Es gibt sie mit den Rückennummern 1 bis 12, und richtig kombiniert sollen sie helfen, wo die Schulmedizin versagt. Die Heilmethode geht zurück auf Dr. Wilhelm H. Schüßler, der weder verwandt noch verschwägert ist mit Ex-VfL-Profi Benjamin. Mithilfe von zwölf Mineralsalzen entwickelte Schüßler eine Therapie, die alles mögliche heilen soll: Muskelkrämpfe, Augenflimmern oder Zerrungen. Die Schar der Schüßler-Salz-Anhänger wächst.
Joachim Kudritzki ist Heilpraktiker in Hamburg und Mitglied im Biochemischen Bund Deutschlands. Auch er schwört auf die Schüßler-Salze. Die Lage ist ausweglos, deshalb haben wir ihm einen Brief geschrieben, ob nicht er die beiden VfLs vor dem Abstieg retten könne.
Sehr geehrter Herr Kudritzki,
Gladbach und Osnabrück wanken mal wieder zielstrebig in Richtung Abstieg. Es handelt sich offenbar um hoffnungslose Fälle. Aber wenn anscheinend nichts mehr hilft - vielleicht helfen Schüßler-Salze? Bitte beantworten Sie uns doch die folgenden drei Fragen:
1. Voraussetzung für eine erfolgreiche Schüßler-Therapie ist die Antlitzdiagnose. Es ist so: Die mentale Erschöpfung steht den Patienten ins Gesicht geschrieben. Der Mund ist trocken, und die Augen strahlen Enttäuschung und Angst aus. Die Hautfarbe changiert zwischen lila-weiß und grün-weiß. Ist den Patienten noch zu helfen?
2. Die Beschwerden sind stark und nicht mehr lange auszuhalten. Es handelt sich um Versagensängste und Konzentrationsschwächen in spielentscheidenden Momenten. Welche Salze in welcher Dosierung könnten helfen?
3. Ob die Therapie nun anschlägt oder nicht: Viele Betroffene dürften anschließend entweder ihren Frust oder ihre Freude mit Alkohol ersaufen. Wie hilft Dr. Schüßler am Morgen danach?
Und tatsächlich: In seiner Naturheilpraxis im feinen Hamburger Stadtteil Eppendorf hat sich Joachim Kudritzki einen Moment Zeit für die VfLs genommen.
Lieber Herr Gizinski,
gern soll Ihnen geholfen werden, um die Jungs wieder auf Supermann-Niveau zu bringen. Mit Schüßler-Salzen kein Problem!
Fangen wir mit Frage 3 an. Die ist deutlich am einfachsten zu beantworten.
Das Salz für den "Morgen danach" ist schwerpunktmäßig die Nummer 10, also Natrium sulfuricum D6, das wichtigste Entgiftungsmittel zur Entlastung von Giftstoffen jeder Art.
Ich würde auf ein Glas Wasser 10 Tabletten empfehlen, die Tabletten sich auflösen lassen und diese Mischung schluckweise über den Tag trinken. Alternativ alle halbe Stunde ein bis zwei Tabletten im Mund zergehen lassen.
Gerade für Menschen, die nach dem Gelage zu grünlichen oder grünlich-gelben Farbnuancen neigen, ist die Nr. 10 das richtige Mittel. Wenn Sie es ganz gut meinen, können Sie auch noch in gleicher Dosierung die Nr. 6, also Kalium sulfuricum D6, dazu tun. Dies stärkt ungemein die Leber. Zwischen Alka Seltzer oder Aspirin und den Schüßlersalzen sollte übrigens ein deutlicher zeitlicher Abstand liegen.
De Fragen 1 und 2 lassen sich zusammen beantworten. Die Jungs brauchen Kampfkraft und sollten sich nicht so hängen lassen. Nur wer sich als Verlierer fühlt, ist auch ein Verlierer.
Die Blässe ist ein deutliches Zeichen für einen Calcium phosphoricum-Mangel. Die Nr. 2 ist ein strukturgebendes Element und auch ein Mittel mit einer deutlichen Stärkungstendenz und hilft auch bei mentaler Erschöpfung. Wie schon erwähnt, sollte bei einem deutlich grünstichigem Einschlag Natrium sulfuricum dazu gegeben werden.
Der weiß-lila Einschlag ensteht wahrscheinlich durch Rothauch. Dieser Rothauch überzieht bei geistig-seelischer Erschöpfung häufig das ganze Gesicht. Bei gleichzeitigem Auftreten von Calcium phosphoricum-Blässe kommt wahrscheinlich lila-blass dabei raus. Dagegen empfehle ich Salz Nr. 3, Ferrum phosphoricum D12.
Zu Nr. 2 und 3 würde ich noch das "Nervensalz" der Biochemie, das Kalium phosphoricum, die Nr. 5, geben. Es hilft auch bei deutlich depressivem Einschlag, und je tiefer die Erschöpfung ist, desto wichtiger ist die Nr. 5.
Ergänzen wir nun diesen Cocktail durch Magnesium phosphoricum, die Nr. 7. Es hilft bei Erschöpfung durch lang anhaltende Nervenanspannung und Dauerstress.
Diese Mischung zwischen Nr. 2, 3, 5 und 7 hat sich doch in vielen Fällen tiefster Erschöpfung als echter Supermann-Drink erwiesen. Ich würde über einige Wochen mindestens 10 Tabletten pro Mittel entweder in 1 Flasche Wasser geben und schluckweise über den Tag trinken lassen. Oder man lässt den ganzen Tag über, jeweils alle Viertelstunde, ein oder zwei der Tabletten im Abstand zu den anderen langsam im Mund zergehen.
Seien Sie sicher der alte Killerinstinkt setzt sich jetzt wieder durch!
Deutlich motivationssteigernd finde ich auch "Conan, der Barbar", "Terminator 1 - 10" und "Rambo" als Filmprogramm am Abend davor. Rambo finde ich dabei fast am stärksten kraftinduzierend. "Kill Bill" fände ich auch nicht schlecht, aber die Hauptdarstellerin ist ja leider eine Frau. Das nimmt der Sache etwas an Potenz.
Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.
Joachim Kudritzki
Donnerstag, 14. April 2011
Montag, 11. April 2011
der heiko macht's
Wie der VfLog schon gestern exklusiv berichtete, wird nun also Heiko Flottmann neuer Cheftrainer beim VfL. Warum die treue Seele Flottmann nicht schon direkt nach der Entlassung von Karsten Baumann vor drei Wochen zum neuen Trainer ernannt worden war, wollte Gans nicht kommentieren: "Warum soll ich dafür einen Grund liefern?"
Ja, da hat man dann auch keine weiteren Fragen mehr.
Ja, da hat man dann auch keine weiteren Fragen mehr.
trainerroulette #10
Die Frist läuft ab. Spätestens morgen muss der VfL einen neuen Trainer gefunden haben. Das verlangen die Liga-Regularien spätestens 15 Werktage nach einem Rauswurf. VfL-Manager Lothar Gans hatte deshalb tagelang Kandidat um Kandidat abgearbeitet, doch zuletzt war er aus dem Tritt gekommen. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv Gans' Originalnotizen.
Hatte nach dem famosen 2:2 in Karlsruhe meinen Geheimskribbel vernichtet. Unsere Neue Osnabrücker Vereinszeitung jubilierte schließlich: "Selten schimmerte eine Trainer-Handschrift so deutlich durch wie die von Enochs nach zwei Wochen als Chefcoach." Wozu da noch einen Neuen suchen? 'Weiter so! Der Ligaverband kann mich mal!', dachte ich.
Denn außer fußballerischem Geschick, taktischer Reife und individueller Cleverness hatte unsere Mannschaft ja alles aufgeboten, was sie hat. Der Trainerwechsel: Voll eingeschlagen! Die Nullnummer gegen Bielefeld konnte wirklich keiner ahnen. Doch nun müssen wir handeln. Die Scheißfrist läuft ab.
Ich brauche jetzt einen Trainer, nicht nur einen so genannten! Grübele schon den ganzen Tag, wer noch auf diesem Mistzettel stand. Kann keinen klaren Gedanken fassen. Scheißescheißescheiße.
