Besondere Feste verlangen besondere Vorbereitung. Wegen des Vfduells am Sonntag im BorussiaPark gibt es in dieser Woche keinen Seitenwechsel, sondern mal was anderes: Die lieben Kollegen von Seitenwahl schreiben vor jedem Spiel der Borussia faktenreich und ausführlich über die Lage der Dinge in Gladbach und den aktuellen Gegner. In dieser Woche haben sie uns eingeladen, an diesem Aperitif mitzuwirken.
Die Borussia
Ganze drei Spieltage hat es gedauert, bis die reflexartig entstehenden Diskussionen in Mönchengladbach zu beobachten waren. Was in den Medien zurzeit noch als leiser Anflug gewertet wird, hat der Boulevard naturgemäß schärfer aufgegriffen und damit den Nerv der Fans getroffen, für die die Trainerfrage schon seit der Halbzeit beim Auswärtsspiel in Mainz das alles beherrschende Thema ist. Wie sehr Luhukay mit seiner Bitte um Geduld auch recht haben mag. Viele Fans sehen Fakten: Die bisher absolvierten Spiele und die gezeigten Leistungen sind eine bloße Fortführung der Katastrophensaison 2006/2007, in der sich dieser Jos Luhukay fast die Hälfte der Saison verantwortlich gezeichnet hat. Borussia steht bereits im zweiten Heimspiel der neuen Saison da, wo sie schon so/zu oft stand: mit dem Rücken zur Wand.
Borussias Defensive
Christofer Heimeroth kommt in der allgemeinen Schelte auf Trainer und Mannschaft neben Marko Marin noch am besten weg. Der Ex-Schalker machte in den bisherigen Spielen keine gravierenden Fehler und war an allen Toren machtlos. Auch wenn er im Heimspiel gegen Hoffenheim in der ersten Halbzeit sogar das Unentschieden rettete, gibt es nicht wenige Fans, die dennoch lieber Ersatztorwart Uwe Gospodarek zwischen den Pfosten sehen würden. Natürlich ist Heimeroth als Nr. 1 gesetzt, das wird auch gegen Osnabrück der Fall sein.
Nach vier Gegentoren in einem Spiel fällt es schwer, die Abwehrformation stark zu reden. In Mainz erwischten alle vier Abwehrspieler einen schwarzen Tag. Das kann passieren, wirkte in dieser Wucht und Ansammlung erschreckend auf den Beobachter. Zumal mit Bögelund, Voigt, Brouwers und Gohouri keine unerfahrenen Nachwuchsspieler ihren Dienst in hinterster Front absolvieren. Die Schwächen, die bei schnellen gegnerischen Stürmern schon in der Vorbereitung zu sehen waren, müssen dennoch schnell abgestellt werden, auch wenn der VfL Osnabrück weder so offensiv noch so gut agieren wird wie Mainz vergangenes Wochenende. Am Sonntag werden erneut Bögelund und Voigt gefordert sein. Weniger in der Defensive als in der Offensive. Gegen tief stehende Gegner zu Hause müssen beide aufrücken und Impulse setzen. Da Ndjeng verletzungsbedingt ausfallen wird, dürfte Marin auf die rechte Seite rücken, während Coulibaly über links kommen wird.
Ein weiterer Schwachpunkt gegen Mainz war das defensive Mittelfeld. Der von vielen Experten vor der Saison hochgehandelte Patrick Paauwe vermochte es nicht, die Abwehr zu ordnen und die schnellen Mainzer Angriffe zu unterbinden. Dazu fiel sein sonst so starkes Passspiel nahezu völlig aus. Eine neue Chance kommt gegen Osnabrück: Da Jos Luhukay aller Voraussicht nach auf sein favorisiertes 4-5-1 verzichten wird, muss Patrick Paauwe alleine vor der Abwehr agieren.
Borussias Offensive
Das alte Sorgenkind der vergangenen Saison ist es auch in der neuen. 2 Tore in drei Pflichtspielen, dazu kein klassiches Stürmertor und keines aus dem Spiel heraus. Wenn Borussia in dieser Saison um den Aufstieg mitspielen will, muss dieser Mannschaftsteil dringend eine Besserung erfahren. Die Qualität dazu ist ohne Zweifel vorhanden, doch entweder sitzt sie auf der Bank, ist noch nicht integriert, verletzt und angeschlagen oder hat - wie zuletzt Sascha Rösler - einen schwarzen Tag. Glücklicherweise sollte Oliver Neuville zwischenzeitlich soweit fit sein, dass eine Nominierung für die Startelf in Frage kommt. Neben Neuville wird Rob Friend stürmen. Sharbel Touma, mit vielen Vorschusslorbeeren aus Holland gekommen, konnte das Vertrauen in Mainz nicht zurückzahlen. Somit wird der Schwede nach nur einem Spiel wieder auf der Bank Platz nehmen müssen.
Der VfL
"Eigentlich gehören wir nicht in die 2. Bundesliga!“ Diese Worte spricht nicht irgendein abgehalfterter Abwehrspieler, der auf der Ersatzbank schmort oder ein schmollender Ex-Präsident, sondern sie stammen von Osnabrück-Coach Claus-Dieter Wollitz. In seiner vierten Saison an der Bremer Brücke - so lange war seit 45 Jahren kein Osnabrücker Trainer mehr im Amt - heißt das große Ziel Klassenerhalt. Wie selbstverständlich erwarten dürfe das jedoch niemand, warnt Wollitz, vielmehr müssten Fans und Umfeld der Mannschaft Rückschläge verzeihen und sie immer wieder bedingungslos unterstützen – nur sei das kleine Wunder möglich.
Ähnlich wie in Gladbach droht auch in Osnabrück schnell Ungemach, wenn es mal einige Wochen nicht rund läuft. Nach dem viel versprechenden Start (5 Punkte und damit noch keine Niederlage) ist die Stimmung derzeit allerdings blendend, auch wenn die Mannschaft beim 0:0 letzte Woche gegen Paderborn eher enttäuschte. Das fand sogar ihr Trainer. Trotzdem: Es scheint fast so, als könnte auch die ein oder andere erwartbare Niederlage dem Osnabrücker Glück so schnell nichts anhaben. Noch überwiegt deutlich die Freude, in dieser Bundesliga der Herzen überhaupt mitspielen zu dürfen.
Das Team hat sich in den vergangenen Jahren stets weiter entwickelt, der Trainerstab hat es auch zur neuen Saison klug verstärkt. Von als Querulanten gebrandmarkten Spielern (De Jong, Cartus) hat man sich getrennt und der Mannschaft eine – dringend nötige – Verjüngungskur verordnet. Wenn der VfL irgendwann einmal so spielt, wie Wollitz sich das vorstellt, sähe man druckvollen Angriffsfußball. Noch spielen die Liganeulinge eher passiv und unsicher.
Osnabrücker Defensive
Im zweiten Jahr hütet Frederik Gößling das Osnabrücker Tor. In den ersten beiden Saisonspielen (Freiburg, Wehen) machte er nicht immer eine glückliche Figur, jetzt scheint er seine Form wieder gefunden zu haben. Gegen Paderborn hielt er das Unentschieden fest. Auf Gößlings Fersen wartet Tino Berbig auf seine Chance, der ein alter Bekannter in Osnabrück, weil Gößlings Vorgänger im Kasten ist. Berbig war zwischenzeitlich zu Dynamo Dresden gewechselt und ist mittlerweile reumütig zur Bremer Brücke zurückgekehrt. Im Tor ist Osnabrück gut aufgestellt. Am Sonntag im BorussiaPark wird Gößling spielen.
Die Abwehrkette bilden derzeit rechts Marko Tredup, dann Thomas ‚Franz’ Cichon und Neuzugang Marcel Schuon in der Mitte und links Andreas Schäfer. Cichon, verwunderlicherweise schon seit einem guten Jahr sichere Stütze in der VfL-Abwehr, und Schuon organisieren die Verteidigung recht verlässlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass sie erst seit dieser Saison zusammen spielen. Die Außenverteidiger sind nicht erst neuerdings potenzielle Krisenherde. Marko Tredup spielte bisher zwar solide, ist aber mit desaströsen Auftritten aus dem Frühsommer noch in bester Erinnerung und taugt immer mal zur Schwachstelle. Auf seiner Position hat der VfL mit dem Leverkusener Leihgeschäft Assimiou Touré unter der Woche eine Alternative verpflichtete, die aber so kurzfristig sicher nicht eingesetzt wird. Andreas Schäfer hat auf seiner Position gegenüber geradezu ein Monopol. Auch er sorgt immer mal wieder für Kopfschütteln auf Rängen und Trainerbank, dabei hätte er eigentlich das Potenzial für die 2. Bundesliga. Der VfL sucht jedenfalls händeringend nach Konkurrenz auf links hinten.
Im defensiven Mittelfeld spielt Wollitz seit Saisonbeginn mit zwei Sechsern. Der eine ist Matthias Heidrich, Neuzugang von Alemannia Aaachen. Der andere war bis vorletzte Woche Pierre de Wit, wie Touré entliehen von Bayer Leverkusen. De Wit machte einen ungemein spielstarken und gewitzten Eindruck, dann riss ihm das Kreuzband. Als sein Ersatz versuchte sich gegen Paderborn der formschwache Alex Nouri – eigentlich ein idealer Spieler für diese Position. Er blieb blass, dürfte aber gegen Gladbach eine zweite Chance bekomme. Alternativ könnte Oliver Beer auf Wollitz’ Zettel stehen.
Osnabrücker Offensive
Die Spitze der Osnabrücker Offensive steht in der Spitze: Thomas Reichenberger ist torgefährlich und überzeugt mit einer klasse Spielübersicht. Reichenberger ist in diesem Team womöglich der einzige Spieler, der nicht zu ersetzen wäre, sollte er einmal ausfallen. Hinter ihm sucht Nico Frommer als offensiver Mittelfeldspieler noch das letzte Quäntchen Durchblick und Kreativität. Auf den Außenbahnen ließen die Neuzugänge Paul Thomik und Gaetano Manno ihre Klasse bereits mehrfach aufblitzen. Insgesamt trauen sich die Lila-Weissen im Spiel nach vorn allerdings noch zu wenig zu und haben zu sehr Angst, Fehler zu machen. Im Spielaufbau hat der VfL bisher nur in Ansätzen gezeigt, was er unter Umständen drauf haben könnte. Mit dem formschwachen Bilal Aziz und dem gerade in Gladbach eher belächelten und schon lange verletzten Markus Feldhoff kämpfen sich zwei Spieler ans Team heran, auf die ihr Coach in Bestform große Stücke hält.
