide erst dadurch, dass er mir nichts dir nichts in Regionen voll Reinheit und Klasse reinplatzt und sich derart geschwind ausbreitet wie so mancher Vogelgrippe-Virus das gerne hätte. Das Problem wird gemeinhin zur Karnevalszeit Jahr für Jahr wieder akut.
Was hat der Karneval in Niedersachsen zu suchen, schlimmer noch: Warum hält er seit Jahren Einzug in Osnabrück? Ansonsten so sympathisch geschmackvoll in Sachen Heiterkeit wird unsere angenehm spröde Region hinterrücks unterminiert von karnevaleskem Treiben. Die schlimme Vermutung: Der Karneval hat den Sprung über die Landesgrenze geschafft. Denn eine immerhin noch höhere Burg der Narretei hält sich tapfer gleich nebenan, in Münster, unserem Gegner von morgen.
Spätestens seitdem Ansgar Brinkmann und E-Plus gemeinsam an einem Komplott gegen den VfL schmieden und seit der 1:0-Hinspielerfolg als Beginn der lila-weißen Talfahrt gelten darf, schießen die Adler ahmadinedschadesk mit schmutzigen Waffen. Das darf keine Schule machen! Was wir jetzt brauchen, ist eine Reaktion der Mannschaft!
Mit einem Auswärtssieg morgen wäre viel gewonnen. Zeigen wir es den Friedensstädtern. Männer, macht Schwerter zur Flugkopfbällen! Danach, lieber Tino Berbig, lieber Markus Feldhoff, müsst ihr ja nicht gleich den Münsteraner Dom verbal in Schutt und Asche singen. Auch das Stadion an der Hammer Straße darf Bauruine bleiben. Es reichte schon, die albernen gelb-roten Karnevalsfähnchen auf dem Prinzipalmarkt abzufackeln. Schade wär's nur um das historische Kopfsteinpflaster.
Was hat der Karneval in Niedersachsen zu suchen, schlimmer noch: Warum hält er seit Jahren Einzug in Osnabrück? Ansonsten so sympathisch geschmackvoll in Sachen Heiterkeit wird unsere angenehm spröde Region hinterrücks unterminiert von karnevaleskem Treiben. Die schlimme Vermutung: Der Karneval hat den Sprung über die Landesgrenze geschafft. Denn eine immerhin noch höhere Burg der Narretei hält sich tapfer gleich nebenan, in Münster, unserem Gegner von morgen.
Spätestens seitdem Ansgar Brinkmann und E-Plus gemeinsam an einem Komplott gegen den VfL schmieden und seit der 1:0-Hinspielerfolg als Beginn der lila-weißen Talfahrt gelten darf, schießen die Adler ahmadinedschadesk mit schmutzigen Waffen. Das darf keine Schule machen! Was wir jetzt brauchen, ist eine Reaktion der Mannschaft!
Mit einem Auswärtssieg morgen wäre viel gewonnen. Zeigen wir es den Friedensstädtern. Männer, macht Schwerter zur Flugkopfbällen! Danach, lieber Tino Berbig, lieber Markus Feldhoff, müsst ihr ja nicht gleich den Münsteraner Dom verbal in Schutt und Asche singen. Auch das Stadion an der Hammer Straße darf Bauruine bleiben. Es reichte schon, die albernen gelb-roten Karnevalsfähnchen auf dem Prinzipalmarkt abzufackeln. Schade wär's nur um das historische Kopfsteinpflaster.
Donnerstag, 23. Februar 2006
bereinigt
Mancherorts wird eingehend über Fangesänge und ihre Exegese, brennende Döme und bassbaritone Torhüter lamentiert, doch im VfLog kümmern wir uns genauso um nackte Zahlen. So stiftet die Regionalliga-Tabelle in dieser Saison einige Verwirrung. Manche Teams haben drei Spiele mehr auf dem Buckel als andere - keiner kann binnen Sekunden übersehen, was das für die Aufstiegsfrage bedeutet. In all dem Trubel ertönen immer mal wieder wahnsinnige Stimmen aus Osnabrück, das böse A-Wort könne doch noch von Belang sein. Doch Moment: Wir sortieren die Tabelle von Platz Eins bis Platz Sieben neu, und zwar so, als ob die Teams die noch ausstehenden Nachholspiele 2:0 gewonnen, als ob alle Mannschaften gleich viele Spiele ausgetragen hätten.
1 Carl Zeiss Jena 71 Punkte, Tordifferenz +28
2 Rot-Weiss Essen 69 Punkte, Tordifferenz +31
3 Holstein Kiel 65 Punkte, Tordifferenz +25
4 VfB Lübeck 65 Punkte, Tordifferenz +24
5 FC St. Pauli 57 Punkte, Tordifferenz +15
6 Fortuna Düsseldorf 57 Punkte, Tordifferenz +14
7 Hertha BSC 51 Punkte, Tordifferenz +19
Stand: 29. April
1 Carl Zeiss Jena 71 Punkte, Tordifferenz +28
2 Rot-Weiss Essen 69 Punkte, Tordifferenz +31
3 Holstein Kiel 65 Punkte, Tordifferenz +25
4 VfB Lübeck 65 Punkte, Tordifferenz +24
5 FC St. Pauli 57 Punkte, Tordifferenz +15
6 Fortuna Düsseldorf 57 Punkte, Tordifferenz +14
7 Hertha BSC 51 Punkte, Tordifferenz +19
Stand: 29. April
Mittwoch, 22. Februar 2006
wo man singt, da lass dich ruhig nieder...
Der Satz, dass böse Menschen keine Lieder haben, ist wohl schon in der Sekunde falsch gewesen, da er erstmals gesprochen wurde. Ein neuer Liederstreit um Gladbacher Gesänge schwelt nun schon seit Tagen, komplett mit offizieller Entschuldigung und nun gar einer Strafe des DFB von je 3000 Euro für Kasey Keller und Jeff Strasser.
Wird das alles "mehr als überbewertet", wie unser Leser Christoph findet? Sind alle Fangesänge ok? Oder verläuft die Grenze da, wenn Kirchenhäuser brennen bzw. wenn nicht Fans, sondern Profis die fraglichen Lieder anstimmen?
Nach dem Spiel am Samstag war mir nicht nach Feiern zumute. Aber als die Mannschaft zunächst kommentarlos im Kabinengang verschwand, um dann geschlossen auf die Fans zuzustürmen, bin ich im Stadion stehen geblieben, weil ich doch wie in besten Sverki-Zeiten gerne mitgejubelt hätte. Als aber dann unser Torwort das Mikro in die Hand nahm, um die bekannten Anti-Köln-Lieder anzustimmen, bin ich gegangen. Auch ich finde, Profis sollten sich nicht so verhalten – nicht, weil sie Ihre Kollegen beleidigen, sondern weil die sich den gegnerischen Fans gegenüber, und seien es Kölner, unsportlich verhalten.
Auch wenn Keller & Co so einerseits instinktlos waren, hatten sie andererseits doch auch ein gutes Gespür, warum sie die nämlichen Kurvenhits anstimmten: Eben weil es nichts Eigenes zu feiern gab: Nicht der eigene Sieg war herrlich, nur dass Köln verloren hatte, war aus Gladbacher Sicht ok. Wessen Hymne also singen? Kein Spieler hatte sich als Held hervorgetan, da blieb nur das Erniedrigen anderer, um sich selbst zu erhöhen.
Es ist schade, dass Gladbacher das nötig haben. Mir haben immer die Freiburger Fans imponiert. Wird im Breisgau die Mannschaftsaufstellung des Gegners verlesen, erschallt nicht hinter jedem Vornamen, etwa auf "Kasey...", ein gegröltes "Arschloch!" aus den Kehlen der Kurve. Stattdessen entgegnet der Block auf jeden Spielernamen ein trockenes "Na und?!". Das hat Stil, weil es aus Selbstbewusstsein schöpft, nicht aus Verachtung.
Wird das alles "mehr als überbewertet", wie unser Leser Christoph findet? Sind alle Fangesänge ok? Oder verläuft die Grenze da, wenn Kirchenhäuser brennen bzw. wenn nicht Fans, sondern Profis die fraglichen Lieder anstimmen?
Nach dem Spiel am Samstag war mir nicht nach Feiern zumute. Aber als die Mannschaft zunächst kommentarlos im Kabinengang verschwand, um dann geschlossen auf die Fans zuzustürmen, bin ich im Stadion stehen geblieben, weil ich doch wie in besten Sverki-Zeiten gerne mitgejubelt hätte. Als aber dann unser Torwort das Mikro in die Hand nahm, um die bekannten Anti-Köln-Lieder anzustimmen, bin ich gegangen. Auch ich finde, Profis sollten sich nicht so verhalten – nicht, weil sie Ihre Kollegen beleidigen, sondern weil die sich den gegnerischen Fans gegenüber, und seien es Kölner, unsportlich verhalten.
Auch wenn Keller & Co so einerseits instinktlos waren, hatten sie andererseits doch auch ein gutes Gespür, warum sie die nämlichen Kurvenhits anstimmten: Eben weil es nichts Eigenes zu feiern gab: Nicht der eigene Sieg war herrlich, nur dass Köln verloren hatte, war aus Gladbacher Sicht ok. Wessen Hymne also singen? Kein Spieler hatte sich als Held hervorgetan, da blieb nur das Erniedrigen anderer, um sich selbst zu erhöhen.
Es ist schade, dass Gladbacher das nötig haben. Mir haben immer die Freiburger Fans imponiert. Wird im Breisgau die Mannschaftsaufstellung des Gegners verlesen, erschallt nicht hinter jedem Vornamen, etwa auf "Kasey...", ein gegröltes "Arschloch!" aus den Kehlen der Kurve. Stattdessen entgegnet der Block auf jeden Spielernamen ein trockenes "Na und?!". Das hat Stil, weil es aus Selbstbewusstsein schöpft, nicht aus Verachtung.
Dienstag, 21. Februar 2006
gastkolumne: schlechte gewinner
Immer wieder einmal und sehr gern veröffentlichen wir Gast-Kolumnen. Heute einen Artikel über schlechte Gewinner, jedenfalls konnte sich der Autor nur bedingt über den samstäglichen Jubel zweier Gladbach-Stars freuen. Wenn auch Sie etwas zu sagen haben und ein prominentes Forum schätzen: Schreiben Sie uns!
Von Andy
Das ist wirklich ein netter Vorschlag: "Wir können uns aber auch (...) beschämt über drei Punkte freuen...". Diese Idee, die angesichts des "glorreichen" Spiels der Borussia gegen zehn tapfer kämpfende Kölner wirklich nahe lag, hatte sich leider bereits am Samstag um 17.30 Uhr erledigt: Da schnappten sich Kasey Keller, der erklärte Publikumsliebling der Gladbacher Fans und Jeff Strasser, Lieblingsspieler eines Autors des VfLog, das Mikrofon des Vorsingers der Gladbacher Fanszene und taten etwas, dass es in dieser unsportlichen und abstoßenden Art im deutschen Bundesliga-Fußball so wohl noch nie gegeben hat: Mit Worten, die schriftlich zu wiederholen sich mit etwas Anstand verbietet, beleidigten und demütigten sie ihre Gäste: die gegnerische Mannschaft und - vor allem - die noch im Stadion befindlichen Gästefans. Zur großen Begeisterung des johlenden Pöbels wurden Lieder angestimmt, die während des Spiels von Fans gesungen schon niveau- und geschmacklos sind - nach dem Spiel vorgetragen von hoch bezahlten Angestellten des gastgebenden Clubs aber bei vernünftigen Gästefans nur Kopfschütteln, bei unvernünftigen erhebliche Aggressionen auslösen müssen.
Wo war denn der sonst so redselige Stadionsprecher Opdenhövel, um dem unsportlichen Treiben ein Ende zu bereiten? Wieso kamen die Gladbacher erst am nächsten Tag - nachdem der Boulevard, aber auch die seriöse Presse die Vorfälle massiv angeprangert hatte - auf die Idee, sich für diese skandalösen Vorfälle zu entschuldigen? Wieso werden die genannten Spieler nicht mit vereinsinternen Sanktionen belegt? Kann es sein, dass auch der Club - wie offensichtlich die Mehrzahl der Gladbacher Fans - die singenden Profis nicht doch sehr lustig fanden?
Sicher - heute wird in jedem Stadion von allen Fangruppen und gerade in emotionsgeladenen Derbies viel Unsinniges skandiert, was auch schon mal unter die Gürtellinie geht. Da ist in Gladbach nicht schlimmer als in Köln, Schalke und Dortmund. Aber wie gesagt - es macht schon einen Unterschied, wann und von wem. Eine solche offizielle Verhöhnung des Gegners durch den Club selbst hat man bislang noch nie gesehen - und man kann für die Zukunft nur hoffen, dass das Gladbacher Beispiel keine Schule macht...
Vielleicht hätte man die Ausfälle noch mit großer Euphorie nach einem begeisternden Sieg der eigenen Elf erklären oder entschuldigen können. Wenn nicht der 1. FC Köln nach Meinung aller seriöser und neutraler Berichterstattern über weite Strecken des Spiels in Unterzahl die bessere Mannschaft gewesen wäre! Und: Jeff Strasser war schon zur Halbzeit ausgewechselt worden, also keineswegs noch unter Einfluss von Adrenalin nach einem spannendem Spielverlauf. Vielmehr gab Kasey Keller zu, man habe bereits die ganze Woche die Anti-Köln-Lieder auf einer CD gehört. Und einstudiert für den Fall eines Sieges?
Wahre Größe zeigt sich meist in der Niederlage. Aber manchmal auch im Moment des Sieges und in der Art, wie man ihn feiert. Das wäre mal ein Thema für den VfLog, der sonst so gerne für die sportliche und kultivierte Ausübung des Fußballsports eintritt!
Von Andy
Das ist wirklich ein netter Vorschlag: "Wir können uns aber auch (...) beschämt über drei Punkte freuen...". Diese Idee, die angesichts des "glorreichen" Spiels der Borussia gegen zehn tapfer kämpfende Kölner wirklich nahe lag, hatte sich leider bereits am Samstag um 17.30 Uhr erledigt: Da schnappten sich Kasey Keller, der erklärte Publikumsliebling der Gladbacher Fans und Jeff Strasser, Lieblingsspieler eines Autors des VfLog, das Mikrofon des Vorsingers der Gladbacher Fanszene und taten etwas, dass es in dieser unsportlichen und abstoßenden Art im deutschen Bundesliga-Fußball so wohl noch nie gegeben hat: Mit Worten, die schriftlich zu wiederholen sich mit etwas Anstand verbietet, beleidigten und demütigten sie ihre Gäste: die gegnerische Mannschaft und - vor allem - die noch im Stadion befindlichen Gästefans. Zur großen Begeisterung des johlenden Pöbels wurden Lieder angestimmt, die während des Spiels von Fans gesungen schon niveau- und geschmacklos sind - nach dem Spiel vorgetragen von hoch bezahlten Angestellten des gastgebenden Clubs aber bei vernünftigen Gästefans nur Kopfschütteln, bei unvernünftigen erhebliche Aggressionen auslösen müssen.
Wo war denn der sonst so redselige Stadionsprecher Opdenhövel, um dem unsportlichen Treiben ein Ende zu bereiten? Wieso kamen die Gladbacher erst am nächsten Tag - nachdem der Boulevard, aber auch die seriöse Presse die Vorfälle massiv angeprangert hatte - auf die Idee, sich für diese skandalösen Vorfälle zu entschuldigen? Wieso werden die genannten Spieler nicht mit vereinsinternen Sanktionen belegt? Kann es sein, dass auch der Club - wie offensichtlich die Mehrzahl der Gladbacher Fans - die singenden Profis nicht doch sehr lustig fanden?
Sicher - heute wird in jedem Stadion von allen Fangruppen und gerade in emotionsgeladenen Derbies viel Unsinniges skandiert, was auch schon mal unter die Gürtellinie geht. Da ist in Gladbach nicht schlimmer als in Köln, Schalke und Dortmund. Aber wie gesagt - es macht schon einen Unterschied, wann und von wem. Eine solche offizielle Verhöhnung des Gegners durch den Club selbst hat man bislang noch nie gesehen - und man kann für die Zukunft nur hoffen, dass das Gladbacher Beispiel keine Schule macht...
Vielleicht hätte man die Ausfälle noch mit großer Euphorie nach einem begeisternden Sieg der eigenen Elf erklären oder entschuldigen können. Wenn nicht der 1. FC Köln nach Meinung aller seriöser und neutraler Berichterstattern über weite Strecken des Spiels in Unterzahl die bessere Mannschaft gewesen wäre! Und: Jeff Strasser war schon zur Halbzeit ausgewechselt worden, also keineswegs noch unter Einfluss von Adrenalin nach einem spannendem Spielverlauf. Vielmehr gab Kasey Keller zu, man habe bereits die ganze Woche die Anti-Köln-Lieder auf einer CD gehört. Und einstudiert für den Fall eines Sieges?
Wahre Größe zeigt sich meist in der Niederlage. Aber manchmal auch im Moment des Sieges und in der Art, wie man ihn feiert. Das wäre mal ein Thema für den VfLog, der sonst so gerne für die sportliche und kultivierte Ausübung des Fußballsports eintritt!
Montag, 20. Februar 2006
kater nach eigentor
Als Cristian Lell beherzt zum 1:0 einnetzte, am Samstag gegen 16:40 Uhr, da bestellte ich - übrigens in völliger Unkenntnis der Ereignisse im fernen Borussiapark und stattdessen im fragwürdigen Siegestaumel über den souveränen 2:1-Sieg meines VfL - gerade mein erstes Gläschen Weißwein in einem Hamburger Café. Smudo war übrigens diesmal nicht dabei, wie überhaupt niemand da war, der die Ereignisse des Nachmittags richtig einzuordnen imstande gewesen wäre. Ich war allein.
Noch eineinhalb Stunden lang war es ein froher Samstag, weil ich mir verbeten hatte, dass Martin mich über das Spiel in Gladbach ins Bild setzt. Die eineinhalb Stunden bis zur Sportschau waren friedlich; was dann folgte, war Ärger. Auf das erste Gläschen folgten weitere, und der Abend hätte mehr verdient gehabt, als sich mit Weißwein und später Bier und Gin zu betrinken. Er hätte Champagner verdient gehabt, wenn absehbar wäre, dass die Fohlen-Verantwortlichen zügig die richtigen Konsequenzen aus diesem Spiel ziehen werden.
Man musste bereits im August vergangenen Jahres kein allzu gewandter Prophet sein, man brauchte keine Kristlallkugel und bedurfte keiner Handleserei um vorauszusehen, dass nicht alles Gold war in Gladbach, was Gold glänzte. Opa Hotte samt Schneuzer und Glatze zum Beispiel war schon damals kein Garant für modernen Fußball. Horschtl hat die Fohlenelf - dafür danke! - vor dem Abstieg gerettet, anschließend wurde sein Trainertalent - leider! - mächtig überhöht. Er hat den VfL nach fast zwei Dritteln der Saison auf Tuchfühlung zu den UEFA-Cup-Rängen gebracht, das hat viele Jahre niemand mehr geschafft. Doch es sei mir - und dafür mag man mich getrost undankbar schimpfen - gestattet anzumerken: Wo erst stünden wir ohne ihn?