Ha! Ich hab's! Hat der Heiko nicht diese dämliche Lizenz? Doch, doch. Der Heiko hat die! Hat er mal erzählt. Der Heiko macht's! Faxe ich den Pennern morgen choupo-moting um kurz vor Sechs nach Frankfurt. Der Heiko macht's, der Heiko macht's!
Auf die Schnelle noch wen anders zu kriegen, das wär auch echt eng geworden!
Hatte nach dem famosen 2:2 in Karlsruhe meinen Geheimskribbel vernichtet. Unsere Neue Osnabrücker Vereinszeitung jubilierte schließlich: "Selten schimmerte eine Trainer-Handschrift so deutlich durch wie die von Enochs nach zwei Wochen als Chefcoach." Wozu da noch einen Neuen suchen? 'Weiter so! Der Ligaverband kann mich mal!', dachte ich.
Denn außer fußballerischem Geschick, taktischer Reife und individueller Cleverness hatte unsere Mannschaft ja alles aufgeboten, was sie hat. Der Trainerwechsel: Voll eingeschlagen! Die Nullnummer gegen Bielefeld konnte wirklich keiner ahnen. Doch nun müssen wir handeln. Die Scheißfrist läuft ab.
Ich brauche jetzt einen Trainer, nicht nur einen so genannten! Grübele schon den ganzen Tag, wer noch auf diesem Mistzettel stand. Kann keinen klaren Gedanken fassen. Scheißescheißescheiße.
Ha! Ich hab's! Hat der Heiko nicht diese dämliche Lizenz? Doch, doch. Der Heiko hat die! Hat er mal erzählt. Der Heiko macht's! Faxe ich den Pennern morgen choupo-moting um kurz vor Sechs nach Frankfurt. Der Heiko macht's, der Heiko macht's!
Auf die Schnelle noch wen anders zu kriegen, das wär auch echt eng geworden!
Freitag, 1. April 2011
karlsruhe und: trainerroulette #9
Am 1. April, dem Tag der schlechten Scherze, wollen wir dem bundesdeutschen Trend in Nichts nachstehen. Der VfL geht heute baden. Hoho!
Natürlich spricht auch sonst einiges dafür, dass Osnabrück seine Talfahrt heute gegen Karlsruhe nicht stoppen wird. Mit seinem so genannten Chefcoach Jo Enochs dürfte die Mission Klassenerhalt schließlich nicht unbedingt leichter werden. Aber Fußball ist oft genug irrational, darum wollen wir des Hoffens nicht müde werden. Eine ordentliche Portion Frust hat schon so mancher vermeintliche Notnagel in Motivation verwandeln können, und erleichtert von der irgendwie verfahrenen Situation mit Ex-Trainer Karsten Baumann könnte die Mannschaft endlich einmal wieder befreit aufspielen, jedenfalls insoweit die fußballerischen Möglichkeiten dies zulassen.
Dass Sebastian Tyrala und Björn Lindemann offenbar gemeinsam in der Startelf stehen, darf wohl so gedeutet werden, dass die avisierte Chance in der Offensive gesucht wird und nicht in scheuer Verteidigung. Auch Flamur Kastratis Comeback ist eine gute Nachricht. Der VfL hisst offenbar die fliehenden Fahnen, und wenn am Ende auch der Untergang stehen sollte, ist dies ein gutes Zeichen.
Derweil die sportlichen Kohlen im Feuer schmoren, muss VfL-Manager Lothar Gans in sieben Werktagen einen neuen Trainer präsentieren. Die Sache pressiert, weil die DFL nicht länger Aufschub gewährt. Bekanntlich sortiert der VfL-Manager die verbliebenen Kandidaten auf einem Geheimskribbel. Der VfLog zitiert täglich exklusiv aus den Originalnotizen.
Heute: "Lebt denn der alte Rolf Schafstall noch, Rolf Schafstall noch, Rolf Schafstall noch? Ja, er lebt noch. Er lebt noch!"
Natürlich spricht auch sonst einiges dafür, dass Osnabrück seine Talfahrt heute gegen Karlsruhe nicht stoppen wird. Mit seinem so genannten Chefcoach Jo Enochs dürfte die Mission Klassenerhalt schließlich nicht unbedingt leichter werden. Aber Fußball ist oft genug irrational, darum wollen wir des Hoffens nicht müde werden. Eine ordentliche Portion Frust hat schon so mancher vermeintliche Notnagel in Motivation verwandeln können, und erleichtert von der irgendwie verfahrenen Situation mit Ex-Trainer Karsten Baumann könnte die Mannschaft endlich einmal wieder befreit aufspielen, jedenfalls insoweit die fußballerischen Möglichkeiten dies zulassen.
Dass Sebastian Tyrala und Björn Lindemann offenbar gemeinsam in der Startelf stehen, darf wohl so gedeutet werden, dass die avisierte Chance in der Offensive gesucht wird und nicht in scheuer Verteidigung. Auch Flamur Kastratis Comeback ist eine gute Nachricht. Der VfL hisst offenbar die fliehenden Fahnen, und wenn am Ende auch der Untergang stehen sollte, ist dies ein gutes Zeichen.
Derweil die sportlichen Kohlen im Feuer schmoren, muss VfL-Manager Lothar Gans in sieben Werktagen einen neuen Trainer präsentieren. Die Sache pressiert, weil die DFL nicht länger Aufschub gewährt. Bekanntlich sortiert der VfL-Manager die verbliebenen Kandidaten auf einem Geheimskribbel. Der VfLog zitiert täglich exklusiv aus den Originalnotizen.
Heute: "Lebt denn der alte Rolf Schafstall noch, Rolf Schafstall noch, Rolf Schafstall noch? Ja, er lebt noch. Er lebt noch!"
Donnerstag, 31. März 2011
trainerroulette #8
8 Werktage noch, dann muss der VfL einen neuen Trainer gefunden haben. Die Zeit drängt, und VfL-Manager Lothar Gans ordnet die verbliebenen Kandidaten auf einem kleinen Geheimskribbel. Jeden Tag arbeitet er einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv die Originalnotizen.
Fußball ist nun mal ein zynisches Geschäft. Was soll man sich groß dagegen wehren? Habe heute mal gegoogelt, wer derzeit japanischer Nationaltrainer ist. Der hat sicher gerade große Lust, mal was anderes zu machen. Und, siehe da, sogar ein Italiener: Alberto Zaccheroni. Kenne ich zwar nicht, habe aber mal lose angefragt, ob Interesse besteht.
Fußball ist nun mal ein zynisches Geschäft. Was soll man sich groß dagegen wehren? Habe heute mal gegoogelt, wer derzeit japanischer Nationaltrainer ist. Der hat sicher gerade große Lust, mal was anderes zu machen. Und, siehe da, sogar ein Italiener: Alberto Zaccheroni. Kenne ich zwar nicht, habe aber mal lose angefragt, ob Interesse besteht.
Mittwoch, 30. März 2011
trainerroulette #7
Langsam pressiert es etwas. 9 Werktage bleiben Lothar Gans noch, einen neuen Trainer für den VfL zu finden. So lange gewährt die DFL noch Aufschub, und Jo Enochs darf weiterwurschteln. Der VfL-Manager sortiert die verbliebenen Kandidaten auf einem kleinen Geheimskribbel. Jeden Tag arbeitet er einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv die Originalnotizen.
Ich altes Schlitzohr! Gerade Ewald Lienen eine Millionenofferte gemacht! Natürlich nur für die 2. Liga. Und natürlich nur mündlich. Jetzt wollen wir mal noch eineinhalb Wochen warten, wie das Spiel gegen Arminia ausgeht. Wenn wir verlieren, hat sich die Sache eh erledigt. Aber Ewald wird nun sicher alles tun, damit wir die Klasse halten. Wenn wir dann 4:0 gewonnen haben - also, ich weiß nichts von einem Vorvertrag...
Ich altes Schlitzohr! Gerade Ewald Lienen eine Millionenofferte gemacht! Natürlich nur für die 2. Liga. Und natürlich nur mündlich. Jetzt wollen wir mal noch eineinhalb Wochen warten, wie das Spiel gegen Arminia ausgeht. Wenn wir verlieren, hat sich die Sache eh erledigt. Aber Ewald wird nun sicher alles tun, damit wir die Klasse halten. Wenn wir dann 4:0 gewonnen haben - also, ich weiß nichts von einem Vorvertrag...