Die Qualität des Osnabrücker Kaders dürfte unter normalen Umständen konkurrenzfähig sein. Gemessen an Gegner wie Offenbach, Paderborn, St. Pauli, Jena oder Koblenz hat sich der VfL gut verstärkt und müsste sich mit dem Glück des tüchtigen Liganeulings auf einem Nichtabstiegplatz behaupten können. Das klappt allerdings nur mit den bewährten Tugenden: Kampf, absolute Leidenschaft und Mut, nach vorn zu spielen; mithilfe der ersten beiden hat Osnabrück bereits fünf Punkte geholt, ohne die letzte werden es zu wenige bleiben. Gegen Gladbach spielt die Mehrzahl der Osnabrücker Spieler vor der bisher größten Kulisse ihres Lebens. Deshalb dürften Respekt und Unsicherheit auch im vierten Saisonspiel noch wahrscheinlicher sein als der Glaube ans eigene Können.
Aufstellungen
Borussia: Heimeroth - Bögelund, Brouwers, Gohouri, Voigt - Paauwe - Marin, Rösler, Coulibaly - Neuville, Friend
Ersatz: Gospodarek, Compper Polanski, Svärd, Rafael, Touma, Colautti
Es fehlen: Schachten, Daems (beide im Aufbautraining)
VfL: Gößling - Schäfer, Cichon, Schuon, Tredup - Heidrich, Nouri - Thomik, Frommer, Manno - Reichenberger
Ersatz: Geisthardt, Flottmann, Ehlers, Schanda, Beer, Touré, Enochs, Aziz, Hennings, Feldhoff, Chitsulo
Es fehlen: de Wit, Surmann (verletzt), Großöhmichen (angeschlagen), Grieneisen, Ndjeng (beide im Aufbautraining)
Wer noch immer denkt, über Gladbach und das Vfduell am Sonntag nicht ganz im Bilde zu sein, findet hier den kompletten Seitenwahl-Vorbericht.
Freitag, 31. August 2007
Donnerstag, 30. August 2007
touré-syndrom
Wenn gegnerische Stürmer sich künftig epileptisch an den Kopf fassen, völlig unvermittelt "Berufsgenossenschaft" oder "Eishockey" rufen, gibt es dafür eine Erklärung. Osnabrück hat einen neuen Abwehrspieler: Assimiou Touré.
Das Assimiou-Touré-Syndrom (kurz: Tourésyndrom) ist eine neurophysiologische Erkrankung, die durch das Auftreten von Tics charakterisiert ist. Bei den Tics handelt es sich um unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise auftreten können. Verbale, ungewollte Äußerungen zählen mit dazu, sowie Ausrufe oder eigenartige Geräusche.
Benannt ist das Syndrom nach dem togoischen Abwehrspieler Assimiou Touré, der die Symptomatik erstmals um Juni 2006 während der Weltmeisterschaft bei einigen entnervten Gegenspielern auslöste. Assimiou Tourés Abwehrarbeit geriet im Laufe der Zeit jedoch wieder in Vergessenheit, so dass in der Folge meist falsche Diagnosen gestellt wurden. Erst im August 2007 trat die Krankheit im Osnabrücker Raum wieder verstärkt in das öffentliche Interesse.
Die verschiedenartigen Tics, die für das Tourésyndrom typisch sind, treten in der Regel erst ab dem 18. Lebensjahr auf. Einfache motorische Tics können sich als Augenblinzeln, Naserümpfen, Kopfwerfen oder Grimassen manifestieren. Beispiele für einfache vokale Tics sind das Ausstoßen von bedeutungslosen Lauten, Husten oder das Nachahmen von Tiergeräuschen. Die Symptome treten mehrfach pro Spiel auf. Während der Halbzeitpause kommt es in fast allen Fällen zu einem Verschwinden der Beschwerden, verstärkt treten die Tics in emotional belastenden Situationen (Schwalbe wurde nicht geahndet, in den Boden getreten etc.) auf.
Die Betroffenen leiden vor allem unter der Reaktion ihrer Umwelt auf ihre Symptome. Ihr permanentes Scheitern an Abwehrspieler Touré wird häufig als schlechte Angewohnheit gedeutet. Dies führt dazu, dass Eltern von betroffenen Stürmern oft Schuldgefühle wegen ihrer vermutlich verfehlten Erziehung entwickeln.
Es ist nicht bekannt, wie hoch die Zahl der Patienten mit Tourésyndrom tatsächlich liegt, da das lange unbekannte Syndrom bis heute oft fehldiagnostiziert wird. Allgemein geht man davon aus, dass derzeit bereits 15% aller Stürmer in der Bundesliga der Herzen mit dem Tourésyndrom leben müssen. Das Virus ist allerdings hoch ansteckend. Experten sagen voraus, am Ende der Saison könnten 40% aller Angreifer betroffen sein. Einmal angesteckt, ist eine eigentliche Heilung derzeit nicht möglich.
Das Assimiou-Touré-Syndrom (kurz: Tourésyndrom) ist eine neurophysiologische Erkrankung, die durch das Auftreten von Tics charakterisiert ist. Bei den Tics handelt es sich um unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise auftreten können. Verbale, ungewollte Äußerungen zählen mit dazu, sowie Ausrufe oder eigenartige Geräusche.
Benannt ist das Syndrom nach dem togoischen Abwehrspieler Assimiou Touré, der die Symptomatik erstmals um Juni 2006 während der Weltmeisterschaft bei einigen entnervten Gegenspielern auslöste. Assimiou Tourés Abwehrarbeit geriet im Laufe der Zeit jedoch wieder in Vergessenheit, so dass in der Folge meist falsche Diagnosen gestellt wurden. Erst im August 2007 trat die Krankheit im Osnabrücker Raum wieder verstärkt in das öffentliche Interesse.
Die verschiedenartigen Tics, die für das Tourésyndrom typisch sind, treten in der Regel erst ab dem 18. Lebensjahr auf. Einfache motorische Tics können sich als Augenblinzeln, Naserümpfen, Kopfwerfen oder Grimassen manifestieren. Beispiele für einfache vokale Tics sind das Ausstoßen von bedeutungslosen Lauten, Husten oder das Nachahmen von Tiergeräuschen. Die Symptome treten mehrfach pro Spiel auf. Während der Halbzeitpause kommt es in fast allen Fällen zu einem Verschwinden der Beschwerden, verstärkt treten die Tics in emotional belastenden Situationen (Schwalbe wurde nicht geahndet, in den Boden getreten etc.) auf.
Die Betroffenen leiden vor allem unter der Reaktion ihrer Umwelt auf ihre Symptome. Ihr permanentes Scheitern an Abwehrspieler Touré wird häufig als schlechte Angewohnheit gedeutet. Dies führt dazu, dass Eltern von betroffenen Stürmern oft Schuldgefühle wegen ihrer vermutlich verfehlten Erziehung entwickeln.
Es ist nicht bekannt, wie hoch die Zahl der Patienten mit Tourésyndrom tatsächlich liegt, da das lange unbekannte Syndrom bis heute oft fehldiagnostiziert wird. Allgemein geht man davon aus, dass derzeit bereits 15% aller Stürmer in der Bundesliga der Herzen mit dem Tourésyndrom leben müssen. Das Virus ist allerdings hoch ansteckend. Experten sagen voraus, am Ende der Saison könnten 40% aller Angreifer betroffen sein. Einmal angesteckt, ist eine eigentliche Heilung derzeit nicht möglich.
Mittwoch, 29. August 2007
vflog-leserreporter enthüllen
Seit über 1000 Posts gibt es diesen kleinen Blog nun schon, und er entwickelt sich und gedeiht. Nun aber könnte er kurz vor dem Ende stehen. Denn wir werden erpresst. Von unseren eigenen Lesern. Wenn man erst einmal berühmt ist wie Maik und ich, dann kann man nichts mehr tun, ohne dabei an die möglichen weitreichenden Folgen zu denken. Denn überall könnte ein Leser mit Handykamera stehen, der entblößende Fotos von uns schießt.
Wir haben uns daher entschlossen, Bilder, mit denen uns FC-freundliche Beiträge abgepresst werden sollten, nun selbst zu veröffentlichen. Und wir gestehen daher: Ja, es ist richtig, dass vor einigen Tagen ein geheimes Treffen der VfLog-Familie in Österreich stattfand. Ja, es trifft zu, dass dort nicht nur Strategien entwickelt worden sind, wie die VfLs in die Champions-League zu führen sind, sondern auch das eine oder andere Tröpfchen heimischen Weins geflossen ist. Manch einer behauptet gar, Maik habe besonders tief ins Glas geschaut:

Zu wirklichen Exzessen kam es dann spät in der Nacht. Hinterrücks wurde mir von einem ausgewanderten FC Bayern-Fan ein einzig zu diesem Zweck im Wiener Prater erworbener Fanschal umgehängt. Nicht nur in den Farben rot-weiß, nein auch noch mit dem fußballerisch kaum aussprechlichen Slogan "Immer wieder, immer wieder Österreich" versehen.

Was soll ich sagen? Ich schäme mich. Durch das eklige Gefühl der billigsten Kunstfaser an meinem Hals sollte ich bereits einen großen Teil Sühne geleistet haben. Der Schal ist im Übrigen bereits vernichtet.
Wir haben uns daher entschlossen, Bilder, mit denen uns FC-freundliche Beiträge abgepresst werden sollten, nun selbst zu veröffentlichen. Und wir gestehen daher: Ja, es ist richtig, dass vor einigen Tagen ein geheimes Treffen der VfLog-Familie in Österreich stattfand. Ja, es trifft zu, dass dort nicht nur Strategien entwickelt worden sind, wie die VfLs in die Champions-League zu führen sind, sondern auch das eine oder andere Tröpfchen heimischen Weins geflossen ist. Manch einer behauptet gar, Maik habe besonders tief ins Glas geschaut:
Zu wirklichen Exzessen kam es dann spät in der Nacht. Hinterrücks wurde mir von einem ausgewanderten FC Bayern-Fan ein einzig zu diesem Zweck im Wiener Prater erworbener Fanschal umgehängt. Nicht nur in den Farben rot-weiß, nein auch noch mit dem fußballerisch kaum aussprechlichen Slogan "Immer wieder, immer wieder Österreich" versehen.