Gestern Abend sagte Michael Degen sinngemäß im großen RTL-Block-Mega-Giga-Dolly-Buster den wahren, für Privatfernseh-Verhältnisse schon weisen Satz: "Es ist nicht schlimm, einmal umzukehren. Schlimm ist nur, wenn man es zu spät tut!" Was so oft im Leben wahr ist und so selten wirklich Konsequenzen zeitigt, das soll doch wenigstens dort Anklang finden, wo Leidenschaft ein Leben lang wirkt: Bei der Liebe zu den VfLs. Es mag pessimistisch klingen, aber wenn es so weiter geht wie bisher, verspielt die Borussia die Riesenchance für eine komfortable Ausgangsposition in der kommenden Saison. Deshalb ist die Zeit reif für Frontalattacken, mh!?
Die Truppe mit jungen Spielen wie Jansen, Bögelund, Broich oder Sonck hat das Potenzial, zu einer Klasse-Mannschaft zu werden, mit Spielwitz, Courage und Geschick. Dafür braucht es zweierlei: Einen neuen Trainer, einen, der für Fortschritt, Konzept und Moderne steht. Und eine langfristige Strategie. Für beides hat die Borussia erstmals seit langem wieder Zeit, weil sie nicht in den Wirren des Abstiegskampfes dümpelt. Bis zum Beginn der kommenden Spielzeit könnte eine Fohlenelf geformt sein, die diesen Namen verdient - das nämlich hat Köppel nicht geschafft. Nötig ist dafür eine Wachablösung, und zwar eine stilvolle. Mit dem Übergang von Meyer zu Lienen hat der VfL so etwas schon einmal geschafft. Horschtl hat so eine respektvolle, aufrichtige Wachablösung verdient; die Mannschaft hat sie bitter nötig.
Noch eineinhalb Stunden lang war es ein froher Samstag, weil ich mir verbeten hatte, dass Martin mich über das Spiel in Gladbach ins Bild setzt. Die eineinhalb Stunden bis zur Sportschau waren friedlich; was dann folgte, war Ärger. Auf das erste Gläschen folgten weitere, und der Abend hätte mehr verdient gehabt, als sich mit Weißwein und später Bier und Gin zu betrinken. Er hätte Champagner verdient gehabt, wenn absehbar wäre, dass die Fohlen-Verantwortlichen zügig die richtigen Konsequenzen aus diesem Spiel ziehen werden.
Man musste bereits im August vergangenen Jahres kein allzu gewandter Prophet sein, man brauchte keine Kristlallkugel und bedurfte keiner Handleserei um vorauszusehen, dass nicht alles Gold war in Gladbach, was Gold glänzte. Opa Hotte samt Schneuzer und Glatze zum Beispiel war schon damals kein Garant für modernen Fußball. Horschtl hat die Fohlenelf - dafür danke! - vor dem Abstieg gerettet, anschließend wurde sein Trainertalent - leider! - mächtig überhöht. Er hat den VfL nach fast zwei Dritteln der Saison auf Tuchfühlung zu den UEFA-Cup-Rängen gebracht, das hat viele Jahre niemand mehr geschafft. Doch es sei mir - und dafür mag man mich getrost undankbar schimpfen - gestattet anzumerken: Wo erst stünden wir ohne ihn?
Gestern Abend sagte Michael Degen sinngemäß im großen RTL-Block-Mega-Giga-Dolly-Buster den wahren, für Privatfernseh-Verhältnisse schon weisen Satz: "Es ist nicht schlimm, einmal umzukehren. Schlimm ist nur, wenn man es zu spät tut!" Was so oft im Leben wahr ist und so selten wirklich Konsequenzen zeitigt, das soll doch wenigstens dort Anklang finden, wo Leidenschaft ein Leben lang wirkt: Bei der Liebe zu den VfLs. Es mag pessimistisch klingen, aber wenn es so weiter geht wie bisher, verspielt die Borussia die Riesenchance für eine komfortable Ausgangsposition in der kommenden Saison. Deshalb ist die Zeit reif für Frontalattacken, mh!?
Die Truppe mit jungen Spielen wie Jansen, Bögelund, Broich oder Sonck hat das Potenzial, zu einer Klasse-Mannschaft zu werden, mit Spielwitz, Courage und Geschick. Dafür braucht es zweierlei: Einen neuen Trainer, einen, der für Fortschritt, Konzept und Moderne steht. Und eine langfristige Strategie. Für beides hat die Borussia erstmals seit langem wieder Zeit, weil sie nicht in den Wirren des Abstiegskampfes dümpelt. Bis zum Beginn der kommenden Spielzeit könnte eine Fohlenelf geformt sein, die diesen Namen verdient - das nämlich hat Köppel nicht geschafft. Nötig ist dafür eine Wachablösung, und zwar eine stilvolle. Mit dem Übergang von Meyer zu Lienen hat der VfL so etwas schon einmal geschafft. Horschtl hat so eine respektvolle, aufrichtige Wachablösung verdient; die Mannschaft hat sie bitter nötig.
Sonntag, 19. Februar 2006
trauriger sieg
"Wir haben drei Punkte, alles andere zählt nichts." Mit diesem Mantra, das nichts anderes als Lüge oder Ignoranz ist, können wir eine Gladbach in jedem Fall bevorstehende Debatte noch ein wenig herausschieben und einen Sieg über den FC Köln feiern, der, ich schreibe es wirklich nur ungern, kaum verdient war. Wir können aber auch ehrlich zu uns selbst sein, und nach dem Derbysieg uns beschämt über drei Punkte freuen und trotzdem das diskutieren, was mittlerweile mehr als virulent ist: die Trainerfrage.
Vorab: Ja, Fußball ist ein elendes Spiel. Natürlich ist es ungerecht, bei Erfolgen alle zu feiern und in schlechten Zeiten nur den Trainer zu verdammen, als stünden nicht elf Herren auf dem Platz. Aber erstens haben wir den aktuellen Trainer hier nie gefeiert (höchstens voll triefender Ironie) und zweitens mache ich der Mannschaft derzeit wirklich kaum einen Vorwurf: Wenn ein Trainer durch chaotische Aufstellungen, Ausraster an der Seitenlinie und ohne jede erkennbare Linie alle irritiert, wenn dieser Trainer bekanntermaßen von der Vereinsführung keinerlei Rückendeckung hat, wenn der Vertrag dieses Trainers nach dieser Saison ausläuft, vor allem aber: wenn ich bei diesem Trainer kaum etwas lernen kann: wie soll ich als Spieler dann besser spielen? Deswegen, Herr Pander: Greifen Sie zu innovativen Mitteln! Und frönen Sie Ihrer Abneigung! Meine volle Unterstützung hätten Sie, Horst Köppel morgen, gerade nach einem 2:0 Sieg, zu entlassen. Ich würde Ihnen zu der Entscheidung gratulieren, und hätte ich die Telefonnummer von Rangnick, ich hätte längst schon selbst angerufen und gebettelt, dass er nach Gladbach kommt.
Wie hilflos die Borussen gestern waren, wie schlecht eingestellt! In der ersten Hälfte spielte man in Überzahl gegen Köln, als wäre es der deutsche Meister. Stets mit sechs Mann ganz hinten und mutlos nach vorn. Thomas Broich verzweifelte zurecht an der statischen Aufstellung, kaum war jemals jemand anspielbar. So lief der Ball immer wieder zurück zum Torwart. Ich kann, ich mag es nicht mehr sehen! Köln, die bravourös kämpften, taten mir regelrecht leid, dass ihre Bemühungen nicht belohnt wurden. Und nachdem ich mich mehr als zwei Jahrzehnte gegen einen großen Bruder, der FC-Fan ist, behaupten musste, darf man mir glauben: Ich habe selten Mitleid mit Köln!
Vielleicht sind es gerade diese Spiele gegen den rheinischen Nachbarn, die besonders aufgeladen sind und daher zu Grundsatzüberlegungen anregen. Nach der 2:1 Niederlage in der Hinrunde hatte ich mich auch nachts zu Wort gemeldet und am nächsten Tag nachgelegt. Ich bleibe auch nach dem 2:0 Sieg der Rückrunde bei meiner Kernaussage:
Vorab: Ja, Fußball ist ein elendes Spiel. Natürlich ist es ungerecht, bei Erfolgen alle zu feiern und in schlechten Zeiten nur den Trainer zu verdammen, als stünden nicht elf Herren auf dem Platz. Aber erstens haben wir den aktuellen Trainer hier nie gefeiert (höchstens voll triefender Ironie) und zweitens mache ich der Mannschaft derzeit wirklich kaum einen Vorwurf: Wenn ein Trainer durch chaotische Aufstellungen, Ausraster an der Seitenlinie und ohne jede erkennbare Linie alle irritiert, wenn dieser Trainer bekanntermaßen von der Vereinsführung keinerlei Rückendeckung hat, wenn der Vertrag dieses Trainers nach dieser Saison ausläuft, vor allem aber: wenn ich bei diesem Trainer kaum etwas lernen kann: wie soll ich als Spieler dann besser spielen? Deswegen, Herr Pander: Greifen Sie zu innovativen Mitteln! Und frönen Sie Ihrer Abneigung! Meine volle Unterstützung hätten Sie, Horst Köppel morgen, gerade nach einem 2:0 Sieg, zu entlassen. Ich würde Ihnen zu der Entscheidung gratulieren, und hätte ich die Telefonnummer von Rangnick, ich hätte längst schon selbst angerufen und gebettelt, dass er nach Gladbach kommt.
Wie hilflos die Borussen gestern waren, wie schlecht eingestellt! In der ersten Hälfte spielte man in Überzahl gegen Köln, als wäre es der deutsche Meister. Stets mit sechs Mann ganz hinten und mutlos nach vorn. Thomas Broich verzweifelte zurecht an der statischen Aufstellung, kaum war jemals jemand anspielbar. So lief der Ball immer wieder zurück zum Torwart. Ich kann, ich mag es nicht mehr sehen! Köln, die bravourös kämpften, taten mir regelrecht leid, dass ihre Bemühungen nicht belohnt wurden. Und nachdem ich mich mehr als zwei Jahrzehnte gegen einen großen Bruder, der FC-Fan ist, behaupten musste, darf man mir glauben: Ich habe selten Mitleid mit Köln!
Vielleicht sind es gerade diese Spiele gegen den rheinischen Nachbarn, die besonders aufgeladen sind und daher zu Grundsatzüberlegungen anregen. Nach der 2:1 Niederlage in der Hinrunde hatte ich mich auch nachts zu Wort gemeldet und am nächsten Tag nachgelegt. Ich bleibe auch nach dem 2:0 Sieg der Rückrunde bei meiner Kernaussage:
Dieser Verein braucht nicht immer neue Trainer, die immer neue mediokre Kicker ihres Geschmacks serviert bekommen. Borussia braucht einen Trainer, der aus dem, was wir haben, eine Mannschaft formt. Horst Köppel ist dazu nicht in der Lage. Horst Köppel muss weg!
Samstag, 18. Februar 2006
kwo wahdis, vfl?
Vor ziemlich genau einem halben Jahr hat der VfL sein letztes Auswärtsspiel gewonnen. Gegen wen? Gegen den heutigen Gegner: Hertha BSC Berlin II. Damals war alles in bester Ordnung, der VfL hatte noch ein Ziel vor Augen, das leider seitdem immer weiter aus denselben geraten ist. Einverstanden, so geht es VW Wolfsburg nun bereits im zehnten Bundesliga-Jahr, wir wollen also nicht über Gebühr klagen. Wir wollen uns aber unter keinen Unständen zu sehr mit dem Erwartungsanpassungs-Gebaren im niedersächsischen Osten gemein machen. Darum: Klage ist erlaubt!
Gleich ist Anstoß an der Bremer Brücke, eine Stunde noch. Dann wird auch Björn Joppe wieder mit von der Partie sein, der in der vergangenen Woche in Leverkusen noch nicht wieder fit war. Pele Wollitz wird unseren Lila-Weißen mitgeben, dass sie zeigen sollen, was sie können, wie sie das daheim eigentlich immer machen.
Mit Berlin kommt kein schlechter Gegner nach Osnabrück, sondern ein zweite Mannschaft, die ambitionierter und mitreißender auftritt als ihr großer Bruder in Liga 1 - das spricht sowohl für die einen als auch für die anderen Bände. Trotzdem sollte der VfL, obschon nach wie vor ersatzgeschwächt, diese Aufgabe lösen können. (Was freilich nichts heißen muss, denn das sagt man von Aufgaben in Chemnitz, Bremen, Emden, Oberhausen und Leverkusen genauso. Dennoch: Heute spielen wir zu Hause!)
Der VfL war mit dem 3:0 gegen Wuppertal sehr zuversichtlich ins neue Jahr gestartet. Was dann folgte, folgt seit einem halben Jahr immer auf einen Heimsieg. Und es macht einem die ganze Saison madig. Man tut sich schwer mit Leidenschaft, wenn sie nur regelmäßig Leiden schafft. Und selbst das nicht so richtig, denn komplett düster sieht es wiederum auch nicht aus - Gott sei Dank. Also: Kwo wahdis, VfL? Mit einem Sieg heute ins obere Mittelfeld. Und mit einer von nun an tollen Rückserie wenigstens dahin, dass Fachleute von woanders zugeben müssen, dieser VfL gehöre eigentlich in den bezahlten Fußball. Diese Komplimente, brot- und folgenlos, sind es, für die es sich nun zu spielen lohnen muss. So bitter das klingt.
Nachtrag, 15:47 Uhr: 2:1 gewonnen, Pflichtsieg gegen Berlin. 36 Punkte. Andere patzen. Düsseldorf zum Beispiel. Und Köln. Und Bremen.
Gleich ist Anstoß an der Bremer Brücke, eine Stunde noch. Dann wird auch Björn Joppe wieder mit von der Partie sein, der in der vergangenen Woche in Leverkusen noch nicht wieder fit war. Pele Wollitz wird unseren Lila-Weißen mitgeben, dass sie zeigen sollen, was sie können, wie sie das daheim eigentlich immer machen.
Mit Berlin kommt kein schlechter Gegner nach Osnabrück, sondern ein zweite Mannschaft, die ambitionierter und mitreißender auftritt als ihr großer Bruder in Liga 1 - das spricht sowohl für die einen als auch für die anderen Bände. Trotzdem sollte der VfL, obschon nach wie vor ersatzgeschwächt, diese Aufgabe lösen können. (Was freilich nichts heißen muss, denn das sagt man von Aufgaben in Chemnitz, Bremen, Emden, Oberhausen und Leverkusen genauso. Dennoch: Heute spielen wir zu Hause!)
Der VfL war mit dem 3:0 gegen Wuppertal sehr zuversichtlich ins neue Jahr gestartet. Was dann folgte, folgt seit einem halben Jahr immer auf einen Heimsieg. Und es macht einem die ganze Saison madig. Man tut sich schwer mit Leidenschaft, wenn sie nur regelmäßig Leiden schafft. Und selbst das nicht so richtig, denn komplett düster sieht es wiederum auch nicht aus - Gott sei Dank. Also: Kwo wahdis, VfL? Mit einem Sieg heute ins obere Mittelfeld. Und mit einer von nun an tollen Rückserie wenigstens dahin, dass Fachleute von woanders zugeben müssen, dieser VfL gehöre eigentlich in den bezahlten Fußball. Diese Komplimente, brot- und folgenlos, sind es, für die es sich nun zu spielen lohnen muss. So bitter das klingt.
Nachtrag, 15:47 Uhr: 2:1 gewonnen, Pflichtsieg gegen Berlin. 36 Punkte. Andere patzen. Düsseldorf zum Beispiel. Und Köln. Und Bremen.
Freitag, 17. Februar 2006
der witz zum spiel
Morgen also gibt es endlich wieder drei Punkte. Und auch wenn ich bekanntermaßen Köppel-Skeptiker bin, freue ich mich mit ihm, wenn der morgige Sieg gegen Köln die Debatten um das Traineramt der Fohlen erstmal wieder beendet. Überhaupt gibt es ja auch einiges, was für Köppel spricht. Er ist zum Beispiel Schwabe, genau wie meine Mutter. Da klingt manchmal komisch, aber ich mag's. Aus unerfindlichen Gründen gilt das Schwäbische in weiten Teilen Deutschlands als ähnlich lächerlich wie das Sächsische. Dabei ist das Schwäbische praktisch eine eigene Sprache, mit eigener Grammatik, Vokabular und allem. Einen deutschen Satz kann man nie durch behendes Näseln und Würgen wie einen schwäbischen klingen lassen, aber stets wie einen sächsischen. Ebenso seltsam, das ausgerechnet das behäbige Schwyzerdütsch, in der Bundesliga verkörpert durch FC-Trainer Latour, derzeit von den Medien mit Sexappeal aufgeladen wird. Alle Hochdeutsch Sprechenden sollten sich jedenfalls morgen von den Trainerbänken fernhalten, man wird eh nichts verstehen. Und hier noch der Witz zum Spiel:
Drei Männer sitzen im Eurocity Zürich-Stuttgart, ein hochdeutsch Sprechender, ein Schweizer und ein Schwabe. Niemand spricht. Da wird es dem Schweizer zu bunt und er redet den hochdeutsch Sprechenden an: "Sooo, sind Sie auch s`Züri gsi?" Der schaut ihn völlig verständnislos an. Der Schweizer wiederholt, deutlicher und langsamer: "Sieeend Sieeeeeee auuuuu s`Züüüürieee gsiee?" Wieder nur fragende Blicke. Da greift der Schwabe helfend ein: "Er moint 'gwää'!"
Drei Männer sitzen im Eurocity Zürich-Stuttgart, ein hochdeutsch Sprechender, ein Schweizer und ein Schwabe. Niemand spricht. Da wird es dem Schweizer zu bunt und er redet den hochdeutsch Sprechenden an: "Sooo, sind Sie auch s`Züri gsi?" Der schaut ihn völlig verständnislos an. Der Schweizer wiederholt, deutlicher und langsamer: "Sieeend Sieeeeeee auuuuu s`Züüüürieee gsiee?" Wieder nur fragende Blicke. Da greift der Schwabe helfend ein: "Er moint 'gwää'!"
Donnerstag, 16. Februar 2006
das war einmal #9
Nächste Woche geht die Champions League wieder los. Wir erinnern schon heute an große Momente dieser europäischen Königsliga, die bald sicher auch von unseren beiden VfLs bereichert wird.
Angelehnt an die schöne WDR-Tradition, die 'Tageschau vor 20 Jahren' zu reanimieren, weil die alten Bänder einfach zu schön sind, um sie in den Archiven vergammeln zu lassen - diese Stücke sind immerhin holde Fernsehgeschichte -, widmen auch wir vom VfLog uns in unregelmäßigen Abständen unserer Best-of-Serie.
Heute: "Betr.: José Mourinho" vom 6. April 2005:
Eigentlich gibt es nur einen einzigen Grund, im Champions-League-Spiel heute abend dem russischen Kolonialclub FC Chelsea die Daumen zu drücken. Er heißt José Mourinho.
Wie dieses vermeintliche enfant terrible des europäischen Fußballs derart flächendeckend Ressentiments einheimst, so dass sich jetzt sogar Ottmar Hitzfeld nicht zu schade ist, ihn öffentlich zu schelten ("arrogant, sehr kalt, nur von sich überzeugt, kein Sportsmann"), verdient aller Ehren.
Was Dick Advocaat sich beim VfL leider nur begrenzt leisten kann, performt Mourinho so perfekt und gleichfalls unterhaltsam, dass man neidisch werden möchte: Er wirkt immer stur und kompromisslos, reagiert überheblich besserwisserisch auf Ratschläge, scheint kritikresistent und gibt sich angenehm hochnäsig im Abkanzeln oppositioneller Meinungen. Insgesamt lässt er damit keinen Zweifel daran, auf all die Kleingeister um ihn herum gut und gern verzichten zu können. Ganz nebenbei darf er noch dafür herhalten, dass der schwedische Schiedsrichter Anders Frisk von seinem Amt zurücktrat, und musste sich dafür gar von so manchem Offiziellen beschimpfen lassen. Gibt es Schöneres?