Dienstag, 29. März 2011
trainerroulette #6
10 Werktage hat der VfL noch Zeit, dann muss er einen richtigen Trainer präsentieren. So lange gewährt die DFL Aufschub, und Jo Enochs darf weiterwurschteln. VfL-Manager Lothar Gans grübelt seit Tagen ununterbrochen und sortiert die verbliebenen Kandidaten auf einem kleinen Geheimskribbel. Jeden Tag arbeitet er einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv die Originalnotizen.
Scheiße. Hubert Horner ist vom Markt. Das kann aber auch wirklich keiner ahnen, dass der ausgerechnet heute bei der Union Wippro Vorderweissenbach in Oberösterreich einsteigt. „Ich freue mich auf die Arbeit mit der Mannschaft“, sagt der neue Coach des Bezirksligisten. Das hätte er genauso gut beim VfL tun können. Mist!
Scheiße. Hubert Horner ist vom Markt. Das kann aber auch wirklich keiner ahnen, dass der ausgerechnet heute bei der Union Wippro Vorderweissenbach in Oberösterreich einsteigt. „Ich freue mich auf die Arbeit mit der Mannschaft“, sagt der neue Coach des Bezirksligisten. Das hätte er genauso gut beim VfL tun können. Mist!
Montag, 28. März 2011
trainerroulette #5
Jetzt sind es noch 11 Werktage, bis der VfL einen richtigen Trainer präsentieren muss. So lange gewährt die DFL Aufschub. VfL-Manager Lothar Gans sortiert die verbliebenen Kandidaten auf einem kleinen Geheimskribbel. Jeden Tag arbeitet er einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv die Originalnotizen.
Was macht eigentlich Deniz Bakir? Habe mal lose die Teilnehmer des letzten Fußballlehrer-Lehrgangs des DFB geflöht. Markus Babbel und Torsten Lieberknecht sind vergeben. Christian Ziege ist jawohl ein schlechter Witz. Und van Lent, Lottner und Tomislav Maric sind mir zu prominent. Aber Bakir? Kennt den wer? Könnte doch ein Spitzenmann sein?!
Was macht eigentlich Deniz Bakir? Habe mal lose die Teilnehmer des letzten Fußballlehrer-Lehrgangs des DFB geflöht. Markus Babbel und Torsten Lieberknecht sind vergeben. Christian Ziege ist jawohl ein schlechter Witz. Und van Lent, Lottner und Tomislav Maric sind mir zu prominent. Aber Bakir? Kennt den wer? Könnte doch ein Spitzenmann sein?!
Freitag, 25. März 2011
trainerroulette #4
12 Werktage bleiben noch, dann muss der VfL einen richtigen Trainer präsentieren. So lange gewährt die DFL Aufschub. VfL-Manager Lothar Gans grübelt pausenlos, wer der richtige sein könnte. Konzepttrainer Christoph Daum ist weg, und Lothar Matthäus hat sich noch Bedenkzeit erbeten. Auf einem kleinen Geheimskribbel hat der VfL-Manager deshalb weitere 12 Namen notiert. Jeden Tag arbeitet er einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv die Originalnotizen.
So, habe jetzt sieben Postkarten und zwei Hörspielkassetten mit "Scheißwessi"-Tiraden und "Geh zurück, wo du herkommst"-Anwürfen vollgemacht und nach Cottbus geschickt. Ein paar üppige Feuerwerkskörper an den ganz harten Chaoten-Kern waren auch noch drin. Vielleicht können wir Pele ja doch noch zurück lotsen. Versuch macht kluch, sag ich immer.
So, habe jetzt sieben Postkarten und zwei Hörspielkassetten mit "Scheißwessi"-Tiraden und "Geh zurück, wo du herkommst"-Anwürfen vollgemacht und nach Cottbus geschickt. Ein paar üppige Feuerwerkskörper an den ganz harten Chaoten-Kern waren auch noch drin. Vielleicht können wir Pele ja doch noch zurück lotsen. Versuch macht kluch, sag ich immer.
Donnerstag, 24. März 2011
trainerroulette #3
13 Werktage bleiben noch, dann muss der VfL einen ordentlichen Trainer präsentieren. So lange gewährt die DFL Aufschub. VfL-Manager Lothar Gans grübelt pausenlos, wer der richtige sein könnte. Auf seinem kleinen Geheimskribbel stehen noch 13 Namen. Jeden Tag arbeitet er einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv die Originalnotizen.
500.000 Dollar pro Jahr - das ist genau unsere Gehaltsklasse! Und wer freiwillig als Nationaltrainer nach Irak geht, weil er dort die professionellen Bedingungen vorfindet, die er für seine Arbeit braucht, der ist beim VfL erst recht gut aufgehoben! Die Sache lässt sich auch super den Medien verkaufen: Heimkehr, Herzensangelegenheit und so. Die Handynummer von Wolfgang Sidka müsste ich noch auf Datasette haben. 0964 vorgewählt, und - hehe, Freizeichen...
500.000 Dollar pro Jahr - das ist genau unsere Gehaltsklasse! Und wer freiwillig als Nationaltrainer nach Irak geht, weil er dort die professionellen Bedingungen vorfindet, die er für seine Arbeit braucht, der ist beim VfL erst recht gut aufgehoben! Die Sache lässt sich auch super den Medien verkaufen: Heimkehr, Herzensangelegenheit und so. Die Handynummer von Wolfgang Sidka müsste ich noch auf Datasette haben. 0964 vorgewählt, und - hehe, Freizeichen...
Mittwoch, 23. März 2011
trainerroulette #2
14 Werktage hat der noch VfL Zeit, einen ordentlichen Trainer zu finden. So lange gewährt die DFL Aufschub. VfL-Manager Lothar Gans brütet deshalb ununterbrochen, wer der richtige sein könnte. Auf seinem kleinen Geheimskribbel hat er noch 14 Namen notiert. Jeden Tag arbeitet er nun einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv die Originalnotizen.
Schon über 50 Gegentore, und die Chancen auf den Klassenerhalt stehen fifty-fifty. Das ist doch ein Wink des Schicksals! Will versuchen, mal lose Kontakt zu Lodda aufzubauen. Wenn der noch nicht wieder ganz nüchtern ist nach dem rauschenden Fest zu seinem - richtig! - Fünfzigsten, könnte er bräsig genug sein zuzusagen. Und seine Ariadne kaufen wir gleich mit ein. Die studiert doch Psychologie! Ist doch ideal für unser Team im Abstiegskampf. Die kann ganz neue Reize setzen!
Schon über 50 Gegentore, und die Chancen auf den Klassenerhalt stehen fifty-fifty. Das ist doch ein Wink des Schicksals! Will versuchen, mal lose Kontakt zu Lodda aufzubauen. Wenn der noch nicht wieder ganz nüchtern ist nach dem rauschenden Fest zu seinem - richtig! - Fünfzigsten, könnte er bräsig genug sein zuzusagen. Und seine Ariadne kaufen wir gleich mit ein. Die studiert doch Psychologie! Ist doch ideal für unser Team im Abstiegskampf. Die kann ganz neue Reize setzen!
Dienstag, 22. März 2011
trainerroulette #1
15 Werktage hat der VfL Zeit, einen ordentlichen Trainer zu finden. So lange gewährt die DFL Aufschub. VfL-Manager Lothar Gans brütet deshalb ununterbrochen, wer der richtige sein könnte. Auf einem kleinen Geheimskribbel hat er 15 Namen notiert. Jeden Tag arbeitet er nun einen Kandidaten ab. Im VfLog veröffentlichen wir exklusiv Gans' Originalnotizen.
Scheiße. Da dackelt der Koch seinem Daum doch wahrhaftig auch nach Frankfurt hinterher. Hätte Heri nicht noch einen Tag länger warten können?! Dann hätten wir mit dem Roland jetzt ein Toptrainer, der sich bestens auskennt bei uns. Außer Hartwig sind ja fast alle noch da. Und Ralf hätte sich sicher auch gefreut auf das Wiedersehen, hihi! Und jetzt? Skibbe ist auf dem Markt. Puh! Hoffentlich krallt sich Karlsruhe den noch bis nächsten Freitag!
