Donnerstag, 16. September 2010

11 freunde director's cut

Es ist ja schon etwas älter, unser Interview im charmanten 11 Freunde-Sonderheft zur neuen Saison. Was allerdings gar nicht alt, sondern im Gegenteil brandneu ist, sind die Fragen und Antworten des Interviews, die 11 Freunde nicht gedruckt hat bzw. haben. Hier sind sie:

Aus der alten Saison wird in Erinnerung bleiben...
...dass der HSV ein professionell geführter Weltklasse-Klub auf Augenhöhe mit den ganz Großen ist, der ganz, ganz sicher bald auch mal ein wichtiges Spiel gewinnt. Toi, toi, toi für die Pokal-Auslosung!!

Welche Schlagzeile würdest Du gerne in der kommenden Saison verfassen?
Theo Z. exklusiv im VfLog-Interview: "Ja, Manfred und ich waren drei Jahre lang ein Paar!"

Drei Wünsche frei:
1. Willi kommt frei! [Das ist der kleine, weiße Mann im Bundesliga-Logo, der von der DFL gefangen gehalten wird.]
2. Osnabrück schafft schon am 33. Spieltag den Klassenerhalt.
3. Eine Wunschmaschine [vgl. Herr Taschenbier/Das Sams]

Dein größter Albtraum:
Thomas Cichon wettet mal wieder schlecht [CL-Sieger: Omonia Nikosia], der VfL hilft seinem Südafrika-Scout mal wieder aus der Patsche, Cichon kann mal wieder nicht zurückzahlen - und am Ende fehlen Osnabrück 500 Euro für die Lizenz für die nächste Zweitliga-Saison.

Messer zwischen den Zähnen! Dein Lieblingsfeind:
Autoritätsdusel! Denn Albert Einstein sagt: "Autoritätsdusel ist der größte Feind der Wahrheit." Und der VfLog ist bekanntlich voll von Wahrheit.

Wo stehst oder sitzt Du im Stadion? Und warum?
Meistens ein Presseplatz auf der neuen Nordtribüne, weil der VfL das freundlicherweise auch unserem kleinen Familienblog ermöglicht. Das ist mutig, weil die DFL eigentlich findet, dass das nie, nie, nie sein darf. Mal sehen, wie lange wir noch Glück haben.

Montag, 13. September 2010

hauptsache gewonnen

Hurra, nun ist es endlich soweit. Osnabrück erscheint, wie man beim Snooker sagt, auf dem Scoreboard: Mit drei Punkten. Das sind drei mehr als Arminia Bielefeld aufweist [allerdings, zugegeben, ohne Trainer], und wenn es dabei bleibt, steigt der VfL immerhin nicht direkt wieder ab: Denn was Aue an Spielwitz und Durchschlagskraft nicht aufbringen kann, dürfte trotz der sechs schon zu Buche stehenden Punkte am Ende nicht genügen, um die Saison vor Osnabrück zu beenden. Das Problem: Was Osnabrück an Spielwitz und Durchschlagskraft aufbringt, dürfte nicht genügen, um besonders viele weitere Mannschaften der zweiten Liga hinter sich zu lassen. Besonders in der Vorwärtsbewegung, im Toreschießen, macht der VfL doch viel zu oft einen hilflosen und, womöglich fataler, planlosen Eindruck.

Unzählige hoch nach vorn geschlagene Bälle waren dafür ein eindrückliches Zeugnis. Wieder wechselte Karsten Baumann ausschließlich offensiv: Andersen, Kotuljac und Schmidt ersetzten Adler, Bencik und Lindemann. Vorn hakt es offenkundig.
Tröstlich ist, dass der VfL schon in der ersten Halbzeit trotzdem zu ein paar guten Chancen kam: Nach der ersten gefährlichen Ecke der Saison scheiterte Engel nach einer guten halben Stunde. Ein 30m-Hammer von Adler sah schick aus, war aber doch nur eine dankbare Aufgabe für Aue-Keeper Männel. Nur eine Minute später erwischte Bencik den Ball gefährlich per Kopf, und Nickenig drosch ihn an die Latte. In der 38. Minute nutzte Siegert einen der wenigen lichten Momente von Lindemann, nahm dessen Traumpass mit und scheiterte doch an Männel.
Alles in allem hätte der VfL zur Halbzeit führen müssen, was er dann vier Minuten verzögert ja auch tat: Heidrich gelang nach einer nächsten guten Ecke das erlösende 1:0.

Irgendwann stand es 2:0, die Nummer war durch, Osnabrück stellte das Fußballspielen ein. Plötzlich stand es 2:2, das Spiel war wieder offen, Aue bekam Aufwind. Dann fiel das 3:2, Aue war schockiert, Osnabrück jubelte. Und ein wirklich rühriger Journalist aus Aue erkundigte sich irritiert: "Osnabrück - das ist doch Westfalen, oder?"

Dieser erste Saisonsieg hat nun allen Osnabrückern einen Riesenstein vom Herzen gestoßen. Aus vollem Herzen zuversichtlich sind dennoch nur wenige: Zu offensichtlich brauchte der VfL den Zufall als Lohn für einen leidenschaftlichen Kampf. Zu wenig wusste die Mannschaft mit fußballerischen Mitteln schlicht zu überzeugen. Das kann noch werden. Und das muss noch werden, sollen am Ende nicht nur Aue und Bielefeld hinter Lila-weiß abschneiden.

Mittwoch, 8. September 2010

die ersten punkte: aue

Nun sind fast zwei Wochen um, und wir haben es bis hierhin vortrefflich geschafft, den kompletten Fehlstart in diese Zweitligasaison kognitiv und - vor allem und für alle (un)sichtbar - kommunikativ auszublenden. Das zweite 1:3 in München hatte bis gerade gar nicht stattgefunden. Sowas mögen Psychologen eigentlich ganz gern, den bewussten Umgang mit Erinnerung, aber würden diese Erinnerungen nicht irgendwann doch wieder aufploppen, wären sie arbeitslos, die Psychologen. Und so viel Trost sei ihnen gewiss: So lange Osnabrück Fußball spielt, wird keiner von euch Hunger leiden müssen.

Nun darf man den bisherigen Saisonverlauf, sofern davon nach zwei Spielen überhaupt die Rede sein kann, nicht missverstehen. In München, davon schrieben wir schon vor dem Spiel, war eine leistungsgerechte Niederlage einkalkuliert. Mit Duisburg hatte der VfL vorher gegen einen weiteren Aufstiegsfavoriten verloren. Nun also stehen null Punkte zu Buche, so wenig wie zu erwarten war. Bedauerlicherweise setzt das die Mannschaft dennoch unter gehörigen Druck. Gegen Aue, trotz des fabelhaften 6-Punkte-Starts ein Mitkonkurrent im Abstiegskampf, ist nun vielerorts schon von einem "Pflichtsieg" die Rede. Ganz falsch ist das nicht. Weil aber nun wichtige Spiele in Osnabrück selten verloren gehen, unter Flutlicht gar fast nie, steht dem ersten Saisonsieg nichts mehr entgegen. So gesehen ist doch alles nahezu optimal gelaufen.

Donnerstag, 26. August 2010

realität, aufprall, verfüht

Leute, die von der ganz schnellen Sorte sind, können dem Auftritt des VfL bei der 1:3-Auftaktniederlage gegen Duisburg partout nichts Positives abgewinnen. Allerdings: Wer sich etwas mehr Zeit lässt für ein fundierteres Urteil, kommt zu demselben Ergebnis. Lange nicht mehr hatte sich eine VfL-Mannschaft so mittel- und hilflos vorführen lassen, wahrscheinlich nicht mehr, seit dem 1:4 gegen ebenjene Duisburger am letzten Zweitligaspieltag vor eineinhalb Jahren. Unterm Strich stand nach 90 Minuten ein Aufsteiger auf dem Rasen, der in dieser Form der erste Absteiger ist: Einen halbwegs gefährlichen Schuss des ansonsten schwachen Lindemann und ein zu hoch gezielter Kopfball von Diabang mag der wohlgesonnene Beobachter zu einer einzigen Torchance addieren. Meinte man es weniger gut mit den Osnabrückern, steht am Ende nicht einmal die zu Buche.

Dabei kann man dem VfL kämpferisch keinen Vorwurf machen. Doch "Hat sich bemüht" steht ja bekanntlich auch in den Zeugnissen jener, die schließlich doch auf der Strecke bleiben. Wie ratlos der VfL dem nicht überragenden, doch gut sortierten Duisburger Spiel nichts entgegen zu setzen hatte, liest sich am besten an den Auswechslungen ab: Karsten Baumann wechselte ausschließlich offensiv; am Ende hatten alle verfügbaren Stürmer mitgewirkt, und es standen mit Kotuljac/Diabang, Schmidt, Adler und Lindemann, der von Beginn an gewissermaßen zweite Spitze spielte, vier von ihnen gleichzeitig auf dem Platz, die doch - unterstützt von Spielmacher Tyrala - allesamt zwei Dinge nicht vermochten: Dem Angriffsspiel des VfL in irgendeiner Weise Kreativität und Durchschlagskraft zu verleihen.

Frappierend war auch, wie wenig Gefahr von Osnabrück bei Standardsituationen ausging. Ob Ecken oder Freistöße, in der Regel verpufften diese 'Chancen' völlig folgenlos. Es darf doch verwundern, dass, wenn der Ball schon still darauf wartet, ungestört getreten zu werden, niemand vermag, ihn aussichtsreich abzuschießen. Anders Duisburg, denen das ununterbrochen gelang.

Nun ist es völlig verfrüht, aus diesem Spiel voreilig irgend etwas zu schließen; auch Krisengeheul wirkt nach dem ersten Spieltag doch arg lächerlich. Aber der VfL hat nach dem erfrischenden Pokalspiel immerhin die Chance verpasst, gelassen in die Saison zu starten. Eine erwartbare, wohl leistungsgerechte Niederlage in München einkalkuliert, steht Osnabrück dann nämlich vor dem Heimspiel gegen Aue mit null Punkten schon gehörig unter Druck. Dass es irgendwann soweit kommen würde: Auch das kann nicht überraschen, auch das war von vornherein erwartbar. Nur ein paar mehr Wochen ohne akute Sorgen und Sechs-Punkte-Spiele hätten sicher allen gut getan.

Freitag, 20. August 2010

auftakt nach maß: duisburg

Wenn wir an das letzte Pflichtspiel gegen Duisburg denken, kann einem angst und bange werden. Andererseits: Wenn der VfL nur halb so inspiriert wie damals auftritt, ist schon mindestens ein Unentschieden drin. Aber ehrlich gesagt: Im Spiegel Online-Tippspiel, das unser kleiner Familienblog bereichert, haben wir uns mit einem 2:1-Auftaktsieg weiter aus dem Fenster gelehnt.

Die Euphorie wird an diesem ersten Spieltag den Ausschlag geben: "Zweite Liga", das lässt das Feuer in den Osnabrücker Augen lodern, man spürt die Begeisterung, die Freude darüber, wieder dazu zu gehören. Duisburg hat das nicht, im Gegenteil: Eher wiederwillig spielen die Zebras mit. Eigentlich, finden und - wichtiger: - fühlen sie, müsste man sie eine Liga höher mitkicken lassen. Dieses Quentchen mehr Überzeugung wird vielleicht zwei, drei Spieltage ein guter Vorteil sein. Spätestens dann muss der VfL auch fußballerisch voll auf der Höhe sein.

Übrigens und an all jene, die ihre Anreise für Sonntag auch schon vorbildlich organisiert haben, um pünktlich um 14 Uhr im Stadion zu sein: Anstoß ist jetzt wieder um 13:30 Uhr.

Freitag, 13. August 2010

endlich zurück auf los: kaiserslautern

"Unser Baby ist schon so alt geworden", meinte Martin heute fast melancholisch am Telefon.

(Unser Baby, das ist unser kleiner Familienblog. Es kommt jetzt bald zur Schule, mit knapp sechs Jahren. Und wie das so ist mit Heranwachsenden, sie werden flügge. Sie lassen sich nicht mehr alles sagen und, schlimmer noch: Sie wollen nicht, dass man sich jeden Tag um sie kümmert, als wären sie noch Babys. So werden wir also künftig öfter mal den Mund halten müssen: Tägliches Tätscheln und Hätscheln wird unser Baby nicht mehr mit sich machen lassen, oder nur noch, wenn es krank ist.)

Das stimmt, und manchmal brauchen Eltern Jahre, um Wesentliches zu begreifen. Wir haben erst in diesem Jahr wirklich begriffen, dass die Sommerpause etwas ist, das keiner großen Worte bedarf. Für sie trifft zu, was auch auf Trainingsauftakte und Testspiele zutrifft: Allesamt sind sie völlig bedeutungslos. Gottlob gibt es noch genügend hauptamtliche Sportjournalisten, die es sich angewöhnt haben, sich von einer Saisonvorbereitung nicht langweilen zu lassen, und allerlei Mutmaßungen über die Qualität des Kaders oder die Flugeigenschaften des neuen Balls anstellen. Aus dieser Sache können wir uns getrost raushalten. Wir haben uns, von wenigen Ausnahmen abgesehen, tot gestellt. Was für ein wunderbarer Sommer das war!

Heute nun ist die Sommerpause endlich vorbei. Der VfL startet gleich mit einem Leckerbissen in die neue Spielzeit, einem teuflischen noch dazu. Die neuen Erstligisten aus Kaiserslautern sind gleich an der Bremer Brücke zu Gast, es geht um den Einzug in die zweite DFB-Pokal-Runde. Ein Sieg wäre schön, aber unwahrscheinlich, wie eigentlich immer, wenn Osnabrück im Pokal mitmischt.
Aber wie spielt der VfL nun? Wer von den Neuzugängen darf von Beginn an ran? Wie frenetisch bejubeln die Fans ihre Aufsteiger? Und welches Gefühl entsteht, was die viel wichtigere Mission angeht, den Klassenerhalt?
Gleich endlich gibt es die Antworten auf diese Fragen zu sehen. Endlich macht es wieder Spaß, über den VfL zu plaudern. Endlich steigt die Spannung.