Mourinho bewerkstelligt beachtlich sicher einen Drahtseilakt, der eigentlich keiner ist, denn der Tanz zwischen Genie und Wahnsinn ist bereits vorentschieden: Einen genialeren Top-Trainer hat es bisher vermutlich nicht gegeben, als legitimer Vorreiter darf vielleicht allenfalls Christoph Daum zu seinen Kölner Zeiten gelten.
Außer Frage steht wohl, dass Mourinho ein absoluter Fußball-Fachmann ist, taktisch wie technisch ein Perfektionist. Davon kann man sich leicht überzeugen, indem man seine Spieler befragt, die ihn allesamt als ihren Chef akzeptieren und einhellig bestätigen: Der Mann versteht das, was er tut.
Aber mehr noch: Mourinho ist ein Medienstar, und zwar einer mit einem ausgesprochen angenehmen Humor. Es mutut geradezu schmidtesk an, sich derart erfolgreich und nachhaltig als badguy des europäischen Fußballs zu vermarkten, und in der Folge das eigens kreierte Image selbstverstärkend in Anschlag zu bringen: Auf die Vorwürfe, arrogant, sehr kalt und nur von sich überzeugt zu sein, dann arrogant, sehr kalt und sehr von sich überzeugt zu antworten, das ist großer Sport. Oder mit Mourinho gesprochen in Richtung Hitzfeld: "Ein Trainer, der seit fast einem Jahr keinen Klub hat, sich aber bezahlen lässt, hat wohl zuviel Zeit, um solche Kommentare abzugeben."
Um die Ambivalenz perfekt zu machen und das "Rätsel Mourinho" zu komplettieren, setzt sich der Portugiese nebenbei noch als einer von viel zu wenigen Friedensbringern im Nahost-Konflikt ein und sprengt damit nachhaltig die Kategorien, in die die Öffentlichkeit ihn einzuordnen gewohnt bzw. gewillt war.
Dieser Mann spielt auf der Medienklaviatur eine überaus seltene und wunderbare Melodie. Fast müsste man wünschen, dass sie noch einige Wochen weiter klingt. Übrigens ist er einem seiner heutigen Gegner vom Typ her symphatisch ähnlich, nämlich dem Bayern-Manager Uli Hoeneß. Vielleicht werden sich beide bei einem Gläschen Wein im stillen Kämmerlein gemeinsam freuen, wie unglaublich erfolgreich sie sind.
Angelehnt an die schöne WDR-Tradition, die 'Tageschau vor 20 Jahren' zu reanimieren, weil die alten Bänder einfach zu schön sind, um sie in den Archiven vergammeln zu lassen - diese Stücke sind immerhin holde Fernsehgeschichte -, widmen auch wir vom VfLog uns in unregelmäßigen Abständen unserer Best-of-Serie.
Heute: "Betr.: José Mourinho" vom 6. April 2005:
Eigentlich gibt es nur einen einzigen Grund, im Champions-League-Spiel heute abend dem russischen Kolonialclub FC Chelsea die Daumen zu drücken. Er heißt José Mourinho.
Wie dieses vermeintliche enfant terrible des europäischen Fußballs derart flächendeckend Ressentiments einheimst, so dass sich jetzt sogar Ottmar Hitzfeld nicht zu schade ist, ihn öffentlich zu schelten ("arrogant, sehr kalt, nur von sich überzeugt, kein Sportsmann"), verdient aller Ehren.
Was Dick Advocaat sich beim VfL leider nur begrenzt leisten kann, performt Mourinho so perfekt und gleichfalls unterhaltsam, dass man neidisch werden möchte: Er wirkt immer stur und kompromisslos, reagiert überheblich besserwisserisch auf Ratschläge, scheint kritikresistent und gibt sich angenehm hochnäsig im Abkanzeln oppositioneller Meinungen. Insgesamt lässt er damit keinen Zweifel daran, auf all die Kleingeister um ihn herum gut und gern verzichten zu können. Ganz nebenbei darf er noch dafür herhalten, dass der schwedische Schiedsrichter Anders Frisk von seinem Amt zurücktrat, und musste sich dafür gar von so manchem Offiziellen beschimpfen lassen. Gibt es Schöneres?
Mourinho bewerkstelligt beachtlich sicher einen Drahtseilakt, der eigentlich keiner ist, denn der Tanz zwischen Genie und Wahnsinn ist bereits vorentschieden: Einen genialeren Top-Trainer hat es bisher vermutlich nicht gegeben, als legitimer Vorreiter darf vielleicht allenfalls Christoph Daum zu seinen Kölner Zeiten gelten.
Außer Frage steht wohl, dass Mourinho ein absoluter Fußball-Fachmann ist, taktisch wie technisch ein Perfektionist. Davon kann man sich leicht überzeugen, indem man seine Spieler befragt, die ihn allesamt als ihren Chef akzeptieren und einhellig bestätigen: Der Mann versteht das, was er tut.
Aber mehr noch: Mourinho ist ein Medienstar, und zwar einer mit einem ausgesprochen angenehmen Humor. Es mutut geradezu schmidtesk an, sich derart erfolgreich und nachhaltig als badguy des europäischen Fußballs zu vermarkten, und in der Folge das eigens kreierte Image selbstverstärkend in Anschlag zu bringen: Auf die Vorwürfe, arrogant, sehr kalt und nur von sich überzeugt zu sein, dann arrogant, sehr kalt und sehr von sich überzeugt zu antworten, das ist großer Sport. Oder mit Mourinho gesprochen in Richtung Hitzfeld: "Ein Trainer, der seit fast einem Jahr keinen Klub hat, sich aber bezahlen lässt, hat wohl zuviel Zeit, um solche Kommentare abzugeben."
Um die Ambivalenz perfekt zu machen und das "Rätsel Mourinho" zu komplettieren, setzt sich der Portugiese nebenbei noch als einer von viel zu wenigen Friedensbringern im Nahost-Konflikt ein und sprengt damit nachhaltig die Kategorien, in die die Öffentlichkeit ihn einzuordnen gewohnt bzw. gewillt war.
Dieser Mann spielt auf der Medienklaviatur eine überaus seltene und wunderbare Melodie. Fast müsste man wünschen, dass sie noch einige Wochen weiter klingt. Übrigens ist er einem seiner heutigen Gegner vom Typ her symphatisch ähnlich, nämlich dem Bayern-Manager Uli Hoeneß. Vielleicht werden sich beide bei einem Gläschen Wein im stillen Kämmerlein gemeinsam freuen, wie unglaublich erfolgreich sie sind.
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Mittwoch, 15. Februar 2006
something old, something new...
...something borrowed, something blue – so ausgestattet sollen Bräute dem Aberglauben nach vor den Altar schreiten. Alt und neu vereinen sich auch beim grünen VfL heute, unserer lieben, allerdings schon langjährigen Angetrauten.
Neu ist die Homepage borussia.de, stolz wurde bereits vor Tagen der Relaunch angekündigt und seit heute kann man sich das Ergebnis des Designens, Frickelns, Bastelns beschauen. Der erste Eindruck: Flacker! War die alte Borussiaseite tatsächlich ein wenig behäbig und aus der Internet-Mode geraten, wollte man nun offenbar gleich richtig zeigen, was man kann. Unter der Menüleiste eine große animierte Ziergrafik, unten rechts ein Buttonbalken mit blinkender Magentawerbung, die sich auch am rechten Bildrand wiederfindet. Uiuiui, da bleibt weniger Platz für Inhalte und so dauert es noch recht lang, bis die Orientierung auf der liebgewonnenen Domain gelingt.
Die Inhalte, die aber sind ohnehin nicht neu, sondern altgewohnt. Gegen Essen gab es das obligate Unentschieden, das wir von Borussia in den letzten Wochen erwarten dürfen. Der Express arbeitet fleißig an der Amtsenthebung Köppels. Und wir schließen den schwindelerregenden Bilderreigen des Browsers und meditieren ein wenig für eine Trendwende gegen Köln.
Neu ist die Homepage borussia.de, stolz wurde bereits vor Tagen der Relaunch angekündigt und seit heute kann man sich das Ergebnis des Designens, Frickelns, Bastelns beschauen. Der erste Eindruck: Flacker! War die alte Borussiaseite tatsächlich ein wenig behäbig und aus der Internet-Mode geraten, wollte man nun offenbar gleich richtig zeigen, was man kann. Unter der Menüleiste eine große animierte Ziergrafik, unten rechts ein Buttonbalken mit blinkender Magentawerbung, die sich auch am rechten Bildrand wiederfindet. Uiuiui, da bleibt weniger Platz für Inhalte und so dauert es noch recht lang, bis die Orientierung auf der liebgewonnenen Domain gelingt.
Die Inhalte, die aber sind ohnehin nicht neu, sondern altgewohnt. Gegen Essen gab es das obligate Unentschieden, das wir von Borussia in den letzten Wochen erwarten dürfen. Der Express arbeitet fleißig an der Amtsenthebung Köppels. Und wir schließen den schwindelerregenden Bilderreigen des Browsers und meditieren ein wenig für eine Trendwende gegen Köln.
Dienstag, 14. Februar 2006
essen ist fertig
Heute Nachmittag spielt Borussia gegen Rot-Weiß Essen, zur Vorbereitung auf das Spiel gegen Köln, wie es auf borussia.de heißt. Einen besseren Gegner als die Unsympathen der Regionalliga hätte man sich zum Zweck der Einstimmung auf die rheinische Kleinstadt wohl kaum suchen können. Wo's schon sportlich nicht so recht läuft: Humoristisch ist am Niederrhein immer noch alles im grünen Bereich. Kompliment!
Montag, 13. Februar 2006
tschaikowskys sechste
In Phasen latenter Unzufriedenheit höre ich persönlich sehr gerne Tschaikowskys sechste, seine letzte Sinfonie. Sie hört auf den Namen Pathetique. Und passt zum Beispiel gut, wenn man gegen Duisburg unentschieden gespielt hat. Anspieltipp der VfLog-Musikredaktion: Der erste Satz!
Sonntag, 12. Februar 2006
ehestreit
Die Ergebnisse sind kühl, nüchtern und sprechen Klartext: 0:1 und 1:1. Nunmehr stellen sich Niedersachsen wie -rheiner die Frage nach dem Sinn des Ganzen.
Der VfL verliert das achte Auswärtsspiel in Folge. Es ist mehr als ärgerlich, dabei zusehen zu müssen, wie eine Mannschaft, die ohne Frage großes Potenzial hat, die rein vom Papier her in der Lage sein sollte, 17 der 19 anderen Teams hinter sich zu lassen und damit eine Liga höher aufzusteigen, wenn dieses Team es nicht vermag, sich zu einer Truppe zusammenzufinden, die den anderen das Fürchten lehrt; die endlich ausnutzt, wenn andere patzen; die so couragiert auftritt, wie wir Fans es zurecht von ihr erwarten.
Die Borussia verliert zwar nicht, verspielt dafür aber einen Bonus aus der Hinserie, der strategisch erarbeitet schien. Es schien, als hätte Opa Hotte ziemlich viel richtig gemacht. Gerade aber bekommt man den Eindruck, als hätten die Fohlen in der Winterpause nahezu gar nichts gemacht, schon gar nichts richtig. Die Bayern-Niederlage war absehbar. Der Rest war oft grausam.
Und wir? Wir schreiben Tag für Tag launige Texte, unterstützen unsere Helden nach Kräften, fordern Nachsicht ein, mahnen Dauernörgler, bleiben optimistisch. Und wofür? Verschlimmern wir auf diese Weise nicht alles? Der Teppich, unter den gekehrt werden kann, wird zwar kleiner: Martin fordert zyklischen Gesetzen folgend den Köppel-Rauswurf, ich breche ab und an, gewöhnlich in Zweiwochenabständen nach den Auswärtsspielen, den Stab über die Mannschaft und ihren Charakter. Der Teppich ist aber immer noch nur auf die Größe eines Bettvorlegers zusammengeschrumpft. Man möchte manchmal rufen: Weg mit dem Ding!
Vielleicht wird es Zeit, dass der Wagen katastrophal gegen die Wand fährt. Stattdessen sorgen wir mit unserer dosierten Leidenschaft in schlechten Zeit für immerhin noch ein Mindestmaß an Verlässlichkeit und Unterstützung. Wie in mancher Ehe ist Loyalität das Leitmotiv. Ist das dann eine gute Ehe, oder wird hier nur übertüncht, was als Totalschaden ans Licht gehörte, damit sich irgendwann einmal irgend etwas zum Guten ändert?
Der VfL verliert das achte Auswärtsspiel in Folge. Es ist mehr als ärgerlich, dabei zusehen zu müssen, wie eine Mannschaft, die ohne Frage großes Potenzial hat, die rein vom Papier her in der Lage sein sollte, 17 der 19 anderen Teams hinter sich zu lassen und damit eine Liga höher aufzusteigen, wenn dieses Team es nicht vermag, sich zu einer Truppe zusammenzufinden, die den anderen das Fürchten lehrt; die endlich ausnutzt, wenn andere patzen; die so couragiert auftritt, wie wir Fans es zurecht von ihr erwarten.
Die Borussia verliert zwar nicht, verspielt dafür aber einen Bonus aus der Hinserie, der strategisch erarbeitet schien. Es schien, als hätte Opa Hotte ziemlich viel richtig gemacht. Gerade aber bekommt man den Eindruck, als hätten die Fohlen in der Winterpause nahezu gar nichts gemacht, schon gar nichts richtig. Die Bayern-Niederlage war absehbar. Der Rest war oft grausam.
Und wir? Wir schreiben Tag für Tag launige Texte, unterstützen unsere Helden nach Kräften, fordern Nachsicht ein, mahnen Dauernörgler, bleiben optimistisch. Und wofür? Verschlimmern wir auf diese Weise nicht alles? Der Teppich, unter den gekehrt werden kann, wird zwar kleiner: Martin fordert zyklischen Gesetzen folgend den Köppel-Rauswurf, ich breche ab und an, gewöhnlich in Zweiwochenabständen nach den Auswärtsspielen, den Stab über die Mannschaft und ihren Charakter. Der Teppich ist aber immer noch nur auf die Größe eines Bettvorlegers zusammengeschrumpft. Man möchte manchmal rufen: Weg mit dem Ding!
Vielleicht wird es Zeit, dass der Wagen katastrophal gegen die Wand fährt. Stattdessen sorgen wir mit unserer dosierten Leidenschaft in schlechten Zeit für immerhin noch ein Mindestmaß an Verlässlichkeit und Unterstützung. Wie in mancher Ehe ist Loyalität das Leitmotiv. Ist das dann eine gute Ehe, oder wird hier nur übertüncht, was als Totalschaden ans Licht gehörte, damit sich irgendwann einmal irgend etwas zum Guten ändert?
Samstag, 11. Februar 2006
katergedicht II
Leidenschaftslos ohne Motivation und ohne Ziel
Weder Bangen noch Hoffen noch Sinn
Was noch sagen
Regungslos ohne Freud und ohne Leiden
Sowohl Ärger als auch Gram
Was noch schreiben
Gleichgültig ohne Wert und ohne Spannung
Mutlos wie paralysiert
Ohne Punkt und Komma: Schweigen
Katergedicht 1 |
Weder Bangen noch Hoffen noch Sinn
Was noch sagen
Regungslos ohne Freud und ohne Leiden
Sowohl Ärger als auch Gram
Was noch schreiben
Gleichgültig ohne Wert und ohne Spannung
Mutlos wie paralysiert
Ohne Punkt und Komma: Schweigen
Katergedicht 1 |
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Freitag, 10. Februar 2006
ciao, trap
Aus aktuellem Anlass: Wenn ein Verein, der sich vor der Saison von Spielern wie Lahm, Vranjes, Kuranyi und Hleb trennt, nach 20 Spieltagen mit drei Niederlagen und zwei Punkten Rückstand auf einen UEFA-Cup-Platz auf Platz Sieben steht und dann seinen Trainer entlässt: Dann bist Du, Trap, auch einfach der falsche Mann für einen solchen Klub!
leverkusener provokation
Der Synthetik-Klub aus der Nähe von Köln ist uns nicht gerade ans Herz gewachsen, das ist bekannt. Wir halten auch Menschen, die mit der 'Mannschaft' von 'Trainer' Michael Skibbe sympathisieren, für mindestens emotional unvollkommen. Dass der VfL beim Auswärtsspiel heute Abend in die BayArena gebeten wird und nicht einmal im neu benannten Ulrich-Haberland-Stadion, einem charmanten Sportplatz nebenan, antreten darf, das ist mehr als ein Affront. Wenn sitzplatzbeheizter Bequemlichkeitsfußball nun auch schon in der Regionalliga Einzug hält, wenn mit 'Glamour' und 'Leverkusen' auch hier zusammenwächst, was nicht zusammen gehört, dann... ach, was rege ich mich auf. Wir gewinnen ja eh.
Donnerstag, 9. Februar 2006
nullnull
Torlos. Sprachlos. Wieder mal in diesem Jahr über weite Strecken ein Graupenkick der Borussia. Was bleibt? Ein Punkt. Ein guter Einstand von Bo Svensson. Die Erkenntnis, dass Horst Köppel nicht nur den Überblick in der Mannschaftsaufstellung zunehmend verliert, sondern auch entgegen seinem Opa-Image seine cholerische Ader nicht im Griff hat (O-Ton in der Sportschau zu Sonck "Du kannst nach Hause gehen, beweg Dich, Scheißdreck!") und offenbar zunehmend an Nervenflattern leidet. Die Hoffnung, dass wir gegen Duisburg einmal wieder eine Mannschaft haben, und die auch Fußball spielt. Die Vermutung, dass wir spätestens in der neuen Saison einen anderen Trainer haben.
Mittwoch, 8. Februar 2006
lob des handwerks
Endlich hat es mal jemand verstanden. Für Borussia ist Jeff Strasser einer der ganz Wichtigen. Im Interview mit borussia.de bemerkt Mirko Slomka vor dem heutigen Spiel, Gladbach sei nicht nur psychologisch nach zwei Niederlagen in einer schwierigen Phase, die Schalker rechnen sich auch bessere Chancen aus, weil Strasser gesperrt ist und ersetzt werden muss.
Der Prophet gilt ja nichts im eigenen Lande, aber schon in Gelsenkirchen ist er etwas wert. Während ich für meine Strasser-Leidenschaft immer wieder belächelt werde, spricht Slomka mit der Autorität eines Bundesliga-Trainers. In Zeiten der Ballerinas, Diven, Popstars auf dem Rasen fällt einer wie Strasser erst auf, wenn er fehlt. Heute abend werden ihn plötzlich viele vermissen. Jeff, ich trage auch heut abend Dein Trikot!
Der Prophet gilt ja nichts im eigenen Lande, aber schon in Gelsenkirchen ist er etwas wert. Während ich für meine Strasser-Leidenschaft immer wieder belächelt werde, spricht Slomka mit der Autorität eines Bundesliga-Trainers. In Zeiten der Ballerinas, Diven, Popstars auf dem Rasen fällt einer wie Strasser erst auf, wenn er fehlt. Heute abend werden ihn plötzlich viele vermissen. Jeff, ich trage auch heut abend Dein Trikot!
Dienstag, 7. Februar 2006
alle jahre wieder
Nanu. Sonst war ich doch immer der erste, der Köppels Rauswurf fordert. Und nun reiße ich mich seit Monaten zusammen, auch in den letzten Wochen, in denen es wahrlich nicht mehr gülden lief. Und hinter meinem Rücken kocht die Diskussion nun doch wieder so heftig, wie alle Jahre wieder um diese Jahreszeit, nachzulesen etwa im Forum der lieben Kollegen von der Seitenwahl.