Was soll ich sagen? Ich schäme mich. Durch das eklige Gefühl der billigsten Kunstfaser an meinem Hals sollte ich bereits einen großen Teil Sühne geleistet haben. Der Schal ist im Übrigen bereits vernichtet.
Dienstag, 28. August 2007
bochum, ich beneide dir
Wenn man ganz mies drauf ist, dann möchte man manchmal sein ganzes Leben umkrempeln. Dann stellt man sich vor, wie es wohl wäre, wenn man frühen Wünschen mit mehr Nachdruck gefolgt wäre, heute Feuerwehrmann wäre oder Lokomotivführer oder Kellner. Wäre man dann glücklicher?
Oft kommen spät auch Wünsche dazu, die man früher nie hatte, für die es auch längst zu spät ist. Wäre ich doch Arzt geworden, seufzt der Lehrer; wäre ich doch Lehrer geworden, denkt der Arzt und schluckt lautlos zweimal trocken.
Ach, wäre ich doch Bochumfan geworden, mag man als Gladbacher seufzen! Ich wäre dann auch ein VfL-Fan, wäre inzwischen abgehärtet gegen die steten Unbilden des Abstiegs, und hätte in dieser Saison endlich mal was zu feiern. Sympathisch sind sie ja wirklich, die kleinen VfLler aus dem Pott. Aber wenn man es ausspricht weiß man doch gleich: Dies ist ein Selbstbetrug. So wie der Lehrer einst nicht Medizin studierte, weil er kein Blut sehen kann, so hätte ich nie Bochum-Fan werden können, weil ich kein Neururer sehen kann. Und damit war der Zug schon früh abgefahren.
Oft kommen spät auch Wünsche dazu, die man früher nie hatte, für die es auch längst zu spät ist. Wäre ich doch Arzt geworden, seufzt der Lehrer; wäre ich doch Lehrer geworden, denkt der Arzt und schluckt lautlos zweimal trocken.
Ach, wäre ich doch Bochumfan geworden, mag man als Gladbacher seufzen! Ich wäre dann auch ein VfL-Fan, wäre inzwischen abgehärtet gegen die steten Unbilden des Abstiegs, und hätte in dieser Saison endlich mal was zu feiern. Sympathisch sind sie ja wirklich, die kleinen VfLler aus dem Pott. Aber wenn man es ausspricht weiß man doch gleich: Dies ist ein Selbstbetrug. So wie der Lehrer einst nicht Medizin studierte, weil er kein Blut sehen kann, so hätte ich nie Bochum-Fan werden können, weil ich kein Neururer sehen kann. Und damit war der Zug schon früh abgefahren.
Montag, 27. August 2007
festvorbereitung
Ein paar Tage ist es noch hin, dann steht das nächste Vfduell an. Schon heute kreist alles um dieses neuerliche Spiel des Jahres. Nachdem sich die VfL-Coaches einig sind, dass im Pokal vor drei Wochen die schlechtere Mannschaft gewonnen hat, reist Osnabrück nun zur Revanche nach Gladbach. Ach. Dass die Bundesliga der Herzen jetzt Realität ist, gerät viel zu oft in Vergessenheit. Was für eine wunderbare Aussicht. Erst drei Spiele sind passé, 31 folgen noch, das nächste ein besonderer Höhepunkt. Bisher spricht viel dafür, als spielte Osnabrück mit der gleichen Mannschaft wie gegen Paderborn. Ob Jos Luhukay sein Team unverändert auflaufen lässt, darf dann doch bezweifelt werden. Dafür ließ die Auftritt in Mainz zu viele Fragen offen. Friend und Touma nutzten ihre Chancen nicht, Marcel Ndjeng und Eugen Polanski könnten wieder ins Team rücken. Wofür auch immer sich die Coaches entscheiden: Es wird ein Festtag am Sonntag!
Sonntag, 26. August 2007
nun aber: heilandsack
Wenn schon Steffen Simon auffällt, dass die Dauerbeschallung in neuzeitlichen Fußballstadien dazu führt, dass die Fangesänge immer weiter verbannt werden, muss es wirklich schlimm um die Stadionkultur stehen. Wenn nicht gerade die honorigen Großsponsoren ihre mitreißenden Spots durch die Lautsprecheranlagen ballern, werben drittklassige Einrichtungshäuser oder überteuerte Juweliere aus der Region.
Wir erneuern aus diesem Anlass unsere "Heilandsack"-Kampagne. "Heilandsack"! Dieses Wort, wir wollen es unseren Leserinnen und Lesern schenken, auf dass sie es als ihr eigenes annehmen und in die Welt, vor allem in die Fankurven und auf die Tribünen der Fußballstadien tragen. "Heilandsack" aus 1000 Kehlen, die die überbordende Bedudelung schlicht niederbrüllen. Bei missglückten Aktionen wird gefälligst nicht mehr ahnungslos floskelamentiert, man solle mehr über außen spielen. Ein riskanter Rückpass, der den Torwart in Panik versetzt? "Heilandsack!" rufe man umgehend! Die Flanke verreckt? Ja, aber Heilandsack! Schon wieder in die Abseitsfalle gelaufen? H E I L A N D S A C K,
H E I L A N D S A C K, H E I L A N D S A C K ! ! !
Dieser von Martin Walser geadelte Fluch, wir wollen ihn öfter hören und loben noch immer den Martin-Walser-Memorial-"Heilandsack"-Award aus: Schickt uns Handyvideos aus den Fußballstadien der Welt, in der ihr lautstark "Heilandsack!" ruft. Das schönste Video wird mit einem VfLog-Shirt prämiert. Videos an: fluch-den-walser@vflog.de.
Wir erneuern aus diesem Anlass unsere "Heilandsack"-Kampagne. "Heilandsack"! Dieses Wort, wir wollen es unseren Leserinnen und Lesern schenken, auf dass sie es als ihr eigenes annehmen und in die Welt, vor allem in die Fankurven und auf die Tribünen der Fußballstadien tragen. "Heilandsack" aus 1000 Kehlen, die die überbordende Bedudelung schlicht niederbrüllen. Bei missglückten Aktionen wird gefälligst nicht mehr ahnungslos floskelamentiert, man solle mehr über außen spielen. Ein riskanter Rückpass, der den Torwart in Panik versetzt? "Heilandsack!" rufe man umgehend! Die Flanke verreckt? Ja, aber Heilandsack! Schon wieder in die Abseitsfalle gelaufen? H E I L A N D S A C K,
H E I L A N D S A C K, H E I L A N D S A C K ! ! !
Dieser von Martin Walser geadelte Fluch, wir wollen ihn öfter hören und loben noch immer den Martin-Walser-Memorial-"Heilandsack"-Award aus: Schickt uns Handyvideos aus den Fußballstadien der Welt, in der ihr lautstark "Heilandsack!" ruft. Das schönste Video wird mit einem VfLog-Shirt prämiert. Videos an: fluch-den-walser@vflog.de.
Samstag, 25. August 2007
exkurs: dirigenten
Viel zu wenig richtige Spielertypen gibt es. Das fällt an einem Samstag wie diesem auf, an dem es sich sonst über nicht allzu viel Gedanken machen lässt. Die VfLs haben für diese Woche ausgespielt, die restliche Bundesliga der Herzen spielt erst morgen, so dass mitreißende "Erstliga"-Spiele wie Bielefeld-Berlin oder Dortmund-Cottbus den Blick auf die abseitigen Schauplätze lenken.
Gibt's den? Einen, der alle gebannt schweigen lässt, wenn er gestikuliert. Einen, der Mitspieler lobt und tadelt und Widerspruch nicht aushalten muss, weil ihn niemand wagt. Einen, dem man rührig zulächelt. Einen Schalk und zugleich Zauberer mit dem Ball. Einen Ehrgeizling mit Humor. Einen echten Dirigent eben.
Gibt's nicht. Gab's vielleicht nie. Aber schön wär es doch.
Da an einem Samstag wie diesem das Träumen nicht schwerfällt, obwohl bzw. weil die VfLs nicht spielen, träumen wir von einem Valery Gergiev der Fußballspieler. Dieser singende, schnaufende, hüpfende Virtuose schart sogar mehr als zehn Mitspieler um sich, es dürften etwa 50 sein, und alle tanzen nach seiner Nase. Sie kommen aus London und heißen nicht schnöde Chelsea oder Arsenal, sondern Symphony Orchestra. Ach, wie das klänge: "Mit der Nummer Zehn unser Spielmacher: Valery?!" - "GERGIEV!"
Ach.
Übrigens: Zu einem wirklich fertigen Spielmacher gehört ein angeschwitzter Scheitel, der vor jedem Freistoß frivol über die Glatze gestrichen wird, weshalb Zinedine Zidane...
Gibt's den? Einen, der alle gebannt schweigen lässt, wenn er gestikuliert. Einen, der Mitspieler lobt und tadelt und Widerspruch nicht aushalten muss, weil ihn niemand wagt. Einen, dem man rührig zulächelt. Einen Schalk und zugleich Zauberer mit dem Ball. Einen Ehrgeizling mit Humor. Einen echten Dirigent eben.
Gibt's nicht. Gab's vielleicht nie. Aber schön wär es doch.
Da an einem Samstag wie diesem das Träumen nicht schwerfällt, obwohl bzw. weil die VfLs nicht spielen, träumen wir von einem Valery Gergiev der Fußballspieler. Dieser singende, schnaufende, hüpfende Virtuose schart sogar mehr als zehn Mitspieler um sich, es dürften etwa 50 sein, und alle tanzen nach seiner Nase. Sie kommen aus London und heißen nicht schnöde Chelsea oder Arsenal, sondern Symphony Orchestra. Ach, wie das klänge: "Mit der Nummer Zehn unser Spielmacher: Valery?!" - "GERGIEV!"
Ach.
Übrigens: Zu einem wirklich fertigen Spielmacher gehört ein angeschwitzter Scheitel, der vor jedem Freistoß frivol über die Glatze gestrichen wird, weshalb Zinedine Zidane...