Scheiße. Da dackelt der Koch seinem Daum doch wahrhaftig auch nach Frankfurt hinterher. Hätte Heri nicht noch einen Tag länger warten können?! Dann hätten wir mit dem Roland jetzt ein Toptrainer, der sich bestens auskennt bei uns. Außer Hartwig sind ja fast alle noch da. Und Ralf hätte sich sicher auch gefreut auf das Wiedersehen, hihi! Und jetzt? Skibbe ist auf dem Markt. Puh! Hoffentlich krallt sich Karlsruhe den noch bis nächsten Freitag!
Montag, 21. März 2011
ade, kaba!
Der VfL Osnabrück hat erstmals seit dem 7. April 2004 wieder einen Trainer entlassen. Karsten Baumann darf nicht länger als Übungsleiter des VfL arbeiten. Diese Entscheidung hatte sich spätestens seit Samstagnachmittag, nach der ernüchternden 1:3-Pleite gegen Aachen, abgezeichnet. Sie überrascht also nicht, sie macht nicht übermäßig traurig, aber heiter stimmt sie erst recht nicht.
Ein weiterer benommener Nachruf auf diesen ehemaligen VfL-Trainer, eine weitere Lobeshymne auf einen anständigen, ehrlichen, zurückhaltenden Mann sei Baumann an dieser Stelle erspart. Es reicht, wenn das Hausblatt "Neue Osnabrücker Zeitung" den zuletzt glück- wie offenbar auch ratlosen Trainer in einem einzigen Artikel zugleich adelt und alsdann absägt - und diesen Kommentar auch noch mit der Überschrift "Respekt" versieht. Das wirkt zynisch, wenn es auch womöglich nicht so gemeint war.
Ein Problem von Baumann war zuletzt das Problem aller erfolglosen Trainer, nämlich die Erfolgosigkeit. Doch noch gravierender wog offenbar etwas, das Baumann gar nicht ändern kann: Sein Wesen. Mitreißend, emotional, fußballverrückt - all das ist Baumann sicherlich, doch nach außen strahlt er etwas anderes aus. Seine Mannschaft mag diese verborgende Seite ihres Ex-Trainers kennengelernt haben, der Öffentlichkeit, womöglich auch den VfL-Funktionären, zeigte sie Baumann nie.
Baumann ist Realist. Baumann sagt Sätze wie: "So werden wir die Klasse nicht halten." Und er sagt das nicht zuallererst, um sein Team zu motivieren, er sagt das nicht lauthals und nicht aufgebracht, sondern er sagt es so, wie es ist: ganz sachlich. Das macht ihn eigentlich sympathisch. Baumann ist kein Krakeeler, keine Windmaschine - und insofern gewissermaßen das Gegenmodell zu seinem Vorgänger Pele Wollitz, der seine Leidenschaft jeden sehen lässt. Baumann geht vorsichtiger mit ihr um. Man könnte meinen, er behütet sie.
Diese vermeintliche Reserviertheit ist ihm nun zum Verhängnis geworden. Ihretwegen gesteht man ihm keine maue Saison zu, keine andauernden Enttäuschungen und keinen Abstieg, wie man sie noch mit seinem Vorgänger durchlitten hatte.
Fußball ist immer emotional, Baumann ist es nur selten. Und so wie Baumann ist, so spielt auch seine Mannschaft: Unaufgeregt und unspektakulär. Lange Zeit machten beide auch einen unbeirrten Eindruck - doch genau der war ihnen in den letzten Wochen abhanden gekommen.
Am Ende ist das zu wenig, vielleicht nicht einmal für den Klassenerhalt. Der VfL steht schließlich nicht gerade überraschend auf Platz 16. Ehrlicherweise gehört Osnabrück da unten, irgendwo zwischen Platz 13 und 16, ja auch hin. Es braucht auch nicht viel, und der VfL darf in der kommenden Spielzeit erneut in der 2. Liga spielen. Doch es ist zu wenig in einem angespannten Umfeld, in einer aufgehitzten Öffentlichkeit, wie beides für das Ende der Saison, für den Höhepunkt des Abstiegskampfes, erwartbar war.
Heiter aber kann diese Entlassung nicht stimmen. Auf Baumann folgt als Interimstrainer Jo Enochs, ein Mann ohne Trainerschein, dem alles zu fehlen scheint, was ein moderner Trainer braucht: Methode, Ausstrahlung und ein zweitligataugliches Verständnis von Fußball.
Bis heute Mittag war der VfL nach Werder Bremen das Profiteam, das am längsten keinen Übungsleiter mehr entlassen hatte. Nun muss man hoffen, dass sich Osnabrück schnell einen neuen Coach leistet, der so viel kann wie Baumann - und zusätzlich auch noch mitreißt.
Ein weiterer benommener Nachruf auf diesen ehemaligen VfL-Trainer, eine weitere Lobeshymne auf einen anständigen, ehrlichen, zurückhaltenden Mann sei Baumann an dieser Stelle erspart. Es reicht, wenn das Hausblatt "Neue Osnabrücker Zeitung" den zuletzt glück- wie offenbar auch ratlosen Trainer in einem einzigen Artikel zugleich adelt und alsdann absägt - und diesen Kommentar auch noch mit der Überschrift "Respekt" versieht. Das wirkt zynisch, wenn es auch womöglich nicht so gemeint war.
Ein Problem von Baumann war zuletzt das Problem aller erfolglosen Trainer, nämlich die Erfolgosigkeit. Doch noch gravierender wog offenbar etwas, das Baumann gar nicht ändern kann: Sein Wesen. Mitreißend, emotional, fußballverrückt - all das ist Baumann sicherlich, doch nach außen strahlt er etwas anderes aus. Seine Mannschaft mag diese verborgende Seite ihres Ex-Trainers kennengelernt haben, der Öffentlichkeit, womöglich auch den VfL-Funktionären, zeigte sie Baumann nie.
Baumann ist Realist. Baumann sagt Sätze wie: "So werden wir die Klasse nicht halten." Und er sagt das nicht zuallererst, um sein Team zu motivieren, er sagt das nicht lauthals und nicht aufgebracht, sondern er sagt es so, wie es ist: ganz sachlich. Das macht ihn eigentlich sympathisch. Baumann ist kein Krakeeler, keine Windmaschine - und insofern gewissermaßen das Gegenmodell zu seinem Vorgänger Pele Wollitz, der seine Leidenschaft jeden sehen lässt. Baumann geht vorsichtiger mit ihr um. Man könnte meinen, er behütet sie.
Diese vermeintliche Reserviertheit ist ihm nun zum Verhängnis geworden. Ihretwegen gesteht man ihm keine maue Saison zu, keine andauernden Enttäuschungen und keinen Abstieg, wie man sie noch mit seinem Vorgänger durchlitten hatte.
Fußball ist immer emotional, Baumann ist es nur selten. Und so wie Baumann ist, so spielt auch seine Mannschaft: Unaufgeregt und unspektakulär. Lange Zeit machten beide auch einen unbeirrten Eindruck - doch genau der war ihnen in den letzten Wochen abhanden gekommen.
Am Ende ist das zu wenig, vielleicht nicht einmal für den Klassenerhalt. Der VfL steht schließlich nicht gerade überraschend auf Platz 16. Ehrlicherweise gehört Osnabrück da unten, irgendwo zwischen Platz 13 und 16, ja auch hin. Es braucht auch nicht viel, und der VfL darf in der kommenden Spielzeit erneut in der 2. Liga spielen. Doch es ist zu wenig in einem angespannten Umfeld, in einer aufgehitzten Öffentlichkeit, wie beides für das Ende der Saison, für den Höhepunkt des Abstiegskampfes, erwartbar war.
Heiter aber kann diese Entlassung nicht stimmen. Auf Baumann folgt als Interimstrainer Jo Enochs, ein Mann ohne Trainerschein, dem alles zu fehlen scheint, was ein moderner Trainer braucht: Methode, Ausstrahlung und ein zweitligataugliches Verständnis von Fußball.