Endlich darf man offenbar wieder seine Meinung sagen, ohne als Nestbeschmutzer und Denkmalschänder getadelt zu werden. Dann wage ich heute (endlich!) einmal wieder die vorsichtige Andeutung, dass auch ich mir die Frage stelle, ob "HK" ganz der richtige Mann am richtigen Ort ist. Und: Ich gelobe einen gepfefferten Raus-mit-Köppel-dem-Versager-Artikel für den Fall, dass wir morgen verlieren.
Ach, das Fußball-Business ist so dreckig, so berechenbar.
Endlich darf man offenbar wieder seine Meinung sagen, ohne als Nestbeschmutzer und Denkmalschänder getadelt zu werden. Dann wage ich heute (endlich!) einmal wieder die vorsichtige Andeutung, dass auch ich mir die Frage stelle, ob "HK" ganz der richtige Mann am richtigen Ort ist. Und: Ich gelobe einen gepfefferten Raus-mit-Köppel-dem-Versager-Artikel für den Fall, dass wir morgen verlieren.
Ach, das Fußball-Business ist so dreckig, so berechenbar.
Montag, 6. Februar 2006
bitte (nicht) siegen
Gestern gewann Smudo. Das heißt, Maik hat verloren. Gestern gewann auch Wolfsburg. Das heißt, Gladbach hat verloren.
Das Jahr ist gestartet, wie es sich ein Pessimist nicht besser hätte ausdenken können. Eine gemischte Vorbereitung, die mit einem Überraschungserfolg endet und kurz glauben lässt, es könne vielleicht wirklich kein Zufall sein, dass wir in der oberen Tabellenhälfte überwintert haben. Dann die Niederlage gegen Bayern. Das Auftreten nicht glücklich, aber kein anderes Ergebnis war zu erwarten. Ein Sieg gegen Wolfsburg, wenigstens ein Punkt, und alles wäre normal gewesen.
Doch die Niederlage wertet die gesamten ersten Wochen des Jahres um: Die Vorbereitung war eben nur gemischt, kein Erfolg. Gegen Bayern, so lässt sich rückblickend interpretieren, war schon erahnbar, was gegen Wolfsburg deutlich wurde: In der Rückrunde geht es nicht so weiter, wie die Vorrunde hoffen ließ.
Um dem Prinzip Hoffnung doch noch, zumindest bis Mittwoch, bis Schalke, eine Chance zu geben: Auch die Hinrunde begann nicht begeisternd. Ein Sieg gegen Schalke, und alles ist wieder gut. Aber wehe, wenn nicht...
PS. Die BILD meldet heute, Holger Fach sei als Nachfolger von Jan Kocian bei den Sportfreunden Siegen im Gespräch. Das gönnen wir ihm. Denn wie heißt es so doch: Was ist schlimmer als verlieren? - Siegen! Hoffen wir nur, die Fohlen verstehen dieses Wortspiel am Mittwoch nicht erneut falsch.
Das Jahr ist gestartet, wie es sich ein Pessimist nicht besser hätte ausdenken können. Eine gemischte Vorbereitung, die mit einem Überraschungserfolg endet und kurz glauben lässt, es könne vielleicht wirklich kein Zufall sein, dass wir in der oberen Tabellenhälfte überwintert haben. Dann die Niederlage gegen Bayern. Das Auftreten nicht glücklich, aber kein anderes Ergebnis war zu erwarten. Ein Sieg gegen Wolfsburg, wenigstens ein Punkt, und alles wäre normal gewesen.
Doch die Niederlage wertet die gesamten ersten Wochen des Jahres um: Die Vorbereitung war eben nur gemischt, kein Erfolg. Gegen Bayern, so lässt sich rückblickend interpretieren, war schon erahnbar, was gegen Wolfsburg deutlich wurde: In der Rückrunde geht es nicht so weiter, wie die Vorrunde hoffen ließ.
Um dem Prinzip Hoffnung doch noch, zumindest bis Mittwoch, bis Schalke, eine Chance zu geben: Auch die Hinrunde begann nicht begeisternd. Ein Sieg gegen Schalke, und alles ist wieder gut. Aber wehe, wenn nicht...
PS. Die BILD meldet heute, Holger Fach sei als Nachfolger von Jan Kocian bei den Sportfreunden Siegen im Gespräch. Das gönnen wir ihm. Denn wie heißt es so doch: Was ist schlimmer als verlieren? - Siegen! Hoffen wir nur, die Fohlen verstehen dieses Wortspiel am Mittwoch nicht erneut falsch.
Sonntag, 5. Februar 2006
smudo gewinnt
Wir haben verloren, das klipp und klar gleich am Anfang. Es war eine bittere Niederlage, eine, die schmerzt. Wir haben verloren, und wer verliert, der verliert verdient, auch das sei gleich zu Beginn gesagt. Machtball erkämpft – und vergeben. Nerven gezeigt. Im entscheidenden Moment nicht konzentriert genug gewesen, die Hundertprozentige nicht genutzt.
Wir wollen auch nicht in Schaaf- oder Allofs-Manier weinerlich nach Ausreden suchen. Sicher, man hätte das Spiel nicht anpfeifen müssen. Direkt vor dem gegnerischen Tor, auch an den Eckfahnen und im Fünfmeterraum lag enorm viel Dreck. Graue Asche – unsere Gegner waren starke Raucher. Und: Das Flutlicht, das das Stadion beleuchten sollte, fiel in enorm ungünstigem Winkel auf das Spielfeld; wenn nicht irregulär so doch mindestens Stiftung-Warentest-anrüchig. Verletzt hat sich dennoch niemand, einzig haben wir uns blenden lassen vom scheinbar übermächtigen Gegner.
Wir, also mein Freund Daniel und ich, haben gestern Abend gegen Smudo gekickert. In einem Hamburger Lokal – man darf, nachdem nicht nur Smudo, sondern auch wir beide da waren, jetzt durchaus nachhaltig von einer In-Location sprechen – begab es sich, dass sich zu späterer Stunde vier Großmeister des Kickersports an den Stangen gegenüberstanden. Fantastische Vier.
Smudo samt Kompagnon gegen Daniel und mich. „Hi, ich bin Maik.“ – „Smudo.“ – „Daniel.“ – „Smudo. Hi.“ Das erste Spiel verloren wir, und wir erzielten nur ein Tor. Anfangsnervosität plus Kaltstart – da war nicht mehr zu erwarten, schließlich hielten sich unsere Gegner schon diverse Stunden am Spieltisch bei Laune. Die von Smudo finanzierte Revanche war spannender. 0:1 in Rückstand geraten, konnten wir nicht nur ausgleichen, sondern fortan auch die Führung markieren. Mittlerweile standen nicht nur Torwart und Abwehr sicher, auch das Mittelfeld konnte das Spiel nach vorn treiben und die Stürmer stachen zuweilen. Das Spiel stand auf Messersschneide. Hochspannung.
Beim Stand von 5:5 dann Smudos Vorschlag: Wer das nächste Tor schießt, gewinnt. Ungewöhnlich, wird in den westfälischen Ligen, in denen wir groß geworden sind, doch immer bis zum 2-Tore-Vorsprung gespielt. Trotzdem zugestimmt. Der Ball rollt gut, unser Kombinationsspiel ringt den Gegnern anerkennendes Nicken ab, das Lokal starrt gebannt auf die quirligen Füße unseres Spielmachers, die großen Hände des Torhüters und die gewiefte Doppelfüßigkeit unseres Mittelstürmers. Der kann rechts wie links, oben wie unten. Gebannte Stille. Dann ein Rückpass aus dem Mittelfeld, die Abwehrreihen zaubern, die gegnerischen Stürmer wissen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Kurz angetäuscht, dann ein Schuss, ein Hammer.
Niemand spricht mehr. Alles starrt auf den Ball. Er bahnt sich seinen Weg, durch beide Mittelfeldreihen, direkt auf das gegnerische Tor zu, unsere Stürmer springen aus dem Weg, die Abwehr kann nichts mehr machen, der Torwart ist geschlagen. Und der Ball schlägt knapp links neben dem Tor an die Bande. Wird zurück katapultiert. Und landet ohne Spielerkontakt im eigenen Kasten. Eigentor. Verloren. Smudo gewinnt. Wieder kein Auswärtssieg. Daniel gab noch einem Journalisten zu Protokoll: „Wenn es hart auf hart kommt, kommt es meistens ganz hart!“ Während der Pressekonferenz brach es aus mir heraus: „Hast’e Scheiße am Fuß, hast’e Scheiße am Fuß!“ Der Abend war gelaufen.
Wir wollen auch nicht in Schaaf- oder Allofs-Manier weinerlich nach Ausreden suchen. Sicher, man hätte das Spiel nicht anpfeifen müssen. Direkt vor dem gegnerischen Tor, auch an den Eckfahnen und im Fünfmeterraum lag enorm viel Dreck. Graue Asche – unsere Gegner waren starke Raucher. Und: Das Flutlicht, das das Stadion beleuchten sollte, fiel in enorm ungünstigem Winkel auf das Spielfeld; wenn nicht irregulär so doch mindestens Stiftung-Warentest-anrüchig. Verletzt hat sich dennoch niemand, einzig haben wir uns blenden lassen vom scheinbar übermächtigen Gegner.
Wir, also mein Freund Daniel und ich, haben gestern Abend gegen Smudo gekickert. In einem Hamburger Lokal – man darf, nachdem nicht nur Smudo, sondern auch wir beide da waren, jetzt durchaus nachhaltig von einer In-Location sprechen – begab es sich, dass sich zu späterer Stunde vier Großmeister des Kickersports an den Stangen gegenüberstanden. Fantastische Vier.
Smudo samt Kompagnon gegen Daniel und mich. „Hi, ich bin Maik.“ – „Smudo.“ – „Daniel.“ – „Smudo. Hi.“ Das erste Spiel verloren wir, und wir erzielten nur ein Tor. Anfangsnervosität plus Kaltstart – da war nicht mehr zu erwarten, schließlich hielten sich unsere Gegner schon diverse Stunden am Spieltisch bei Laune. Die von Smudo finanzierte Revanche war spannender. 0:1 in Rückstand geraten, konnten wir nicht nur ausgleichen, sondern fortan auch die Führung markieren. Mittlerweile standen nicht nur Torwart und Abwehr sicher, auch das Mittelfeld konnte das Spiel nach vorn treiben und die Stürmer stachen zuweilen. Das Spiel stand auf Messersschneide. Hochspannung.
Beim Stand von 5:5 dann Smudos Vorschlag: Wer das nächste Tor schießt, gewinnt. Ungewöhnlich, wird in den westfälischen Ligen, in denen wir groß geworden sind, doch immer bis zum 2-Tore-Vorsprung gespielt. Trotzdem zugestimmt. Der Ball rollt gut, unser Kombinationsspiel ringt den Gegnern anerkennendes Nicken ab, das Lokal starrt gebannt auf die quirligen Füße unseres Spielmachers, die großen Hände des Torhüters und die gewiefte Doppelfüßigkeit unseres Mittelstürmers. Der kann rechts wie links, oben wie unten. Gebannte Stille. Dann ein Rückpass aus dem Mittelfeld, die Abwehrreihen zaubern, die gegnerischen Stürmer wissen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Kurz angetäuscht, dann ein Schuss, ein Hammer.
Niemand spricht mehr. Alles starrt auf den Ball. Er bahnt sich seinen Weg, durch beide Mittelfeldreihen, direkt auf das gegnerische Tor zu, unsere Stürmer springen aus dem Weg, die Abwehr kann nichts mehr machen, der Torwart ist geschlagen. Und der Ball schlägt knapp links neben dem Tor an die Bande. Wird zurück katapultiert. Und landet ohne Spielerkontakt im eigenen Kasten. Eigentor. Verloren. Smudo gewinnt. Wieder kein Auswärtssieg. Daniel gab noch einem Journalisten zu Protokoll: „Wenn es hart auf hart kommt, kommt es meistens ganz hart!“ Während der Pressekonferenz brach es aus mir heraus: „Hast’e Scheiße am Fuß, hast’e Scheiße am Fuß!“ Der Abend war gelaufen.
Samstag, 4. Februar 2006
drei punkte und tore zum auftakt
Eine reife Leistung! Wer gedacht hatte, nach der langen Winterpause würden der Neustart gemächlich und die Torchancen auf sich warten lassen, sah sich schnell getäuscht. Pele Wollitz hatte den VfL perfekt eingestellt, hatte den Jungs offenbar klar gemacht, was alles noch drin sein könnte in dieser eigentlich schon verlorenen Saison.
Mit dem 1:0 in der 16. Minute war der Verlauf des Matches schon vorgegeben: Markus Feldhoff vollendete einen von Thomas Cichon, Wolfgang Schütte und Andreas Schäfer mustergültig vorbereiteten Angriff und netzte sicher ein - Flachschuss ins lange Eck, als ob der blonde Mannschaftskapitän nie eine kleine Krise gehabt hätte. Torgarant Thommy Reichenberger machte mit dem 2:0 in der 34. Minute wohl schon alles klar. Dass der wie immer quierlige Sturmracker seinen 13. Saisontreffer jedoch per Kopf erzielte, war kurios. Glückwunsch!
Wuppertal, bis zu diesem 2:0 ein munterer Gegner, der zumindest manchmal vor dem Tor der Lila-Weißen auftauchte, blieb daraufhin bis zum Ende des Spiels harmlos. Osnabrück spielte engagiert, druckvoll nach vorn und ließ nicht einen Moment Zweifel aufkommen, dass die drei Punkte heute Nachmittag an der Bremer Brücke bleiben. Die knapp 6.000 Zuschauer quittierten diese Leistung schon zur Halbzeit mit viel Applaus.
3:0, 78. Minute, Feldhoff zum Zweiten, Foulelfmeter. Endstand. Der VfL spielte über 90 Minuten so souverän, dass man sich wieder einmal fragt, warum derlei Leistungen nicht auswärts abgerufen werden können. Zu Hause lassen die Lila-Weißen nichts anbrennen. Es hat Spaß gemacht, dabei zuzusehen. Nun stehen 36 Punkte auf dem Konto, das reicht noch nicht einmal für die Goldene Ananas. Es gilt also zum zigsten Mal in dieser Spielzeit, daran anzuknüpfen. In Leverkusen und in den anderen 14 Spielen bis Mai.
Mit dem 1:0 in der 16. Minute war der Verlauf des Matches schon vorgegeben: Markus Feldhoff vollendete einen von Thomas Cichon, Wolfgang Schütte und Andreas Schäfer mustergültig vorbereiteten Angriff und netzte sicher ein - Flachschuss ins lange Eck, als ob der blonde Mannschaftskapitän nie eine kleine Krise gehabt hätte. Torgarant Thommy Reichenberger machte mit dem 2:0 in der 34. Minute wohl schon alles klar. Dass der wie immer quierlige Sturmracker seinen 13. Saisontreffer jedoch per Kopf erzielte, war kurios. Glückwunsch!
Wuppertal, bis zu diesem 2:0 ein munterer Gegner, der zumindest manchmal vor dem Tor der Lila-Weißen auftauchte, blieb daraufhin bis zum Ende des Spiels harmlos. Osnabrück spielte engagiert, druckvoll nach vorn und ließ nicht einen Moment Zweifel aufkommen, dass die drei Punkte heute Nachmittag an der Bremer Brücke bleiben. Die knapp 6.000 Zuschauer quittierten diese Leistung schon zur Halbzeit mit viel Applaus.
3:0, 78. Minute, Feldhoff zum Zweiten, Foulelfmeter. Endstand. Der VfL spielte über 90 Minuten so souverän, dass man sich wieder einmal fragt, warum derlei Leistungen nicht auswärts abgerufen werden können. Zu Hause lassen die Lila-Weißen nichts anbrennen. Es hat Spaß gemacht, dabei zuzusehen. Nun stehen 36 Punkte auf dem Konto, das reicht noch nicht einmal für die Goldene Ananas. Es gilt also zum zigsten Mal in dieser Spielzeit, daran anzuknüpfen. In Leverkusen und in den anderen 14 Spielen bis Mai.
Freitag, 3. Februar 2006
vfl - wuppertal findet statt
Das Regionalliga-Spiel VfL Osnabrück gegen den Wuppertaler SV findet statt. Zumindest bei uns. Wir haben nämlich von Warten die Schnauze voll, und daher wird die Partie hier im VfLog pünktlich angepfiffen: Morgen um 14 Uhr.
So wollen sie spielen:
VfL Osnabrück: Berbig - Schütte, Heidenreich, A. Schäfer, Cichon - Enochs, Nouri, Kügler - Feldhoff - Reichenberger, Menga - Trainer: Wollitz
Wuppertaler SV: Maly - M. Ortlieb, Mehnert, Wiwerink, Schaffrath - Pfingsten, M. Stuckmann, Bayertz, Tavarez - A. Gensler, Heinzmann - Trainer: Fuchs
Pele Wollitz will auch im neuen Jahr die furiose Heimserie fortsetzen: "Wir haben jetzt 7 Spiele daheim gewonnen, und morgen Abend werden es acht sein. Ich werde wieder forsch und offensiv nach vorn spielen lassen, und wir wollen den Zuschauern ein tolles Fußballspiel zeigen. Meine Jungs haben klasse trainiert und sind heiß, vielleicht doch noch das Unmögliche zu schaffen. Jedenfalls wird es jetzt höchste Zeit, dass die Winterpause zu Ende geht!"
WSV-Coach Uwe Fuchs weiß um die Heimstärke der Lila-Weißen: "Natürlich spielen wir nicht kopflos und mit drei Stürmern nach vorn. Erstmal geht es darum, hinten gut zu stehen und den Osnabrückern im Spielfluss zu stören. Und dann mal sehen: Wir sind im Verlauf der Saison in Tritt gekommen; womöglich können wir sogar einen Punkt aus Osnabrück entführen." Wie dem auch sei: Hauptsache, es geht wieder los!
So wollen sie spielen:
VfL Osnabrück: Berbig - Schütte, Heidenreich, A. Schäfer, Cichon - Enochs, Nouri, Kügler - Feldhoff - Reichenberger, Menga - Trainer: Wollitz
Wuppertaler SV: Maly - M. Ortlieb, Mehnert, Wiwerink, Schaffrath - Pfingsten, M. Stuckmann, Bayertz, Tavarez - A. Gensler, Heinzmann - Trainer: Fuchs
Pele Wollitz will auch im neuen Jahr die furiose Heimserie fortsetzen: "Wir haben jetzt 7 Spiele daheim gewonnen, und morgen Abend werden es acht sein. Ich werde wieder forsch und offensiv nach vorn spielen lassen, und wir wollen den Zuschauern ein tolles Fußballspiel zeigen. Meine Jungs haben klasse trainiert und sind heiß, vielleicht doch noch das Unmögliche zu schaffen. Jedenfalls wird es jetzt höchste Zeit, dass die Winterpause zu Ende geht!"
WSV-Coach Uwe Fuchs weiß um die Heimstärke der Lila-Weißen: "Natürlich spielen wir nicht kopflos und mit drei Stürmern nach vorn. Erstmal geht es darum, hinten gut zu stehen und den Osnabrückern im Spielfluss zu stören. Und dann mal sehen: Wir sind im Verlauf der Saison in Tritt gekommen; womöglich können wir sogar einen Punkt aus Osnabrück entführen." Wie dem auch sei: Hauptsache, es geht wieder los!