Freitag, 24. August 2007
nur ein punkt
Drei Spieltage vorbei, Osnabrück fünf Punkte, Gladbach zwei. Diese aktuelle Situation bei den VfLs war schon recht frühzeitig erwartbar. Dass die beiden Liganeulinge keinen uneingeschränkten Traumstart hinlegen, bestätigt all jene Realisten, die die Liga schon im Vorhinein richtig einzuschätzen vermochten. Ein Aufsteiger holt in der Regel ebensowenig sieben Punkte aus drei Partien wie ein Absteiger zwangsläufig gegen Lautern, Hoffenheim und Mainz gewinnen muss. Nun steht die Borussia im Heimspiel gegen Osnabrück für viele Beobachter bereits mit dem Rücken zur Wand.
Am Abend hatten beide Klubs die Chance auf die jeweilige Pole Position, ließen sie jedoch ungenutzt. Gladbachs Desaster in Mainz wird Folgen zeitigen, die man a) am Niederrhein allzu gut kennt, denen zu entsagen man sich b) aber dann doch zu schade ist. Die Temperatur steigt jedenfalls, das wissen Mannschaft und Verein, der Trainer weiß es auch, und ihn muss Verzweiflung überkommen. Wie soll nach einem katastrophalen Abstieg ein Neuanfang gelingen, wenn bereits nach drei Spielen - die alte Leier... Wie ungeheuer wichtig der Sieg im DFB-Pokal war, wird erst jetzt richtig ersichtlich.
In Osnabrück ist die Stimmung blendend. Und doch, irgendwie sollten Heimspiele gegen Paderborn möglichst gewonnen werden. Im Unterschied zu Gladbach aber richtet sich Osnabrück in einer Ungewissheit häuslich ein, die bis zum Saisonende anhalten wird: "Schaffen wir den Klassenerhalt?", diese Frage geistert jeden Tag in allen Köpfen rum, und niemand hatte vorher anderes erwartet; vielleicht nur gehofft, ab und an könnten etwas entspanntere Wochen ein komfortables Ruhekissen vorgaukeln. Womöglich sogar gut, dass zur Rast keine Zeit bleibt.
In Gladbach indes war die Ausgangsposition eine andere. Nicht Ungewissheit sollte hier Einzug halten, sondern möglichst schnell das Gegenteil: Gewissheit, dass man oben mitspielt.
Nächste Woche wird das Vfduell zweierlei auslösen: Es wird, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, die Ungewissheit in Osnabrück fortschreiben. Und in Gladbach wird sich langsam Gewissheit einstellen.
Am Abend hatten beide Klubs die Chance auf die jeweilige Pole Position, ließen sie jedoch ungenutzt. Gladbachs Desaster in Mainz wird Folgen zeitigen, die man a) am Niederrhein allzu gut kennt, denen zu entsagen man sich b) aber dann doch zu schade ist. Die Temperatur steigt jedenfalls, das wissen Mannschaft und Verein, der Trainer weiß es auch, und ihn muss Verzweiflung überkommen. Wie soll nach einem katastrophalen Abstieg ein Neuanfang gelingen, wenn bereits nach drei Spielen - die alte Leier... Wie ungeheuer wichtig der Sieg im DFB-Pokal war, wird erst jetzt richtig ersichtlich.
In Osnabrück ist die Stimmung blendend. Und doch, irgendwie sollten Heimspiele gegen Paderborn möglichst gewonnen werden. Im Unterschied zu Gladbach aber richtet sich Osnabrück in einer Ungewissheit häuslich ein, die bis zum Saisonende anhalten wird: "Schaffen wir den Klassenerhalt?", diese Frage geistert jeden Tag in allen Köpfen rum, und niemand hatte vorher anderes erwartet; vielleicht nur gehofft, ab und an könnten etwas entspanntere Wochen ein komfortables Ruhekissen vorgaukeln. Womöglich sogar gut, dass zur Rast keine Zeit bleibt.
In Gladbach indes war die Ausgangsposition eine andere. Nicht Ungewissheit sollte hier Einzug halten, sondern möglichst schnell das Gegenteil: Gewissheit, dass man oben mitspielt.
Nächste Woche wird das Vfduell zweierlei auslösen: Es wird, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, die Ungewissheit in Osnabrück fortschreiben. Und in Gladbach wird sich langsam Gewissheit einstellen.
Donnerstag, 23. August 2007
aufrechte deutsche
"Fakt ist: Kein Verein in Liga eins und zwei läuft mit mehr deutschen Spielern in der Startelf auf als St. Pauli", schreibt die Hamburger Morgenpost stolz. Zehn Deutsche in der Anfangsformation, so die aufrechten Hanseaten, das sei gemeinsam mit Osnabrück Spitze. Allein: Es stimmt nicht.
Spitzenreiter in dieser vorbildlichen Disziplin ist der VfL ganz alleine. Osnabrück startete in beiden bisherigen Ligaspielen mit elf deutschen Spielern. Ja, liebe Morgenpost, auch Gaetano Manno hat einen deutschen Pass. Das mag übersehen, wer seine aufwändige Recherche auf die Datenbank von fussballdaten.de beschränkt. Aber kein Problem: Für derlei Richtigstellungen gibt es ja die Blogosphäre.
Überhaupt hat Pele Wollitz mit Jo Enochs erst einen Spieler eingesetzt, der keinen deutschen Pass hat. Und ruhig Blut für den Fall, dass morgen Alexander Nouri in der Anfangsformation steht: Der ist auch Deutscher. Aufhorchen müsst ihr, liebe Morgenpostler, außer bei Enochs lediglich noch bei Bilal Aziz und Daniel Chitsulo.
Die neue deutsche Welle schwappt derzeit also allein in Osnabrück über, und das im besten Sinne und nicht so, wie anderswo. Ganz friedlich und unideologisch. Nix also mit falsch verstandenem Patriotismus. Oder mit den Worten von St. Pauli-Geschäftsführer Michael Meeske: "Es geht um die Identifikation der Spieler mit dem Verein, aber auch der Fans mit den Spielern."
Spitzenreiter in dieser vorbildlichen Disziplin ist der VfL ganz alleine. Osnabrück startete in beiden bisherigen Ligaspielen mit elf deutschen Spielern. Ja, liebe Morgenpost, auch Gaetano Manno hat einen deutschen Pass. Das mag übersehen, wer seine aufwändige Recherche auf die Datenbank von fussballdaten.de beschränkt. Aber kein Problem: Für derlei Richtigstellungen gibt es ja die Blogosphäre.
Überhaupt hat Pele Wollitz mit Jo Enochs erst einen Spieler eingesetzt, der keinen deutschen Pass hat. Und ruhig Blut für den Fall, dass morgen Alexander Nouri in der Anfangsformation steht: Der ist auch Deutscher. Aufhorchen müsst ihr, liebe Morgenpostler, außer bei Enochs lediglich noch bei Bilal Aziz und Daniel Chitsulo.
Die neue deutsche Welle schwappt derzeit also allein in Osnabrück über, und das im besten Sinne und nicht so, wie anderswo. Ganz friedlich und unideologisch. Nix also mit falsch verstandenem Patriotismus. Oder mit den Worten von St. Pauli-Geschäftsführer Michael Meeske: "Es geht um die Identifikation der Spieler mit dem Verein, aber auch der Fans mit den Spielern."
Mittwoch, 22. August 2007
seitenwechsel #36
Gute Freunde kann niemand trennen, gute Freunde sind nie allein, weil sie eines im Leben können: Füreinander da zu sein. Deshalb gibt es ihn weiter, den Seitenwechsel: Seit 1997 bereits beobachtet Seitenwahl für seine Leser das Gladbacher Geschehen, 2004 gesellte sich der VfLog dazu. Einmal pro Woche schreiben sie sich gegenseitig einen Brand-, Schmäh- oder Liebesbrief. Diese Woche hat Maik bei Seitenwahl vorgelegt. Unten antwortet Mike - und outet sich als Zweckpessimist.
Meine lieben Freunde,
es freut mich ein jedes Mal, dass Ihr über einen wachen Geist verfügt, denn dies beweist Ihr jede Woche aufs Neue. Natürlich ist ein "Siegzwang" für Borussia ganz großer Quatsch! Doch, das schrieb ich Euch bereits in den vergangenen Wochen, überraschen mich die Reaktionen nicht wirklich. Selbst wenn man die oft vergessene Tatsache ignoriert, dass der normale Fußballfan sein Gemüt einzig am Ergebnis des Wochenendes ausrichtet, sollte man berücksichtigen, dass die Wunden nach der vergangenen Erstliga-Saison nicht lange nicht verheilt sind. Die einigermaßen harmonische Vorbereitung, die neu verpflichteten Spieler und das dem Fußballfan eigene "Mund abwischen, weitermachen!"-Syndrom sorgten zwar noch vor dem ersten Pflichtspiel in Osnabrück für vorsichtigen Optimismus, doch war uns allen klar, dass dieser auf wackligen Beinen steht. Sieg in Osnabrück, kämpferisch überzeugt in Kaiserslautern, so weit, so gut. Borussia hat in diesen Spielen spielerisch nicht wirklich überzeugt, da bin ich Eurer Meinung. Doch wir sollten die Reihenfolge der Dinge nicht verändern. Für Borussia kommt erstmal die Pflicht, dann die Kür. Und in Mönchengladbach ist es oberste Bürgerpflicht, dem Publikum zuerst zu beweisen, dass man sich (wieder) den Arsch aufreißt für das, was für die Menschen auf den Rängen mehr ist als ein Arbeitgeber für Fußballprofis.
Du sprichst von "Saisonanfangsgerede", und der Fußballgott weiß, dass Du recht hast. Doch vergib den Journalisten! Auch diese mussten die lange Sommerpause durchstehen und sich mit unwichtigem Füllstoff für den Sportteil ihrer Zeitungen herumschlagen. Die Erfahrung lehrt, dass das Niveau der Sportberichterstattung am Anfang und am Ende einer jeden Saison im Vergleich zur restlichen Zeit eher bescheiden ist.