Sonntag, 25. Juli 2010

einwurf #6: petition für willi

Mit unserer Sommerpause ist es ja so eine Sache. Sie währt schon eine ganze Weile, aber kaum dass man mal die Klotten hinschmeißt, erinnert man sich erst recht an diejenigen, denen es so viel schlechter geht. Unseren Willi etwa. Das ist das kleine weiße Männchen im DFL-Logo, ein armer Mann, den die DFL seit langer Zeit gefangen hält. Wir haben viel probiert und alle Register der stillen Diplomatie gezogen, doch selbst der US-Sondergesandte Richard Holbrooke konnte nicht einmal eine Verbesserung der Haftbedingungen erwirken. Wir alle gemeinsam müssen weiter kämpfen! Schließen Sie sich deshalb dieser Petition an den DFL-Vorsitzenden Christian Seifert an! Unterschreiben Sie - und sagen Sie, wenn Sie mögen, Willi die besten Wünsche. Er freut sich immer so über Post!

Sehr geehrter Herr DFL-Vorsitzender Seifert,

wir begrüßen dankbar die Entschliessung des Europäischen Parlaments vom 14. Juli 2010, die auf die unverzügliche Freilassung des Ersten Sekretärs des Fußballgotts, Willi, aus der Gefangenschaft der DFL hinwirken möchte. Wir wenden uns an Sie mit der dringenden Bitte, dass Sie als Vorsitzender des GmbH im Namen der Deutschen Fußball Liga - und der Gerechtigkeit! - dieser Entschliessung sich anschliessen. Willi, der junge, weiße Mann in Ihrem - zugegeben - schicken Logo ist, wie Sie wissen, von einem Kommando der DFL entführt worden. Er wird seitdem - es sind jetzt zehn Jahre - gegen jegliches humanitäre Völkerrecht in Geiselhaft gehalten. Entgegen den internationalen Konventionen wurde ihm jeglicher Besuch von Außen verweigert. Auch Organisationen wie das Internationale Rote Kreuz hatten bisher keinen Zugang zu ihm. Das - mit Verlaub - menschenverachtende Verhalten der DFL muss als solches international geächtet werden. Auch Ihr Poker mit dem Fußballgott um einen Gefangenenaustausch hat jegliches internationale Recht gegen sich.

Wir bitten Sie, Ihr Gewicht in Sachen der Menschenrechte zur Unterstützung des Europäischen Parlaments in diesem Fall einzusetzen: Free Willi!

Für Ihre wohlwollende Prüfung unseres Anliegens danken wir Ihnen bestens.
Sincerely,
The Undersigned

Donnerstag, 22. Juli 2010

einwurf #5: keine rabatte, leider!

Liegengebliebenes aufarbeiten oder einfach selber liegen bleiben - dazu taugt unsere kleine Sommerpause. Doch kaum ist die Nacht vorbei, plagen einen die großen Niederlagen der letzten Saison: Zu gern etwa hätten wir unseren Lesern satt rabattierte Bundesligatickets angeboten. Dafür hätten wir, wieder einmal, auch unsere Seele verkauft und Werbung für eine irre gute Sache gemacht. Aber schon wieder hat es nicht geklappt. Lest selbst:

"Hallo", hieß es vor einiger Zeit in einer freundlichen Mail eines Herrn H. "Als ich das Internet nach interessanten Fußball-Blogs durchsuchte, bin auf deine Seite gestolpert und fand sie sehr unterhaltsam." (Nett, oder?) Herr H. ist, wie er schreibt, Redakteur einer Webseite, die Gutscheine und Rabattaktionen "des ganzen Internets" (Hut ab!) an einem Ort zu sammeln gesucht.

"Wir haben im Moment", kündet Herr H., "einen tollen Rabatt auf Bundesligakarten und dachten, es wäre vielleicht etwas, wofür sich deine Leserschaft interessieren würden." (Wenn wir das immr so genau wüssten.) Mit dem Gutschein jedenfalls sei es möglich, 10% Rabatt auf Bundesligakarten bei einem Online-Ticket-Dienst zu bekommen. Wenn wir noch Fragen hätten, dürften wir uns jederzeit melden, schreibt Herr H., ausweislich seiner Mail-Signatur nennt er sich "Site Editor".

Selbstverständlich ist das eine tolle Sache gewesen mit den Rabatten, trotzdem hatten wir noch eine Frage. Dies ist unsere Antwort:


Hallo,

danke für deine Nachricht, die mir von unserem Site-Editor leider erst spät weitergeleitet wurde. Sorry dafür. Dass du wegen eurer Bundesligakarten-Rabattaktion an unseren kleinen Familienblog gedacht hast, ist sehr freundlich.

Als grundsätzlich kritisches Verbrauchermagazin machen wir allerdings nur dann Werbung für Produkte und Dienstleistungen, wenn wir uns vorher von deren Seriosität und Qualität überzeugen konnten. Wie wäre es, uns zu Testzwecken zwei Tickets kostenlos zukommen zu lassen? Dann könnten wir uns so ein Bundesligaspiel mit Karten von XXX [des Online-Ticket-Dienstes] einmal ansehen.

Meld dich doch kurz, wie die Dinge stehen.
Viele Grüße,
Maik

--
Maik Gizinski
Senior Editor



Wir sind untröstlich. Herr H. hat sich nicht mehr gemeldet.

Montag, 19. Juli 2010

einwurf #4: neuzugänge

Unser Sommerpäuschen ist noch nicht zu Ende. Doch kaum sind drei, vier Wöchlein ins Ländchen gegangen, naht der nächste Anstoß im Hexenkesselchen. Da wird man sich doch kurz Gedanken machen dürfen um den Fortgang der Dinge.

"Viel hilft viel", lautet bekanntlich eine alte Apothekerweisheit, und wer, wenn nicht der VfL, wüsste davon ein Lied zu singen?! Zur vergangenen Saison vermochten es Manager und (neuer) Trainer gar, 16 Neuzugänge zu vermelden. Das konnte ja nur gutgehen. Entsprechend souverän ist das Team zurück in die zweite Bundesliga gestürmt.

Aber was für Drogen und gute Medikamente gilt, trifft eben auch auf neue Spieler zu: Sie sind teuer, und irgendwann fehlt das Geld, den Rausch weiter befeuern zu können. Das sind meist traurige, melancholische Momente, schließlich könnte alles so einfach und schön sein.
Zählen wir also: Benjamin Gorka, Innenverteidiger, und Manuel Riemann, Torwart, beide aus Burghausen, Sebastian Tyrala, Mittelfeld, von Dortmund II verpflichtet, Kristoffer Andersen, ebenfalls Mittelfeld, und Stürmer Nicky Adler aus Duisburg, und schließlich Altsternchen Momo Diabang (das ist nicht das Psychowrack aus der Lindenstraße!), Angreifer aus der schönsten Stadt der Erde, Wien. Macht sechs: Sechs Neuzugänge.

Um diese Statistik etwas zu schönen, zählen wir noch Alexander Krük (Abwehr) dazu, der zwar letzte Saison schon da war, aber eben nur als Ausgeliehener, und auch die drei Osnabrücker Jungprofis, denen, um die DFL-Regularien zu erfüllen, ein Profivertrag angeboten werden musste: Christian Pauli (Sturm), Daniel Latkowski (Mittelfeld) und Robin Twyrdy (Abwehr). Macht immerhin schon zehn. Und: Den neuen Co-Trainer Heiko Nowak lassen wir als Nummer Elf durchgehen. Das müsste doch reichen. "Oh wack'rer Apotheker, dein Trank wirkt schnell", sagt Shakespeares Romeo. Wir wollen hoffen, dass er recht hat.

Donnerstag, 15. Juli 2010

einwurf #3: keine nackten spieler, leider!

Jaja, offiziell machen wir immer noch Sommerpause. Aber kaum ist mal etwas Zeit zum Zurücklehnen, taucht so manche vergebene Chance der letzten Saison vor dem inneren Auge auf: Neulich etwa hatten wir wieder einmal Post bekommen, und wir kümmern uns immer sehr persönlich um Leser-Zuschriften. Ein Herr M. von einer großen deutschen Boulevardzeitung hatte uns geschrieben - mit einer dollen Idee. Und damit nicht genug: Wir hatten noch dollere Ideen! Doch irgendwie ist der Kontakt dann trotzdem abgebrochen. Lest selbst:

Der Herr M. schrieb, er sei "auf der Suche nach qualitativen nicht kommerziellen Fußballseiten" auf unseren kleinen Familienblog gestoßen. (Bis dahin hat Herr M. gut recherchiert.) "Sicher", schreibt er, "interessiert Sie die Möglichkeit aktuellste News und Videos zu Ihrem Lieblings-Bundesliga-Verein Borussia Mönchengladbach als embeded Code in Webseiten integrieren zu können". (Da irrt Herr M. nun.) Jedenfalls: Es gebe seit kurzem irgend so ein "Widget", vermittels dessen die große weite Fußballwelt Einzug in unseren kleinen Familienblog halten könnte, und das ganze auch noch im Bewegtbild. (Wenn wir das richtig verstanden haben.)

Herr M. würde sich nunmehr "sehr freuen", wenn wir in unserem süßen VfLog über sein "Widget" berichten würden (was wir hiermit gerne tun!) und stellt in Aussicht, dass die Online-Plattform des großen Boulevardblatts, für das er arbeitet, wiederum bald berichten wird, wie ihr "Widget" so im Internet aufgenommen wurde. (Man stelle sich das vor: Unser kleiner Familienblog verlinkt in den Leitmedien dieses Landes.)

Jedenfalls, schreibt Herr M. schließlich, mögen wir uns mit Fragen und Anregungen gern an ihn wenden. "Wir sehen Qualitäts-Blogger, wie Sie, als wichtigen Teil des Web2.0", lobt Herr M. aufrichtig, deshalb freue er sich auf unser Feedback und unsere Meinung zu diesem "Widget".

Natürlich haben wir geantwortet:


Sehr geehrter Herr M.,

verzeihen Sie bitte, dass ich mich erst so spät auf Ihre Nachricht melde, aber Ihre Mail war versehentlich automatisch in meinen Spam-Ordner sortiert worden; ich bin erst jetzt darauf aufmerksam geworden. Haben Sie herzlichen Dank für Ihren freundlichen Hinweis auf das "mein Klub"-Widget und die Möglichkeit, es auf unserer Website einzubinden. Wir halten zwar nicht besonders viel von embedded journalism, doch den embeded [sic!] codes gehört die Zukunft!

Erlauben Sie mir noch wenige Fragen:
Ihr Vorstandsvorsitzender bastelt derzeit bekanntlich eifrig an einer premium-content-Kampagne für Online-Medienangebote aus Ihrem Hause. Ausgewählte Blätter haben ja bereits damit angefangen, Geld für einen Teil ihres Angebots zu verlangen. Wird es die "mein Klub"-News und Videos auch künftig kostenlos geben?

Außerdem bietet die iPhone-App der Bildzeitung neuerdings das Bild-Girl zum Schütteln: am Anfang noch komplett eingekleidet, entblättert sich das Bild-Girl mit jedem Schütteln des iPhones ein bisschen mehr. Ist etwas Ähnliches künftig womöglich auch mit den Lieblingsspielern des jeweiligen Lieblingsvereins via "mein Klub"-Widget denkbar?

Und wie Sie wissen, widmet sich unser Familienblog ja nicht nur Borussia Mönchengladbach, sondern auch dem VfL Osnabrück. Selbstverständlich müssten wir auch aktuellste News und Videos vom VfL auf unserer Seite integrieren dürfen.

Melden Sie sich doch bitte kurz, ob das möglich ist oder wo es Schwierigkeiten geben könnte.



Bis heute haben wir dann jedoch nichts mehr von Herrn M. gehört.

Montag, 12. Juli 2010

einwurf #2: ehingen

Unsere kleine Sommerpause dauert an. Aber kaum hat sich die Weltmeisterschaft in Wohlgefallen aufgelöst (Naja, also außer für die 1.000 Beschäftigungslosen, die an einem schönen Montagmorgen - offenbar noch dazu einem Urlaubsmorgen! - nichts besseres zu tun haben, als zum Flughafen Frankfurt zu pilgern, um der heimgekehrten Nationalmannschaft nicht dabei zusehen zu können, wie sie das Gelände durch den Hinterausgang verlässt.), wollen wir uns gern endlich denjenigen zuwenden, die eine aufrichtige Gratulation schon so lange verdient haben: Nämlich der ersten Herrenmannschaft des VfL Ehingen 1947 e.V.!

Die Franken mit ihrem mitreißenden Tiki-Taka haben den lange zähen Kampf mit dem VfL Sindelfingen am Ende doch deutlich gewonnen und sich mit 0,12 Punkten Vorsprung die Krone der VftabelLe gesichert. (Die VftabelLe, rechts auf dieser Seite, ist die stärkste Liga der Welt. Logischerweise dürfen nur VfLs mitspielen. Die Punktzahl der teilnehmenden VfLs errechnet sich vermittels eines komplizierten Rechenverfahrens, an dessen Ende der Quotient aus gewonnen Punkten und absolvierten Ligapartien steht.) Der VfL Ehingen ist damit die stärkste Vereinsmannschaft der Welt. Herzlichen Glückwunsch, liebe Ehinger! (Übrigens misst sich Ehingen in seiner bayrischen Kreisliga "Nürnberg/Frankenhöhe" mit 14 anderen Teams. Dass der VfL in dieser 15er-Liga auf 29 Saisonspiele kommt, verdient gleich den nächsten Orden!)

Der Abstiegskampf in der VftabelLe war dieses Jahr schnell entschieden. Oldenburg, Bochum und leider auch Nürnberg, dessen Coming-out als VfL wir seinerzeit durch investigative Recherchen enthüllten, müssen absteigen und werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr dabei sein. Wir wollen keine großen Worte mehr darüber verlieren. (Übrigens auch nicht über den Verbleib der gastgebenden VfLs, obwohl Gladbachs souverän errungener Klassenerhalt und Platz 15 knapp hinter Halle 96 aller Ehren wert ist!)