Donnerstag, 2. Februar 2006
rasender stillstand
Das Internet, ein Hammer. Blitzschnell, dieses Medium. Im Online-Lexikon Wikipedia taucht bereits seit gestern im Eintrag über unsere Fohlen "Nando Rafael" als Mitglied des Kaders auf. So schnell ist der Brockhaus nie.
Im Beitrag zum Bökelbergstadion findet sich gar bereits dieser kühne Satz: "Von Januar bis März 2006 ist das Bökelbergstadion abgerissen worden." Wikipedia: schneller als schnell!
Allein, wenn ich mir im Artikel über Gladbach die Vereine der deutschen Bundesliga anschaue: Warum steht denn da noch der
1. FC. Köln?
Im Beitrag zum Bökelbergstadion findet sich gar bereits dieser kühne Satz: "Von Januar bis März 2006 ist das Bökelbergstadion abgerissen worden." Wikipedia: schneller als schnell!
Allein, wenn ich mir im Artikel über Gladbach die Vereine der deutschen Bundesliga anschaue: Warum steht denn da noch der
1. FC. Köln?
Mittwoch, 1. Februar 2006
zum leben erwecken
Ein paar Tage dauert es noch, dann lohnt es wieder, auf der Welt zu sein. Am Samstag endlich laufen die Lila-Weißen wieder auf, daheim gegen Wuppertal. Früher, als man jung war und gierig nach immer Neuem, da kam einem die Winterpause vor wie viele Jahre lang; als Kind erfreute man sich gar an den damals immerhin halbprofessionell ausgetragenen Hallenturnieren. In diesem Jahre fühle ich mich wie 13. So unglücklich und schmerzlich habe ich selten auf den Wiederanpfiff gewartet, erst recht weil die beiden zumindest auf dem Papier höheren Ligen schon eine Woche eher wieder am Start waren.
Samstag gegen Wuppertal beginnt für den VfL aller Voraussicht nach ein einsamer Kampf um die Goldenen Ananas. Doch: Selbst das ist besser als nichts und mitreißender als das, was 35 der 36 Profi-Klubs zwei Etagen höher zu Wege bringen. Was darf man sich wünschen? Klar, einen Auswärtssieg, bestenfalls schon gegen Leverkusen in eineinhalb Wochen. Außerdem: Eine Mannschaft, die sich endlich konstant und eindrücklich zusammenfindet, die als Einheit auftritt und, wie im letzten Jahr, hoffen lässt auf bald. Und: Einen Trainer und ein Management, die die Früchte ihrer Arbeit nicht nur ernten, sondern auch uns Fans verstehbar machen.
Ausgespielt werden noch 16 Mal drei Punkte, darunter die vielversprechenden Heimspiele gegen Kiel, Essen und St. Pauli. Damit, wenn schon nicht der VfL, mit Kiel und Lübeck wenigsten zwei Sympathikusse aufsteigen, müssen wir gegen Essen gewinnen. Damit auch in der nächsten Spielzeit das feine Duell am Millerntor ansteht, müssen wir gegen St. Pauli gewinnen. Und damit die beiden nicht sagen, wir hätten die Störche zum Aufsteiger gemacht, werden wir auch gegen Kiel gewinnen.
Samstag gegen Wuppertal beginnt für den VfL aller Voraussicht nach ein einsamer Kampf um die Goldenen Ananas. Doch: Selbst das ist besser als nichts und mitreißender als das, was 35 der 36 Profi-Klubs zwei Etagen höher zu Wege bringen. Was darf man sich wünschen? Klar, einen Auswärtssieg, bestenfalls schon gegen Leverkusen in eineinhalb Wochen. Außerdem: Eine Mannschaft, die sich endlich konstant und eindrücklich zusammenfindet, die als Einheit auftritt und, wie im letzten Jahr, hoffen lässt auf bald. Und: Einen Trainer und ein Management, die die Früchte ihrer Arbeit nicht nur ernten, sondern auch uns Fans verstehbar machen.
Ausgespielt werden noch 16 Mal drei Punkte, darunter die vielversprechenden Heimspiele gegen Kiel, Essen und St. Pauli. Damit, wenn schon nicht der VfL, mit Kiel und Lübeck wenigsten zwei Sympathikusse aufsteigen, müssen wir gegen Essen gewinnen. Damit auch in der nächsten Spielzeit das feine Duell am Millerntor ansteht, müssen wir gegen St. Pauli gewinnen. Und damit die beiden nicht sagen, wir hätten die Störche zum Aufsteiger gemacht, werden wir auch gegen Kiel gewinnen.
Dienstag, 31. Januar 2006
und nochmal anders
Haben wir's nicht gesagt? Peter Pander ist immer für eine Überraschung gut. Nachdem alle Welt schon verkündet hatte, Borussia werde sich mit dem vorgezogenen Bo "Beau" Svensson-Transfer in dieser Winterpause begnügen müssen, kommt nun doch Nando Rafael nach Gladbach. Sofort. Und bleibt. Im Wechsel zieht Sverki für den Rest der Saison zu Hertha, jedoch ohne jegliche Kaufoption. Fazit: Ich freue mich auf Nando und hoffe inständig, Sverki wird ihm ab Herbst wieder bei uns Konkurrenz machen.
denn erstens kommt es andres...
...und zweitens als man denkt. Wir fassen zusammen: Andres d'Alessandro kommt nicht, einer der Chefmutmaßer von kicker oder Sportbild glaubt, die Verweigerung der Wolfsburger sei dadurch begründet, dass Peter Pander sich zu gut mit dem Spieler verstehe und dieser dadurch womöglich in Gladbach Erfolg haben könnte. Aha. Auch all die anderen, die vielleicht hätten kommen sollen, kommen wohl eher nicht. Nur der, der in jedem Fall kommen sollte, aber erst später, kommt früher. Willkommen, Beau!
Wir können mit all dem gut leben und haben weiter das Gefühl, dass PP schon weiß, was er tut. Aber etwas verwirrend war das Auf und Ab der letzten Tage schon. Da schwirrt nicht nur unserem treuen Leser Dirk der Kopf:
Wir können mit all dem gut leben und haben weiter das Gefühl, dass PP schon weiß, was er tut. Aber etwas verwirrend war das Auf und Ab der letzten Tage schon. Da schwirrt nicht nur unserem treuen Leser Dirk der Kopf:
"Naja, der Andres kommt ja nun doch nicht - Wolfsburg ist, auch angesichts nächsten Samstags, wohl zu feige gewesen, den zu verleihen. Und Rafael kommt erst im Sommer, weil Christian nicht zu Hertha kommen kann. Heißt das eigentlich, dass Sverki jetzt doch nicht zu den Duisburgern geht? Blickt da noch einer durch?"
Montag, 30. Januar 2006
mafiöse vorgriffe
Es war ein zu hübsches Bild, gestern in Sport im Westen im WDR-Fernsehen. Da berichtete man von der Gladbacher Karnevalsfeier und befragte vor Ort gleich Peter 'Pink' Pander zu den diversen Gerüchten um Last-Minute-Neuzugänge. Der antwortete auch ausführlich, gekleidet in schickster Mafia-Montur mit Sonnenbrille, dunklem Hut und italoglamour Amore-Anzug.
Deutlich wurde: Die Mafiamethoden des letzten Winters, als der damalige Trainer (ihr wisst schon wer) praktisch einen komplett neuen Kader herbeigekauft bekam, werden nicht wiederholt. Und doch klangen einige Vokabeln aus des Managers Mund bekannt. Wenn kurzfristig noch Spieler kommen sollten, dann höchstens als "Vorgriffe" auf die nächste Spielzeit. Mit dieser – keineswegs dummen – Taktik mausert sich Gladbach womöglich erneut zum Meister im Winterschluss-Verkauf. D'Allessandro, Nando Rafael und auch Bo Svensson schon jetzt, das hätte was. Und es wären allesamt Transfers, die hilfreich scheinen, keine Panikaktionen.
Vernünftig auch, Sverki nicht endgültig ziehen zu lassen. Einer meiner absoulten Lieblinge, der für Gladbach noch sehr wertvoll sein könnte, wenn er denn endlich wieder zu seiner Form findet. Und dann soll er wieder vor der Nordkurve bis zu 60 Minuten nach Spielende La Ola feiern, nicht in Meiderich!
Natürlich ist es auch denkbar, dass bis morgen auch einfach gar nichts passiert und alles bleibt wie es ist. Aber mal ehrlich, mindestens einem Spieler wird Peter schon ein Angebot machen, das der nicht ablehnen kann... Herr Pander, ihre Methoden gefallen mir!
Deutlich wurde: Die Mafiamethoden des letzten Winters, als der damalige Trainer (ihr wisst schon wer) praktisch einen komplett neuen Kader herbeigekauft bekam, werden nicht wiederholt. Und doch klangen einige Vokabeln aus des Managers Mund bekannt. Wenn kurzfristig noch Spieler kommen sollten, dann höchstens als "Vorgriffe" auf die nächste Spielzeit. Mit dieser – keineswegs dummen – Taktik mausert sich Gladbach womöglich erneut zum Meister im Winterschluss-Verkauf. D'Allessandro, Nando Rafael und auch Bo Svensson schon jetzt, das hätte was. Und es wären allesamt Transfers, die hilfreich scheinen, keine Panikaktionen.
Vernünftig auch, Sverki nicht endgültig ziehen zu lassen. Einer meiner absoulten Lieblinge, der für Gladbach noch sehr wertvoll sein könnte, wenn er denn endlich wieder zu seiner Form findet. Und dann soll er wieder vor der Nordkurve bis zu 60 Minuten nach Spielende La Ola feiern, nicht in Meiderich!
Natürlich ist es auch denkbar, dass bis morgen auch einfach gar nichts passiert und alles bleibt wie es ist. Aber mal ehrlich, mindestens einem Spieler wird Peter schon ein Angebot machen, das der nicht ablehnen kann... Herr Pander, ihre Methoden gefallen mir!
Sonntag, 29. Januar 2006
bitte was?
Lieber Maik, was ist denn da mit Dir durchgegangen? Ich weiß ja, dass Du in früher Kindheit einmal so etwas wie Sympathisant des, ähem, "F"C Bayern warst. Aber selbst das entschuldigt nicht, was Du da gestern geschrieben hast! "Schon das war unterhaltsam", so Deine Meinung dazu, dass Borussia gegen den Erz- und Erbfeind aus dem Süden leider wirklich chancenlos war und blieb? Dein offenbar geradezu masochistisches Verständnis von Unterhaltung kann ich wirklich nicht teilen. Aber Dein bemühtes Horst-Lob, das hat was. Und ich werde mich wohl bei nächster Gelegenheit einmal als heimlicher Fan von Holstein Kiel outen müssen...
Samstag, 28. Januar 2006
der horst
Das war fast rührend, als der Magath-Felix vor Spielbeginn mit unserem Horschtl auf der Borussia-Bank saß und die beiden einen launigen Plausch für die Sportschau hielten. "Damals", beim 2:0-Einstiegssieg, "war der Horst ja erst ganz kurz wieder dabei", oder so ähnlich sprudelte es aus Magath. Zwei jedenfalls, die sich gern haben, das merkte man.
Gern haben durfte man gestern auch endlich wieder den Bundesliga-Ball, der wirklich ordentlich rollte. Nicht st.-pauliesk, sondern (alt)meisterlich. Das war ein gutes Spiel. Bayern hat in der ersten Halbzeit wirklich großartig gespielt, vielleicht sogar taktisch perfekt. Keine einzige Torchance haben sie zugelassen, trotzdem hat der VfL gut mitgespielt. Schon das war unterhaltsam.
In Halbzeit 2, nach dem vorübergehenden Anschlusstreffer, lief die Borussia zu einer Form auf, die einen froh stimmt für die kommenden 16 Kicks. Das war richtig guter Fußball und - für vielleicht 10 oder 15 Minuten - ein offenes, spannendes Spiel. Der Horst hat die Jungs fit gemacht für die Rückrunde. Und wenn es schon Spaß macht, ihnen beim Verlieren gegen Bayern zuzusehen: Auf was darf man dann erst gegen die normalen Gegner hoffen! Der Felix hat einfach das bessere Team. Beim Horst aber erkennt man, jetzt wo er schon länger dabei ist, so etwas wie eine Handschrift. Manch einer mag sich verwundert die Augen reiben.
Gern haben durfte man gestern auch endlich wieder den Bundesliga-Ball, der wirklich ordentlich rollte. Nicht st.-pauliesk, sondern (alt)meisterlich. Das war ein gutes Spiel. Bayern hat in der ersten Halbzeit wirklich großartig gespielt, vielleicht sogar taktisch perfekt. Keine einzige Torchance haben sie zugelassen, trotzdem hat der VfL gut mitgespielt. Schon das war unterhaltsam.
In Halbzeit 2, nach dem vorübergehenden Anschlusstreffer, lief die Borussia zu einer Form auf, die einen froh stimmt für die kommenden 16 Kicks. Das war richtig guter Fußball und - für vielleicht 10 oder 15 Minuten - ein offenes, spannendes Spiel. Der Horst hat die Jungs fit gemacht für die Rückrunde. Und wenn es schon Spaß macht, ihnen beim Verlieren gegen Bayern zuzusehen: Auf was darf man dann erst gegen die normalen Gegner hoffen! Der Felix hat einfach das bessere Team. Beim Horst aber erkennt man, jetzt wo er schon länger dabei ist, so etwas wie eine Handschrift. Manch einer mag sich verwundert die Augen reiben.
Freitag, 27. Januar 2006
Donnerstag, 26. Januar 2006
die große prüfung
Dieses Grummeln im Magen vor dem morgigen Tag, ist es Vorfreude oder Nervosität? Endlich jedenfalls ist es soweit, und das ist gut, soviel ist klar. Seit Dezember haben wir auf diesen Tag gewartet, hatten ursprünglich vor, uns so richtig ausgiebig vorzubereiten, einzustimmen, einzuswingen, vielleicht sogar über Weihnachten etwas in den einschlägigen Büchern zu blättern, von denen es gerade in diesem Jahr soviele gibt, um uns mit Hintergrundwissen zu versorgen. Daraus wurde natürlich nichts, zuviel Stress, zuviel Alltag. Aber spätestens seit Anfang dieser Woche beherrscht der morgige Tag unser Bewusstsein. Morgen, die erste große Prüfung des Jahres. Haben wir uns ausreichend vorbereitet? Wird alles so laufen, wie wir es uns vorgestellt haben? Zuversicht und Selbstbewusstsein wechseln sich ab mit Versagensängsten. Heute Nacht werden wir nicht ruhig schlafen können. Morgen werden wir Bauchschmerzen haben. Aber wenn es dann endlich soweit ist, ist all das vergessen. Dann sind wir ganz bei der Sache. Und wir werden alles geben.
Mittwoch, 25. Januar 2006
well prepared
Der VfL ist für die nahende Regionalliga-Rückrunde gewappnet. Soviel steht spätestens fest, seit das Testspiel gegen den vermeintlichen Erstligisten 1. FC Köln gestern Abend mit 2:2 bestritten wurde. Eigentlich hatte der VfL ja bereits vor Wochenfrist in eine 3:4-Mitleidsniederlage eingewilligt. Doch Köln ist zu schlecht dafür.
danke, mainz!
Das neue Jahr beginnt, wie das alte endete. Bayern siegt, wie Bayern meist siegt: Mit Glück, mit Ausdauer, und der zuschauende Borusse ärgert sich. Beeindruckend aber die Mainzer, die unglücklich verloren, aber doch den vermeintlich den Mühen der Ebene längst enteilten Bajuwaren zeigten, wo die Grasnarbe liegt.
Ihr Auftritt kann Vorbild für die Fohlen am Freitag sein, Motivation, die Niederlage des einzig anderen sympathischen fußballerischen Rhein-Anrainers zu rächen. Und Mainz' Kampf über 120 Minuten, so lässt sich hoffen, könnte die Bayern ein wenig ausgelaugt haben. Nicht, dass derartige Anstrengungen den Rekordmeister allzu oft beeindrucken. Aber wenn zweimal zähe Sympathen unbeeindruckt von der rot-weißen Überaura aufspielen, wer weiß, ob nicht irgendwann auch das meisterliche Selbstbewusstsein wankt...
Mainz jedenfalls gilt es zu danken – nicht umsonst verbindet die Borussia und die Mainzer eine tiefe Fanfreundschaft seit jenem legendären Pokalspiel auf dem Bökelberg, als... Aber das ist eine andere Geschichte.
Ihr Auftritt kann Vorbild für die Fohlen am Freitag sein, Motivation, die Niederlage des einzig anderen sympathischen fußballerischen Rhein-Anrainers zu rächen. Und Mainz' Kampf über 120 Minuten, so lässt sich hoffen, könnte die Bayern ein wenig ausgelaugt haben. Nicht, dass derartige Anstrengungen den Rekordmeister allzu oft beeindrucken. Aber wenn zweimal zähe Sympathen unbeeindruckt von der rot-weißen Überaura aufspielen, wer weiß, ob nicht irgendwann auch das meisterliche Selbstbewusstsein wankt...
Mainz jedenfalls gilt es zu danken – nicht umsonst verbindet die Borussia und die Mainzer eine tiefe Fanfreundschaft seit jenem legendären Pokalspiel auf dem Bökelberg, als... Aber das ist eine andere Geschichte.
Dienstag, 24. Januar 2006
harte arbeit und karges leben
"Das wahre Glück liegt in harter Arbeit und kargem Leben", so steht es in George Orwells Animal Farm. Und so muss denn Krisztian Lisztes ein glücklicher Mensch sein. Denn sein karges Leben spielt sich demnächst wieder im Borussia-Parkschen Rehazentrum ab: wieder verletzt, Teileinriss des Außenmeniskus, 6 Wochen Pause.
Wenn man fragt, welche Spieler typisch für Borussia, für die Fohlenphilosophie sind, dann fallen einem Namen ein wie Jubel-Jansen und Power-Polanski, weniger Krisztian Lisztes. Doch für die Einkaufspolitik einer düsteren Zeit ist er durchaus typisch, vielleicht gar ein Endpunkt. Ein alter Hase, aber mit hohem Verletzungsrisiko. Einer wie Ziege, wie Böhme, wie Helveg... Doch Lisztes ist Opfer des neuen Windes unter Peter Pander, hat er doch nur einen leistungsbezogenen Vertrag erhalten.
Viele Bonuszahlungen konnte er seither nicht erhalten, hatte er doch wenig Gelegenheit auf dem Platz zu glänzen. Da wir George Orwell nicht folgen wollen, sehen wir Kris nicht als glücklichen Menschen, sondern spätestens nach seiner neuerlichen Verletzung als wahren Unglücksraben. Um ihm wieder auf die Gewinnerstraße zu verhelfen, füllen wir heute seinen Bonus-Counter mit einem Glückscent. Damit steht er ab sofort bei € 36,71. Gute Besserung!
Wenn man fragt, welche Spieler typisch für Borussia, für die Fohlenphilosophie sind, dann fallen einem Namen ein wie Jubel-Jansen und Power-Polanski, weniger Krisztian Lisztes. Doch für die Einkaufspolitik einer düsteren Zeit ist er durchaus typisch, vielleicht gar ein Endpunkt. Ein alter Hase, aber mit hohem Verletzungsrisiko. Einer wie Ziege, wie Böhme, wie Helveg... Doch Lisztes ist Opfer des neuen Windes unter Peter Pander, hat er doch nur einen leistungsbezogenen Vertrag erhalten.
Viele Bonuszahlungen konnte er seither nicht erhalten, hatte er doch wenig Gelegenheit auf dem Platz zu glänzen. Da wir George Orwell nicht folgen wollen, sehen wir Kris nicht als glücklichen Menschen, sondern spätestens nach seiner neuerlichen Verletzung als wahren Unglücksraben. Um ihm wieder auf die Gewinnerstraße zu verhelfen, füllen wir heute seinen Bonus-Counter mit einem Glückscent. Damit steht er ab sofort bei € 36,71. Gute Besserung!