Übrigens, Jos Luhukay hat seine anfänglich ängstlich wirkende Aufstellung taktisch fundiert begründet. Wer wollte ihm widersprechen? Doch im Fußball spielt Psychologie eine nicht unwesentliche Rolle. Und es ist sowohl für den Gegner als auch für das Publikum ein gewaltiger Unterschied, ob ich mit einem Mittelfeldspieler als einzige Spitze auflaufe oder mit zwei bis drei echten Spitzen zu Beginn. Zeichen setzen, nennt man sowas. Dem Gegner signalisieren: Du bist heute Gast im BorussiaPark, darfst gucken und staunen, aber die Punkte bleiben hier.
Doch Hut ab für die bisherige Leistung des VfL Osnabrück. Zwar waren auch die bisher geholten vier Punkte nicht das Ergebnis einer fußball-ästhetischen Offenbarung, doch legte man diesen Maßstab an, müsste die komplette Fußballgeschichte umgeschrieben werden (Griechenland Europameister! Italien Weltmeister!). Dass Pierre de Wit nun lange ausfallen wird, ist für die Lila-Weißen speziell in dieser Phase der Saison besonders bitter, doch kommt mit dem SC Paderborn ein dankbarer Gegner an die Bremer Brücke. Holger "Breitling" Fach wird spätestens nach diesem Spiel von der fehlenden Qualität seiner Mannschaft sprechen, wenige Wochen später seinen Hut nehmen und dann auffällig oft auf den Tribünen diverser Zweitligisten auftauchen. Eine schöne Gelegenheit demnach für den VfL, diesem schon oft zu beobachtenden Szenario weiteren Vorschub zu leisten. Obwohl, ein Gastspiel des SC Paderborn in Mönchenglach mit einem Trainer Holger Fach....es ist immer wieder amüsant zu beobachten, welch geradezu herzliches Verhältnis Holgi mit Mönchengladbacher Journalisten pflegt. Einige der Kollegen seufzen noch heute ob seiner Entlassung, da seitdem keiner mehr mit ihnen in den Trainingslagern so lange an der Theke gesoffen hat, bis auch das letzte Gehalt, das letzte Gerücht und die letzte Geschichte bekannt wurde. Die gute, alte Zeit.....
In der guten, alten Zeit gab es auch wenige Menschen vom Schlage van der Vaarts. Ich nehme es vorweg: natürlich könnte und wird es solche Spieler auch bei den VfLs geben. Ein Zeichen wäre es, wenn sich sowohl der FC Valencia von ihm abwendet als auch der HSV. Valencia, weil sie keinen Spieler auf diese Weise verpflichten und der Hamburger SV, weil sie keinen Spieler in der Mannschaft haben wollen, der einen Wechsel auf diese widerliche und peinliche Art provoziert. Ein Jahr Tribüne, das wäre in der Tat ein Zeichen, auch eines mit Folgen: verpasste EM-Teilnahme mit der Nationalelf und im nächsten Sommer maximal ein Angebot aus Wolfsburg oder Duisburg! Herrlich, Sylvie van der Vaart beim Shopping durch die Duisburger Innenstadt, begleitet von "BILD".
Aber, das frage ich Euch, wollen wir das überhaupt? Wollen wir die gute, alte Zeit zurück? Ohne Kommerz, dämliche Gewinnspiele, ohne Cheerleader, Maskottchen und 200 Seiten starken Fanartikelkatalogen? Sind wir inzwischen nicht auch so, dass wir uns über jede selten dämliche "Humba" freuen, die die Mannschaft nach jedem gottverdammten Spiel abhält (abhalten muss)? Der SC Freiburg, das Lieblingskind der Intellektuellen, macht die "Humba" nach einem gewürgten 1:0-Heimsieg am 2. Spieltag! Ein weiteres Beispiel: im Radio lief vergangene Woche ein Gewinnspiel, bei dem die Zuhörer zwei Karten für das Derby Schalke - Dortmund gewinnen konnten. In der Leitung war eine junge Frau, die angab, ein "riesiger Schalke-Fan" zu sein. Auf die Frage, wie Schalkes brasilianischer Innenverteidiger heißt, kam nach langem Schweigen ein mit Kichern durchzogenes "Keine Ahnung!". - Ja, genau, scheiß egal, wer da spielt....Hauptsache Paaaaaarty, peinliche Lieder á la "Viva Colonia", Fähnchen am Auto und Pfeifkonzert, wenn es zur Halbzeit noch 0:0 steht.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass das ganze Theater drumherum immer größer wird, weil das, worum es geht, immer schlechter wird.
Eine letzte Antwort: Osnabrück!
Es grüßt
Mike
Meine lieben Freunde,
es freut mich ein jedes Mal, dass Ihr über einen wachen Geist verfügt, denn dies beweist Ihr jede Woche aufs Neue. Natürlich ist ein "Siegzwang" für Borussia ganz großer Quatsch! Doch, das schrieb ich Euch bereits in den vergangenen Wochen, überraschen mich die Reaktionen nicht wirklich. Selbst wenn man die oft vergessene Tatsache ignoriert, dass der normale Fußballfan sein Gemüt einzig am Ergebnis des Wochenendes ausrichtet, sollte man berücksichtigen, dass die Wunden nach der vergangenen Erstliga-Saison nicht lange nicht verheilt sind. Die einigermaßen harmonische Vorbereitung, die neu verpflichteten Spieler und das dem Fußballfan eigene "Mund abwischen, weitermachen!"-Syndrom sorgten zwar noch vor dem ersten Pflichtspiel in Osnabrück für vorsichtigen Optimismus, doch war uns allen klar, dass dieser auf wackligen Beinen steht. Sieg in Osnabrück, kämpferisch überzeugt in Kaiserslautern, so weit, so gut. Borussia hat in diesen Spielen spielerisch nicht wirklich überzeugt, da bin ich Eurer Meinung. Doch wir sollten die Reihenfolge der Dinge nicht verändern. Für Borussia kommt erstmal die Pflicht, dann die Kür. Und in Mönchengladbach ist es oberste Bürgerpflicht, dem Publikum zuerst zu beweisen, dass man sich (wieder) den Arsch aufreißt für das, was für die Menschen auf den Rängen mehr ist als ein Arbeitgeber für Fußballprofis.
Du sprichst von "Saisonanfangsgerede", und der Fußballgott weiß, dass Du recht hast. Doch vergib den Journalisten! Auch diese mussten die lange Sommerpause durchstehen und sich mit unwichtigem Füllstoff für den Sportteil ihrer Zeitungen herumschlagen. Die Erfahrung lehrt, dass das Niveau der Sportberichterstattung am Anfang und am Ende einer jeden Saison im Vergleich zur restlichen Zeit eher bescheiden ist.
Übrigens, Jos Luhukay hat seine anfänglich ängstlich wirkende Aufstellung taktisch fundiert begründet. Wer wollte ihm widersprechen? Doch im Fußball spielt Psychologie eine nicht unwesentliche Rolle. Und es ist sowohl für den Gegner als auch für das Publikum ein gewaltiger Unterschied, ob ich mit einem Mittelfeldspieler als einzige Spitze auflaufe oder mit zwei bis drei echten Spitzen zu Beginn. Zeichen setzen, nennt man sowas. Dem Gegner signalisieren: Du bist heute Gast im BorussiaPark, darfst gucken und staunen, aber die Punkte bleiben hier.
Doch Hut ab für die bisherige Leistung des VfL Osnabrück. Zwar waren auch die bisher geholten vier Punkte nicht das Ergebnis einer fußball-ästhetischen Offenbarung, doch legte man diesen Maßstab an, müsste die komplette Fußballgeschichte umgeschrieben werden (Griechenland Europameister! Italien Weltmeister!). Dass Pierre de Wit nun lange ausfallen wird, ist für die Lila-Weißen speziell in dieser Phase der Saison besonders bitter, doch kommt mit dem SC Paderborn ein dankbarer Gegner an die Bremer Brücke. Holger "Breitling" Fach wird spätestens nach diesem Spiel von der fehlenden Qualität seiner Mannschaft sprechen, wenige Wochen später seinen Hut nehmen und dann auffällig oft auf den Tribünen diverser Zweitligisten auftauchen. Eine schöne Gelegenheit demnach für den VfL, diesem schon oft zu beobachtenden Szenario weiteren Vorschub zu leisten. Obwohl, ein Gastspiel des SC Paderborn in Mönchenglach mit einem Trainer Holger Fach....es ist immer wieder amüsant zu beobachten, welch geradezu herzliches Verhältnis Holgi mit Mönchengladbacher Journalisten pflegt. Einige der Kollegen seufzen noch heute ob seiner Entlassung, da seitdem keiner mehr mit ihnen in den Trainingslagern so lange an der Theke gesoffen hat, bis auch das letzte Gehalt, das letzte Gerücht und die letzte Geschichte bekannt wurde. Die gute, alte Zeit.....
In der guten, alten Zeit gab es auch wenige Menschen vom Schlage van der Vaarts. Ich nehme es vorweg: natürlich könnte und wird es solche Spieler auch bei den VfLs geben. Ein Zeichen wäre es, wenn sich sowohl der FC Valencia von ihm abwendet als auch der HSV. Valencia, weil sie keinen Spieler auf diese Weise verpflichten und der Hamburger SV, weil sie keinen Spieler in der Mannschaft haben wollen, der einen Wechsel auf diese widerliche und peinliche Art provoziert. Ein Jahr Tribüne, das wäre in der Tat ein Zeichen, auch eines mit Folgen: verpasste EM-Teilnahme mit der Nationalelf und im nächsten Sommer maximal ein Angebot aus Wolfsburg oder Duisburg! Herrlich, Sylvie van der Vaart beim Shopping durch die Duisburger Innenstadt, begleitet von "BILD".