Wir suchen nun also drei Aufsteiger, denn der Fußballgott hat für die kommende Saison erneut zugestimmt, die VfLiga mit 18 Mannschaften zu bestreiten. Jeder VfL, der an einem regelmäßigen Spielbetrieb teilnimmt und mutig genug ist, kann mitspielen. Es winken viele, viele Lorbeeren! Kurze Mail an vftabelle@vflog.de reicht, ordentliche Bewerbungsunterlagen mit – wie üblich – Anschreiben, VfLebenslauf und möglichst auch Mannschaftsfoto machen natürlich einen besseren Eindruck.
Der Fußballgott strebt eine Erhöhung des Frauenanteils in der VftabelLe an und fordert daher qualifizierte Frauen zur Bewerbung auf. Auch VfLs mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen, die die geforderten Qualifikationskriterien erfüllen, werden ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert.

Samstag, 19. Juni 2010

einwurf #1: rüttgers

Unsere kleine Sommerpause dauert an: Aber kaum ist mal ein bisschen Zeit zum Durchatmen, fliegt hier ein Ideechen vorbei und zwitschert dort ein Vögelchen die dollsten Nachrichten. Bis es wieder los geht mit Fußball und diese so genannte Weltmeisterschaft vorbei ist, halten wir uns ab und an mit diesen Canapées bei Laune; bestenfalls auch unsere geneigten LeserInnen. Heute etwa...

... ist der nächste zurückgetreten: Jürgen Rüttgers. Er mag bald nicht mehr Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen sein (eröffnet aber stattdessen womöglich mit dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal (für 500.000 Euro) oder eine Logopädieschule, man weiß es nicht). Wenn das jedenfalls so segensreich weiter geht mit den Rücktritten, erwägen wir, unsere Sommerpause noch auszudehnen: Merkel könnte lauern, Westerwelle ist heißer Kandidat, und spätestens im September ist dann ja auch schon wieder Friedhelm Funkel dran.

Dienstag, 8. Juni 2010

rücktritt

Da sich die Nachfragen besorgter Leserinnen mehren, sei das Schweigen des VfLogs kurz erläutert: Wie unsere aufmerksamen und treuen Fans richtig bemerkt haben, hat der VfLog wieder einmal einen zukunftsweisenden, innovativen und folgenreichen Schritt unternommen. Wir haben unsere Arbeit niedergelegt. Erste Erfolge sind unübersehbar: Koch ist zurückgetreten. Köhler ist zurückgetreten. Nicht mehr lange, und auch Jogi Löw wird zurückgetreten sein. Alle folgen sie unserem Beispiel, und nach und nach wird die Welt ein schönerer Ort.

Doch machen wir uns nichts vor: Koch wird wiederkommen, als Berater der Deutschen Bank. Köhler wird wiederkommen, als Altbundespräsident, und spätestens wenn er 90 wird, werden Elogen auf seine Afrikapolitik verbunden mit einer allgemeinen Sehnsucht nach einer wichtigeren Rolle dieses klugen elder statesmen allüberall zu lesen sein. Löw wird wiederkommen, als Trainer von Hoffenheim. Und, na logo, auch wir werden wiederkommen. Und zwar noch vor all den anderen Rückkehrern, denn unserem eigenen Anspruch entsprechend werden wir auch hier die Vorreiter sein.

Nur gerade, gerade müssen wir mal durchatmen. Uns neu aufstellen. Neue Ideen entwickeln. Besser denn je werden. Schließlich ist so ein Familienblog ein Marathon, kein Sprint. Und nach über fünf Jahren ist einmal eine Sommerpause fällig. Bleiben Sie uns gewogen, schauen Sie bald wieder vorbei. We'll be back. Spätestens zur neuen Saison.

Und die WM? Geh, bitte! Schon vergessen? Wenn es kein VfL ist, ist es kein Fußball.

Dienstag, 18. Mai 2010

der echte mose

Alle Welt spricht von Syndes' Mose, doch wir zitieren lieber das Original. Im 4. Buch, Kapitel 32, Vers 6 etwa spricht er, an allerlei wehleidige Weicheier gewandt: "Eure Brüder sollen in den Kampf ziehen und ihr wollt hier bleiben?"

Dienstag, 11. Mai 2010

zweikampf an der spitze, abstiegskampf entschieden

Längere Zeit war sie nicht up to date, unsere VftabelLe (rechts auf dieser Seite). Irgendwie ging die stärkste Liga der Welt im Trubel des Osnabrücker Aufstiegsrennens unter. Aber jetzt ist alles wieder picobello.
Und der Zweikampf an der Spitze ist spannender denn je: Niemals vorher lagen so kurz vor Toreschluss zwei Teams so eng beieinander. Ehingen und Sindelfingen trennen nur 0,06 Punkte! Der Kampf um die Krone, den Titel 'Stärkster VfL der Welt" nämlich, dürfte die beiden Mannschaften am Wochenende ziemlich unter Druck setzen: Ehingen beim Auswärtsspiel gegen die Zweite von Dombühl, Sindelfingen beim VfL (!) Pfullingen. Herrje, das wird eine ziemlich aufregende Angelegenheit.

Der Abstiegskampf dagegen ist entschieden. Auch wenn einzelne VfLs ihre Saison noch nicht beendet haben, werden Nürnberg, Bochum und Oldenburg den unvermeidbaren Gang in die Bedeutungslosigkeit antreten müssen. Das ist, was den 1. FC Nürnberg angeht, besonders bitter, hatte unser kleiner Familienblog doch überhaupt erst exklusiv enthüllt, dass Nürnberg auch ein VfL ist. Wie dem auch sei: Selbst wenn der aktuelle Tabellenvierzehnte Halle 96 - das Team, das im Saisonverlauf am tiefsten gefallen ist - alle vier ausstehenden Saisonspiele verliert, ist Nürnbergs Marke von 0,91 Punkten nicht mehr zu unterbieten. Zum Abschied sagen wir leise servus.

Zwei Sonderlobe gehen nach Osnabrück und Gladbach: Gladbach hatte ausnahmsweise mal gar nichts mit dem Abstieg zu tun und rangiert mit 1,15 Punkten, hüstel, souverän über dem Strich. Und die Zweite aus Osnabrück kämpfte sich nach einem Besorgnis erregenden Desaster-Start noch ins sichere Mittelfeld. Erstmals seit Bestehen der VftabelLe mussten wir nicht zum Saisonende hysterisch Desaster-VfLs suchen, um die unteren VftabelLenregionen aufzustocken, damit alle Teams aus Osnabrück und Gladbach den Klassenerhalt schaffen. Hut ab dafür!

Ach, was die Zählweise angeht, die Anfänger verwirren dürfte: Die Punktzahl der teilnehmenden VfLs errechnet sich nach wie vor vermittels eines komplizierten Rechenverfahrens, an dessen Ende der Quotient aus gewonnen Punkten und absolvierten Ligapartien steht.

Montag, 10. Mai 2010

gewürzspekulatius II

Im Küchenschrank weit hinten habe ich vorhin eine angebrochene Packung Gewürzsspekulatius gefunden und geleert. Warum auch nicht? Alles fühlt sich derzeit an wie trüber November (wenn nur dieses selige Aufsteiger-Gefühl nicht wäre), und was passt da besser als der ein oder andere Adventskeks?

Im übrigen: Bevor wir uns, wie so mancher vermeintlich seriöse Berichterstatter, in Spekulationen ergehen was Neuverpflichtungen oder Vertragsverlängerungen angeht, essen wir sie doch lieber, die Spekulatius. Wenn das so weiter geht mit dem Herbstwetter, werden wir in der Sommerpause auch unseren sporadischen Adventskalender fortführen. Da ist dann wirklich die ein oder andere Überraschung drin, vielleicht sogar ein neuer Spieler.

Sonntag, 9. Mai 2010

guter rat, billig

"Journalisten", schreibt Kurt Kister in seiner segensreichen Wochenendkolumne in der Süddeutschen Zeitung, seien "leider Leute, die einem unablässig mitteilen müssen, was zu tun ist. Noch schlimmer in dieser Hinsicht sind nur noch Linkspartei-Aktivisten, FDP-Spitzenpolitiker, manche Beamte, vor allem pensionierte, und natürlich Blogger."

Die von allerlei Bürgergesellschafts-Gefasel geschwängerte sogenannte Blogosphäre schert uns bekanntermaßen einen Dreck. Oder Teufel, je nachdem, wenn es etwa gegen Kaiserslautern geht. Deshalb machen wir sowas auch nicht: Leuten sagen, was zu tun ist. Im Gegenteil: Wir haben viel zu viel damit zu tun, uns selbst zu sagen, was zu tun ist: Freuen über den sensationellen Aufstieg/Klassenerhalt unserer VfLs und das maßgebliche Zutun unserer Zwillingstrainer Michi und Karsten. Zu einer anderen Bewertung dieser zu Ende gegangenen Spiel kann ein vernünftiger Beobachter freilich auch gar nicht kommen.

Samstag, 8. Mai 2010

aufgestiegen

Der VfL ist tatsächlich aufgestiegen. Das große Desaster vor nicht einmal einem Jahr ist damit zum Betriebsunfall verkommen, der sich im Nu korrigieren ließ, wenn auch mit einer nahezu komplett ausgestauschten Belegschaft. Mit Kunststück ist diese Leistung der VfL-Verantwortlichen um Trainer Karsten Baumann und Manager Lothar Gans nur unzureichend beschrieben. Osnabrück hat etwas geschafft, was - siehe Wiesbaden in Liga 3 oder Cottbus und Karlsruhe in der zweiten Bundesliga - alles andere als selbstverständlich ist: den direkten Wiederaufstieg.

De Art und Weise, wie die Mannschaft schließlich die Meisterschaft in der 3. Liga errungen hat, ist bemerkenswert und verhältnismäßig souverän. Taktisch und spielerisch war dieses Osnabrücker Team zu stark, um an seiner mitunter mangelnden Konstanz schließlich doch zu scheitern. Was für eine Aussicht: Im kommenden Jahr gibt es wieder Auswärtsfahrten nach Bochum, Berlin, Bielefeld und München. Es wird Zeit, dass die Sommerpause vorbei ist!

Mittwoch, 5. Mai 2010

seitenwechsel #114

Die Saison nähert sich dem Ende, da treten nicht nur auf dem Platz Abnutzungserscheinungen auf. Auch der Seitenwechsel, den wir uns Woche um Woche mit unseren lieben Kollegen von der Seitenwahl schreiben, liest sich in dieser Woche nicht ganz so funkensprühend wie sonst. Martin fing mit Tendeleien an, nachzulesen wie immer auf Seitenwahl. Und was macht Joachim? Statt dem lustlosen Martin sechs Hütten einzuschenken, stimmt er unten in das große Lamento ein. Wir fordern daher an dieser Stelle: Nächste Woche müssen wieder drei Punkte her!

Lieber Martin,

ich habe auch keine Lust. Du hängst Dich nicht rein, dann mache ich das auch nicht. Ich habe ohnehin heute nacht schlecht geschlafen. Die ganze Feierei nach der erfolgreichen letzten Woche ist mir irgendwie nicht gut bekommen. Und mein Frühstück war zu viel und zu fett. Ich laß mich hier gleich auswechseln und geh erst mal dahin, wo selbst John Wayne vom Pferd steigt.

Dumm für unsere Leser, die von weither gekommen sind, um sich vorfreudig an den PC zu setzen und diesen SEITENwechsel zu öffnen. Ey, Ihr Penner, beschwert Euch nicht. Ihr bezahlt mich nicht, das macht meine Bank. Mein Berater hat mir das wohl neulich etwas länger erklärt, aber ich habe das nicht kapiert. Ich feuer den Penner sowieso, wenn er mich nicht schnell bei der FAZ unterbringt.

Der Laktatpinscher aus der Redaktion macht mir auch keinen Druck. Ich hab ihm gesagt, nächstes Jahr strenge ich mich wieder an. Dann bin ich auch reifer. Hält ja keiner aus, 34 SEITENwechsel in nur einem Jahr. Wenn ich erst mal bei der FAZ bin, lassen sie mich nur dreimal im Jahr ne Kolumne füllen. Das erscheint mir, so beim näheren nachdings… rhm -denken meinen Ambitionen angemessen, mehr merkt sich sowieso kein Leser.

Ach ja, nächste Woche schreib ich noch mal was, dann ist schon fast WM. Irgendeiner meiner Opas war mal in Neuseeland, da kann ich immer behaupten, er war da mal verheiratet, und ich bin das Ergebnis. Obwohl, dafür musse ja gar nich verheiratet sein, hehe. Oder so. Buchführung kennen die da unten sowieso nicht, und der Heini mit den Blattern im interbationalen Schriftstellllerverband prüft das sowieso nicht nach. Paß auf und schalt die Kiste an, Alter, im Sohmer sieht Du mich als Berichterstatter bei der WM, und dann halte ich Hof und suche mir die Angebote aus – Reuters, BBC, Financial Times, was kostet die Welt. Dann baruch ich die FAZ nicht mehr, geschweige denn diesen VfBlock oder wie dat Ding heißt, der wo ich hier gerade am Schreiben bin.

Rülps, jetzt krieg ich auch schon diese roten Rechtschreibfehlerdinger. Ich sitz gerade so weit von meinem Duden weg, und wie gesagt, ich bin sowieso nicht motiviert.

Schließ ich heut mal ohne Gruß, und Du mich auch,

Dein Joachim

Freitag, 30. April 2010

live von woanders: sheffield, crucible theatre

Es ist eine andere Welt, und sogar eine wunderbare. The "Jester from Leicester" und the "Thunder from Downunder" spielen hier die Hauptrollen, ausserdem ist natuerlich "The Rocket" in aller Munde, obwohl laengst ausgeschieden. Wenn der Stadionsprecher, der hier ein ja Theatersprecher ist, Ronnie O'Sullivan als den "most naturally talented player who ever graced the game" vorstellt, dann ist man schon mittendrin in diesem aussergewoehnlichen Auswaertsspiel und will gar nicht wieder weg.