Montag, 23. Januar 2006
welche sprache noch sprechen?
Wir hatten versucht, das Thema am Freitag beiläufig abzuhandeln. Wir hatten versucht, am Samstag business as usual vorzuspiegeln. Doch gestern konnten wir die Maske der journalistischen Distanz, ohnehin nicht unsere Stärke, nichtmehr aufrecht erhalten.
Der Bökelberg wird abgerissen. Er wird wirklich abgerissen. Jetzt, während ich dies schreibe. Jetzt, während unsere Leser dies lesen. Lärmend, staubend setzen ihm Bagger und Bohrer zu, schon steht die Südtribüne kaum noch, die charmanten Grashalme auf den Stufen der Ränge sacken ein und werden bestenfalls auf einer Schutthalde noch einmal zu wachsen anfangen.
Kann man in diesem Land noch leben? Dass wir uns nicht falsch verstehen: Der Borussia ist kein Vorwurf zu machen, sie hat lange am einzigen erträglichen "BB" Deutschlands festgehalten. Auf einem Denkmal statt in einem Stadion zu spielen, war praktisch schon in den Siebzigern, spätestens in den Achtzigern ein Nachteil, der es Teams wie den Bayern mit ihrem Olympiastadion und den entsprechenden kommerziellen Verwertungsmöglichkeiten erst möglich machte, der Liga zu enteilen. Wenn wir die Fohlen jemals international sehen wollen, dann ist es richtig, ein neues Stadion zu bauen. Und Gladbach hat dies behutsam getan, unter Einbindung der Fans in die Planung und: selbst finanziert. Das alles ist in Ordnung, sogar sympathisch, und darum ist Borussia eben auch Borussia, ist VfL nun einmal VfL.
Aber was tut die Stadt? Sie reißt den Bökelberg ab, ein Museum, einen Wallfahrtsort, eine Heimat für so viele Menschen weit über die Grenzen des Niederrheins hinaus. Kaltherzig. Aus Profitgier, um Mietshäuser bauen zu lassen, wo einst Meisterschaften gefeiert wurden. Jaja, es war klar, seit Monaten, Jahren. Aber heute ist es kein Gedankenspiel mehr, heute fällt die Nordkurve. Ich trauere. Und ich erwäge, dieses Land zu verlassen.
Der Bökelberg wird abgerissen. Er wird wirklich abgerissen. Jetzt, während ich dies schreibe. Jetzt, während unsere Leser dies lesen. Lärmend, staubend setzen ihm Bagger und Bohrer zu, schon steht die Südtribüne kaum noch, die charmanten Grashalme auf den Stufen der Ränge sacken ein und werden bestenfalls auf einer Schutthalde noch einmal zu wachsen anfangen.
Kann man in diesem Land noch leben? Dass wir uns nicht falsch verstehen: Der Borussia ist kein Vorwurf zu machen, sie hat lange am einzigen erträglichen "BB" Deutschlands festgehalten. Auf einem Denkmal statt in einem Stadion zu spielen, war praktisch schon in den Siebzigern, spätestens in den Achtzigern ein Nachteil, der es Teams wie den Bayern mit ihrem Olympiastadion und den entsprechenden kommerziellen Verwertungsmöglichkeiten erst möglich machte, der Liga zu enteilen. Wenn wir die Fohlen jemals international sehen wollen, dann ist es richtig, ein neues Stadion zu bauen. Und Gladbach hat dies behutsam getan, unter Einbindung der Fans in die Planung und: selbst finanziert. Das alles ist in Ordnung, sogar sympathisch, und darum ist Borussia eben auch Borussia, ist VfL nun einmal VfL.
Aber was tut die Stadt? Sie reißt den Bökelberg ab, ein Museum, einen Wallfahrtsort, eine Heimat für so viele Menschen weit über die Grenzen des Niederrheins hinaus. Kaltherzig. Aus Profitgier, um Mietshäuser bauen zu lassen, wo einst Meisterschaften gefeiert wurden. Jaja, es war klar, seit Monaten, Jahren. Aber heute ist es kein Gedankenspiel mehr, heute fällt die Nordkurve. Ich trauere. Und ich erwäge, dieses Land zu verlassen.
Samstag, 21. Januar 2006
das war einmal #8
Erzählte ich schon, dass meine Mama und mein Papa WM-Karten für das Spiel Schweiz-Südkorea 'gewonnen' haben? Südkorea wohlgemerkt. Das fordert einen achten Teil unserer VfLog-Rückschau geradezu heraus!
Angelehnt an die schöne WDR-Tradition, die 'Tageschau vor 20 Jahren' zu reanimieren, weil die alten Bänder einfach zu schön sind, um sie in den Archiven vergammeln zu lassen - diese Stücke sind immerhin holde Fernsehgeschichte -, widmen auch wir uns in unregelmäßigen Abständen unserer Best-of-Serie.
Heute: "Kleiner Mann? Noch im Abschied zeigt Advocaat mehr Größe als alle Kritiker" vom 18. April 2005:
An seinem ersten Tag am Niederrhein ließ Dick Advocaat in einem Pressegespräch durchblitzen, wie humorvoll er sein kann. "Horst Köppel kann ich nicht mehr übertreffen. Das waren bereits 100 Prozent", verkündete er in Anspielung auf den Sieg gegen den FC Bayern, den die Fohlen unter dem Interimscoach errungen hatten.
Schon diesen Satz hat in Gladbach leider niemand richtig verstanden: Es war ein Witz. Natürlich ist der international erfahrene und erfolgreiche Advocaat ein völlig anderes Kaliber als der damalige Amateurcoach der Fohlen, traute sich sicherlich auch einiges zu. Umso charmanter die großzügige Sentenz des Holländers, die jedoch schon nach kürzester Zeit doppelt in Frage gestellt wurde. Zweifel hatten viele gleichermaßen an Advocaats Humor wie an seiner Kompetenz, besser zu arbeiten, als etwa ein Horst Köppel dies kann. Heute trat der Unverstandene zurück und wird ab sofort von seinem Vorgänger beerbt.
Der Advocaatsche Rückzug ist eine große Tat, die einmal mehr beweist, was für ein Format dieser nur äußerlich kleine Mann hat – und vielleicht wird wenigstens im Abschied dem einen oder anderen klar, welch große Figur den Verein heute verlassen hat. Am Samstag abend noch verkündete Hochstätter nach einer Vereins-Krisensitzung, in der aktuellen Konstellation weiterarbeiten zu wollen. Es ist nicht allzu gewagt zu vermuten, daß zumindest Hochstätters Festhalten am Trainer vor allem dadurch motiviert war, daß eine Entlassung Advocaats fast zwingend seine eigene Demission zur Folge gehabt hätte.
So hat Advocaat nun die Unabhängigkeit und den Mut bewiesen, allein den Schritt zu tun, den die Funktionsträger des Vereins sich nicht getraut haben. Er befreit damit Mannschaft und Club von einer Unruhe, für die er selbst mehr Anlaß als Ursache war. Einmal mehr hat damit nicht zuletzt die Gladbacher Medienlandschaft mit beispielhaftem Kampagnenjournalismus Erfolg: Angesichts der Stimmung im Umfeld des Vereins und der unglücklichen sportlichen Situation wird sein Abgang wohl tatsächlich eine zumindest kurzfristige Verbesserung der Atmosphäre im und um den Nordpark zur Folge haben. Obendrein verzichtet Advocaat auf jede Abfindung – und straft damit all die bösen Hetzer Lügen, die ihm unterstellten, um eines schnöden Handgeldes willen den Karren Gladbach gegen die Wand zu fahren und "förmlich um seine Entlassung zu betteln", wie es mancherorts hieß.
Sportlich ist der Abgang Advocaats ein Verlust, davon sind wir nach wie vor überzeugt. Vielleicht war es auch einfach der falsche Zeitpunkt zwischen ihm und Borussia, vielleicht hat man in Gladbach mit seinem Namen zu schnell an die Champions-League-Spiele der Zukunft gedacht statt an den Abstiegskampf der Gegenwart. Doch möglicherweise sagt es auch mehr über den VfL, die Bundesliga und die Anforderungen eines allumfassenden Medienzirkusses aus als über den kompetenten aber verschwiegenen Holländer, daß er nie so recht die Chance hatte, bei der Borussia seine Kompetenzen zu beweisen; denn nie konnte er in Ruhe arbeiten.
Für den Verein sind die nächsten Wochen entscheidend. Die Floskeln von den der Mannschaft nun fehlenden Ausreden ersparen wir uns: Es geht um den Klassenerhalt wie zuvor, und jeder Profi weiß das. Da ist es fast egal, ob Horst Köppel nun als "Interimscoach" antritt und noch in dieser Saison abgelöst wird oder vorerst unbefristet das Training übernimmt. Besser als die bereits ungebeten sich anbiedernden Matthäus und Effenberg ist er allemal. Wünschen wir ihm also viel Erfolg. Und sagen wir Dick leise Servus, dem großen, kleinen Holländer, dem sympathischsten Trainer am Niederrhein seit Hans Meyer: ein Mann aus einem vergangenen Jahrhundert, der im Zeitalter der Arenen, der Millionenetats und Medienmaschinerien mit der besseren Welt, die er verkörpert, wohl untergehen mußte.
Angelehnt an die schöne WDR-Tradition, die 'Tageschau vor 20 Jahren' zu reanimieren, weil die alten Bänder einfach zu schön sind, um sie in den Archiven vergammeln zu lassen - diese Stücke sind immerhin holde Fernsehgeschichte -, widmen auch wir uns in unregelmäßigen Abständen unserer Best-of-Serie.
Heute: "Kleiner Mann? Noch im Abschied zeigt Advocaat mehr Größe als alle Kritiker" vom 18. April 2005:
An seinem ersten Tag am Niederrhein ließ Dick Advocaat in einem Pressegespräch durchblitzen, wie humorvoll er sein kann. "Horst Köppel kann ich nicht mehr übertreffen. Das waren bereits 100 Prozent", verkündete er in Anspielung auf den Sieg gegen den FC Bayern, den die Fohlen unter dem Interimscoach errungen hatten.
Schon diesen Satz hat in Gladbach leider niemand richtig verstanden: Es war ein Witz. Natürlich ist der international erfahrene und erfolgreiche Advocaat ein völlig anderes Kaliber als der damalige Amateurcoach der Fohlen, traute sich sicherlich auch einiges zu. Umso charmanter die großzügige Sentenz des Holländers, die jedoch schon nach kürzester Zeit doppelt in Frage gestellt wurde. Zweifel hatten viele gleichermaßen an Advocaats Humor wie an seiner Kompetenz, besser zu arbeiten, als etwa ein Horst Köppel dies kann. Heute trat der Unverstandene zurück und wird ab sofort von seinem Vorgänger beerbt.
Der Advocaatsche Rückzug ist eine große Tat, die einmal mehr beweist, was für ein Format dieser nur äußerlich kleine Mann hat – und vielleicht wird wenigstens im Abschied dem einen oder anderen klar, welch große Figur den Verein heute verlassen hat. Am Samstag abend noch verkündete Hochstätter nach einer Vereins-Krisensitzung, in der aktuellen Konstellation weiterarbeiten zu wollen. Es ist nicht allzu gewagt zu vermuten, daß zumindest Hochstätters Festhalten am Trainer vor allem dadurch motiviert war, daß eine Entlassung Advocaats fast zwingend seine eigene Demission zur Folge gehabt hätte.
So hat Advocaat nun die Unabhängigkeit und den Mut bewiesen, allein den Schritt zu tun, den die Funktionsträger des Vereins sich nicht getraut haben. Er befreit damit Mannschaft und Club von einer Unruhe, für die er selbst mehr Anlaß als Ursache war. Einmal mehr hat damit nicht zuletzt die Gladbacher Medienlandschaft mit beispielhaftem Kampagnenjournalismus Erfolg: Angesichts der Stimmung im Umfeld des Vereins und der unglücklichen sportlichen Situation wird sein Abgang wohl tatsächlich eine zumindest kurzfristige Verbesserung der Atmosphäre im und um den Nordpark zur Folge haben. Obendrein verzichtet Advocaat auf jede Abfindung – und straft damit all die bösen Hetzer Lügen, die ihm unterstellten, um eines schnöden Handgeldes willen den Karren Gladbach gegen die Wand zu fahren und "förmlich um seine Entlassung zu betteln", wie es mancherorts hieß.
Sportlich ist der Abgang Advocaats ein Verlust, davon sind wir nach wie vor überzeugt. Vielleicht war es auch einfach der falsche Zeitpunkt zwischen ihm und Borussia, vielleicht hat man in Gladbach mit seinem Namen zu schnell an die Champions-League-Spiele der Zukunft gedacht statt an den Abstiegskampf der Gegenwart. Doch möglicherweise sagt es auch mehr über den VfL, die Bundesliga und die Anforderungen eines allumfassenden Medienzirkusses aus als über den kompetenten aber verschwiegenen Holländer, daß er nie so recht die Chance hatte, bei der Borussia seine Kompetenzen zu beweisen; denn nie konnte er in Ruhe arbeiten.
Für den Verein sind die nächsten Wochen entscheidend. Die Floskeln von den der Mannschaft nun fehlenden Ausreden ersparen wir uns: Es geht um den Klassenerhalt wie zuvor, und jeder Profi weiß das. Da ist es fast egal, ob Horst Köppel nun als "Interimscoach" antritt und noch in dieser Saison abgelöst wird oder vorerst unbefristet das Training übernimmt. Besser als die bereits ungebeten sich anbiedernden Matthäus und Effenberg ist er allemal. Wünschen wir ihm also viel Erfolg. Und sagen wir Dick leise Servus, dem großen, kleinen Holländer, dem sympathischsten Trainer am Niederrhein seit Hans Meyer: ein Mann aus einem vergangenen Jahrhundert, der im Zeitalter der Arenen, der Millionenetats und Medienmaschinerien mit der besseren Welt, die er verkörpert, wohl untergehen mußte.
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Freitag, 20. Januar 2006
einstürzende altbauten

Es ist soweit. Der Fußballgott weint. Und er ist nicht der einzige mit einer Träne im Auge. Wer kondolieren will: Bitteschön!
Donnerstag, 19. Januar 2006
noch sieben ihr lieben
1. Freitag, 2. Samstag, 3. Sonntag, 4. Montag, 5. Dienstag, 6. Mittwoch, 7. Donnerstag
– dann haben wir's geschafft. Denn dann ist Freitag, ist Rückrundenstart der Bundesliga, ist Eröffnungsspiel mit Borussia, ist Sieg gegen die Bayern, ist Party im Borussiapark, ist endlich wieder FUSSBALL, der zählt, bei dem es um was geht, bei dem der Blick auf die Tabelle zittern oder jubeln lässt, bei dem im Stadion Nervenzusammenbruch und Freudentaumel so nah beieinander liegen wie sonst nur im stets manischen Wien, kurz: dann ist alles wieder gut.
Was haben wir uns gelangweilt, wie haben wir uns gemüht, unseren Lesern jeden Tag einen kleinen Grund zur Freude zu geben, wo doch wir selbst keinerlei Anlass zum Lächeln hatten. Wie denn, ohne Grün, ohne Lila, ohne Schwarz, ohne Weiß?!
Doch nur noch sieben Tage. Sieben, so belehrt uns Wikipedia, ist nicht nur "eine ungerade, natürliche und positive Zahl" sowie "in der Menge der natürlichen Zahlen der Nachfolger der Sechs und der Vorgänger von Acht". Nein, die Sieben steht "in
der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters [.] für die Gnade". Heute hat die Symbolik recht.
– dann haben wir's geschafft. Denn dann ist Freitag, ist Rückrundenstart der Bundesliga, ist Eröffnungsspiel mit Borussia, ist Sieg gegen die Bayern, ist Party im Borussiapark, ist endlich wieder FUSSBALL, der zählt, bei dem es um was geht, bei dem der Blick auf die Tabelle zittern oder jubeln lässt, bei dem im Stadion Nervenzusammenbruch und Freudentaumel so nah beieinander liegen wie sonst nur im stets manischen Wien, kurz: dann ist alles wieder gut.
Was haben wir uns gelangweilt, wie haben wir uns gemüht, unseren Lesern jeden Tag einen kleinen Grund zur Freude zu geben, wo doch wir selbst keinerlei Anlass zum Lächeln hatten. Wie denn, ohne Grün, ohne Lila, ohne Schwarz, ohne Weiß?!
Doch nur noch sieben Tage. Sieben, so belehrt uns Wikipedia, ist nicht nur "eine ungerade, natürliche und positive Zahl" sowie "in der Menge der natürlichen Zahlen der Nachfolger der Sechs und der Vorgänger von Acht". Nein, die Sieben steht "in
der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters [.] für die Gnade". Heute hat die Symbolik recht.
Mittwoch, 18. Januar 2006
wenn einer eine reise tut...
...dann muss er die Zeit im Zug, Auto oder Flugzeug irgendwie verbringen. Schlafen geht nicht immer, reden scheitert meist an der miserablen Auswahl angemessener Gesprächspartner und selbst essen wird irgendwann langweilig. Also liest der Reisende oft. Ich habe jüngst einmal die Gelegenheit genutzt, und mir zum ersten Mal seit Jahren wieder der Kicker gekauft. Mensch, ist das ein dröges Blatt.
Das musste ich einfach mal loswerden.
Das musste ich einfach mal loswerden.
Dienstag, 17. Januar 2006
nachrichten
Gleich in den ersten Übungseinheiten zum Thema "Nachrichten schreiben" lernt man so simple Sachen wie, dass es keine hermetisch abgeriegelten Gebäude gibt, weil dann dort drin alles Leben ersticken müsste; dass es keine zum Teil schwer verletzten Menschen gibt; und: dass eine Nachricht stets mit Aktualität und Relevanz zu tun hat.
"Kein Bankraub in Dortmund" ist zum Beispiel keine Nachricht. Oder: "Strasser weiter Verteidiger bei Gladbach" ist auch keine.
Unsere süßen VfLs scheren sich um diese Faustregeln einen Scheiß. So wird heute auf den jeweiligen Homepages freimütig und im Antlitz einer Schlagzeile verkündet: "Infos zum Testspiel gegen Verl" und "Neuville Ehrengast bei Benefizturnier in Genf". Die Trias "Infos", "Testspiel" und "Verl" ist dabei gleichwertig atmeberaubend wie "Neuville", "Ehrengast" und "Benefizturnier". Obacht für diesen scheulosen Umgang mit harten Fakten! Und nebenbei: Wann eigentlich geht endlich die Rückrunde los?
"Kein Bankraub in Dortmund" ist zum Beispiel keine Nachricht. Oder: "Strasser weiter Verteidiger bei Gladbach" ist auch keine.
Unsere süßen VfLs scheren sich um diese Faustregeln einen Scheiß. So wird heute auf den jeweiligen Homepages freimütig und im Antlitz einer Schlagzeile verkündet: "Infos zum Testspiel gegen Verl" und "Neuville Ehrengast bei Benefizturnier in Genf". Die Trias "Infos", "Testspiel" und "Verl" ist dabei gleichwertig atmeberaubend wie "Neuville", "Ehrengast" und "Benefizturnier". Obacht für diesen scheulosen Umgang mit harten Fakten! Und nebenbei: Wann eigentlich geht endlich die Rückrunde los?