Bis heute Mittag war der VfL nach Werder Bremen das Profiteam, das am längsten keinen Übungsleiter mehr entlassen hatte. Nun muss man hoffen, dass sich Osnabrück schnell einen neuen Coach leistet, der so viel kann wie Baumann - und zusätzlich auch noch mitreißt.
Donnerstag, 3. März 2011
vip-schaukel
Mit dieser Ruhe können wir schwer umgehen.
Gladbach wartet geduldig auf den Saisonstart im August, hat erstmals seit langer Zeit bekanntlich wieder einen Trainer und geht seinem Comeback in der 2. Bundesliga also gut aufgestellt entgegen. Und Osnabrück thront plangemäß auf Rang 14, mit satten zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und schon phänomenalen fünf auf den direkten Wiederabstieg. Zu meckern gibt es deshalb schon mal nichts, und zu loben?
Der eine VfL verliert ein schon zuvor schlechtes Spiel in letzter Sekunde 1:2 gegen Düsseldorf, der andere VfL gibt sich mit demselben Ergebnis gegen Wolfsburg geschlagen, diese als Fußballklub firmierende Betriebssportmannschaftgruppe, die den Fohlen künftig immerhin erspart bleibt. Kurzum: Zu loben gibt es auch nichts.
Außer vielleicht den geplanten Stadionanbau in Osnabrück, dessen glühende Verfechter wir sind. Wie schick der aussieht, dieser moderne, lila-farbene VIP-Kubus! Was Architekten nicht Schönes planen können, sobald sie in einem altehrwürdigen Stadion mal eine ganze, große, freie Fläche ohne Tribüne bebauen dürfen!
Wenn zehn der zwölf geplanten Logen bereits bis Mitte März verkauft sind, soll der Turm schon pünktlich zur neuen Spielzeit stehen, zur Saisoneröffnung gegen Gladbach vielleicht.
Es werden sich doch wohl ein knappes Dutzend Betuchte, ein Bagger und ein Grundstein finden lassen. Das schüfe vollendete Tatschen, und dann hätten diese so genannten Fanprotestchen auch endlich ein Ende.
Gladbach wartet geduldig auf den Saisonstart im August, hat erstmals seit langer Zeit bekanntlich wieder einen Trainer und geht seinem Comeback in der 2. Bundesliga also gut aufgestellt entgegen. Und Osnabrück thront plangemäß auf Rang 14, mit satten zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und schon phänomenalen fünf auf den direkten Wiederabstieg. Zu meckern gibt es deshalb schon mal nichts, und zu loben?
Der eine VfL verliert ein schon zuvor schlechtes Spiel in letzter Sekunde 1:2 gegen Düsseldorf, der andere VfL gibt sich mit demselben Ergebnis gegen Wolfsburg geschlagen, diese als Fußballklub firmierende Betriebssport
Außer vielleicht den geplanten Stadionanbau in Osnabrück, dessen glühende Verfechter wir sind. Wie schick der aussieht, dieser moderne, lila-farbene VIP-Kubus! Was Architekten nicht Schönes planen können, sobald sie in einem altehrwürdigen Stadion mal eine ganze, große, freie Fläche ohne Tribüne bebauen dürfen!
Wenn zehn der zwölf geplanten Logen bereits bis Mitte März verkauft sind, soll der Turm schon pünktlich zur neuen Spielzeit stehen, zur Saisoneröffnung gegen Gladbach vielleicht.
Es werden sich doch wohl ein knappes Dutzend Betuchte, ein Bagger und ein Grundstein finden lassen. Das schüfe vollendete Tatschen, und dann hätten diese so genannten Fanprotestchen auch endlich ein Ende.
Freitag, 18. Februar 2011
letzte worte
Kaum entlassen, gibt Michi schon wieder Interviews. Und wir müssen zugeben, wir haben selten so gelacht, wie bei der Lektüre. Als die lieben Kollegen vom Kicker fragten, ob er sich Sorgen um sein Ansehen mache, antwortete Michi vergnügt: "Um meinen Ruf mache ich mir keine Sorgen. Wer sich mit meiner Arbeit beschäftigt, erkennt eine klare Linie; eine Linie, die ich auch durchgezogen habe." Wir hätten das nicht treffender formulieren können.
Donnerstag, 17. Februar 2011
neue serie: frag mona #1
1) Mona, schön, dass Du ab sofort dem VfLog mit Deinem Wissen Rede und Antwort stehst. Wie geht es Dir?
Danke, gut. Ich bin schon lange ein Leser von Eurem schicken Familienblog und freue mich auch, dass wir zusammengefunden haben. Danke auch für Euer Verständnis, dass ich für meine wöchentlichen Auftritte mit 450.001€ eine angemessene Bezahlung verlangen musste.
2) Mona, Gladbach hat diese Woche Michael Frontzeck gefeuert. Eine richtige Entscheidung?
Was soll ich sagen? Klar war die Entscheidung richtig. Andererseits habe ich immer noch das Foto vor Augen, wie Michi seinen vollgetankten Dienstwagen auf dem Parkplatz am Borussiapark abstellt und darauf wartet, dass seine Frau ihn mit dem geleasten Toyota Yaris abholt, oder was auch immer die fahren. Wie er da allein auf dem Parkplatz steht, das ist schon tragisch.
3) Und was hältst Du von Michis Nachfolger, Lucien Favre?
Ein Hammer! Das ist ja mal ein ganz Süßer! Und schlau ist der, ein echter Taktikfuchs. Außerdem fließt jetzt endlich mal wieder Schweiß bei den Jungs. Das wöchentliche Trainingspensum von Michi hat Favre nach zwei Tagen schon hinter sich. Was kann man sich mehr wünschen, als einen starken Mann mit Köpfchen und französischen Akzent?
4) OK, bleiben wir mal beim Fußballerischen. Macht es Dir nicht Sorgen, dass Favre keine Erfahrung im Abstiegskampf hat?
Das schreiben wieder mal alle Medien voneinander ab. Aber das stimmt ja gar nicht. Favre hat den Schweizer Verein Yverdon, seine zweite Trainerstation, in der 2. Liga übernommen, da standen die kurz vor dem Abstieg. Er hat das Ruder rumgerissen und ist dann mit denen in die 1. Liga aufgestiegen. So einer ist unser Lucien nämlich!
5) Beeindruckend. Jetzt noch eine private Frage: Was läuft gerade in Deinem MP3-Player?
"Du bist schön von hinten" von Stereo Total. Das Lied widme ich dieser Woche allen entlassenen Trainern in der Bundesliga. Und die Sängerin hat so einen sexy französischen Akzent.
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Mittwoch, 16. Februar 2011
rückblick zur seite
Dafür, dass die E-Mail den Brief verdrängt, ist leider auch unser heiß geliebter Seitenwechsel ein Beispiel. Das Leben beschleunigt sich, und in dieser Saison hatten Joachim Schwerin und wir keine Zeit mehr, unseren Briefwechsel zu pflegen. Vor einigen Tagen haben wir bereits einige unserer Beiträge aus der Ära Michi zusammengetragen. Dabei haben wir verkannt, dass viele unserer schönsten Tiraden gar nicht hier auf unserem kleinen Familienblog erschienen sind, sondern bei den Kollegen auf Seitenwahl, in Martins mal hasserfüllten, mal verzweifelten Briefen an Joachim.