Aber, das frage ich Euch, wollen wir das überhaupt? Wollen wir die gute, alte Zeit zurück? Ohne Kommerz, dämliche Gewinnspiele, ohne Cheerleader, Maskottchen und 200 Seiten starken Fanartikelkatalogen? Sind wir inzwischen nicht auch so, dass wir uns über jede selten dämliche "Humba" freuen, die die Mannschaft nach jedem gottverdammten Spiel abhält (abhalten muss)? Der SC Freiburg, das Lieblingskind der Intellektuellen, macht die "Humba" nach einem gewürgten 1:0-Heimsieg am 2. Spieltag! Ein weiteres Beispiel: im Radio lief vergangene Woche ein Gewinnspiel, bei dem die Zuhörer zwei Karten für das Derby Schalke - Dortmund gewinnen konnten. In der Leitung war eine junge Frau, die angab, ein "riesiger Schalke-Fan" zu sein. Auf die Frage, wie Schalkes brasilianischer Innenverteidiger heißt, kam nach langem Schweigen ein mit Kichern durchzogenes "Keine Ahnung!". - Ja, genau, scheiß egal, wer da spielt....Hauptsache Paaaaaarty, peinliche Lieder á la "Viva Colonia", Fähnchen am Auto und Pfeifkonzert, wenn es zur Halbzeit noch 0:0 steht.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass das ganze Theater drumherum immer größer wird, weil das, worum es geht, immer schlechter wird.
Eine letzte Antwort: Osnabrück!
Es grüßt
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Dienstag, 21. August 2007
dramoulett-dienstag #10: zugabe
Auf vielerlei Bitten und Flehen, wegen des großen Erfolgs und aus aktuellem Anlass heute ein letztes Dramoulett am Dienstag. Das VfLog-Ensemble macht von nun an Spielpause bis Mai 2008. Allen Besuchern und Abonnenten ein herzliches Dankeschön!
Ein Gerichtssaal. Auf der Anklagebank ein ein Mann in Torwartklamotten, der auf den Namen Wiesenjäter hört. Im Zeugenstand ein schwarzafrikanischer Spieler namens Malo Tutoatasi. Gleißendes Licht. Sie werfen sich böse Blicke zu und erheben sich, als drei Richter eintreten.
Richter (zum Angeklagten): "Und?"
Wiesenjäter: "Ich bin unschuldig."
Richter (lächelt milde): "Das glauben wir, aber sehen Sie das auch so, Herr Tutoatasi?"
Tutoatasi: "Nein. Das war ein entsetzlicher Moment, es hat unfassbar weh getan."
Wiesenjäter: "Heulsuse."
Richter: "Später, Herr Wiesenjäter. Sagen Sie uns erstmal, Herr Tutoatasi, was Ihnen so weh getan hat."
Tutoatasi: "Er hat mich "schwarzes Schwein" genannt."
Richter: "Und, was weiter?"
Tutoatasi: "Nichts weiter."
Richter: "Achso. Äh, haben Sie das gesagt, Wiesenjäter?"
Wiesenjäter: "Natürlich nicht."
Richter: "Also nicht. Ok. Wie kommt es dann, dass Herr Tutoatasi sagt, er habe gehört, wie Sie ihn als "schwarzes Schwein" beschimpft hätten."
Wiesenjäter: "Ich habe keine Ahnung, wie die Nege... äh, wie dieser negative Eindruck entstehen konnte. Ehrlich nicht."
Tutoatasi (appelliert an Wiesenjäter): "Hab doch wenigstens die Courage zuzugeben, wes Geistens Kind du bist."
Richter: "Herr Tutoatasi, bitte! Herr Wiesenjäter, könnte es vielleicht sein, dass der Zeuge Tutoatasi sich verhört hat und Sie nicht "schwarzes Schwein", sondern "dummer Zigeuner" oder "alte Schwuchtel" gerufen haben?"
Wiesenjäter: "Ja, das kann sein. Richtig, ich erinnere mich, so war's!"
Richter: "Na sehen Sie, Herr Tutoatasi, Sie haben sich einfach verhört. Nehmen Sie's nicht so schwer. Herr Wiesenjäter spricht künftig ein bisschen deutlicher, dann passiert so ein Missverständnis nicht wieder."
Tutoatasi schüttelt resigniert den Kopf. Wiesenjäter guckt bräsig. Beide ab.
Richter (zu sich selbst): "Schwarzes Schwein, tsts."
Black.
Ein Gerichtssaal. Auf der Anklagebank ein ein Mann in Torwartklamotten, der auf den Namen Wiesenjäter hört. Im Zeugenstand ein schwarzafrikanischer Spieler namens Malo Tutoatasi. Gleißendes Licht. Sie werfen sich böse Blicke zu und erheben sich, als drei Richter eintreten.
Richter (zum Angeklagten): "Und?"
Wiesenjäter: "Ich bin unschuldig."
Richter (lächelt milde): "Das glauben wir, aber sehen Sie das auch so, Herr Tutoatasi?"
Tutoatasi: "Nein. Das war ein entsetzlicher Moment, es hat unfassbar weh getan."
Wiesenjäter: "Heulsuse."
Richter: "Später, Herr Wiesenjäter. Sagen Sie uns erstmal, Herr Tutoatasi, was Ihnen so weh getan hat."
Tutoatasi: "Er hat mich "schwarzes Schwein" genannt."
Richter: "Und, was weiter?"
Tutoatasi: "Nichts weiter."
Richter: "Achso. Äh, haben Sie das gesagt, Wiesenjäter?"
Wiesenjäter: "Natürlich nicht."
Richter: "Also nicht. Ok. Wie kommt es dann, dass Herr Tutoatasi sagt, er habe gehört, wie Sie ihn als "schwarzes Schwein" beschimpft hätten."
Wiesenjäter: "Ich habe keine Ahnung, wie die Nege... äh, wie dieser negative Eindruck entstehen konnte. Ehrlich nicht."
Tutoatasi (appelliert an Wiesenjäter): "Hab doch wenigstens die Courage zuzugeben, wes Geistens Kind du bist."
Richter: "Herr Tutoatasi, bitte! Herr Wiesenjäter, könnte es vielleicht sein, dass der Zeuge Tutoatasi sich verhört hat und Sie nicht "schwarzes Schwein", sondern "dummer Zigeuner" oder "alte Schwuchtel" gerufen haben?"
Wiesenjäter: "Ja, das kann sein. Richtig, ich erinnere mich, so war's!"
Richter: "Na sehen Sie, Herr Tutoatasi, Sie haben sich einfach verhört. Nehmen Sie's nicht so schwer. Herr Wiesenjäter spricht künftig ein bisschen deutlicher, dann passiert so ein Missverständnis nicht wieder."
Tutoatasi schüttelt resigniert den Kopf. Wiesenjäter guckt bräsig. Beide ab.
Richter (zu sich selbst): "Schwarzes Schwein, tsts."
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Montag, 20. August 2007
geplante ausfallzeit
Die Technik ist ein wunderlich Ding. So richtig als Teil der (ieh-bah:) Blogosphäre haben wir uns ja eh nie verstanden, noch schlimmer wäre es nur, wenn man uns für Journalisten halten würde. Deswegen stehen wir auch immer wieder fragend vor unseren Monitoren und bewundern, beäugen oder beschimpfen die Hard- und Software, die den VfLog neben unserem Schweiß und unseren Tränen zur Realität werden lässt.
Heute also lesen wir "Geplante Ausfallzeit um 4PM PDT". Stark, oder? Anders als die Bahn, als Flugzeuge, als Maiks alte Festplatte, als Zähne und Beziehungen, die meist irgendwann und genau dann völlig unangekündigt ausfallen und den Geist aufgeben, wenn man es gar nicht brauchen kann und es einen völlig wehrlos trifft, sagt uns unser Blog vorab, dass er mal eine Pause will. Das loben wir uns. (Leider sagt er nicht, wann er wieder weiter macht. Aber das würden wir ja auch nicht, wenn wir die Wahl hätten.)
Vorbildlich also diese ganze Technik, und dies Beispiel möge man auch in Gladbach wahrnehmen. Sicher, wir sind große Fans des Müßiggangs, aber doch bitte nicht gleich zu Saisonbeginn. Und auch klar: wir erwarten keine Wunder, keine Borussia-ist-das-Bayern-der-2.-Liga-Demonstrationen. Aber wir erwarten nun auch nicht gerade ein Spiel praktisch ohne Stürmer, einen müden Kick, ein echtes, klassisches Nullnull, das so langweilig war, wie's klingt. Nichts gegen geplante Ausfallzeiten, aber vorher müsste man mal einen Einfall haben.
Heute also lesen wir "Geplante Ausfallzeit um 4PM PDT". Stark, oder? Anders als die Bahn, als Flugzeuge, als Maiks alte Festplatte, als Zähne und Beziehungen, die meist irgendwann und genau dann völlig unangekündigt ausfallen und den Geist aufgeben, wenn man es gar nicht brauchen kann und es einen völlig wehrlos trifft, sagt uns unser Blog vorab, dass er mal eine Pause will. Das loben wir uns. (Leider sagt er nicht, wann er wieder weiter macht. Aber das würden wir ja auch nicht, wenn wir die Wahl hätten.)
Vorbildlich also diese ganze Technik, und dies Beispiel möge man auch in Gladbach wahrnehmen. Sicher, wir sind große Fans des Müßiggangs, aber doch bitte nicht gleich zu Saisonbeginn. Und auch klar: wir erwarten keine Wunder, keine Borussia-ist-das-Bayern-der-2.-Liga-Demonstrationen. Aber wir erwarten nun auch nicht gerade ein Spiel praktisch ohne Stürmer, einen müden Kick, ein echtes, klassisches Nullnull, das so langweilig war, wie's klingt. Nichts gegen geplante Ausfallzeiten, aber vorher müsste man mal einen Einfall haben.
Sonntag, 19. August 2007
ungeschlagen
1:1 in Lautern, 0:0 gegen Hoffenheim. Verloren hat Gladbach einmal weniger als vergangene Saison nach zwei Spieltagen. Gewonnen auch. Konkurrent Mainz zum Beispiel hat einmal deutlich gewonnen und einmal ordentlich was auf die Mütze gekriegt. Nur: Was heißt das jetzt?
Samstag, 18. August 2007
ju(i)st did it
Die größten Schmerzen, die ein gesunder Mensch erleiden kann, waren gestern. Heute steht fest: Das Kreuzband von Pierre de Wit ist gerissen. Es ist nicht besonders kühn zu behaupten, das diese Verletzung mehr schmerzt als es eine Osnabrücker Niederlage getan hätte. Das stimmt sowohl für de Wit wie besonders auch für die Mannschaft, die nun eine ganze Weile ohne den Spieler auskommen muss, der nach wenigen Auftritten im VfL-Trikot schon zum Hoffnungsträger geworden war für einen technisch starken, kombinationssicheren Fußball. Wer folgte, war Schanda. Ein Gewinner der Vorbereitung zwar, sagt Wollitz. Trotzdem erinnert Pierre an Del Piero und Schanda an Schande, und das kann kein Zufall sein.