Meine kurze Reise zur Snooker-WM in Sheffield duerfte fuer laenger die legendaerste Auswaertsfahrt in meiner Groundhopper-Karriere bleiben. Wer jenseits der Weltmeisterschaft hierher kommt, wird die Magie eines in die Jahre gekommenen 80er Jahre-Baus nicht spueren koennen, aber das Crucible ist fuer zwei Aprilwochen im Jahr ein Mekka fuer wirklich grossen Sport. Wenn der Prophet Mohammed das Snookerspielen - nein, lassen wir diese Vergleiche, sonst geht unser kleiner Familienblog bald gar in Flammen auf.
Wer auf Fernsehgottesdienste steht, kann nachher auf Eurosport den "Thunder von Downunder" kennen lernen. Gegner ist dann der "Captain Ali Carter". Die Predigerrolle auf Eurosport uebernimmt seit Jahren schon Rolf Kalb, auch der ist mittlerweile legendaer. Aber all das ist kein Vergleich zum Sitzplatz in Reihe G, Purple Door, Nummer 27.

Uberigens stand gestern selbstverstaendlich auch ein kurzer Besuch an der Bramall Lane und in Hillsborough auf dem Programm. Letzteres bereitet sich schon auf das alles entscheidende Spiel von Wednesday gegen Crystal Palace am Sonntag vor. Aber Sonntag, ja, Sonntag wird im Crucible zum Finale angestossen. Und wer erst einmal hier ist, fuer den sind Fussball und Kiel und alles Weltliche sehr weit weg.

Donnerstag, 29. April 2010

seitenwechsel #113

In der vergangenen Woche kam es im Seitenwechsel zum Eklat. Joachim schrieb uns einen Brief, engagiert und liebevoll wie immer. Doch Martin blieb ihm eine Antwort schuldig. Diese Woche nun hat er bei den lieben Kollegen von der Seitenwahl sein Schweigen erläutert. Und Joachim ist nicht nachtragend, sondern antwortet umgehend, wie wir es von ihm gewohnt sind. Nämlich hier:


Lieber Martin,

Du hast Dich zwar bemüht, Deine jüngste Unpäßlichkeit wortreich zu erklären, und ich verzeihe Dir natürlich. Dennoch beschleicht mich das Gefühl, daß jetzt, wo der SEITENwechsel kurz vor dem Saisonabschluß steht und bereits den Klassenerhalt gesichert hat, der Schlendrian einkehrt. Verschollen, kein Internet, soso. Gibt es denn keine Brieftauben mehr? Zumindest die traditionelle Schneckenpost sollte noch funktionieren. Oder warst Du einfach in südlichen Gefilden und hast Dir die Sonne auf den Pelz brennen lassen, wie Du an späterer Stelle in Deinem Brief andeutest? Gegönnt sei es Dir, doch Disziplin muß sein. Frag mal van Gaal. Ein wenig Geduld noch, dann ist Sommerpause (eine besonders lange dazu) und Zeit für den wohlverdienten Urlaub.

Schön, daß immerhin Borussia sich nicht hängen läßt, wenngleich noch zwei Spiele ausstehen und man vorher nicht zu viel Lob versprühen sollte. Mir kam beim Betrachten des Bayern-Spiels in Lyon in den Sinn, daß ich Ivica Olic am Samstag im Spiel gegen uns gar nicht gesehen habe. Ich weiß ehrlich nicht, ob der da in der Startaufstellung war oder nicht. Gegen Lyon schießt er dann einen Hattrick, so kann Fußball sein. Sollte er am Samstag mitgespielt haben, ist es natürlich eine Auszeichnung für unsere Mannschaft, daß er so unauffällig war. Andererseits möchte ich das Resultat gegen die Bayern auch nicht überbewerten. Die Bayern sind ein Meister darin, dosiert das Nötigste zu machen. Ich denke also jetzt nicht, daß wir besser sind als Lyon, vielmehr reichte den Bayern gegen uns ein Punkt, und den haben sie erzielt. Schön für uns, schön für die Bayern, aber das war es dann schon.

Im übrigen verstehe ich, warum sich Leverkusen jüngst die Bezeichnung Vizekusen hat schützen lassen, denn Schalke könnte bald ebenfalls auf solche Bezeichnungen aus sein. Vizekirchen statt Gelsenkirchen wird bald Konjunktur haben, warte es nur ab. (Und siehe da: Meine Rechtschreibkontrolle zeigt mir Vizekusen als Fehler an, nicht jedoch Vizekirchen – dies ist also bereits ein feststehender Begriff!)

Meine Lieblings-Champagnermarke, lieber Martin, möchte ich Dir derzeit nicht nennen: Das Produkt ist zwar lecker, aber ich kenne die Leute, die es herstellen, und die sind nicht lecker, daher möchte ich hier nicht kostenlos werben. Ich versteigere hiermit vielmehr den Werbeblock im folgenden SEITENwechsel. Gegen Zusendung einer Bootsladung Prozentbeladenem könnte hier IHRE Werbung stehen, selbst wenn es Weißbier wäre.

Dafür verrate ich Dir auf Deine Nachfrage hin, was man sonst noch von Frankreich lernen kann (Fußballspielen ist es nicht). Beispielsweise, wie man drei Wochen zur besten Sendezeit Werbung für die eigenen Tourismusregionen macht, indem man die schönsten Landschaftsbilder filmt, ein paar Radfahrer hinzunimmt und das Ganze Tour de France nennt – bald wieder im Lehnsessel mit einer Bouteille Rotem und einer Palette stinkigem Schimmel herrlich zu genießen. Denn eines ist klar, lieber Martin: Wir werden diesen Sommer viel Zeit haben, spätestens nachdem Deutschland im Achtelfinale der WM gegen Algerien durch einen Hattrick Karim Matmours ausgeschieden ist. Den verkaufen wir dann für € 53 Millionen nach Madrid, legen das Geld bei der Sparkasse an und kaufen für die Zinsen Griechenland, Portugal und Irland, einschließlich der jeweiligen Nationalmannschaften. Zumindest zwei oder drei Spieler könnten es davon in unsere erste Elf schaffen, mit dem Rest werden wir Regionalligameister und steuern auf eine große Zukunft zu.

Es grüßt Dich im Hintergrund die Fäden spinnend und im Vordergrund die Marseillaise auf Deutsch trällernd

Dein Joachim

Sonntag, 25. April 2010

spröde borussia

Man tut sich schwer, das Spiel der Borussia richtig einzuordnen: Mit fehlendem Selbstvertrauen ließe sich dieses 1:1 gegen den FC Bayern erklären, genauso mit mangelnder Motivation, überschaubarer Lust und einfach freundlicher Harmlosigkeit gegenüber dem gestressten Rekordmeister.

Die gute Nachricht ist: Schalke 04 wird wieder nicht Meister, diesmal weil sie nicht genug Tore geschossen haben. Wünschenswert wäre jetzt nur noch, dass Bayern am letzten Spieltag gegen die dann schon abgestiegene Hertha nicht gewinnt - Schalke aber auch in Mainz nur unentschieden spielt, möglichst mit dem Mainzer Ausgleich durch ein Abseitstor in der Nachspielzeit.

Die schlechte Nachricht ist: Gladbach wirkt nicht locker, nicht beschwingt und nicht leidenschaftlich. Obwohl die Borussia ganz gut gespielt hat, taktisch klug sortiert war und Bayern gar nicht erst die Chance ließ, das Spiel zu bestimmen, machten die Fohlen auch nicht den Eindruck, als wollten sie dieses Spiel unbedingt gewinnen. Manchmal schien es, als glaubten sie, sie könnten es auch gar nicht gewinnen. Nach gewonnenen Zweikämpfen fielen die Fohlen in Lethargie, das Aufbauspiel blieb unenergisch und vielversprechende Angriffssituationen, sogar in Überzahl, verpufften einfach so ohne große Mühe. Das war befremdlich, erst recht weil regelmäßige Beobachter im Borussia-Park versichern, das gehe schon die ganze Saison so.

Nach der Führung dachte man, jetzt aber! Jetzt müsste Gladbach doch merken, dass hier eine Sensation möglich ist. Jetzt müssten sie doch selbstbewusst dafür rackern, den Tabellenführer zu stürzen. Doch statt dessen ging es weiter wie vorher: Ganz ansehnlich und organisiert, aber nicht übermäßig engagiert. Am Ende machte Bayern das 1:1.

Sicher, das Unentschieden gegen das Star-Ensemble ist ein beachtliches Ergebnis. Es reicht ja auch. Gladbach steigt nicht ab und hat sich damit offenbar ganz gut arrangiert. Nach den vielen Desastern der Vergangenheit gibt es dafür sogar stehende Ovationen. Es soll also wohl alles richtig sein.

Samstag, 24. April 2010

sieg wie bestellt

Dass Osnabrück das Spiel in Dortmund 2:1 gewinnen würde, hatten wir ja schon früh gemeldet. Nur in einer Sache haben wir uns geirrt: Es war kein Auswärtsspiel. 8.000 Osnabrücker sorgten im Westfalenstadion für eine lila-weiße Invasion. Entsprechend ging der VfL auch nicht, wie immer bei Auswärtsspielen, in Führung, sondern geriet, wie immer bei Heimspielen, in Rückstand. Der Rest lief dann wie erwartet.

Jetzt steigt Osnabrück vielleicht wirklich auf, womöglich gar direkt als Tabellenzweiter. Bedauerlich daran wäre allein, dass ein heiteres Relegationsduell gegen die Unsympathen aus Rostock ausfallen müsste. Aber darauf könnten wir auch getrost noch ein Jahr warten.

Donnerstag, 22. April 2010

seitenwechsel #112

Woche um Woche steht an dieser Stelle der Seitenwechsel, den wir uns mit den lieben Kollegen von Seitenwahl schreiben. Nur in dieser Woche, da stand er hier nicht. Denn Martin hat versagt. Immerhin steht er jetzt hier, quasi ex post. Und unsere asiatischen Leserinnen dürfen gespannt sein, in der nächsten Ausgabe viele Demuts- und Entschuldigungsfloskeln zu lernen. Heute aber gilt es Nachhilfe in Sachen Feiern uns Selbstbewusstsein zu nehmen. Wie das geht, weiß Joachim:

Lieber Martin,

ich bin empört. Meine Empörung resultiert daher, daß Du meinst, ein Klassenerhalt sei kein Grund zum Feiern. Falsch. Ich habe von einer früheren Chefin gelernt, daß kein Anlaß nichtig genug ist, um eine Flasche Champagner zu öffnen (sie war Französin – von Französinnen lernen heißt Feiern lernen, wie wir alten Preußen sagen). Natürlich, wenn man obskure Derivate nimmt wie Altbestände von Rotkäppchen-Sekt, die seit Hans Meyers Zeiten noch in den Katakomben des Borussia-Parks verrotten, dann magst Du recht haben. Ich saufe jedoch das, mit dem der Schumi immer feiert (bald wieder, wart's ab), daher sage ich Dir: "Santé!"

Natürlich weiß ich, woher Deine Entsagung kommt, und in gewisser Hinsicht verstehe ich Dich sogar. Als ich jung war, also als die Kanzler noch Helmut hießen und wir Island präventiv zerbombt hätten, bevor irgendein Vulkan Asche auf uns hätte spucken können, da gab es drei Arten von Spielzeiten. In einer guten Saison wurden wir Meister, in einer erträglichen spielten wir bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft mit, und in einer schlechten war bereits vorher der Titel nicht mehr drin. Heute gibt es ebenfalls drei Arten von Spielzeiten. In einer schlechten steigen wir ab, in einer erträglichen retten wir uns am letzten Spieltag, und in einer guten sind wir bereits vorher gesichert. Das ist sicherlich ein Rückschritt, aber innerhalb dieses Rückschritts stehen wir derzeit gut da.

Ich gestehe zu, daß man den Jubel auch nicht übertreiben muß. Auf dem Briefkopf stehen nach wie vor Titel und nicht Klassenerhalte, insofern haben wir in den vergangenen Monaten nicht gerade Sportgeschichte geschrieben. Es ist in diesem Zusammenhang übrigens instruktiv, sich geballt die Abschlusstabellen der letzten anderthalb Jahrzehnte anzuschauen, also seit wir zuletzt im Europapokal vertreten waren. In rund der Hälfte der Fälle standen wir so ähnlich da wie diesmal, also irgendwo zwischen 36 und 42 Punkten und auf oder knapp unterhalb von Rang 10. Irgendwie scheint dies inzwischen die Spitze der Fahnenstange für uns zu sein, und ich teile den Frust, der hieraus resultiert. Ich hoffe wohl, daß wir inzwischen so weit sind, endlich diese Grenze nach oben zu durchbrechen. Die nächste Saison wird das weisen.

Bis dahin aber feiere ich den Klassenerhalt durchaus, und dann fange ich an, mich über jeden weiteren Platz zu freuen, den wir nach oben klettern. Und jedes Mal öffne ich einen guten Schluck. Wer kurbelt in diesen Zeiten die Wirtschaft an, wenn nicht wir, lieber Martin? Wir, die wir überlegen, den FC Liverpool zu kaufen, der gerade auf den Markt gekommen ist, ihn aber erst mal zur Begutachtung vorspielen lassen, man vertraut ja schließlich seit Moris und Kahês Zeiten nicht mehr auf diffuse DVDs. Und so sage ich Dir: Gegen Bayern müssen drei Punkte her, dann ist feiermäßig alles paletti auf der Andrea Doria. Oder so.