Einige unserer Lieblings-Stücke haben wir hier dokumentiert:
30.9.2009 - der 93. SW - Martin findet seine Gelassenheit zurück
5.11.2009 - der 95. SW - Martin gelobt, Michi zu loben, wenn er irgendwann mal Erfolg hat
2.12.2009 - der 98. SW - Michi legt eine Serie hin und Martin weiß nicht, was er machen soll
9.12.2009 - der 99. SW - Max Eberl und die Augenhöhe
5.2.2010 - der 103. SW - Martin schickt eine Telegramm und gelobt nicht mehr über Michi zu lästern
11.3.2010 - der 107. SW - Martin zieht um und Michi sorgt sich um die Intelligenz der Leser
25.3.2010 - der 109. SW - Martin denkt gefährlich und Michi kann (ausnahmsweise) nicht mehr absteigen
31.3.2010 - der 110. SW - Michi ist der beste Trainer der Welt
Einige unserer Lieblings-Stücke haben wir hier dokumentiert:
30.9.2009 - der 93. SW - Martin findet seine Gelassenheit zurück
5.11.2009 - der 95. SW - Martin gelobt, Michi zu loben, wenn er irgendwann mal Erfolg hat
2.12.2009 - der 98. SW - Michi legt eine Serie hin und Martin weiß nicht, was er machen soll
9.12.2009 - der 99. SW - Max Eberl und die Augenhöhe
5.2.2010 - der 103. SW - Martin schickt eine Telegramm und gelobt nicht mehr über Michi zu lästern
11.3.2010 - der 107. SW - Martin zieht um und Michi sorgt sich um die Intelligenz der Leser
25.3.2010 - der 109. SW - Martin denkt gefährlich und Michi kann (ausnahmsweise) nicht mehr absteigen
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Dienstag, 15. Februar 2011
135 minuten
Treue Leser unseres kleinen Familienblogs wissen, dass Michi Frontzeck auf diesen Seiten keine Träne hinterhergeweint wird. Er war der falsche Mann am richtigen Platz, und wenn es nach uns gegangen wäre, er hätte nie einen Job in Gladbach bekommen. Leider ging es nicht nach uns, sondern nach dem niederrheinischen Geburtsregister und dem Gladbacher Einwohnermeldeamt, was immerhin vergleichsweise originelle Auswahlkriterien sind, die sich sonst in dieser Form nur beim ähnlich lokalpatriotischen "F"C Kölle finden lassen.
Auf der Zunge zergehen lassen muss man sich allerdings die Heuchelei und die Schleimscheißerei, mit der Eberl, Bonhof und Co nun versuchen, ihr Harakiri weiterhin schönzureden und so zu tun, als sei ein Rausschmiss kein richtiger Rausschmiss, wenn denn die Schmauchspuren des rauchenden Revolvers mit einigem Zuckerguss verwischt werden.
"Das haben wir alle nicht gewollt. Michael Frontzeck bleibt immer einer von uns", so lässt sich Rainer Bonhof zitieren, der womöglich demnächst eine Namensänderung in Rainer Hohn beantragen könnte. Frontzeck war vor allem insofern immer einer von uns, als er die gleiche Krätze in seiner Trainerkarriere pflegte, wie sie auch Borussia in den letzten Jahren immer wieder an den Tag legte. Es bleibt zu befürchten, dass er insofern auch immer einer "von uns" bleiben wird, solange Eberl und Bonhof anstelle von Fußballsachverstand in Gladbach walten. Es haben eben nicht alle Vereine Ex-Spieler wie Uli Hoeneß in den eigenen Reihen, sorry Maxerl!
Besonders widerwärtig ist aber der schmierige Versuch, so zu tun, als sei es richtig gewesen, an Frontzeck festzukleben wie eine Hand auf einer glühenden Herdplatte. So erläutert Max "Immanuel Kant" Eberl mit philosophischem Tiefgang: "Wir haben dies (die Nicht-Entlassung, VfLog) im Winter aus Überzeugung getan. Und die ersten drei Spiele sowie die erste Halbzeit gegen Stuttgart haben gezeigt, dass wir nicht falsch lagen. Die Entwicklung in den letzten beiden Spielen hat dann jedoch dazu geführt, dass wir so reagieren"
Man lag also nicht falsch bis einschließlich zur ersten Halbzeit gegen Stuttgart. Danach kamen dann genau 3 Halbzeiten, also 135 Minuten, gegen Stuttgart und St. Pauli, auf deren Basis man nun keine andere Wahl mehr hatte, als Frontzeck zu schassen. Hören sich diese Menschen eigentlich zu? Entweder man bewertet die laufende Saison als Ganze, dann kommt man heute wie schon vor ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun und auch fünfzehn Spielen zu dem Schluss, dass Frontzeck vielleicht ein netter (wenngleich etwas arroganter und selbstverliebter) Kerl ist, aber sicher kein Trainer von Bundesligaformat. Oder aber, man beschwört Kontinuität bis in den Tod. Aber warum lässt man dann nach 135 Minuten, in denen Menschen wie Frontzeck eben so gut wie in allen anderen Spielen bisher Gründe finden können, warum man eigentlich "zufrieden" sein könne und "noch nichts verloren" geben dürfe, den Trainer fallen und behauptet sogar noch, man habe "nicht falsch gelegen"? Hallo, irgendjemand zu Hause?
Wie zersetzend eine derartige Unlogik für jedes Vertrauen, jede Glaubwürdigkeit ist, zeigt sich sofort, wenn man Bonhofs Treueschwüre zu Max Eberl anhört: "Die Frage Max Eberl stand nie im Raum! Er ist und bleibt unser Sportdirektor", beteuert Bonhof, doch wer soll diesem Mann nach der Frontzeck-Kehrtwende noch Glauben schenken? Und warum eigentlich ist Frontzeck in Bonhofs Augen gescheitert, Eberl aber nicht? Eberl, ein Mann, der tatsächlich glaubt, Sätze wie dieser würden Sinn ergeben: "Wir haben einen Trainer gesucht, der unseren Weg ein Stückweit fortsetzt, aber natürlich bei den Sachen, die schief gelaufen sind, ansetzt."
Und was sagt Favre? "Ich will im Ausland bleiben, in einer der großen Ligen. Und in einem Club, der Ambitionen hat und etwas gewinnen will." Das war vor einem Jahr, auf einer Pressekonferenz, in der er mit der Hertha-Führung abrechnete. Einen Club mit Ambitionen hat er gefunden. In "eine der großen Ligen" wird Favre seinen neuen Verein aber wahrscheinlich im kommenden Jahr erst wieder führen müssen.
Auf der Zunge zergehen lassen muss man sich allerdings die Heuchelei und die Schleimscheißerei, mit der Eberl, Bonhof und Co nun versuchen, ihr Harakiri weiterhin schönzureden und so zu tun, als sei ein Rausschmiss kein richtiger Rausschmiss, wenn denn die Schmauchspuren des rauchenden Revolvers mit einigem Zuckerguss verwischt werden.
"Das haben wir alle nicht gewollt. Michael Frontzeck bleibt immer einer von uns", so lässt sich Rainer Bonhof zitieren, der womöglich demnächst eine Namensänderung in Rainer Hohn beantragen könnte. Frontzeck war vor allem insofern immer einer von uns, als er die gleiche Krätze in seiner Trainerkarriere pflegte, wie sie auch Borussia in den letzten Jahren immer wieder an den Tag legte. Es bleibt zu befürchten, dass er insofern auch immer einer "von uns" bleiben wird, solange Eberl und Bonhof anstelle von Fußballsachverstand in Gladbach walten. Es haben eben nicht alle Vereine Ex-Spieler wie Uli Hoeneß in den eigenen Reihen, sorry Maxerl!
Besonders widerwärtig ist aber der schmierige Versuch, so zu tun, als sei es richtig gewesen, an Frontzeck festzukleben wie eine Hand auf einer glühenden Herdplatte. So erläutert Max "Immanuel Kant" Eberl mit philosophischem Tiefgang: "Wir haben dies (die Nicht-Entlassung, VfLog) im Winter aus Überzeugung getan. Und die ersten drei Spiele sowie die erste Halbzeit gegen Stuttgart haben gezeigt, dass wir nicht falsch lagen. Die Entwicklung in den letzten beiden Spielen hat dann jedoch dazu geführt, dass wir so reagieren"
Man lag also nicht falsch bis einschließlich zur ersten Halbzeit gegen Stuttgart. Danach kamen dann genau 3 Halbzeiten, also 135 Minuten, gegen Stuttgart und St. Pauli, auf deren Basis man nun keine andere Wahl mehr hatte, als Frontzeck zu schassen. Hören sich diese Menschen eigentlich zu? Entweder man bewertet die laufende Saison als Ganze, dann kommt man heute wie schon vor ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun und auch fünfzehn Spielen zu dem Schluss, dass Frontzeck vielleicht ein netter (wenngleich etwas arroganter und selbstverliebter) Kerl ist, aber sicher kein Trainer von Bundesligaformat. Oder aber, man beschwört Kontinuität bis in den Tod. Aber warum lässt man dann nach 135 Minuten, in denen Menschen wie Frontzeck eben so gut wie in allen anderen Spielen bisher Gründe finden können, warum man eigentlich "zufrieden" sein könne und "noch nichts verloren" geben dürfe, den Trainer fallen und behauptet sogar noch, man habe "nicht falsch gelegen"? Hallo, irgendjemand zu Hause?
