Mittwoch, 21. Februar 2007

keine gefühle nirgends

Von Helmut Schmidt lernen, heißt Gladbach ertragen lernen. In dem frisch erschienenen beachtlichen Buch "Für die RAF war er das System, für mich der Vater" finden sich nicht nur einige Interviews mit Opfern der RAF bzw. deren Hinterbliebenen, sondern auch die Abschrift eines kurzen Gesprächs mit dem damaligen Kanzler. Gleich zu Beginn wird er gefragt, was er in der heißen Phase des deutschen Herbstes als Verantwortlicher der Bundesregierung empfunden habe. Seine Antwort:

"Ich habe mir nicht erlaubt, etwas zu empfinden. Seine Emotionen muss man unter Kontrolle haben."

Diesen Satz habe ich mir in großen Lettern übers Bett gehängt. Gleich unter die Tabelle der Bundesliga.

Kommentare:

Horst hat gesagt…

Muahahahaha, wir haben die wenigsten Tore, sind Letzter, aber wir haben die letzten beiden (!) Tore des Jahres geschossen. Wuhahahahahahaha, hihihihihihihihi, ist die Welt nicht verrückt?

Michael Plaum hat gesagt…

Hallo Martin,

du sprichst mir aus dem Herzen. Jeden Spieltag die gleiche Zeremonie:
Vor Spielbeginn sich Mut zusprechen, auf eine völlig illusorische Hoffnung setzend, bibbernd am Radioempfänger auf das Unmögliche hoffend.
Und nach Spielschluss der obligatorische Schwur: Das tue ich mir nie wieder an, um am nächsten Samstag um 15:30 Uhr wieder unruhig WDR 2 zu hören "...und täglich grüßt das Murmeltier..." . Ich würde meine Emotionen gerne unter Kontrolle haben, aber ich bin kein Ex-Kanzler sondern nur ein masochistischer ( schreibt man das so ? ) Anhänger eines Fussballvereins, der meint er wäre mehr als ein Fussballverein aber noch nicht einmal das richtig ist.
mp