Ich habe übrigens gerade entdeckt, daß der van Bommel gegen uns gesperrt ist, das ist genau die Position, wo wir bei Kontern… Das stecke ich jetzt mal ganz schnell dem Trainer, dann kann er sich schon mal auf unseren Sieg freuen. Ich muß also mal schnell weg, sonst erzählt ihm das der Typ von Fohlen-Herpes oder wie dieses famose Investigativ-Portal da heißt, und dabei habe ich es zuerst gewußt! Over and out,

Dein Joachim

Mittwoch, 21. April 2010

vfl wieder zweiter

So kann es weitergehen. Der VfL spielt gar nicht und klettert dennoch unermüdlich weiter in der Tabelle. Mittlerweile, unseren Freunden aus Kiel sei Dank, ist Lila-weiß gar wieder auf einem Aufstiegsplatz angekommen. Damit die Saison sich nun nicht vorzeitig in Wohlgefallen auflöst, dürfte man eigentlich darauf bauen, dass der nächste, verlässliche Rückschlag schon am Samstag kommt, weil der VfL dann mal wieder bei einem der heiß geliebten Auswärtsspiele mitmachen muss. Andererseits: Es geht eben gegen Dortmund, die einzige Mannschaft, gegen die Osnabrück in dieser Saison schon zwei Mal gewonnen hat. Und weil bekanntlich aller guten Dinge drei sind, ist ein - Achtung! - Auswärtssieg (!) mehr als wahrscheinlich. Herrje, langsam geht der Stoff zum Nörgeln aus.

Dienstag, 20. April 2010

entwarnung: keine vfl-profis in sexskandal verwickelt

Wenn auch Franck Ribéry offenbar mittenmang dabei war beim Sex mit einer minderjährigen Prostituierten, ermitteln die französischen Staatsanwälte nicht gegen andere Superstars in Deutschland. Alle aktuellen und ehemaligen VfL-Profis sind fein raus! Es wurden weder Haftbefehle ausgestellt noch Wohnungen durchsucht! Auch Welt Online meldet nichts Gegenteiliges!

Montag, 19. April 2010

tendenz steigend

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist klar: Das nächste Auswärtsspiel in Dortmund wird der VfL 2:1 gewinnen. Alles andere wäre statistisch unwahrscheinlich. Nach dem 2:3 in Aue Sandhausen und dem 2:2 in Regensburg muss - das dürften schon Kleinkinder durchschauen - das 2:1 folgen, natürlich wieder nach 2:0-Führung. [Und weil es Fußballspielern immer mehr Spaß macht zu gewinnen, wenn viele Fans dabei sind, sei den Jungs verziehen, dass sie im fernen Aue und Regensburg die Punkte liegen ließen.
Sicher, sie hätten am Ende auch alle drei Spiele gewonnen haben können, aber das wäre dann doch arg vermessen gewesen: Der VfL ist so wenig wie alle anderen Teams in dieser dritten Liga eine dominierende Mannschaft.
Aber sei's drum: Wenn es denn so käme, das die Festung Westfalenstadion genommen wird, dann wäre doch alles gut und ein Saisonfinale nicht mehr zu verhindern, mit dem vor einem Dreivierteljahr nicht im entferntesten zu rechnen war: Der VfL könnte zwei Spieltage vor Schluss immer noch direkt wieder aufsteigen.

Freitag, 16. April 2010

block f, reihe 6, platz 21

Immer, wenn Fußballfans in Stadien Feuerwerkskörper werfen, randalieren oder Dietmar Hopp einen Unmenschen schimpfen, kommt die Rede auf Stadionverbote. Manchmal, wenn die Fans mit besonders rauchigen Feuerwerkskörpern gespielt, besonders brutal randaliert oder besonders flegelhaft geschimpft haben, spricht der betroffene Verein so ein Stadionverbot aus. Wer sich also schlecht benimmt, muss damit rechnen, dass er nicht mehr reingelassen wird. Das kann man nun gut oder schlecht finden oder wissen, dass es in vielen Fällen ungerecht ist, es ist nun mal so. Die schärfste Waffe allerdings wird in deutschen Stadien nicht sanktioniert, und das ist bedauerlich: Das Mundwerk.

Neulich an der Bremer Brücke saß nicht weit von mir, in Block F, ein Mann, Ende dreißig vielleicht und auf den ersten Blick friedlich. Doch der VfL spielte anfangs nicht so gut, geriet schnell in Rückstand und bot also Anlass zu Gram und Sorge. Was dann, von jetzt auf gleich, völlig überraschend und mehrmals eruptierte, gehört in eine psychiatrische Klinik, aber in kein Fußballstadion.

Von einer Sekunde zur nächsten weicht alles, was bis gerade noch zurückhaltend und entspannt schien, einem stieren, wahnhaften Blick. Mit von Aggression verzerrten Gesichtszügen steigt der schiere rote Zorn auf und entlädt sich wieder und wieder, binnen Minuten sicher vier, fünf Mal:
Der Schiedsrichter pfeift ein glasklares Abseits ab. „Du schwule Sau! Du Schwuchtel! Mach die Augen auf, du Arsch!“ Als ein VfL-Profi den Ball statt zum freistehenden Mitspieler zum Gegner spielt, springt der Mann auf, wie wild geworden. Er brüllt schon wieder. „Boaah! Spiel den Ball ab, du Penner! Penner!“ Er setzt sich und springt wieder auf und schreit weiter, die Adern in seinem Gesicht sind angeschwollen. Speichel spritzt aus seinem Mund bei den Tiraden.

Solche Leute machen mir Angst, mehr Angst als betrunkene Halbstarke mit nacktem Oberkörper, die Rauchbomben werfen, oder Hoffenheim-Neider, die Dietmar Hopp in ein Fadenkreuz malen. Solche Leute sind von einem Fußballspiel, wahrscheinlich von jedem Spiel, intellektuell überfordert. Sie verstehen nicht, was relevant ist und was bedeutungslos, und wie alle Überaggressiven werden sie maßlos und selbstgerecht. Es interessiert sie deshalb auch nicht, dass Kinder ein paar Plätze weiter sitzen. Vor solchen Leute kann man sich fürchten, weil man ihnen ihre Verdorbenheit nicht auf Anhieb ansieht. Sie ist einfach plötzlich da. Wenn in deutsche Stadien nicht wiederkommen darf, wer sich nicht benimmt, dann sollte man vielleicht mal damit beginnen, die richtigen auszusortieren.

Donnerstag, 15. April 2010

stürmertore

Der Mann im Radio heute Morgen hat erstmal den VfL Osnabrück mit dem VfL Wolfsburg verwechselt, nur so vom Namen, er hat sich versprochen, das kann ja mal passieren. Dann aber hat er erzählt, wie das so war gestern Abend. 60 Minuten lang habe der VfL gezittert, nervös gespielt, fahrig und nicht gerade selbstbewusst. Nach einem famosen 40 Meter-Solo von Aleksandar Kotuljac, der so das 2:1 von Henrik Bencik vorbereitete, sei dann aber alles anders gewesen, und nun gehe der VfL mit sehr guter Ausgangsposition ins Saisonfinish.

Das stimmt alles und wird voraussichtlich auch erst am Samstag wieder revidiert werden müssen, wenn Osnabrück bekanntlich auswärts ran muss. Mindestens bis dahin bleibt Osnabrück auch kommissarischer Tabellenführer. Und weil wir fortan gute Utilitaristen sein wollen, genießen wir diese schöne Zeit, legen uns in die Sonne und fangen erst dann an zu geißeln, wenn nichts mehr zu retten ist.

Am Ende hatte der Mann im Radio die Vereinsnamen in seinem Kopf übrigens wieder richtig sortiert: Braunschweig kämpfe weiter mit Osnabrück um den besten Nordklub der Liga. Wann von Wolfsburg im gleichen Atemzug die Rede sein darf, ist aber sicher nur noch eine Frage der Zeit.

Mittwoch, 14. April 2010

seitenwechsel #111

Kaum kann man noch die Jahre zählen, die es den wöchentlichen Briefverkehr mit unseren lieben Kollegen von Seitenwahl schon gibt. Ein Jubiläum reiht sich an das andere, und heute nun ließe sich die Schnapszahl der 111. Postille feiern. Doch Joachim und Martin sind aus anderen Gründen beschwingt. Joachim will gar seit langem zum ersten Mal wieder über "Fußball" sprechen, wie unten nachzulesen ist. Martin antwortet ganz beseelt und berichtet von Autos, die ihn nicht angefahren haben - nachzulesen wie immer bei Seitenwahl.

Lieber Martin,

Fußball! Ich beginne heute einfach einmal meinen Brief mit diesem Wort, nicht als Erinnerung daran, worüber wir hier schreiben, sondern als erfreuter Ausruf nach dem Frankfurt-Spiel. In dieser Partie sah die Leistung von Borussia nämlich verdächtig nach Fußball aus, und damit meine ich keineswegs allein das Ergebnis oder phasenweise Offensivbemühungen, sondern die gesamte Spielanlage sowie die Fähigkeit, das Tempo zu variieren und zum richtigen Moment wieder zu beschleunigen. Vielleicht das Schönste war für mich, daß erkennbar die Spitze der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, denn manche Akteure offenbarten allzu deutlich, daß sie noch steigerungsfähig sind. Bleibt die Mannschaft zusammen und entwickelt sich weiter, dürfen wir uns auf die Zukunft freuen.

Gleichsam werde ich jetzt nicht mit Dir den Klassenerhalt feiern. Sicherlich passiert nach menschlichem Ermessen nichts Negatives mehr. Dennoch brauchen wir noch drei Punkte (oder wahlweise ein Unentschieden in Hannover), um mathematisch sicher zu sein. Ich bin alt genug und habe ausreichend Fußball erlebt, um die schwarze Magie von Negativserien und psychologischen Verknotungen am Saisonende zu kennen. 1993 hatte der 1. FC Saarbrücken nach 25 Spieltagen 23 Punkte (es galt noch die Zwei-Punkte-Regel) und feierte bei sechs Punkten Vorsprung auf Rang 16 bereits den Klassenerhalt. Dann verlor man neunmal am Stück und stieg als Letzter ab. Ich weiß, daß dies extreme Ausnahmen sind, aber die Vernunft gebietet, daß man feiert, wenn es etwas zu feiern gibt, und nicht vorher. Du feierst ja auch nicht Deinen Geburtstag am Tag vorher, nur weil Du weißt, daß er morgen kommen wird.

Somit bleibt der Schampus noch ein paar Tage im Kühlschrank. Es gibt ohnehin genug anderes zu besprechen. Beispielsweise, daß ein Spieler einen Zuschauer mit einer Flasche bewirft. Großartig, wie ich finde. Ich beispielsweise würde mich selbst auch manchmal mit einer Flasche bewerfen, wenn ich ein Spieler oder Trainer (gerne hier erwähnenswert: Peter Neururer) wäre und mir von mir manchen "Kommentar" anhören müßte. Oder nehmen wir das Gesocks auf den Rängen von Standard Lüttich, das beim Spiel gegen den HSV nicht zum ersten Mal Spieler mit Lasern geblendet, Unparteiische mit Feuerzeugen und anderen Gegenständen beworfen und auch sonst keine Gelegenheit zum Pöbeln ausgelassen hat. Offensichtlich sind ihnen die Waffeln durchgebrannt, und man müßte Spieler geradezu zwangsverpflichten, mit Gegenständen zurückzuwerfen. Macht man beim Schneeballwerfen ja auch, und warum muß man sich alles gefallen lassen, nur weil man Millionär ist?

Apropos Millionär: Hoppenheim steht wieder da, wo es hingehört, nämlich hinter uns. Erstaunlich, wie die letzten Jahre medial aufgebläht wurde, was letztlich langfristig betrachtet nur ein Furz im Wind der Geschichte bleibt. Ich schlage vor, daß die "Fans" vor Ort sich einen richtigen Verein suchen, beispielsweise Waldhof Mannheim (hehe…), wo man in kurzen Ausschnitten der Geschichte mehr Fußball geatmet hat als Software Sinsheim seit seiner Entstehung. Dann wird es auch wieder etwas mit den Emotionen.

Lieber Martin, abschließend die Frage der Woche: Steigt Osnabrück nun eigentlich auf, oder spielt Bochum nächste Saison gegen Aue? Nichts gegen Aue, ich war dort und fand es schön. Zudem ist das auch eine Bergarbeiterregion und paßt damit sehr gut zu Bochum. Aber es wäre schade um die kulinarischen Genüsse in der Zweiten Liga, denn diese herrlich verkohlte Bratwurst aus den Katakomben der westniedersächsischen Pferderennbahn ist kaum zu überbieten. Also: Wismut gegen Kohlwurst, wie lautet Deine Wahl?

Es grüßt Dich bei diesen Worten Hunger bekommend und einen Berliner verspeisend

Dein Joachim

Sonntag, 11. April 2010

nachosterhaas

Wenn Journalisten nichts mehr einfällt, womit sie ihre Seiten füllen können, führen sie in der Regel Interviews. Das geht schnell und bringt Masse. In den meisten Fällen ist das langweilig, oft sogar ärgerlich, und nur ganz selten entsteht dabei ein echtes Gedicht. Ein solches druckt heute die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Die hat den österreichischen Bestseller-Autoren Wolf Haas interviewt.
Der sagt an der schönsten Stelle des - zum Glück ausführlichen - Gesprächs, er sehe sich gern den "Doppelpass" im DSF an: "Das hat für mich eine unglaubliche Mischung aus Ekel und Faszination. Ich finde es interessant, wenn eine Bedeutung von Dingen behauptet wird, die in Wahrheit völlig bedeutungslos ist, das fasziniert mich, das finde ich auch sehr entspannend."

Samstag, 10. April 2010

aufstieg für lila-weiß

Nie war wahrscheinlicher, dass Lila-Weiß aufsteigt. Spätestens seit dem 0:3 in Aue wird nun zur höchstwahrscheinlichen Gewissheit [sic!], dass in der kommenden Saison zumindest ein lila-weißes Team zurück in die 2. Bundesliga kehrt. Das ist doch schon mal was. Bis heute Nachmittag war damit nicht zu rechnen.