Wie zersetzend eine derartige Unlogik für jedes Vertrauen, jede Glaubwürdigkeit ist, zeigt sich sofort, wenn man Bonhofs Treueschwüre zu Max Eberl anhört: "Die Frage Max Eberl stand nie im Raum! Er ist und bleibt unser Sportdirektor", beteuert Bonhof, doch wer soll diesem Mann nach der Frontzeck-Kehrtwende noch Glauben schenken? Und warum eigentlich ist Frontzeck in Bonhofs Augen gescheitert, Eberl aber nicht? Eberl, ein Mann, der tatsächlich glaubt, Sätze wie dieser würden Sinn ergeben: "Wir haben einen Trainer gesucht, der unseren Weg ein Stückweit fortsetzt, aber natürlich bei den Sachen, die schief gelaufen sind, ansetzt."
Und was sagt Favre? "Ich will im Ausland bleiben, in einer der großen Ligen. Und in einem Club, der Ambitionen hat und etwas gewinnen will." Das war vor einem Jahr, auf einer Pressekonferenz, in der er mit der Hertha-Führung abrechnete. Einen Club mit Ambitionen hat er gefunden. In "eine der großen Ligen" wird Favre seinen neuen Verein aber wahrscheinlich im kommenden Jahr erst wieder führen müssen.
Montag, 14. Februar 2011
im übrigen...
...sage niemand, wir hätten es nicht schon immer gewusst. Aus nun tatsächlich aktuellem Anlass sei auf unseren Beitrag "Gegendarstellung" verwiesen, den unsere geschätzten Leser mit nur einem KLICK aufrufen können.
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kairo liegt am niederrhein
Es ist vollbracht. In den Reigen der Rücktritte der vergangenen Tage (Mubarak, Gottschalk, Weber) sticht ein Abschied hervor, der nicht einmal in der PR-Rhetorik als freiwilliger Rücktritt oder als Entscheidung in beiderseitigem Einvernehmen getarnt worden ist. Michael Frontzeck ist entlassen worden.
Diese gute Nachricht will zunächst genossen werden. Die Entscheidung ist richtig, ja, sie ist überfällig gewesen. Im Grunde korrigiert sie eine Fehlentscheidung, die vor 619 Tagen getroffen worden war. Denn man hätte Frontzeck nie einstellen sollen. Wieso ein Mann, der in seinen bisherigen Stationen immer nur abgestiegen ist, für Max Eberls 500-Seiten-Philosophie der richtige Mann ist, das hat sich uns nie erschlossen. Wieso er nun gehen muss, wo doch in St. Pauli auch nichts anders gelaufen ist, als in so vielen Spielen davor, auch das ist nicht wirklich klar ersichtlich. Natürlich, die Entscheidung wäre schon vor Wochen und Monaten richtig gewesen. Wieso sie aber von denen, die sie im Winter noch völlig falsch fanden, nun als alternativlos betrieben wird? Und wieso erinnern sich die Herren nicht daran, dass etwa Max "Immanuel Kant" Eberl noch im Herbst befand: "Wir stecken gemeinsam in dieser Situation. Nicht nur Michael Frontzeck." Gehen muss nun aber nur Frontzeck, und nicht etwa auch Eberl, der mitverantwortlich für die desaströse Kaderplanung, hauptverantwortlich für das selbstzerstörerische Festhalten an Abstiegstrainer Frontzeck ist. All das hinterlässt einen faden Beigeschmack. Sauberer wäre es gewesen, wenn mit Frontzeck auch gleich der Sportdirektor seinen Hut genommen hätte.
Ebenfalls überraschend mutet es an, dass man nach Monaten der Treueschwüre keine 24 Stunden benötigt, um einen neuen Trainer aus dem Hut zu zaubern. Der Unsterbliche ist tot, es lebe der nächste Unsterbliche! Mit Lucien Favre immerhin konnte ein Mann gewonnen werden, der für die aktuelle Situation keinerlei Erfahrung hat. Und das ist vielleicht ganz gut so, ohne jede Ironie. Denn ein Feuerlöscher hätte vielleicht eine marginale Chance, Borussia noch in der Liga zu halten. Doch dann wäre eher früher als später ein anderer Trainertyp gefragt. Vielleicht ist Favre genau dieser Trainertyp, und vielleicht müssen wir nun mit ihm absteigen, damit er in der 2. Liga seine Qualitäten entfalten kann. Fohlenfans sind es gewohnt, Geduld zu zeigen und Schmerzen zu ertragen. Was uns unter Frontzeck vom VfL abverlangt worden ist, dem vielleicht einzigen Trainer der letzten Jahrzehnte, der nie mit irgendeinem Verein in der Bundesliga auch nur den Hauch von Erfolg hatte, das sollten wir für einen gestandenen Coach wie Favre nun gerne bereit sein aufzubringen: Zeit und Wohlwollen. Lucien, wir wünschen Ihnen viel Erfolg!
Diese gute Nachricht will zunächst genossen werden. Die Entscheidung ist richtig, ja, sie ist überfällig gewesen. Im Grunde korrigiert sie eine Fehlentscheidung, die vor 619 Tagen getroffen worden war. Denn man hätte Frontzeck nie einstellen sollen. Wieso ein Mann, der in seinen bisherigen Stationen immer nur abgestiegen ist, für Max Eberls 500-Seiten-Philosophie der richtige Mann ist, das hat sich uns nie erschlossen. Wieso er nun gehen muss, wo doch in St. Pauli auch nichts anders gelaufen ist, als in so vielen Spielen davor, auch das ist nicht wirklich klar ersichtlich. Natürlich, die Entscheidung wäre schon vor Wochen und Monaten richtig gewesen. Wieso sie aber von denen, die sie im Winter noch völlig falsch fanden, nun als alternativlos betrieben wird? Und wieso erinnern sich die Herren nicht daran, dass etwa Max "Immanuel Kant" Eberl noch im Herbst befand: "Wir stecken gemeinsam in dieser Situation. Nicht nur Michael Frontzeck." Gehen muss nun aber nur Frontzeck, und nicht etwa auch Eberl, der mitverantwortlich für die desaströse Kaderplanung, hauptverantwortlich für das selbstzerstörerische Festhalten an Abstiegstrainer Frontzeck ist. All das hinterlässt einen faden Beigeschmack. Sauberer wäre es gewesen, wenn mit Frontzeck auch gleich der Sportdirektor seinen Hut genommen hätte.
Ebenfalls überraschend mutet es an, dass man nach Monaten der Treueschwüre keine 24 Stunden benötigt, um einen neuen Trainer aus dem Hut zu zaubern. Der Unsterbliche ist tot, es lebe der nächste Unsterbliche! Mit Lucien Favre immerhin konnte ein Mann gewonnen werden, der für die aktuelle Situation keinerlei Erfahrung hat. Und das ist vielleicht ganz gut so, ohne jede Ironie. Denn ein Feuerlöscher hätte vielleicht eine marginale Chance, Borussia noch in der Liga zu halten. Doch dann wäre eher früher als später ein anderer Trainertyp gefragt. Vielleicht ist Favre genau dieser Trainertyp, und vielleicht müssen wir nun mit ihm absteigen, damit er in der 2. Liga seine Qualitäten entfalten kann. Fohlenfans sind es gewohnt, Geduld zu zeigen und Schmerzen zu ertragen. Was uns unter Frontzeck vom VfL abverlangt worden ist, dem vielleicht einzigen Trainer der letzten Jahrzehnte, der nie mit irgendeinem Verein in der Bundesliga auch nur den Hauch von Erfolg hatte, das sollten wir für einen gestandenen Coach wie Favre nun gerne bereit sein aufzubringen: Zeit und Wohlwollen. Lucien, wir wünschen Ihnen viel Erfolg!
Sonntag, 13. Februar 2011
+++ eilmeldung: adieu, michi +++
Das versteh einer. Es war doch alles wie immer. Wieso muss Michi jetzt plötzlich gehen? Wir sind fassungslos.