Abgesehen von diesem Unfall sah das 1:1 gegen Wehen so aus. Jedenfalls für den, der diesen ersten Osnabrücker Auswärtspunkt in einer kleinen, durchaus legendären Kneipe auf Juist verfolgte. Nach Aufmerksamkeit gierte dort nicht nur der schnöde Fußball.

Nein, während des gesamten Spiels leistete auch Maria (nach Belieben auch: Judith/Sandy/Jennifer/Barbara) Schwerstarbeit, gehorchte ihrem Übungsleiter (aus Gründen der Anonymität nicht mit im Bild) gar besser als der VfL seinem Trainer: Frech in der Spitze, aktiv, provozierend, mutig, hungrig - das war der VfL in Frankfurt bei Wehen nur selten.
Bemerkenswert in dieser Juister Pinte war dreierlei: Erstens die bedingungslose Unterstützung für den VfL. ("Für wen bist denn du? Osnabrück jawohl. Wir sind hier in Norddeutschland!") Zweitens die resolute Gästeschar. (Zum Wirt: "Wenn hier morgen Schalke gezeigt wird, komm ich hier nicht mehr hin!" Man beachte nebenbei die fragwürdige Leuchtreklame im Bild oben!) Drittens der aus Essen kommende Kollege, der auch dem VfL die Daumen hielt, dessen Ex-Freundin seinerzeit mit Thomas Cichon in die gleiche Klasse ging. ("Der war im Sportunterricht immer voll die Heulsuse. Voll die Memme. Und sowas ist jetzt Abwehrchef!")
Dieser sympathische Experte aus Essen sprach Sekunden vor dem 1:0 übrigens auch die weisen Worte, Reichenberger spiele zu weit vorn, der müsse wegen seiner Spielübersicht und der wenig stürmertauglichen Statur eigentlich mehr als Spielmacher eingesetzt. Dann fiel das Tor. "Jaja, ist ja gut. Straf mich ruhig Lügen!"
Vier Punkte aus zwei Spielen heißen rechnerisch 40 Punkte aus 20 Spielen. Das wär ok. Wenn es so kommt, treffen wir uns alle auf Juist, spielen Strip-Poker, feiern Thomas Cichon - und machen uns untenrum frei.
Nein, während des gesamten Spiels leistete auch Maria (nach Belieben auch: Judith/Sandy/Jennifer/Barbara) Schwerstarbeit, gehorchte ihrem Übungsleiter (aus Gründen der Anonymität nicht mit im Bild) gar besser als der VfL seinem Trainer: Frech in der Spitze, aktiv, provozierend, mutig, hungrig - das war der VfL in Frankfurt bei Wehen nur selten.
Bemerkenswert in dieser Juister Pinte war dreierlei: Erstens die bedingungslose Unterstützung für den VfL. ("Für wen bist denn du? Osnabrück jawohl. Wir sind hier in Norddeutschland!") Zweitens die resolute Gästeschar. (Zum Wirt: "Wenn hier morgen Schalke gezeigt wird, komm ich hier nicht mehr hin!" Man beachte nebenbei die fragwürdige Leuchtreklame im Bild oben!) Drittens der aus Essen kommende Kollege, der auch dem VfL die Daumen hielt, dessen Ex-Freundin seinerzeit mit Thomas Cichon in die gleiche Klasse ging. ("Der war im Sportunterricht immer voll die Heulsuse. Voll die Memme. Und sowas ist jetzt Abwehrchef!")
Dieser sympathische Experte aus Essen sprach Sekunden vor dem 1:0 übrigens auch die weisen Worte, Reichenberger spiele zu weit vorn, der müsse wegen seiner Spielübersicht und der wenig stürmertauglichen Statur eigentlich mehr als Spielmacher eingesetzt. Dann fiel das Tor. "Jaja, ist ja gut. Straf mich ruhig Lügen!"
Vier Punkte aus zwei Spielen heißen rechnerisch 40 Punkte aus 20 Spielen. Das wär ok. Wenn es so kommt, treffen wir uns alle auf Juist, spielen Strip-Poker, feiern Thomas Cichon - und machen uns untenrum frei.
Freitag, 17. August 2007
rhythm is it
Heute geht es gegen Wehen. Überhaupt: Heute! Diese Spieltage. Freitag. Montag. Freitag. Sonntag. Der VfL-Rhythmus, der Spielflussgroove der angefangenen zweiten Liga ist noch sehr gewöhnungsbedürftig. Dieses Samstag-1530-Feeling, das in der sogenannten "ersten" Bundesliga nach wie vor mehrheitlich vorherrscht, ist emotional leichter in den Gefühlshaushalt und seelischen Biorhythmus zu integrieren, als die ständig mäandernden Kickzeiten, an die wir uns nun gewöhnen müssen. Heute 18:00 jedenfalls geht es lila gegen Wehen.
Wie Osnabrück hat Wehen das erste Spiel gewonnen, allerdings auswärts. Nun gibt's ein Heimspiel. In Frankfurt. Wer das seltsam findet, muss lernen, dass das Wehener Stadion keine Zulassung von der DFL erhalten hat, das nun aus dem Boden zu stampfende Instant-Fertighaus-Ersatz-Stadion braucht noch einige Wochen. Solange tritt man in der Bankenstadt an. Statt überquillendem "Hexenkesselchen" á la Osnabrück gibt es also gefühlte gähnende Leere in der Commerzbankarena. Aber was ist schon von einem Klub zu erwarten, der so heißt wie die größten Schmerzen, die ein gesunder Mensch erleiden kann?
(P.S. Vorschlag für ein dümmliches Wortspiel, das Maik nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub auf Juist sofort herausredigieren wird: "Vielleicht gehört aber die Geschichte mit dem Stadion ja auch nur zu den Geburtswehen." Ja, ja, der ist schlecht.)
Wie Osnabrück hat Wehen das erste Spiel gewonnen, allerdings auswärts. Nun gibt's ein Heimspiel. In Frankfurt. Wer das seltsam findet, muss lernen, dass das Wehener Stadion keine Zulassung von der DFL erhalten hat, das nun aus dem Boden zu stampfende Instant-Fertighaus-Ersatz-Stadion braucht noch einige Wochen. Solange tritt man in der Bankenstadt an. Statt überquillendem "Hexenkesselchen" á la Osnabrück gibt es also gefühlte gähnende Leere in der Commerzbankarena. Aber was ist schon von einem Klub zu erwarten, der so heißt wie die größten Schmerzen, die ein gesunder Mensch erleiden kann?
(P.S. Vorschlag für ein dümmliches Wortspiel, das Maik nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub auf Juist sofort herausredigieren wird: "Vielleicht gehört aber die Geschichte mit dem Stadion ja auch nur zu den Geburtswehen." Ja, ja, der ist schlecht.)
Donnerstag, 16. August 2007
der star von cordoba
Kladusch! Da haben wir nochmal zugeschlagen am Transfermarkt. Während weite Mannschaftsteile recht gut aufgestellt scheinen, hat Gladbach im Sturm seit Jahren ein Problem. Roberto Colautti, gebürtiger Argentinier (Cordoba!) mit israelischem Pass, wird künftig für Borussia Tore schießen, so ist zu hoffen. Positiv stimmt nicht so sehr, dass des VfLs Scoutingabteilung den feschen 25jährigen erspäht hat, sondern dass auch Hans Meyers FC Nürnberg Interesse hatte. Medizinische Untersuchungen stehen noch aus, aber was für Christian Ziege einst kein Problem war, sollte die neue Fohlenhoffnung nicht schrecken...
Mittwoch, 15. August 2007
oja, oper!

Es gibt Tage, da möchte man am liebsten zu Hause bleiben. Heute ist so einer, und das schöne: Ich kann auch. Denn in Österreich ist Feiertag, ebenso wie in manchen brav katholischen Landstrichen Deutschlands. Doch das Gros der Bevölkerung sitzt auch heute am Arbeitsplatz und werkelt. Kopf hoch und einfach mal den nächsten Urlaub planen.
Wer ganz schnell entschlossen ist, sollte sich überlegen, morgen an den wunderschönen Bodensee nach Bregenz zu fahren. Bei den dort bald endenden Festspielen gibt es noch einmal die Fußballoper "Playing Away" von Benedict Mason in meisterhafter Inszenierung von David Pountney zu sehen. Wer im Rahmen des Kulturprogramms zur WM 2006 das damalige Fußballoratorium in Berlin gesehen hat und nun zusammenzuckt, sei beruhigt: Playing Away betreibt mindestens ebensoviel Aufwand wie das Mammutoratorium von Moritz Eggert, ist dabei aber wesentlich origineller, witziger, zynischer und (Achtung, jetzt kommt ein eigentlich verbotenes Wort:) relevanter.
Eine der Hauptfiguren ist ein Fußballstar, der sich dem Teufel verschrieb, um in 10 Jahren bis zum Zenith des Fußballhimmels zu steigen. Am Ende sind all seine Knochen gebrochen, und vor dem alles entscheidenden Spiel mahnt ihn sein Coach ein letztes Mal: "You're the fucking star, so fucking twinkle!" Das Leben ist kein Heimspiel.
Der Seitenwechsel mit unserem lieben Kollegen Mike Lukanz muss diese Woche leider entfallen. In 7 Tagen geht es wie gewohnt weiter.
Foto: Bregenzer Festspiele
Dienstag, 14. August 2007
hinhaltetaktik
1:1. Das ist ein Ergebnis, mit dem nach dem ersten Borussiaspiel in der neuen Saison, der neuen, alten, zweiten Liga alle leben können. Gladbach trat auf, wie man auftritt, wenn man entweder ganz selbstbewusst auf einen Punkt spielen kann, etwa auswärts im Rückspiel des UEFA-Pokals, nachdem man zuhause 3:1 gewonnen hat. Oder wie man auftritt, wenn man mächtig Respekt hat und bloß nicht verlieren will. Zum Beispiel eben im ersten Spiel einer Saison, bei der das ganze Umfeld die Erwartung hat: AUFSTEIGEN! Und man im Hause doch weiß: Das wird richtig schwer.