Nach dem famosen Auftritt von Eric Agyemang, dem die Osnabrücker Hintermannschaft weder links noch rechts noch in der Mitte beizukommen wusste, steht Aue nun zwei Punkte vor dem VfL an der Tabellenspitze (wenn man, wie wir das immer tun, richtig rechnet). Zweiter ist Braunschweig, mit etwas Glück gefolgt schon vom VfL, der sich womöglich aber auch erst hinter Jena als Tabellenvierter einreihen darf.
Osnabrück ist bekanntlich längst aus seiner Favoritenrolle gefallen und kann mit jeder Niederlage ihre schwere Bürde weiter ablegen. Mehr noch: Der VfL ist vielmehr vom Gejagten zum Jäger geworden. Das könnte eine vielversprechende Ausgangsposition für das Saison-Finish sein, offenbar nur leider mit dem bedauernswerten Makel, dass die Mannschaft selbst ihre Situation so noch nicht erkannt hat.

Wie dem auch sei: Was die Tabellenarchitektur der Liga angeht, sind offenkundig Utilitaristen am Werk. Jene von Jeremy Bentham begründete Form der teleologischen Ethik geht davon aus, dass all das gut ist, was "das größte Glück der größten Zahl" hervor bringt, mit anderen Worten: Was möglichst viele glücklich macht.
Nun ist Glück bekanntermaßen keine ewige Kategorie. Es empfiehlt sich also, das Konzept zu temporalisieren: Es ist all das gut, was möglichst viele möglichst lange glücklich macht. In diesem Sinne mag man, wie immer die Sache schließlich ausgeht, hoffen, das Osnabrücks Konkurrenten sich noch möglichst lange Zeit lassen mit ihren Nachholspielen.

Freitag, 9. April 2010

hurrah!

Eintracht Frankfurt ist bekanntlich ein Club, den wir hier nicht besonders mögen. Er hat den falschen Michi als Trainer. Und wie unsere Seitenwechsel-Leser wissen, leiden sowohl Joachim als auch ich unter Kollegen, die Eintracht-Fans sind und meinen, der aktuelle Tabellenstand gäbe ihnen das Recht, sich wie Graf Koks aufzuführen, wenn es um Fußball geht.

Dass dem nicht so ist, hat Borussia heute Abend eindrucksvoll bewiesen und damit vorerst die unangenehmen Höhenflüge der Adler gestoppt. Danke, richtiger Michi! Danke, Fohlenelf! Das hat Spaß gemacht. (Und weil wir heute so gut drauf sind, sprechen wir nicht weiter darüber, das am Ende sogar noch ein, zwei Tore mehr drin gewesen wären...) Hurrah!

Dienstag, 6. April 2010

anderson zurück beim vfl

Weil wir nicht in die Aprilscherzfalle tappen wollten, haben wir an dieser Stelle den bereits am 1.4. verkündeten Transfer von Bamba Anderson nach Gladbach noch gar nicht hinreichend gewürdigt. Andersons aktuelle Beziehungslage würde man im Englischen wohl mit "it's complicated" umschreiben. Er kommt von Fortuna Düsseldorf, verpflichtet wurde er allerdings vom brasilianischen Tombense Futebol Clube, der die Transferrechte gehalten hat. Aber viel wichtiger ist ohnehin, dass Anderson ein verlorener VfL-Sohn ist: Eine kurze Etappe seiner jungen Karriere hat er beim lila VfL in Osnabrück verbracht, und nach seinem Düsseldorfer Irrweg ist er nun wieder in der Familie angekommen. Recht so. Und Willkommen.
Eine letzte Frage haben wir allerdings noch: Warum sind die ersten Zeitungsnews zum Transfer, wenn man Bamba Anderson googelt, ausgerechnet die Wirtschaftsblätter Handelsblatt und FTD? Naja, das wird Zahlenfuchs Max Eberl schon im Griff haben...

Montag, 5. April 2010

auch der fußballgott schläft

Ostern: Heute Nacht müde in meinem Londoner Hotelzimmer durch die TV-Kanäle gezappt. Es gibt über 100! Allerdings senden einige um diese Zeit nicht mehr. Stutzig wurde ich allerdings, als ich beim zappen diese Nachricht erhielt: "The Ideal World. Back at 08:00h". Das gleiche stand dann aber auch beim "God Channel". Was ja durchaus verständlich ist. Also, gut's Nächtle Fußballgott!

Sonntag, 4. April 2010

hurra, verspielt!

Auch wenn der eine VfL dank des Siegs gegen die Bayern die Tabellenführung zwar nun doch fast wieder im Blick hat (die Nachholspiele wie immer mit eingerechnet), so dürfen wir uns heute doch vor allem freuen, dass der andere, der grün-schwarze VfL, dem schönen Vorbild von der Sandhausen-Partie gefolgt ist. 1:0 geführt, 2:1 verloren, dies ist für unsere VfLs die leichteste Übung, und so verhindert man schön, dass diese Bundesligasaison womöglich zum Saisonende doch noch so etwas wie eine eindeutig positive Färbung bekommt. Recht so. Wir lieben die Volatilität, auch weiterhin.

Samstag, 3. April 2010

jesus ist osnabrücker

Der VfL hat sein Heimspiel gegen Bayern München heute souverän 4:1 gewonnen. Das kann allerdings nicht weiter überraschen, steht doch seit heute Morgen fest, das Jesus höchstselbst ein VfLer war. Die österliche Doppelenthüllung von "Bild" und "Neue Osnabrücker Zeitung" lässt daran keinen Zweifel mehr. Der weinerliche Gesichtsausdruck, Bart, Haarschnitt und Boxershorts sind weitgehend identisch.

Das überzeugt auch sonst eher kritische Kirchenhistoriker, die in einer gemeinsamen Erklärung von einer "beeindruckenden und akribischen Recherche" der beiden Blätter sprechen. Sie fordern darüber hinaus eine "Neuausrichtung" der christlichen Ostertheologie. So weit wollen wir nicht gehen. Es reicht schon, könnte Jesus in den noch ausstehenden Saisonspielen am Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga mitarbeiten.
Den Fußballgott, Schirmherr und Herausgeber dieses Familienblogs, lassen die jüngsten Enthüllungen indes kalt: "Jesus von Nazareth war immer schon ein intelligenter Mann, sonst würde er auch nicht so ewig leben. Und wer intelligent ist und ehrgeizig, der findet seinen Weg zum VfL", kommentiert der Fußballgott in einer Stellungnahme nüchtern. Weiter heißt es: "Ob mit oder ohne Jesus - mit mir werden die VfLs die sein, die sie sein werden."

osnabrücker gartenzwerge

Bei meinem Spaziergang durch eine Osnabrücker Kleingartensiedlung gestern hörte ich drei klassische Kleingärtner in ihrer Kleingärtnerkneipe lebhaft über den VfL diskutieren. Beziehungsweise, sie diskutierten nicht, die drei (über 55, bekleidet mit von der schweren Gartenarbeit abgewetzten Jeans und kariertem Hemd, prostend mit Bier und Schnaps, ohne Frauen) waren sich einig.
Unsere Quizfrage zum Wochenende nun: Welches Kleingärtner-Statement fand am meisten Zuspruch?

A) Ach, ich liebe meinen VfL, wie er so oft scheitert, sich aber immer wieder aufrappelt.
B) Besonders, wie in Auswärtsspielen die Innenverteidiger oft als Sechser agieren und der defensive Mittelfeldspieler aufrückt in die eher zentrale Position, ist taktisch überzeugend.
C) Ich sehe mir lieber Fechten an, das ist der intelligentere Sport.
D) Ach (verächtlich hingeschnoddert), wenn ich den VfL dieses Jahr schon wieder sehe, da kann mir keiner was erzählen: Einige von denen wollen doch gar nicht aufsteigen.

Freitag, 2. April 2010

vfl verspielt tabellenführung

Endlich ist dieser Druck weg. Gejagt zu werden, kann ganz schön anstrengend sein. Das hat jetzt ein Ende. Mit dem bemerkenswerten 2:3 in Sandhausen, wohlgemerkt nach souveräner 2:0-Führung, verspielt der VfL nach einigen Wochen redlicher Mühe endlich die Tabellenführung. Mit 53 Punkten liegt Osnabrück jetzt hinter Ingolstadt und Heidenheim, das die bessere Tordifferenz hat, nur noch auf Rang Drei. (Natürlich erst, wenn man die Tabelle vom Kopf auf die Füße stellt.)
Das sieht also alles ganz passabel aus. Denn jetzt kann der VfL das weite Feld in aller Ruhe von etwas weiter hinten beobachten, im Zweifel aufrollen oder sich im besten Fall auf die Relegationsspiele gegen Cottbus freuen.
Und es gibt noch mehr Gründe zur Freude: Das zweite Stürmertor im Jahr 2010 ist gefallen, und nachdem der lästige Spitzenreiter-Platz verspielt ist, kann Osnabrück gegen die Bayern endlich wieder leidenschaflich Vollgas geben. Wenn der Fußballgott Sonntag dann sein traditionelles Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Mittelkreis) spricht, dann weiß man, wer gemeint ist.

Donnerstag, 1. April 2010

punktabzug droht

Es ist wieder einmal nicht zu fassen: Während der "F"C Köln praktisch Woche für Woche mit Horden von Fans für Anspannung bei den Sicherheitsbehörden sorgt und zur Strafe nur ein halbes Geisterspiel in Hoffenheim aufgebrummt bekommt, wollen DFB und DFL nun offenbar an Borussia ein Exempel über Fairness auf der Fantribüne statuieren. Ein bisher medial kaum beachteter Zwischenfall am Rande des Heimspiels gegen den Hamburger SV sorgt für Sorgenfalten bei den Verantwortlichen des VfL: Ex-Ultra-Anführer Klaus-Günther Meister, der mittlerweile ein komfortables Saisonticket in der ersten Reihe der Gegengerade sein eigen nimmt, soll den Unparteiischen in der Halbzeitpause als "blinder Osterhase" beschimpft haben und ihn mit lila Schokoeiern beworfen haben. Umstehende Ordner sind -- angeblich auf Anweisung von Michi Frontzeck! -- untätig geblieben. Gladbach droht in einem nun vom DFB angestrengten Strafverfahren ein Punktabzug von bis zu 6 Punkten. Unklar ist, ob bei einer entsprechenden Entscheidung des Sportgerichts, die bereits nächste Woche erwartet wird, der Punktabzug für die laufende oder für die kommende Saison wirksam werden würde.

Mittwoch, 31. März 2010

seitenwechsel #110

In dieser Saison der Aufs und Abs ist das einzig Konstante der wöchentliche Seitenwechsel mit unseren lieben Kollegen von Seitenwahl. In dieser Woche sucht Joachim nach dem Sinn dieser Saison und macht Martin ganz melancholisch - nachzulesen wie immer bei Seitenwahl.


Lieber Martin,

es wimmelt nur so von Klarstellungen. Borussia hat nichts gegen eine Disco im Nordpark. Der Klassenerhalt ist noch nicht gesichert. Colautti geht, Jaures bleibt, van Nistelrooy war schon da und ist vorzeitig wieder weg, grußlos. Köln liegt am Niederrhein, aber irgendwie auch im Rheinland. Felix Magath könnte selbst mit Viktoria Aschaffenburg Meister werden, nicht aber mit Bayer Leverkusen (sonst wäre er Jesus; leider ist er nur Fußballgott). Bruno Labbadia wird demnächst Hoffenheim trainieren: Beide sind Meister der Hinrunde, danach geht's abwärts. Kreisliga zwo kann ja auch ganz chic sein.

Ich frage Dich, Martin: Wen interessiert das alles eigentlich, wo die Gefühlslage eine ganz andere ist? Der Klassenerhalt ist nach menschlichem Ermessen sichergestellt, und wir jubilieren. Gleichsam bleibt die Anspannung erhalten, denn das Ziel ist nicht zuletzt, vor Köln zu enden. Spannung pur, sage ich Dir also. Zudem: Wer geht, das ist von wenig Belang, wer kommt, das interessiert jedoch um so mehr. War Giovane Elber schon beim Audi-Händler in Gladbach? Boulevard, übernehmen Sie! Im Sommer dann die Frage aller Fragen: Wird Deutschland Weltmeister oder doch Roel Brouwers? Du siehst, die Themen gehen uns nicht aus, nur weil wir jetzt Hamburg besiegt haben. Ach ja, und dann ist da noch Osnabrück, die steigen auf und spielen bald gegen Bochum. Herrlich!

Dämlich nur, daß wir bis zum Wochenende warten müssen, um wieder ernüchtert zu sein. Ich bin entzückt zu lesen, wie sich jetzt alle auf das Kräftemessen in Stuttgart freuen, dabei ist die Frage doch nur, wie hoch wir verlieren. Seien wir ehrlich: Das Saisonziel ist zwar so gut wie erreicht, das Potential der Mannschaft bleibt aber unausgeschöpft, und selbst der Sieg gegen Hamburg gibt wenig Anlaß, nun auf säckeweise Punkte gegen Stuttgart, Bayern oder Schalke zu hoffen. Und Leverkusen? Naja, das ist eine eigene Geschichte. Vielleicht steht uns ja doch noch Großes bevor, wenn und weil wir Leverkusen besiegen. In der Tat dürfte die einzige Meisterschaftschance Leverkusens vielleicht darin bestehen, vierunddreißig Mal gegen uns zu spielen. Ansonsten vergeigen sie es, egal wie die Umstände sind.

Du siehst an allen Windungen meines Geistes (man könnte auch Blähungen sagen), daß mir allmählich der Sinn für das große, den Rest der Saison beherrschende Thema abhanden kommt. Trösten wir uns: Fußballdeutschland geht es nicht anders. Das derzeit beherrschende Thema ist schließlich, ob Jogi Löw Kevin Kuranyi begnadigt oder nicht? Ja haben denn alle einen Sprung im Nutella-Glas? Selbst Max Eberl äußert sich inzwischen offiziell hierzu, mit einem entschiedenen „Vielleicht!“, wie auf borussia.de nachzulesen ist. Wenn unser Wohl und Wehe von dieser Frage abhängt, Martin, dann wandern wir besser gleich nach Liechtenstein aus. Die haben nur sieben Fußballklubs, da könnten wir endlich mal den zehnten Rang unter Köppel pulverisieren.