Montag, 16. Januar 2006
brinkmann und e-plus
Der Tag heute wartete mit zwei Nachrichten auf, ohne die es der Welt besser ginge: 1. Ansgar Brinkmann hat nicht einfach nur einen neuen Verein, er spielt künftig bei Preußen Münster. 2. Der Mobilfunkbetreiber E-Plus hat einen unterirdischen Kundendienst. Wie hängt beides zusammen?
Der Komplott begann Ende August 2005: Damals hatte der VfL gerade ein ganz normales Spiel mit 1:0 gewonnen und war kurzzeitig Tabellenführer. Gleichzeitig begann sein Niedergang; nie wieder in dieser Spielzeit war der VfL so nah an den Aufstiegsplätzen.
Wenige Tage später schloss ich einen Mobilfunk-Vertrag bei E-Plus ab. Gleichzeitig begann mein Niedergang; nie wieder in diesem Leben werde ich so glücklicher Kunde sein wie seinerzeit vorher bei den Kollegen von Viag Interkom (neu: O2). Münster und E-Plus - das sind Schimpf und Schande, daraus machte ich fortan keinen Hehl mehr. Teufelszeug.
Hunde, die bellen, beißen nicht, das galt für die Adler aus Münster damals noch mehr als heute. Trotzdem: Ohne ihr Wissen haben diese schwachbrüstigen Oberliga-Profis meine Lila-Weißen mit einem Fluch belegt: Seither hat der VfL mehr Spiele verloren als gewonnen.
E-Plus ist dereinst in einem ersten Versuch daran gescheitert, mir ein Handy zuzustellen; lügt nach einem zweiten und dann erfolgreichen, ich hätte nicht einen, sondern gleich zwei Verträge abgeschlossen; kassiert dafür Geld, bisher geschätzte 200 Euro; vermag es nicht, meine alte Rufnummer zu portieren; verursacht für mich kostenpflichtige Hotlinekosten von schätzungsweise 35 Euro; ist weder per Mail noch per Hotline noch per Fax irgendwie zu einer Stellungnahme zu veranlassen; und taugt womöglich, Partner meines ersten (und zugleich ausgesprochen dankbaren, weil eindeutig Erfolg versprechenden) Rechtsstreites zu werden.
Seitdem unter permanentem Dauerbeschuss und für sich genommen bar jeder Zurechnungsfähigkeit blasen beide jetzt zum Gegen-Gegenangriff. Es kommt zu einer informellen Kooperation (IK). Man nutzt Synergieeffekte. Nachdem sich E-Plus von einem gewieften Medienparterschafts-Berater hat sagen lassen, Münster sei ein ambitionierter Profiklub in der dritten Liga, dazu mit den richtigen Vereinsfarben, hat man Ansgar Brinkmann als Informellen Mitarbeiter in einem mittelfristig vielversprechenden Spiel gewonnen:
Brinkmann, ablösefrei von Dynamo Dresden kommend und dankbar für unkonventionelle Vergütungs-Modalitäten, bekommt als Punktprämie ein 30-minütiges Gesprächsguthaben für einen Mobilfunkvertrag, nämlich den, den E-Plus seit nunmehr viereinhalb Monaten mir zugehörig rechnet; Mehrkosten zahle ich. Den Preußen gelingt der Nichtabstieg trotz so gewichtiger Gegner wie Bayer Leverkusen II, 1. FC Köln II und HSV II. Und der VfL bleibt drittklassig. Nicht zuletzt meinetwegen. Nennt man das Super-GAU?
Der Komplott begann Ende August 2005: Damals hatte der VfL gerade ein ganz normales Spiel mit 1:0 gewonnen und war kurzzeitig Tabellenführer. Gleichzeitig begann sein Niedergang; nie wieder in dieser Spielzeit war der VfL so nah an den Aufstiegsplätzen.
Wenige Tage später schloss ich einen Mobilfunk-Vertrag bei E-Plus ab. Gleichzeitig begann mein Niedergang; nie wieder in diesem Leben werde ich so glücklicher Kunde sein wie seinerzeit vorher bei den Kollegen von Viag Interkom (neu: O2). Münster und E-Plus - das sind Schimpf und Schande, daraus machte ich fortan keinen Hehl mehr. Teufelszeug.
Hunde, die bellen, beißen nicht, das galt für die Adler aus Münster damals noch mehr als heute. Trotzdem: Ohne ihr Wissen haben diese schwachbrüstigen Oberliga-Profis meine Lila-Weißen mit einem Fluch belegt: Seither hat der VfL mehr Spiele verloren als gewonnen.
E-Plus ist dereinst in einem ersten Versuch daran gescheitert, mir ein Handy zuzustellen; lügt nach einem zweiten und dann erfolgreichen, ich hätte nicht einen, sondern gleich zwei Verträge abgeschlossen; kassiert dafür Geld, bisher geschätzte 200 Euro; vermag es nicht, meine alte Rufnummer zu portieren; verursacht für mich kostenpflichtige Hotlinekosten von schätzungsweise 35 Euro; ist weder per Mail noch per Hotline noch per Fax irgendwie zu einer Stellungnahme zu veranlassen; und taugt womöglich, Partner meines ersten (und zugleich ausgesprochen dankbaren, weil eindeutig Erfolg versprechenden) Rechtsstreites zu werden.
Seitdem unter permanentem Dauerbeschuss und für sich genommen bar jeder Zurechnungsfähigkeit blasen beide jetzt zum Gegen-Gegenangriff. Es kommt zu einer informellen Kooperation (IK). Man nutzt Synergieeffekte. Nachdem sich E-Plus von einem gewieften Medienparterschafts-Berater hat sagen lassen, Münster sei ein ambitionierter Profiklub in der dritten Liga, dazu mit den richtigen Vereinsfarben, hat man Ansgar Brinkmann als Informellen Mitarbeiter in einem mittelfristig vielversprechenden Spiel gewonnen:
Brinkmann, ablösefrei von Dynamo Dresden kommend und dankbar für unkonventionelle Vergütungs-Modalitäten, bekommt als Punktprämie ein 30-minütiges Gesprächsguthaben für einen Mobilfunkvertrag, nämlich den, den E-Plus seit nunmehr viereinhalb Monaten mir zugehörig rechnet; Mehrkosten zahle ich. Den Preußen gelingt der Nichtabstieg trotz so gewichtiger Gegner wie Bayer Leverkusen II, 1. FC Köln II und HSV II. Und der VfL bleibt drittklassig. Nicht zuletzt meinetwegen. Nennt man das Super-GAU?
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vflog exklusiv
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Sonntag, 15. Januar 2006
das war einmal #7
Angelehnt an die schöne WDR-Tradition, die 'Tageschau vor 20 Jahren' zu reanimieren, weil die alten Bänder einfach zu schön sind, um sie in den Archiven vergammeln zu lassen - diese Stücke sind immerhin holde Fernsehgeschichte -, widmen auch wir vom VfLog uns in unregelmäßigen Abständen unserer Best-of-Serie.
Heute: "Krake Keller, Bollwerk Borussia: Eine Frage der Kultur" vom 9. Mai 2005:
Zugegeben, es war auch Glück im Spiel. Daß der HSV den VfL gestern in der AOL-Arena dominierte, daß Gladbach vor Thijs-Hammervolley in der 59. kaum eine Torchance hatte, daß vor allem zu Anfang beider Halbzeiten der eine oder andere Schuß nur knapp das Borussentor verfehlte, dies alles ist zugestanden, bereits mehrfach berichtet und nicht falsch. Auch Horst "Held" Köppel betonte, daß Borussia mit dem Punkt mehr als zufrieden sein darf, sich über eine Niederlage nicht hätte beschweren dürfen. So kann man es sehen. Aber nur, wenn man übermäßig bescheiden ist.
Daher genug des Understatements. Im dritten Spiel der zweiten Ära Köppel bleibt Gladbach ungeschlagen, gar ohne Gegentor. Gegen aggressiv agierende Hamburger hielten die Fohlen gleichermaßen engagiert dagegen, standen defensiv meist sehr gut sortiert und bissen sich an ihren Opponenten fest. Dies war ein Bollwerk mit sehr wenigen Löchern, unterstützt noch dazu von Kasey Keller, der sich redlich den Beinamen "Krake" verdient hat. Der Mann, über dessen Weggang spekuliert wird, weil er wegen Advocaat an den Niederrhein kam und nun über eine Heimkehr nach Amerika nachdenkt, er war so stark im Tor wie selten zuvor.
Als Gladbachfan kann man auf zwei Arten auf das gestrige Spiel, auf alle Spiele unter Köppel reagieren: begeistert oder konsterniert. Wie kann es sein, so möchte man sich manchmal doch fragen, daß eine Mannschaft zwei Gesichter hat, die sich dermaßen unterscheiden? Ängstlich, lustlos, hilflos, unfähig und bissig, engagiert, selbstbewußt und mutig. Dürfen Profis derart abhängig sein von individuellem Wohlbefinden, von Kuschelfaktoren, von den kommunikativen Fähigkeiten ihres Coachs?
Wäre ich Wirtschaftswissenschaftler, glaubte ich an den homo economicus, ich würde sagen: nein, das darf nicht sein. Aber Kicker sind keine kalten Rationalisten, ja selbst die Wirtschaft hat der Effizienz längst die Emotion zur Seite gestellt, entdeckt, daß die vermeintlich weiche Unternehmenskultur und ihre Kommunikation der vielleicht härteste Erfolgsfaktor ist – spätestens, wenn der Erfolg ausbleibt.
Daher ist es nicht die Frage, ob ein Spieler Emotionen haben darf, er hat sie. Und daher bin ich nicht konsterniert ob der zwei Gesichter der Gladbacher, sondern begeistert. Denn das aktuelle Gesicht zeigt: Das jetzige Team paßt zusammen, das Gespür für das, wer und was mit der Gladbacher Unternehmenskultur vereinbar ist und wer und was nicht, scheint gewachsen. Nun müssen die Verantwortlichen alles tun, damit das so bleibt. Peter "der rosarote" Panders erste Wochen sprechen dafür, daß ihm das zuzutrauen ist. Effenberg-Anbiederungen wurden schnell pariert, die Trainerfrage – die in der aktuellen Konstellation offensichtlich virulent ist – wird nicht zum Krisenthema sondern souverän vertagt. Es stimmt wieder am Niederrhein und das stimmt zuversichtlich. Gladbach darf nicht absteigen. Und steigt nicht ab.
Heute: "Krake Keller, Bollwerk Borussia: Eine Frage der Kultur" vom 9. Mai 2005:
Zugegeben, es war auch Glück im Spiel. Daß der HSV den VfL gestern in der AOL-Arena dominierte, daß Gladbach vor Thijs-Hammervolley in der 59. kaum eine Torchance hatte, daß vor allem zu Anfang beider Halbzeiten der eine oder andere Schuß nur knapp das Borussentor verfehlte, dies alles ist zugestanden, bereits mehrfach berichtet und nicht falsch. Auch Horst "Held" Köppel betonte, daß Borussia mit dem Punkt mehr als zufrieden sein darf, sich über eine Niederlage nicht hätte beschweren dürfen. So kann man es sehen. Aber nur, wenn man übermäßig bescheiden ist.
Daher genug des Understatements. Im dritten Spiel der zweiten Ära Köppel bleibt Gladbach ungeschlagen, gar ohne Gegentor. Gegen aggressiv agierende Hamburger hielten die Fohlen gleichermaßen engagiert dagegen, standen defensiv meist sehr gut sortiert und bissen sich an ihren Opponenten fest. Dies war ein Bollwerk mit sehr wenigen Löchern, unterstützt noch dazu von Kasey Keller, der sich redlich den Beinamen "Krake" verdient hat. Der Mann, über dessen Weggang spekuliert wird, weil er wegen Advocaat an den Niederrhein kam und nun über eine Heimkehr nach Amerika nachdenkt, er war so stark im Tor wie selten zuvor.
Als Gladbachfan kann man auf zwei Arten auf das gestrige Spiel, auf alle Spiele unter Köppel reagieren: begeistert oder konsterniert. Wie kann es sein, so möchte man sich manchmal doch fragen, daß eine Mannschaft zwei Gesichter hat, die sich dermaßen unterscheiden? Ängstlich, lustlos, hilflos, unfähig und bissig, engagiert, selbstbewußt und mutig. Dürfen Profis derart abhängig sein von individuellem Wohlbefinden, von Kuschelfaktoren, von den kommunikativen Fähigkeiten ihres Coachs?
Wäre ich Wirtschaftswissenschaftler, glaubte ich an den homo economicus, ich würde sagen: nein, das darf nicht sein. Aber Kicker sind keine kalten Rationalisten, ja selbst die Wirtschaft hat der Effizienz längst die Emotion zur Seite gestellt, entdeckt, daß die vermeintlich weiche Unternehmenskultur und ihre Kommunikation der vielleicht härteste Erfolgsfaktor ist – spätestens, wenn der Erfolg ausbleibt.
Daher ist es nicht die Frage, ob ein Spieler Emotionen haben darf, er hat sie. Und daher bin ich nicht konsterniert ob der zwei Gesichter der Gladbacher, sondern begeistert. Denn das aktuelle Gesicht zeigt: Das jetzige Team paßt zusammen, das Gespür für das, wer und was mit der Gladbacher Unternehmenskultur vereinbar ist und wer und was nicht, scheint gewachsen. Nun müssen die Verantwortlichen alles tun, damit das so bleibt. Peter "der rosarote" Panders erste Wochen sprechen dafür, daß ihm das zuzutrauen ist. Effenberg-Anbiederungen wurden schnell pariert, die Trainerfrage – die in der aktuellen Konstellation offensichtlich virulent ist – wird nicht zum Krisenthema sondern souverän vertagt. Es stimmt wieder am Niederrhein und das stimmt zuversichtlich. Gladbach darf nicht absteigen. Und steigt nicht ab.
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Samstag, 14. Januar 2006
der weg an die spitze
Die Borussia spielt gut, versäumte es in der Hinserie aber, die Tabellenspitze zu stürmen. Nun ist Meister Bayern schon 19 Punkte enteilt, das sind voraussichtlich 37 zu viel, als dass der VfL zum Ende der Saison noch einmal ins Meisterschaftsrennen wird eingreifen können. Darum gilt es nun, gesteckte Ziele anzupassen und sich auf die eigentlichen Stärken zu besinnen: Das Unentschieden spielen.
Gladbach teilte sich in der Hinserie nur läppische sieben Mal die Punkte mit dem Gegner. Damit rangiert der VfL nach Stttgart und Hannover und gemeinsam mit Schalke und Leverkusen nur auf Platz 3 der Unentschieden-Tabelle. Das muss besser werden, und: Das können wir besser! Trainer Horst Köppel verwendet seit dem Trainingsauftakt am 4. Januar viel Zeit darauf, das Remis-Spielen zu optimieren: "Jetzt kommt es drauf an, dass wir zeigen, dass wir zumindest auf diesem Gebiet die Nummer 1 in Deutschland sind. Das sind wir den Fans schuldig!" Und: Köppel hat Erfolg. Die Spiele gegen Essen (1:1), Bochum (2:2) und Ahlen (1:1) gingen allesamt unentschieden aus. "Wenn man so einen Lauf hat, muss man sehen, das man ihn bis weit in die Rückserie hinein mitnehmen kann", so Köppel. Sicher ist auch: Mit 42 Punkten steigt man nicht ab!
Gladbach teilte sich in der Hinserie nur läppische sieben Mal die Punkte mit dem Gegner. Damit rangiert der VfL nach Stttgart und Hannover und gemeinsam mit Schalke und Leverkusen nur auf Platz 3 der Unentschieden-Tabelle. Das muss besser werden, und: Das können wir besser! Trainer Horst Köppel verwendet seit dem Trainingsauftakt am 4. Januar viel Zeit darauf, das Remis-Spielen zu optimieren: "Jetzt kommt es drauf an, dass wir zeigen, dass wir zumindest auf diesem Gebiet die Nummer 1 in Deutschland sind. Das sind wir den Fans schuldig!" Und: Köppel hat Erfolg. Die Spiele gegen Essen (1:1), Bochum (2:2) und Ahlen (1:1) gingen allesamt unentschieden aus. "Wenn man so einen Lauf hat, muss man sehen, das man ihn bis weit in die Rückserie hinein mitnehmen kann", so Köppel. Sicher ist auch: Mit 42 Punkten steigt man nicht ab!
Freitag, 13. Januar 2006
entwicklungshilfe
Dass die VfLs gute Herzen haben, dass sie geradezu philanthrop sind, ist kein Geheimnis. Sie geben Spielern wie Oude Kamphuis, René Schneider oder Thomas Cichon eine Zukunft, sie schenken auch Mal Nürnberg oder Bremen II drei Punkte, obwohl es auch nicht schlecht gewesen wäre, sie selbst zu behalten. Ein weiteres Beispiel nun: Das geplante Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Köln, voraussichtlich am 24. Januar. Nachdem Oberhausen als Gegner abgesprungen ist, ist sich VfL-Manager Lothar Gans nun nicht zu schade, ein Sparring gegen die Geißböcke zu arrangieren. Die Truppe von diesem neuen Schweizer Trainer, dessen Namen man noch nicht kennt, hat ein Erfolgserlebnis dringend nötig. Was würden die sich über ein 4:3 gegen den VfL freuen! Und für uns wär das doch auch ein akzeptables Erfolgserlebnis, oder?
Donnerstag, 12. Januar 2006
beau svensson
Dass der VfL für die kommende Saison einen neuen Innenverteidiger verpflichtet hat, dürften alle Fans mitbekommen haben: Ein dänischer Recke, der internationale Erfahrung mitbringt, hünenhafte 1 Meter 90 misst und sicherlich eine Verstärkung für die Abwehr der Borussia ist, die zuletzt weder gegen Bochum noch gegen Ahlen in Oliva den Kasten sauber hielt.
Wir möchten nun zu der Verpflichtung von Bo Svensson nur noch dies anmerken: Der Mann sieht zwar gut aus, aber er trinkt das falsche Bier.
Wir möchten nun zu der Verpflichtung von Bo Svensson nur noch dies anmerken: Der Mann sieht zwar gut aus, aber er trinkt das falsche Bier.
Mittwoch, 11. Januar 2006
ehrlich währt am längsten
Geld verdirbt den Charakter. Kaum hat die DFL bei der Vergabe der Medienrechte an der Bundesliga beachtliche 80 Millionen Euro pro Saison an Mehreinnahmen ausgehandelt, schwindet die vorweihnachtliche Bescherungsfreude in unter Säbelrasseln geführte Verteilungskämpfe. Bayern sieht sich wie immer als legitimer Alleinerbe des Vermögens der Liga, doch die Kleinen halten dagegen. Gerührt sind wir dabei von der Offenheit von Andreas Rettig, bis vor sehr kurzer Zeit Manager des "F"C Köln: Er sitzt als Vertreter der Zweitligaklubs im Vorstand der DFL. Da weiß der Mann auch, wovon er spricht.
Dienstag, 10. Januar 2006
angst
Stoiber bleibt in Bayern. Die SPD koaliert nicht mit der PDS im Bund. Ursula von der Leyen bekommt kein achtes Kind mehr. Opa Hotte bleibt Realist. Daum wird nicht Schalker. Und Rot-Weiß Oberhausen sagt sein Testspiel gegen den VfL ab.
Montag, 9. Januar 2006
bitte schön!
Geburtstagsgeschenke sind ja immer so eine Sache. Mein Bruder André hat zum Beispiel heute Geburtstag, und ich wusste lange nicht, was ich ihm schenken sollte. Nun ist die Bombe geplatzt: Thomas Cichon kommt zum VfL.