In der Abwehr weitgehend sicher, kontrolliert und gut aufgestellt, das ist schon einmal viel nach den Erlebnissen aus den letzten Jahren. Vor allem aber beeindruckend: Kurz vor Schluss in Rückstand zu geraten und die wenigen Minuten noch zu nutzen, um den Ausgleich zu erzielen. Auswärts! Gladbach!
Mit dieser beeindruckenden Nervenstärke unterstreicht Borussia seinen Anspruch, Mitfavorit um die Plätze 1-3 zu sein womöglich mehr, als es ein glückliches 1:0-Gestochere getan hätte. Zugleich aber sagt ein Unentschieden eben gar nichts. Auf wirkliche Tendenzen und Erkenntnisse müssen wir noch ein paar Tage warten. Dann kommt Hoffenheim. Immerhin wird uns fast ganz Fußballdeutschland die Daumen drücken, dass wir diesen Inbegriff des Retortenklubs, dieses Leverkusenwolfsburg der 2. Liga spüren lassen, dass Kultur und Tradition auch im Fußballgeschäft nicht null und nichtig sind. Gänsehaut beim ersten Heimspiel im Borussiapark inklusive.
In der Abwehr weitgehend sicher, kontrolliert und gut aufgestellt, das ist schon einmal viel nach den Erlebnissen aus den letzten Jahren. Vor allem aber beeindruckend: Kurz vor Schluss in Rückstand zu geraten und die wenigen Minuten noch zu nutzen, um den Ausgleich zu erzielen. Auswärts! Gladbach!
Mit dieser beeindruckenden Nervenstärke unterstreicht Borussia seinen Anspruch, Mitfavorit um die Plätze 1-3 zu sein womöglich mehr, als es ein glückliches 1:0-Gestochere getan hätte. Zugleich aber sagt ein Unentschieden eben gar nichts. Auf wirkliche Tendenzen und Erkenntnisse müssen wir noch ein paar Tage warten. Dann kommt Hoffenheim. Immerhin wird uns fast ganz Fußballdeutschland die Daumen drücken, dass wir diesen Inbegriff des Retortenklubs, dieses Leverkusenwolfsburg der 2. Liga spüren lassen, dass Kultur und Tradition auch im Fußballgeschäft nicht null und nichtig sind. Gänsehaut beim ersten Heimspiel im Borussiapark inklusive.
Montag, 13. August 2007
und: bitte!
Kaiserslautern, genau, das ist der Klub, von dem kein Mensch weiß, warum in seinem Stadion WM-Spiele ausgetragen wurden. Der Betzenberg, genau, ist das Stadion, das so gerne, wie früher einmal, Hexenkessel wäre und sich doch so sehr wie Arena anfühlt. Borussia muss nach einem Pokalfest in Osnabrück, nach einem lösbaren Los für die zweite Runde nun zum Ligastart in die Pfalz. Eine umgekehrte Klimax also.
Nachdem sich die VfL-Coaches Luhukay und Wollitz einmütig geeinigt haben, dass beim Pokalspiel die richtige Mannschaft glücklich weitergekommen und die falsche unglücklich ausgeschieden ist, nachdem Osnabrück beim 2:1 gegen Freiburg gezeigt hat, wie es richtig geht gegen einen Aufstiegsaspiranten, ist nun die Borussia dran.
Wenn die spielen, von denen wir denken, dass sie spielen, ist der VfL mit der Achse Bögelund, Paauwe, Rösler und Marin gut aufgestellt gegen eine Kaiserslauterer Mannschaft, die Sinnbild ist für finanzielle Krise, Unsicherheit und Langeweile. Würde nicht jeder forsche Auswärtssieg-Tip, der unter Umständen nicht wahr wird, eine Erwartungshaltung zeitigen, die schlecht ist für das Gladbacher Umfeld, man dürfte ohne viel Wagemut ein 2:0 für den VfL tippen. Lautern wird eines der sieben Teams sein, die aufsteigen wollen, wo man sich am Ende aber wird fragen müssen, wie man ernsthaft glauben konnte, dass das möglich ist. Dasselbe könnte Gladbach nur dann blühen, wenn wieder alles in Frage stünde, nur weil ein Spiel, das man nominell gewinnen müsste, vielleicht nicht gewonnen wird.
Nachdem sich die VfL-Coaches Luhukay und Wollitz einmütig geeinigt haben, dass beim Pokalspiel die richtige Mannschaft glücklich weitergekommen und die falsche unglücklich ausgeschieden ist, nachdem Osnabrück beim 2:1 gegen Freiburg gezeigt hat, wie es richtig geht gegen einen Aufstiegsaspiranten, ist nun die Borussia dran.
Wenn die spielen, von denen wir denken, dass sie spielen, ist der VfL mit der Achse Bögelund, Paauwe, Rösler und Marin gut aufgestellt gegen eine Kaiserslauterer Mannschaft, die Sinnbild ist für finanzielle Krise, Unsicherheit und Langeweile. Würde nicht jeder forsche Auswärtssieg-Tip, der unter Umständen nicht wahr wird, eine Erwartungshaltung zeitigen, die schlecht ist für das Gladbacher Umfeld, man dürfte ohne viel Wagemut ein 2:0 für den VfL tippen. Lautern wird eines der sieben Teams sein, die aufsteigen wollen, wo man sich am Ende aber wird fragen müssen, wie man ernsthaft glauben konnte, dass das möglich ist. Dasselbe könnte Gladbach nur dann blühen, wenn wieder alles in Frage stünde, nur weil ein Spiel, das man nominell gewinnen müsste, vielleicht nicht gewonnen wird.
Sonntag, 12. August 2007
obenauf
Bis gestern sagte der Fußballgott noch: "Ich werde der sein, der ich sein werde!" Jetzt ist sie wahrhaftig, die Bundesliga der Herzen. Sogar der ein oder andere vermeintliche Glaubenskrieger hat sich im Verauf der Adventszeit zu dieser Offenbarung bekannt.
Der Osnabrücker Start nach Maß, das 2:1 gegen Freiburg gestern, bringt die Wollitz-Kicker auch in der VftabelLe (rechts auf dieser Seite) gleich ganz nach oben. Durchschnittlich drei Punkte pro Spiel sind einfach unschlagbar! Deswegen muss der VfL auch einen neuen Konkurrenten nicht scheuen, den uns Sven aus Osnabrück empfahl: VfL 07 Bremen.
"Wer schon mal auf der Homepage dieses Vereins war", schreibt Sven, "der wird Augen machen: Denn gleich auf der Startseite sieht man unten links einen Entwurf der VfL-Arena 2010. Außerdem findet man noch den offiziellen VfL-Song, VfL-Visionen, einen Fantruck, Pele mit VfL-Mütze und Schal, erklärtes Ziel ist die Meisterschale. Immerhin gibt es den Verein schon seit 100 Jahren, Gründungsdatum war irgendwann im Jahre 1907."
Nicht nur Sven findet: Ein unglaublich sympatischer Klub, zumal noch aus Bremen! Willkommen also in der VftabelLe. Dieses VfL-Ranking hatten wir im August letzten Jahres ins Leben gerufen, um angesichts der Ligakonkurrenz aus Wolfsburg, Cottbus oder Leverkusen einen adäquaten Überblick über den Leistungsstand unserer VfLs zu geben. Diese unwürdigen Gegner bleiben den VfLs zwar nun erspart, doch will sich kein Gladbacher und kein Osnabrücker ernsthaft mit Wehen oder Jena messen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die VfL-Coaches Jos Luhukay und Pele Wollitz: "Lasst die VftabelLe leben!" Deshalb suchen wir nach wie vor einen weiteren Neueinsteiger, denn: Der Fußballgott hat zugestimmt, die stärkste Liga der Welt auf 16 Teams aufzustocken. Ein weiterer VfL, der an einem regelmäßigen Ligabetrieb teilnimmt, ist eingeladen aufzusteigen. Kurze Mail an vftabelle@vflog.de reicht, ordentliche Bewerbungsunterlagen mit – wie üblich – Anschreiben, VfLebenslauf und möglichst auch Mannschaftsfoto machen natürlich einen besseren Eindruck.
Der Osnabrücker Start nach Maß, das 2:1 gegen Freiburg gestern, bringt die Wollitz-Kicker auch in der VftabelLe (rechts auf dieser Seite) gleich ganz nach oben. Durchschnittlich drei Punkte pro Spiel sind einfach unschlagbar! Deswegen muss der VfL auch einen neuen Konkurrenten nicht scheuen, den uns Sven aus Osnabrück empfahl: VfL 07 Bremen.
"Wer schon mal auf der Homepage dieses Vereins war", schreibt Sven, "der wird Augen machen: Denn gleich auf der Startseite sieht man unten links einen Entwurf der VfL-Arena 2010. Außerdem findet man noch den offiziellen VfL-Song, VfL-Visionen, einen Fantruck, Pele mit VfL-Mütze und Schal, erklärtes Ziel ist die Meisterschale. Immerhin gibt es den Verein schon seit 100 Jahren, Gründungsdatum war irgendwann im Jahre 1907."
Nicht nur Sven findet: Ein unglaublich sympatischer Klub, zumal noch aus Bremen! Willkommen also in der VftabelLe. Dieses VfL-Ranking hatten wir im August letzten Jahres ins Leben gerufen, um angesichts der Ligakonkurrenz aus Wolfsburg, Cottbus oder Leverkusen einen adäquaten Überblick über den Leistungsstand unserer VfLs zu geben. Diese unwürdigen Gegner bleiben den VfLs zwar nun erspart, doch will sich kein Gladbacher und kein Osnabrücker ernsthaft mit Wehen oder Jena messen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die VfL-Coaches Jos Luhukay und Pele Wollitz: "Lasst die VftabelLe leben!" Deshalb suchen wir nach wie vor einen weiteren Neueinsteiger, denn: Der Fußballgott hat zugestimmt, die stärkste Liga der Welt auf 16 Teams aufzustocken. Ein weiterer VfL, der an einem regelmäßigen Ligabetrieb teilnimmt, ist eingeladen aufzusteigen. Kurze Mail an vftabelle@vflog.de reicht, ordentliche Bewerbungsunterlagen mit – wie üblich – Anschreiben, VfLebenslauf und möglichst auch Mannschaftsfoto machen natürlich einen besseren Eindruck.
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