Es grüßt Dich, im Hoffenheim-Trikot die Breite Straße in Köln entlangspazierend und alte Omas erschreckend, damit der DFB demnächst wirklich für ein Geisterspiel sorgen kann,

Dein Joachim

Montag, 29. März 2010

das große vereinsranking

Nachdem der Blick sich seit gestern zumindest temporär von den Abstiegsplätzen entfernt, sind neue Saisonziele gefragt. Nach unten ist der Abstand zu Nürnberg und Bochum recht komfortabel, aber der "F"C bleibt mit dem Sieg in Hannover den Fohlen auf den Fersen. Wir halten also fest, Saisonziel Nummer eins ist und bleibt wie immer, vor Köln in der Tabelle zu stehen. Dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht.
Und wenn man dann auch noch höhere Ziele setzen will, dann gibt es den einen oder anderen Verein in umittelbarer Nähe, den es zu überholen gilt:
Hoffenheim, punktgleich mit Borussia. Hier sollten wir doch nicht nur bei den Zuschauerzahlen vorne stehen. Leider werden dann die Abstände auch schon wieder größer, und Mainz gönnen wir ja grundsätzlich auch einmal einen Erfolg. Aber Wolfsburg, diesen V(W)fL und Magath-Meister (das hat ja, wie man nun an Schalke sieht, nichts mit dem Verein zu tun), die noch zu kriegen, wie schön wäre das! Und dann natürlich Frankfurt, der Club mit dem anderen, dem ganz ganz falschen Michi... Es gibt noch viel zu erreichen in dieser Saison!

Sonntag, 28. März 2010

waterkant

Hurra, Gladbach bleibt volatil! Auf und nieder geht es in dieser Saison, und derzeit geht es gerade wieder einmal auf. Hamburg geschlagen, wer hätte das gedacht! Auch wenn man es sicher nicht sagen soll: mit dem Abstieg müsste es das ja nun bitte gewesen sein, wobei das Restprogramm es in sich hat. Während Borussia sich nun zumindest vorübergehend freigeschwommen hat, steigt der Alsterpegel bei den Jungs von der Waterkant zunehmend bis Oberkante Unterlippe.

Freitag, 26. März 2010

lethargie

Obwohl schon ein paar Tage länger aus dem Urlaub zurück, wirkt das zähe Aufstiegsrennen in der 3. Liga lähmend. Während nur wenige Mannschaften, wie etwa der VfL, zu all jenen Spielen auflaufen, zu denen es aufzulaufen gilt, machen sich andere Teams - vorgeblich witterungsbedingt - rar. Das führt mitunter zu kruden Tabellensituationen und munteren Plaudereien mit dem Schlendrian in Bord-Bistros der Deutschen Bahn nahe Stuttgart. (Der Rotwein dort ist übrigens nicht der schlechteste, aber wem sagen wir das?!)
Das alles ändert nun nichts daran, dass die Liga einen mächtig verschlafenen und unspannenden Eindruck macht, so verzerrt, wie sie sich von Wochenende zu Wochenende weiter schiebt. Mannschaften wie Regensburg oder Aue haben gefühlt noch überhaupt nicht gespielt in diesem Jahr. Wie will man da Fahrt aufnehmen geschweigedenn sich freuen auf ein, hüstel, mitreißenden Heimspiel gehen Wehen?

Mehr als das Tabellenelend ein wenig zu lichten, lässt die freitägliche Lethargie also nicht zu. Aber immerhin: Nehmen wir an, die Konkurrenz absolviert seine diversen (Nachhol-)Spiele so glücklich und erfolgreich wie der VfL selbst, führt Osnabrück die Tabelle nur noch mit einem schmalen Pünktchen Vorsprung an.

1. VfL, 52
2. Ingolstadt, 51
3. Aue, 51
4. Heidenheim, 50
5. Jena, 49
6. Braunschweig, 47
7. Offenbach, 43

Hurra, jetzt kommt Spannung auf.

Donnerstag, 25. März 2010

seitenwechsel #109

Nach dem Derby herrscht über Wochen Deutungsbedarf am Rhein. Was wäre besser geeignet für die ultimative Analyse als unser Muster an Kompetenzjournalismus, der Seitenwechsel. Woche für Woche brillieren wir mit unseren lieben Kollegen von Seitenwahl im Genre des philosophischen Briefwechsels. Doch diese Woche spricht Martin bei Seitenwahl übers Kino und Joachim träumt in seiner Antwort vom Leben als TV-Impressario. Mit dem Derby hat das aber trotzdem etwas zu tun.

Lieber Martin,

gerne rede ich mit Dir über Filme, zumal es mich an Zeiten erinnert, als es noch kein Internet gab und ich jung war. Als ich beispielsweise bis kurz vor Start der Kinovorführung zitterte, ob die Mindestzahl von drei Zuschauern zusammenkommen würde, damit im Programmkino „In China fällt ein Reissack um“ in der Originalsprache mit aramäischen Untertiteln gezeigt würde. Einmal, ein einziges Mal, wurde mir diese Qual erlassen, und ich hatte einen ganzen Kinosaal für mich allein. Herrlich! Störend war nur, daß mitten im Film die Putzfrau erschien und damit begann, ihre Sachen aufzuräumen. Das störte die Atmosphäre doch empfindlich.

Ähnlich gestört fühltest Du Dich durch das Unentschieden in Köln. Das ist nachvollziehbar, doch ich finde es weniger furchtbar, zumal es mir erläßt, jetzt hier voller Zorn im Karree zu titschen. Natürlich bin ich nicht zufrieden, zumal wir in der Rückrunde weniger Punkte geholt haben als Hertha BSC. Andererseits ist der komplette Absturz vermieden, und ich sehe wieder mit Hoffnung auf das Spiel gegen den HSV. Bundesligafußball ist eben etwas anderes als zum Beispiel Pokal und verlangt einen langen Atem: eher eine Serie als ein Spielfilm, um in Deinem Bild zu bleiben.

Tatsächlich beginne ich mich am Gedanken zu erwärmen, Borussia könne eine Daily Soap um das Geschick des Vereins entwickeln. Über den Titel denke ich noch nach. „Schlechte Zeiten, sehr schlechte Zeiten“ heben wir für den ÄffZeh auf. „Die Schuldenberatung“ trifft auf die falsche Borussia zu, und „Theo gegen den Rest der Welt“ ist sowieso vergeben. Die „Bökelberger“ klingt eher nach Fred Feuerstein und ist von den Ereignissen überholt, „Einsatz am Mordpark“ wirkt hingegen zu reißerisch. Ich plädiere daher vorläufig für „Geschäftsstelle Hennes-Weisweiler-Allee“ und bereite mal ein paar Drehbücher vor. Das erste beginnt damit, daß Bobadilla morgens vergeblich seinen Stiel sucht und dabei durch ein Fenster im dritten Stock fällt. Glücklicherweise steht unten Rainer Calmund und… (wer mir die Rechte abkaufen will, mailt an dagobert-duck-productions@entenhausen.euro).

Tja, lieber Martin, derzeit wird es also noch nichts aus unserer zweimonatigen Wanderung durch den Schwarzwald. Erstens bin ich gerade brutal kreativ, und zweitens hat mich diese Woche ein Kollege provoziert, der Fan von Eintracht Frankfurt ist – sagte er doch glatt zu mir, daß wir in dieser Saison keine direkten Konkurrenten seien. Ich habe ihn nur deshalb nicht erschlagen, weil wir zusammen in einer wichtigen Sitzung saßen und er stärker ist als ich. Ich bitte Dich, Martin, was sind schon sieben Punkte? Wenn die Griechen einfach sagen können, was sind schon ein paar hundert Milliarden Euro, dann sage ich: Rechnerisch schreiben wir das internationale Geschäft noch nicht ab. Und Frankfurt packen wir sowieso. Wenn nicht jetzt, dann gleich, ganz im Geiste unserer unendlichen Fernsehserie: Irgendwann stehen wir vor Frankfurt. Und vor den Bayern. Und vor Rosenkohl Montevideo. Und dann sind wir da, wo wir hingehören. Die Drehbücher für die paar tausend Folgen bis dahin kriegen wir hier doch locker voll, was, Martin?

Es grüßt Dich, voller Verwunderung, daß mein Sprachkontrollprogramm das Wort „Reissack“ als Fehler markiert und mir als gültige Alternativen „Reisesack“, „Reis sack“ und „Reiz sack“ anzeigt (hat da jemand einen Clown gefrühstückt?),

Dein Joachim

Mittwoch, 24. März 2010

ohne fans

Der "F"C Köln muss lt. Kicker "ohne Fans" zum Auswärtsspiel gegen Hoffenheim reisen. Dies ist die Strafe für die schlechten Manieren der Anhänger aus der Domstadt bei fünf bisherigen Partien. Ob dies ein gerechtes Urteil ist? Allenthalben rühmen sich nun die Beteiligten, immerhin sei das drohende Szenario eines Geisterspiels vermieden worden.

Das verstehe ich nicht. Ein Spiel in Hoffenheim ohne Fans der Gastmannschaft, was ist das denn anderes als ein Geisterspiel?

Dienstag, 23. März 2010

war da noch was?

Nach den Ausfällen der letzten Tage gibt es natürlich einiges nachzuarbeiten hier. Zunächst einmal das Derby. Jaaaa, das Derby. Also: Das Derby. Ringdingding, das Derby. Was soll ich sagen, ich glaube, ich mag gar nichts dazu sagen. Die ganzen Weltendeuter haben sich ja schon ausgiebig mit dem Einseins befasst und sind zu den unterschiedlichsten Schlüssen gekommen.

Jedenfalls hat Borussia jetzt schon so viele Punkte wie zum Ende der letzten Saison. Das ist zweifellos ein Erfolg. Dass Max Eberl sich allerdings dazu hinreißen lässt, man sei dem Ziel, "eine stabile Saison" zu spielen, nun sehr nahe, macht mich schmunzeln. Eine Saison (weitgehend) ohne Abstiegsangst, da ist Borussia auf einem guten Weg. Aber stabil? Stabil ist die Leistung des VfL nur nach Maßstäben von Wackelpudding, der ja im weitesten Sinne auch stabil ist...

Montag, 22. März 2010

good service

Heute ist so ein Tag. Der ICE zum Flughafen fährt nur mit der Hälfte der Wagen. Genauer gesagt, er fährt nicht: "Wegen Überfüllung können wir aus Sicherheitsgründen die Fahrt erst fortsetzen, wenn 50 bis 80 Personen den Zug verlassen haben. Wir danken für Ihr Verständnis."

Ich bleibe, komme in letzter Minute am Check-In-Schalter an, die den Koffer gerade noch in Empfang nehmen: "Gehen Sie nun bitte direkt zum Gate." Vor dem Gate aber steht die Sicherheitskontrolle. Genauer gesagt, sie steht nicht, nur eine lange Schlange und vor ihr ein einsamer Mann, der in sein Funkgerät spricht: "Klaus, jetzt hast Du auch noch das letzte Team in die Pause geschickt! Wie soll das denn hier jetzt gehen?" Der Bundesgrenzschutz steht in zweiter Reihe und sorgt dafür, dass niemand handgreiflich wird. Keine leichte Aufgabe.

In London angekommen gehe ich zur U-Bahn. Ein Display: "There is good service on all London Underground lines." Ich lächle, seufze, bin glücklich. Unten am Bahnsteig angekommen hunderte von Menschen. Die Central Line kann mit "good service" nicht gemeint gewesen sein, hier fährt derzeit kein Zug wegen einer Störung. Dafür noch einmal die Durchsage vom Band: "There is good service on all London Underground lines." Schönen Dank auch.

Heute ist so ein Tag. Heute ist aber auch der Tag, an dem der VfLog wieder seinen regulären Betrieb aufnimmt. Wir entschuldigen uns für den Ausfall an den letzten Tagen und danken für Ihr Verständnis. Ach ja: Und bitte achten Sie beim Lesen auf den Abstand zwischen Ihnen und Ihrem Bildschirm.

Freitag, 19. März 2010

ausgerechnet

Ausgerechnet am Derby-Wochenende habe ich kein Internet und Maik ist in Urlaub.

Mittwoch, 17. März 2010

seitenwechsel #108

In dieser Saison der Aufs und Abs ist das einzig Konstante der wöchentliche Seitenwechsel mit unseren lieben Kollegen von Seitenwahl. In dieser Woche droht Joachim endlich den lang ersehnten Wutausbruch an, kanzelt aber nebenbei auch schon jetzt ein paar Underperformer gehörig ab. Martin steckt noch im Umzugsstress und streitet sich mit Kölnfans - nachzulesen wie immer bei Seitenwahl.

Lieber Martin,

Kredit, so lautet eines der derzeit wichtigsten Wörter, und ich rede keineswegs von den Nachwehen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Nein, Kredit ist das, was Borussias Fans derzeit ihrer Mannschaft in kaum gekanntem Maße bereitstellen, zumindest wenn man das letzte Jahrzehnt betrachtet. Es war vielleicht der zivilisatorische Höhepunkt des Spieles gegen Wolfsburg, als sich der durchgefrorene Besucher Mitte der zweiten Halbzeit zu fragen begann, wann denn die Pfiffe mehr werden würden, stattdessen aber, gut zehn Minuten vor dem Abpfiff, seit den Anfangsminuten nicht mehr gehörte Anfeuerung einsetzte, die bis zum Schlußpfiff andauerte. Noch Minuten nach Spielende setzte sich die Ermunterung der Mannschaft seitens Teilen der Nordkurve fort, und irgendwann meinte vor mir ein Ordner zum anderen: "Man sollte denen mal sagen, daß es keine Verlängerung gibt."

Falsch. Verlängerung für die Mannschaft gibt es präzise bis zum nächsten Wochenende, wenn das Spiel in Köln ansteht. Denn man sollte sich nicht irren: Die Anfeuerung der Fans war nicht Einsicht in das untaugliche Bemühen der Mannschaft, denn die hätte noch Stunden weiterspielen können, ohne einen Treffer zu erzielen. Tatsächlich hatte sie es noch bei 0:4 mit Mann und Macht versucht und war dabei mehrmals in gefährliche Konter gelaufen, eigentlich ein Unding, wenn das Spiel entschieden ist und es nur noch um Schadensbegrenzung geht. Nein, die Fans richteten ihr Team vielmehr deshalb auf, weil man die Spieler braucht, um beim Erzfeind am Freitag nicht die nächste Pleite zu erleben. Schließlich gehört auch der Niederrhein zum Rheinland, und da kann bekanntlich manche Schmach schnell vergessen werden, wenn am richtigen Tag nur eine gute Nachricht steht.