Lange haben VfL-Manager Lothar Gans und ich gemeinsam an dem Deal gebastelt. Als mir zum Ende der Hinrunde endgültig offenbar wurde, dass der VfL ein erhebliches Defensiv-Problem hat, habe ich den Kontakt zu Gans gesucht: Ein neuer Mann, möglichst günstig, möglichts engagiert, möglichst mit gutem Namen musste her, eben so einer wie dereinst René Schneider. Nun ist er da.
Cichon bekommt die Rückennumer 30 und spielte zuletzt für Panionios Athen, dem unumstrittenen griechischen Top-Klub, jedenfalls nach Panathinaikos, AEK und diversen anderen. Davor war er u.a. für Rot-Weiß Oberhausen, Schwarz-Weiß Essen und den 1. FC Köln aktiv. Für die Geißböcke absolvierte der Abwehrspieler 131 Bundesliga- und 80 Zweitligaspiele.
Dies, André, ist mein bescheidenes Geschenk zu Deinem 35. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch.
Lange haben VfL-Manager Lothar Gans und ich gemeinsam an dem Deal gebastelt. Als mir zum Ende der Hinrunde endgültig offenbar wurde, dass der VfL ein erhebliches Defensiv-Problem hat, habe ich den Kontakt zu Gans gesucht: Ein neuer Mann, möglichst günstig, möglichts engagiert, möglichst mit gutem Namen musste her, eben so einer wie dereinst René Schneider. Nun ist er da.
Cichon bekommt die Rückennumer 30 und spielte zuletzt für Panionios Athen, dem unumstrittenen griechischen Top-Klub, jedenfalls nach Panathinaikos, AEK und diversen anderen. Davor war er u.a. für Rot-Weiß Oberhausen, Schwarz-Weiß Essen und den 1. FC Köln aktiv. Für die Geißböcke absolvierte der Abwehrspieler 131 Bundesliga- und 80 Zweitligaspiele.
Dies, André, ist mein bescheidenes Geschenk zu Deinem 35. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch.
Sonntag, 8. Januar 2006
mu(latte)n
"Er hat leicht filzige Eishockeyprofihaare und den sanft verhärmten Gesichtsausdruck von jemandem, der zu lange Leistungssport in der Regionalliga betrieben hat", schreibt Harald Schmidt in seinem neuen Buch Mulatten in gelben Sesseln (Die Tagebücher 1945-52). An wen mag er dabei gedacht haben? An Wolfgang Schütte? Jan Schanda? Markus Feldhoff?
Samstag, 7. Januar 2006
kohl für den rest
Seit einigen Tagen befindet sich der VfL im Trainingslager - zu Hause in Osnabrück. Zu Ehren des schönen Aufenthaltsortes unserer Helden und zur Erwärmung im kalten deutschen Winter für unsere Leser das Rezept der niedersächsischen Lieblingsspeise:
Zutaten:
1 kg Grünkohl
20 g Schweineschmalz
1 Zwiebeln
500 g Kassler Lachsfleisch
150 g Bauchspeck
Pfeffer, Salz
20 g Hafergrütze
4 Pinkel-Würste
400 g Kartoffeln
Anleitung:
Grünkohl gründlich waschen und von den Strünken abzupfen. Gut trocken schleudern. In einem großen Topf Schweineschmalz auslassen und die feingehackte Zwiebel glasig braten. Kassler zufügen und von allen Seiten kurz anbraten. Kassler aus dem Topf nehmen. Grünkohl zufügen, Deckel auflegen und so lange bei milder Hitze kochen, bis der Kohl zusammenfällt. Mit Pfeffer und Salz würzen. Kassler und Bauchspeck auf den Kohl legen. Mit kaltem Wasser begießen, Deckel auflegen und auf Stufe 1 ca. 60 Min. köcheln lassen. Hafergrütze einrühren und Pinkel-Würste obenauf legen. Etwa 30 Min. weiter garen lassen. Eine Pinkel-Wurst aufschneiden und das Innere unter den Grünkohl mischen. Grünkohl mit Pinkel, Kassler und Bauchspeck servieren. Dazu Salzkartoffeln oder Bratkartoffeln reichen.
Zutaten:
1 kg Grünkohl
20 g Schweineschmalz
1 Zwiebeln
500 g Kassler Lachsfleisch
150 g Bauchspeck
Pfeffer, Salz
20 g Hafergrütze
4 Pinkel-Würste
400 g Kartoffeln
Anleitung:
Grünkohl gründlich waschen und von den Strünken abzupfen. Gut trocken schleudern. In einem großen Topf Schweineschmalz auslassen und die feingehackte Zwiebel glasig braten. Kassler zufügen und von allen Seiten kurz anbraten. Kassler aus dem Topf nehmen. Grünkohl zufügen, Deckel auflegen und so lange bei milder Hitze kochen, bis der Kohl zusammenfällt. Mit Pfeffer und Salz würzen. Kassler und Bauchspeck auf den Kohl legen. Mit kaltem Wasser begießen, Deckel auflegen und auf Stufe 1 ca. 60 Min. köcheln lassen. Hafergrütze einrühren und Pinkel-Würste obenauf legen. Etwa 30 Min. weiter garen lassen. Eine Pinkel-Wurst aufschneiden und das Innere unter den Grünkohl mischen. Grünkohl mit Pinkel, Kassler und Bauchspeck servieren. Dazu Salzkartoffeln oder Bratkartoffeln reichen.
Freitag, 6. Januar 2006
olive für oliva
Seit heute befindet sich Borussia im Trainingslager in Oliva nahe Valencia. Zu Ehren des schönen Aufenthaltsortes unserer Helden und zur Erwärmung im kalten deutschen Winter für unsere Leser das Rezept unseres Lieblingsgetränks mit Olive:
Martini Cocktail
Zutaten
1cl Martini Dry
5cl Gin (Bitte nicht den Bombay-Saphire-Society-Scheiß. Gordon's tut's!)
1 grüne Olive
Anleitung
Den Martini und den Gin verrühren, den Drink anschließend in ein Cocktailglas füllen. Und dann: die Olive nicht vergessen. Fertig, Prost, lecker!
Martini Cocktail
Zutaten
1cl Martini Dry
5cl Gin (Bitte nicht den Bombay-Saphire-Society-Scheiß. Gordon's tut's!)
1 grüne Olive
Anleitung
Den Martini und den Gin verrühren, den Drink anschließend in ein Cocktailglas füllen. Und dann: die Olive nicht vergessen. Fertig, Prost, lecker!
Donnerstag, 5. Januar 2006
trainerlotto
Kurz nach Trainingsstart bei den meisten Bundesligisten ist nun auch das Trainerkarussell zu einem vorläufigen Stillstand gekommen. Der kleine Klub aus der Domstadt ist rheinaufwärts gereist, und hat – selbst wir müssen es zugestehen – einen kleinen Überraschungscoup gelandet, der jedenfalls nicht völlig unsympathisch ist. Und selbst die Entmachtungsexperten aus Gelsenkirchen haben nun wieder jemandem die Verantwortung für die Seitenlinie gegeben.
Ob man aber mit dem Namensvetter der notorisch unterkühlten heute-journal Moderatorin glücklich werden wird? Es zeugt von viel Mut, viel Verzweiflung oder von beidem, einfach jemanden aus dem Verein, der halt eh da ist, das Chef-Traineramt zu übertragen. Wir Gladbacher kennen das Gefühl, wenn nach lauter Entlassungen kaum mehr jemand auf dem Markt ist, der nicht erst unlängst vom Bökelberg gefeuert wurde. Dann nimmt man manchmal den Erstbesten mit Trainerschein, der die Flure des Vereinsheims entlangschlurft. Wir hatten Glück, und am Ende der Saison stiegen wir nicht ab und Hotte konnte, musste bleiben. Aber hat Slomka das Zeug, zum Schalker Köppel zu werden?
Ob man aber mit dem Namensvetter der notorisch unterkühlten heute-journal Moderatorin glücklich werden wird? Es zeugt von viel Mut, viel Verzweiflung oder von beidem, einfach jemanden aus dem Verein, der halt eh da ist, das Chef-Traineramt zu übertragen. Wir Gladbacher kennen das Gefühl, wenn nach lauter Entlassungen kaum mehr jemand auf dem Markt ist, der nicht erst unlängst vom Bökelberg gefeuert wurde. Dann nimmt man manchmal den Erstbesten mit Trainerschein, der die Flure des Vereinsheims entlangschlurft. Wir hatten Glück, und am Ende der Saison stiegen wir nicht ab und Hotte konnte, musste bleiben. Aber hat Slomka das Zeug, zum Schalker Köppel zu werden?
Mittwoch, 4. Januar 2006
von müwo, franco constanzo und großen gefühlen
Für meinen Freund Rüdiger sind die drei schönsten Fußballerlebnisse seines Lebens schillernd: Während der WM 1986 - wir erinnern uns gern zurück an die Hand Gottes und unseren Weltklasse-Suppenkasper Toni Schumacher - baute Rüdiger auf dem elterneigenen Balkon in Hammelburg ein Zelt auf, was streng genommen mit Frazens Kickern in Mexiko rein gar nix zu tun hat, aber sei's drum.
1990 dann, vier Jahre älter und reifer, verkroch sich der dann 14-jährige beim Elfmeterschießen Deutschland-England in derselben Wohnung hinterm Sofa. Und das - mag man ihm noch heute zurufen - obwohl es England war, das zum Elfmeterschießen antrat. Was bitteschön soll da passieren!
Zur vollen Blüte kam die Fußballbegeisterung dann passend zum EM-Titelgewinn 1996: Damals fuhr er mit Freunden und betrunken in einem Autokorso durch die schöne Bundeswehrmetropole und feierte unser Team mit "Dr. Müller-Wohlfarth"-Sprechchören. Respekt!
Meine Freundin Giselle ist seit einigen Jahren in Rudi Völler verliebt. Ehrlich, kein Scherz. Darum ist Giselles an Highlights ohnehin nicht armes Leben besonders gezeichnet von einer Begegnung mit ihrem Helden 1991 oder so in Hennef.
Dicht gefolgt wird diese frühe Weihe vom nicht minder erotischen Date mit dem ehemaligen Ersatz-Torhüter der argentinischen Nationalmannschaft und Keeper von River Plate Buenos Aires, Franco Constanzo. Das war 2003. Giselle wurde vom nach Rudi Völler zweitattraktivsten Mann der Welt beim Wild-Water-Rafting angebaggert. Seitdem wartet sie auf einen Heiratsantrag von einem der beiden.
Mein schönstes Fußballerlebnis bisher ist die zweite Trainingseinheit meines VfL nach dem Weihnachtsurlaub heute in Osnabrück.
1990 dann, vier Jahre älter und reifer, verkroch sich der dann 14-jährige beim Elfmeterschießen Deutschland-England in derselben Wohnung hinterm Sofa. Und das - mag man ihm noch heute zurufen - obwohl es England war, das zum Elfmeterschießen antrat. Was bitteschön soll da passieren!
Zur vollen Blüte kam die Fußballbegeisterung dann passend zum EM-Titelgewinn 1996: Damals fuhr er mit Freunden und betrunken in einem Autokorso durch die schöne Bundeswehrmetropole und feierte unser Team mit "Dr. Müller-Wohlfarth"-Sprechchören. Respekt!
Meine Freundin Giselle ist seit einigen Jahren in Rudi Völler verliebt. Ehrlich, kein Scherz. Darum ist Giselles an Highlights ohnehin nicht armes Leben besonders gezeichnet von einer Begegnung mit ihrem Helden 1991 oder so in Hennef.
Dicht gefolgt wird diese frühe Weihe vom nicht minder erotischen Date mit dem ehemaligen Ersatz-Torhüter der argentinischen Nationalmannschaft und Keeper von River Plate Buenos Aires, Franco Constanzo. Das war 2003. Giselle wurde vom nach Rudi Völler zweitattraktivsten Mann der Welt beim Wild-Water-Rafting angebaggert. Seitdem wartet sie auf einen Heiratsantrag von einem der beiden.
Mein schönstes Fußballerlebnis bisher ist die zweite Trainingseinheit meines VfL nach dem Weihnachtsurlaub heute in Osnabrück.
Dienstag, 3. Januar 2006
einmal werden wir noch wach
Zähe Wintertage, kalt und düster, ohne jegliche Ablenkung. Gelangweilt fröstelnd sitzen wir vor dem Fernseher und versuchen uns einzureden, auch Skispringen sei ein Sport und damit dem Fußball entfernt verwandt. Vergeblich.
Doch morgen endlich können wir einen ersten Teilerfolg vermelden: Zumindest der Trainingsbetrieb geht wieder los. Und wie! In Gladbach fehlt aus der Heldenhinrundenelf nur Thomas Helveg, und selbst die Langzeitverletzten Jörg Böhme und Wesley Sonck sind wieder dabei, wenn es morgen zunächst an die Laktatwerte geht. Böhme, stets eine opake Mischung aus Lebemann und Vorzeigeprofi, bekennt stolz, er sei für sein Comeback "sogar Heiligabend alleine durch den Wald gerannt".
Offenbar freuen sich also auch die Profis, wieder gegen den Ball treten zu können, zunächst am kalten Niederrhein, bald dann in Oliva im wärmeren Spanien. Und wir? Freuen uns, bald das erste Testspieltor von Sonck vermelden zu können und frösteln so gleich etwas weniger.
Doch morgen endlich können wir einen ersten Teilerfolg vermelden: Zumindest der Trainingsbetrieb geht wieder los. Und wie! In Gladbach fehlt aus der Heldenhinrundenelf nur Thomas Helveg, und selbst die Langzeitverletzten Jörg Böhme und Wesley Sonck sind wieder dabei, wenn es morgen zunächst an die Laktatwerte geht. Böhme, stets eine opake Mischung aus Lebemann und Vorzeigeprofi, bekennt stolz, er sei für sein Comeback "sogar Heiligabend alleine durch den Wald gerannt".
Offenbar freuen sich also auch die Profis, wieder gegen den Ball treten zu können, zunächst am kalten Niederrhein, bald dann in Oliva im wärmeren Spanien. Und wir? Freuen uns, bald das erste Testspieltor von Sonck vermelden zu können und frösteln so gleich etwas weniger.
Montag, 2. Januar 2006
gute tage
Sie ließ dereinst keine Gelegenheit aus zu betonen: "Jeder Tag, an dem SPD und Grüne nicht Deutschland regieren, ist ein guter Tag." Unsere nimmermüde süße Kanzlerin Angie macht zwar nicht immer eine so gute Figur, von ihrer Politik mal ganz zu schweigen, aber trotzdem liefert sie das Grundgerüst für einen neuen Evergreen. Denn: "Jeder Tag, an dem Schalke 04 keinen neuen Trainer hat, ist ein guter Tag!"
Denn je länger die harmonietrunkenen Maestros in Gelsekirchen einhellig wie eh und je einen neuen Chef suchen, desto wahrscheinlicher wird ein eher suboptimaler Rückrundenauftakt. Und was passt besser zu einem Verein wie Schalke als Missgunst, Frust und schlechter Fußball? Eben: Wenig!
Darum ergötzen wir verwöhnten VfLer uns dieser eher ereignisarmen Tage gern am Treiben ein paar Kilometer weiter östlich bzw. ein paar mehr Kilometer weiter südlich. "Assauer entmachtet!" schreibt der ZDF-Videotext. "Na endlich!", schallt es aus der VfLog-Redaktionsstube zurück. Nüchtern betrachtet hat's ja auch lang genug genervt, dieses personifizierte Paradoxon, sobald es seine Philosophie von einem modern organisierten Fußballklub auf die bekannt unerträgliche und erst recht -witzige Art absonderte.
Schön, dass mit Adjudant Müller nichts Sympathischeres nachwächst. Auch darauf ist bei Schalke ja immer Verlass. Und das wirkliche Knaller wie Christoph Daum oder Ottmar Hitzfeld nicht als Trainer dorthin wollen, stimmt ebenfalls froh. Sonst nahte auch in Gelsenkirchen bald das Nürnberg-Phänomen, denen man nach der Verpflichtung von Hans Meyer auch nicht mehr aus vollem Herzen Pech wünschen kann. Passender wäre da schon der Re-Import von Huub Stevens. Oder eben gleich Michael Henke.
Denn je länger die harmonietrunkenen Maestros in Gelsekirchen einhellig wie eh und je einen neuen Chef suchen, desto wahrscheinlicher wird ein eher suboptimaler Rückrundenauftakt. Und was passt besser zu einem Verein wie Schalke als Missgunst, Frust und schlechter Fußball? Eben: Wenig!
Darum ergötzen wir verwöhnten VfLer uns dieser eher ereignisarmen Tage gern am Treiben ein paar Kilometer weiter östlich bzw. ein paar mehr Kilometer weiter südlich. "Assauer entmachtet!" schreibt der ZDF-Videotext. "Na endlich!", schallt es aus der VfLog-Redaktionsstube zurück. Nüchtern betrachtet hat's ja auch lang genug genervt, dieses personifizierte Paradoxon, sobald es seine Philosophie von einem modern organisierten Fußballklub auf die bekannt unerträgliche und erst recht -witzige Art absonderte.
Schön, dass mit Adjudant Müller nichts Sympathischeres nachwächst. Auch darauf ist bei Schalke ja immer Verlass. Und das wirkliche Knaller wie Christoph Daum oder Ottmar Hitzfeld nicht als Trainer dorthin wollen, stimmt ebenfalls froh. Sonst nahte auch in Gelsenkirchen bald das Nürnberg-Phänomen, denen man nach der Verpflichtung von Hans Meyer auch nicht mehr aus vollem Herzen Pech wünschen kann. Passender wäre da schon der Re-Import von Huub Stevens. Oder eben gleich Michael Henke.
Sonntag, 1. Januar 2006
lieber martin, lieber maik,
am Neujahrstag kehrt auch bei uns Ruhe ein und Besinnlichkeit. Den Jahresanfang begehen wir 2006 anders als in allen Jahren zuvor. Das letzte war das erste Jahr mit VfLog gewesen, das erste Jahr voller täglich gelebter Fußball-Leidenschaft.
Die Anfänge waren – soviel melancholische Rückschau ist an einem Tag wie diesem obligatorisch – verrückt, sie waren von einer Idee beseelt, die vorher noch niemand gehabt hatte und für die sich nicht viele Mitmenschen zu interessieren schienen. Das hat sich geändert, und dafür sind wir dankbar.
Wir möchten uns bei jedem einzelnen unserer treuen Familienblog-Lesern bedanken, in erster Linie bedanken wir uns aber bei uns selbst, denn: Ohne uns wäre all dies nie möglich gewesen. Dies ist der 396. Post, und freilich wäre es jeder einzelne davon wert, hier erneut verlinkt zu werden. Vielleicht werden, vielleicht bleiben uns einige unserer Leser treu. Wir jedenfalls – das ist das wichtigste – bleiben es.
Es grüßen und wünschen ein gutes neues Jahr,
Martin und Maik
Die Anfänge waren – soviel melancholische Rückschau ist an einem Tag wie diesem obligatorisch – verrückt, sie waren von einer Idee beseelt, die vorher noch niemand gehabt hatte und für die sich nicht viele Mitmenschen zu interessieren schienen. Das hat sich geändert, und dafür sind wir dankbar.
Wir möchten uns bei jedem einzelnen unserer treuen Familienblog-Lesern bedanken, in erster Linie bedanken wir uns aber bei uns selbst, denn: Ohne uns wäre all dies nie möglich gewesen. Dies ist der 396. Post, und freilich wäre es jeder einzelne davon wert, hier erneut verlinkt zu werden. Vielleicht werden, vielleicht bleiben uns einige unserer Leser treu. Wir jedenfalls – das ist das wichtigste – bleiben es.
Es grüßen und wünschen ein gutes neues Jahr,
Martin und Maik
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