Lieber Martin, laß uns nicht um den heißen Brei herumreden und die Ausflüchte verwenden, in die sich Borussias sportliche Führung nun unsinnigerweise flüchtet: Bis auf den Tobias Levels und mit Abstrichen Logan Bailly spielte jeder unter seinem Niveau, und wenn nicht gerade eine bislang undiagnostizierte Muskelschwäche grassiert, geht das auf einen Mangel an Einstellung zurück. Wie oft vermißte man gegen keineswegs starke Wolfsburger den einfache Ball und sah stattdessen Zirkusnummer vom allerbilligsten. Wie dumm müssen Zuschauer sein, wenn sie bei Bobadillas tapsiger Balljonglier-Nummer Mitte der ersten Halbzeit, als er fünf-, sechsmal das Spielgerät auf dem Kopf balancierte, Beifall klatschen, obwohl wenn die Aktion mit dem Ballverlust endet? Das ist eben der Unterschied zwischen einem Jahrmarktboxer und einem wahrem Champion: Letzterer hat es drauf, ersterer ist eine Nullnummer. Ich könnte hier auch Arango, Colautti, gar Reus oder vor allem Dante sagen: Wo sie mit dem Kopf waren, bleibt ihr Geheimnis, auf dem Platz jedenfalls nicht.

Wie Du weißt, bin ich ein großer Freund fußballerischer Basisdemokratie und nehme interessiert zur Kenntnis, daß derzeit etwa manch Berliner Fan mehr Herzblut zeigt als der ganze verluderte Haufen, der für die Misere seines Vereins verantwortlich ist, in einer ganzen Spielzeit. Doch nein, ich mäßige mich, denn natürlich ist unsere derzeitige Geduld richtig. Das Saisonziel ist nach wie vor ohne Abstriche erreichbar, und Rückschläge sind verzeihlich, wenn danach die entsprechende Reaktion kommt. Ebenso steht aber fest, daß dieser Zeitpunkt das Spiel in Köln ist. Verliert Borussia mit einer ähnlichen Nicht-Leistung wie zuletzt, schlägt die Stimmung schnell um, denn eines sollte man nicht vergessen: Wir haben zwar diese Saison einiges erreicht, aber fast genauso viel wieder hergeschenkt. Man muß halt Chancen nutzen können, wenn sie sich ergeben, sonst bleibt man dauerhaft in Regionen stecken, wo man sich eigentlich nicht zugehörig wähnt.

Daher rate ich Dir, lieber Martin, mach es Dir auf Deinen Umzugskartons bequem, köpfe eine Bouteille Roten, genieße eine Magnumpackung belgischer Pralinen und freue Dich auf das anstehende Spiel. So viel Vertrauen muß sein, daß wir frohgemut Besserung erwarten können und den Scheißbock in die Tonne kloppen. Wenn nicht, gebe ich hier nächste Woche das HB-Männchen – da wartest Du doch schon die ganze Spielzeit drauf!

Es grüßt Dich ein Loch am Heumarkt buddelnd und darin das Vereinsarchiv des ÄffZeh ersäufend

Dein Joachim

Montag, 15. März 2010

betriebsferien

Ach, hier sind übrigens Betriebsferien. Martin zieht um in die Stadt eines Viertligisten, und ich bin im Skiurlaub. Außerdem gewinnt Osnabrück ja eh nicht mehr, und die Fohlen werfen sich wehrlos den Wölfen zum Fraß hin. (Letzteres aber war, wie gesagt, erwartbar.) Was soll man darüber groß Worte verlieren?
Wann es weiter geht, ist unklar. Warten wir's einfach ab.

Donnerstag, 11. März 2010

seitenwechsel #107

Eines Tages, wenn Facebook verboten ist, die letzte Twitter-Message verfasst, die letzte SMS geschrieben ist, wird es doch immer noch Briefe geben. Zumindest den Seitenwechsel, den wir uns seit Urzeiten mit den lieben Kollegen von Seitenwahl schreiben. Heute, in der 107. Ausgabe unserer Wochenschau über die Lage der Nation, d.h. der VfLs, füttert Martin nette Journalisten mit Kötbullar und packt sie, die Journalisten, in einen - Achtung! - Karton. Nachzulesen ist das Gemetzel bei Seitenwahl. Joachim erörtert in seiner Antwort, wofür er bald 1000 Teelichter anzündet.

Lieber Martin,

Du verbringst Deine Zeit mit nützlichem Werk: Du sortierst überflüssige Dinge aus. Wenn ich in diesen Tagen das Wort "überflüssig" lese, kommen mir als erstes nicht wie üblich Wolfsburg und Hoppenheim in den Sinn, sondern Fußballverbände. Was ist der DFB doch für ein chaotischer Haufen, in seiner Unfähigkeit zum Krisenmanagement allenfalls noch mit der katholischen Kirche zu vergleichen (und wie betrüblich, daß das ausgerechnet in der Angelegenheit Amerell so zum Vorschein kommt, ist besagter Ex-Schiedsrichter-Ex-Funktionär so ziemlich das Unsympathischste, das mir in den letzten drei Jahrzehnten in der Nähe eines Fußballfeldes begegnet ist)! Und was soll man von der FIFA halten, die sich offiziell gegen den verstärkten Einsatz von technischen Hilfsmitteln richtet, ex cathedra sozusagen, und damit auf beiden Augen blind bleibt?

Nein, Martin, da lobe ich mir den "kicker", der am Montag Louis van Gaal das Wort gab, um die fußballerische Revolution auszurufen. Vieles bleibt diskutabel, doch ist allein dieser Beitrag mehr wert als alle Pressemitteilungen von DFB und FIFA der letzten Jahre zusammengenommen. Da verzeihe ich dem "kicker" auch die kritischen Worte nach unserem Dortmund-Spiel, denn der Grundtenor dieser Kritik war durchaus richtig, wenngleich etwas über das Ziel hinausgeschossen. Wir haben in dieser Saison als höchste Niederlagen bislang dreimal auswärts eine 0:3-Niederlage eingefahren. Wenn das der negative Fall-Out unserer diesjährigen Dienstreisen bleibt, dann spreche ich von einer wahrlich gelungenen Spielzeit.

Lieber Martin, Du behauptest, keine Ahnung vom Fußball zu haben, dem kann ich bestenfalls unter Aufbietung gebündelter Kräfte widersprechen. Bestätigen kann ich Dir freilich, daß Du geradezu unheimliche Ahnung von den wirklich wichtigen Angelegenheiten im Leben hast, einkaufen bei IKEA zum Beispiel (hier könnte auch IHRE Werbung stehen!). Die Abfolge „Einkaufsliste erstellen – zu IKEA fahren – Köttbullar essen – einkaufen – Ausgangs-Hotdog essen“ ist mir bestens vertraut. Ich liebe Käufe wie etwa 1000 Teelichter zum Preis von 995 Teelichtern, die mir auf Jahre hinaus den Keller blockieren. Eine Analogie zu manchem Fußballverein liegt nahe: 10 Irrlichter vom Transfermarkt zum Preis von 9, schlagen Sie zu! Nun, Borussia hing dieser Philosophie, so man sie als solche bezeichnen möchte, lange an, doch derzeit bin ich nicht geneigt, die Verpflichtung von Jens Wissing als Anzeichen eines Revivals zu nehmen.

Du fragst, wer dieser Wissing ist? Zunächst ist er der, den wir der Konkurrenz weggeschnappt haben. Wir geben also derzeit die Bayern, sozusagen. Seien wir hier doch einmal brutal ehrlich (zartbesaitete Leser schauen jetzt besser weg): Ich kann Dir zwar sagen, wann und warum Borussia gut oder schlecht gespielt hat, ich kann Dir aber natürlich nicht sagen, ob Jens Wissing ein guter Einkauf ist oder nicht. Warten wir es schlicht ab. Und wen wir noch verpflichten werden, weiß ich nicht, ich bin ja nicht der allzeit gut informieret Boulevard, der 200 Namen aus dem kicker-Jahresheft abschreibt, und wenn Du einen davon verpflichtest, haben sie es mal wieder vorab exklusiv vermeldet.

Deshalb, lieber Martin, wünsche ich Dir diese Woche vor allem einen gelungenen Umzug. Wohin am Rhein ziehst Du denn? Duisburg, Bonndorf, Mannem oder zum Vorruhestand nach Wiesbaden (das K-Dings möchte ich an dieser Stelle nicht erwähnen)? Wenn Du nächste Woche benommen zwischen immer noch nicht ausgeräumten Kartons, renovierungsbedürftigen Wänden und einer endlos arbeitenden Kaffeemaschine erwachst, kannst Du Dich immerhin mit dem Gedanken trösten, daß wir gegen Wolfsburg trotzig Reaktion gezeigt haben, wie vom Trainer gefordert. Ob das mit drei Punkten verbunden ist, werden wir sehen.

Es grüßt Dich ein Spatzerl in der Hand und die Taube vom Dach verjagend

Dein Joachim

Sonntag, 7. März 2010

wie es sich gehört

Hey! Borussia spielt wieder leistungsgerecht. Anders ist das 0:3 bei Borussia Dortmund nicht zu erklären. Was am Anfang der Saison so vielversprechend begonnen hatte, als Gladbach sich Woche für Woche immer jene Ergebnisse bescherte, die standesgemäß waren, geht jetzt endlich in trauter Verlässlichkeit weiter: In Mainz verloren, Nürnberg geschlagen, gegen Hoffenheim und Freiburg unentschieden - alles läuft so wie es zu laufen hat für den etatmäßigen Tabellenzwölften, eben leistungsgerecht. Freuen wir also auf den nächsten Sieg von Michis Dreamteam, dann am 10. April gegen Eintracht Frankfurt.

Samstag, 6. März 2010

götter in lila-weiß

Osnabrück hat mal wieder verloren. Das überrascht uns nicht, schließlich hatten wir es schon vor vierzehn Tagen angekündigt. Es geht keine Welt unter, es ist kein Saisonziel in Gefahr, niemand muss übermäßig klagen und nichts ist Besorgnis erregend. Es hat in einer Liga ohne dominierende Mannschaft lediglich ein gutes Team gegen ein anderes gewonnen.
Wenn es schade läuft, wird der VfL noch fünf, sechs weitere Spiele dieser Art nicht gewinnen, schlimmstenfalls sogar verlieren. Dann steigt Osnabrück nicht auf und wird Vierter. Oder Fünfter. Wenn es glücklich läuft, wird der VfL die nächsten fünf, sechs Spiele dieser Art nicht verlieren, bestenfalls sogar gewinnen, dann steigt Osnabrück auf, als Erster oder Zweiter. Über all dies entscheiden Tagesform und mentale Frische. Darüber entscheidet nicht fußballerische Überlegenheit.

So weit, so erwartbar läuft die Rückrunde dieser im großen und ganzen doch sensationell erfolgreichen Saison. Osnabrück, dieses im vergangenen Juli mit allerhand Chirurgengeschick zusammengeflickte Team, hält nach zwei Dritteln der Spielzeit nicht nur fest zusammen, sondern ist sogar Tabellenführer. Eine Niederlage in Heidenheim, diesem sympathischen Dörflein an der Brenz, ist da nun wirklich ein nichtig kleines, zu vernachlässigendes Übel.

Freitag, 5. März 2010

das tun, wenn's brenz!

In diesen Minuten startet der VfL in Richtung Heidenheim. Das wird eine feine Busreise, vorbei an so schönen Orten wie Wasserlosen, der alten Bundeswehr-Metropole Hammelburg, Rotenburg ob der Tauba und Nattheim. Irgendwann gegen 13 Uhr wird die Mannschaft dann angekommen sein in Heidenheim an der Brenz, wie das Örtchen mit vollem Namen heißt.

Natürlich ist es völlig undenkbar, dass diese kleine Provinz in der kommenden Saison in der zweiten Bundesliga spielt. Deshalb wird der VfL sein Auswärtsspiel auch mit Ach und Krach, äh, nicht verlieren. (Sondern unentschieden spielen, wir hatten das bereits.) Aber sympathisch sind sie schon, die süßen Heidenheimer an der Brenz.
Die Brenz ist ein malerischer, 55 Kilometer langer Fluss, ein kleiner Bruder der übermächtigen Donau. Inmitten dieser von Wacholderheide und naturbelassenen Laubwäldern gesäumten Idylle gibt es allerlei zu entdecken: Das Schloss Hellenstein etwa, das Wasserschloss Bächingen oder die Stadtkirche in Giengen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer sich heute schon unüberlegt aufgemacht hat zu einer Auswärtsfahrt in Richtung Süddeutschland, muss nicht greinen. Und schon gar nicht muss er sich das lieblose 0:0 morgen im kalten Stadion ansehen. Auf den Spuren der Staufer wandeln und sich wie Friedrich Barbarossa die Haare rot färben - damit kann man doch ohne weiteres ein Wochenende rumkriegen.

Donnerstag, 4. März 2010

herr schlarmann und die griechen

"Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen - um seine Gläubiger zu bedienen." Sagt Josef Schlarmann, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, mit Blick auf die siechenden Griechen. "Griechenland", so Schlarmann weiter, besitze auch "unbewohnte Inseln, die für die Schuldentilgung eingesetzt werden können."

Spätestens hier kommen Schalke und Arminia Bielefeld ins Spiel. Bevor die DFL den beiden Sorgenkindern mit großzügigen Auflagen den Spielbetrieb in der kommenden Spielzeit gewährt, mögen die Hasardeure erst einmal alles, was sie haben, zu Geld machen. Die VfLs könnten da sicher noch das ein oder andere günstige Schnäppchen machen: Unbespielte Trainingsplätze etwa, ungetragene Leibchen, ungetretene Bälle oder unterschätzte Spieler. Her damit!