Samstag, 12. Februar 2011
lohn und undank
Wer in dieser Zweitliga-Saison die graue Maus sucht, Ingolstadt, Oberhausen und Paderborn übersieht und nicht weiß, dass Osnabrück keine ist, der könnte sich für den VfL entscheiden. Unspektakulärer und gewöhnlicher lässt sich eine Spielzeit, an deren Ende entweder der Klassenerhalt erreicht oder verpasst wird, wohl nicht fabrizieren. Wer also von Ferne den VfL beobachtet und die noch immer elektrisierende Stimmung im Stadion nicht kennt, könnte glauben, Osnabrück sei sowas wie Frankfurt, und dann auch noch weniger erfolgreich.
Dabei ist es eigentlich ganz anders: Osnabrück, dieses zuletzt oft leidgeprüfte, vor eineinhalb Jahren runderneuerte Gebilde, steht auf Platz 14 in der Tabelle. Das ist für sich genommen sensationell. Leider funktionieren die Fußballherzen weniger logisch. Sie gieren nach Emotionen, die unspektakulärer, gewöhnlicher Fußball nun gerade nicht auslöst. Mit dieser tragischen Tatsache müssen sich Fans und Verein in dieser Saison wohl arrangieren und das beste draus machen.
Denn schönen Fußball spielt der VfL gewiss nicht. In jedem der fünf Wollitz-Jahre hat die Mannschaft gefälligeren, aktiveren, offensiveren Fußball gespielt als aktuell; erfolgreicher war er deshalb noch lange nicht, aber eben: emotionaler.
Und mehr noch: Das alte Leid währt weiter fort. Osnabrück spielt so inkonstant wie kein anderes Team in der Liga: Der VfL gewinnt 1:0 in Aue nach einer energischen Leistung, verliert 0:2 gegen Augsburg nach einem besorgniserregenden Kick, spielt 3:3 in Berlin nach einer unterhaltsamen Partie. Woche für Woche, mitunter sogar in einem Spiel, wechseln gleißendes Licht und dunkler Schatten; unerfolgreich ist das nicht unbedingt, aber eben: unbefriedigend.
Nun folgt das Heimspiel gegen Oberhausen, ein nahendes, nächstes Fest vielleicht. Dies elende Jammern auf hohem Niveau hätte dann erstmal wieder ein Ende. Es ist auch, jeder weiß das eigentlich, unangemessen.
Dabei ist es eigentlich ganz anders: Osnabrück, dieses zuletzt oft leidgeprüfte, vor eineinhalb Jahren runderneuerte Gebilde, steht auf Platz 14 in der Tabelle. Das ist für sich genommen sensationell. Leider funktionieren die Fußballherzen weniger logisch. Sie gieren nach Emotionen, die unspektakulärer, gewöhnlicher Fußball nun gerade nicht auslöst. Mit dieser tragischen Tatsache müssen sich Fans und Verein in dieser Saison wohl arrangieren und das beste draus machen.
Denn schönen Fußball spielt der VfL gewiss nicht. In jedem der fünf Wollitz-Jahre hat die Mannschaft gefälligeren, aktiveren, offensiveren Fußball gespielt als aktuell; erfolgreicher war er deshalb noch lange nicht, aber eben: emotionaler.
Und mehr noch: Das alte Leid währt weiter fort. Osnabrück spielt so inkonstant wie kein anderes Team in der Liga: Der VfL gewinnt 1:0 in Aue nach einer energischen Leistung, verliert 0:2 gegen Augsburg nach einem besorgniserregenden Kick, spielt 3:3 in Berlin nach einer unterhaltsamen Partie. Woche für Woche, mitunter sogar in einem Spiel, wechseln gleißendes Licht und dunkler Schatten; unerfolgreich ist das nicht unbedingt, aber eben: unbefriedigend.
Nun folgt das Heimspiel gegen Oberhausen, ein nahendes, nächstes Fest vielleicht. Dies elende Jammern auf hohem Niveau hätte dann erstmal wieder ein Ende. Es ist auch, jeder weiß das eigentlich, unangemessen.
Samstag, 5. Februar 2011
patientenverfügung
Zu den Broschüren, die im Bundesjustizministerium am stärksten nachgefragt sind, gehört das Infoblatt zur Patientenverfügung. Dieses ernste und wichtige Thema ist derzeit in vieler Munde, in Bayern hat das Landesministerium gar ein kostenpflichtiges Buch zum Thema verlegt, die christlichen Kirchen gaben in der vergangenen Woche eine Pressekonferenz, in der sie ihre Empfehlungen für eine "christliche Patientenverfügung" den neuen Gesetzesbestimmungen anpassten. Hintergrund der Patientenverfügung ist es, dass jeder Mensch das Recht hat, für sich selbst zu bestimmen, wie er bei schwersten Erkrankungen und am Lebensende behandelt werden möchte, ob er lebensverlängernde Maßnahmen befürwortet oder seine Priorität auf einer Linderung der Schmerzen legt, auch wenn dies womöglich die Gabe lebensverkürzender Medikamente bedeutet.
Der Patient Borussia Mönchengladbach hat keine Patientenverfügung. Er liegt im Bundesliga-Sterben, und Dr. Frontzeck hat freie Hand zu tun und zu lassen, was seine Handwerkskünste hergeben. So siecht Borussia dahin, und immer wenn man denkt, das Leiden wird nun bald ein Ende haben, probiert Dr. Frontzeck noch eine neue Therapie. In der vergangenen Woche konnte er so einen Auswärtssieg herbeiführen. Doch ist das tatsächlich ein Schritt auf dem Weg zur Besserung, oder nur eine Verlängerung des Leidens des sicher dem Abstieg geweihten Patienten?
Auf unserem kleinen Familienblog, das gestehen wir gerne, haben wir uns alle gewünscht, dass der VfL seinen Kampf gegen Frankfurt aufgibt, sein Schicksal annimmt und Dr. Frontzeck abtritt. Der Weg wäre frei gewesen für eine situationsgemäße Schmerztherapie in der Hand eines erfahrenen und kompetenten Therapeuten. Und -- und das ist das schöne am Fußball -- es wären alle Chancen offen gewesen, an einer schnellen Wiedergeburt zu arbeiten. Vielleicht sogar noch in dieser Saison.
So aber geht das Siechen weiter. Der nächste Akt beginnt heute Abend um 18:30 Uhr. Und selbst, wenn Dr. Frontzeck den Patienten noch einmal zu einer Zuckung bewegt. Ein Trainer, dessen beste Erfolgsbilanz 1,08 Punkte pro Spiel in der Bundesliga sind, ist als Arzt nicht geeignet, sondern eher als Todesengel. Immerhin hat eine gewisse Todessehnsucht in Gladbach Tradition. Die letzten zwei Abstiege wurden auch schon mit voller Konsequenz durchlebt und erfolgten jeweils als Tabellenletzter. Dr. Frontzeck ist zweifellos der richtige Mann, an diese Tradition anzuknüpfen.
Der Patient Borussia Mönchengladbach hat keine Patientenverfügung. Er liegt im Bundesliga-Sterben, und Dr. Frontzeck hat freie Hand zu tun und zu lassen, was seine Handwerkskünste hergeben. So siecht Borussia dahin, und immer wenn man denkt, das Leiden wird nun bald ein Ende haben, probiert Dr. Frontzeck noch eine neue Therapie. In der vergangenen Woche konnte er so einen Auswärtssieg herbeiführen. Doch ist das tatsächlich ein Schritt auf dem Weg zur Besserung, oder nur eine Verlängerung des Leidens des sicher dem Abstieg geweihten Patienten?
Auf unserem kleinen Familienblog, das gestehen wir gerne, haben wir uns alle gewünscht, dass der VfL seinen Kampf gegen Frankfurt aufgibt, sein Schicksal annimmt und Dr. Frontzeck abtritt. Der Weg wäre frei gewesen für eine situationsgemäße Schmerztherapie in der Hand eines erfahrenen und kompetenten Therapeuten. Und -- und das ist das schöne am Fußball -- es wären alle Chancen offen gewesen, an einer schnellen Wiedergeburt zu arbeiten. Vielleicht sogar noch in dieser Saison.
So aber geht das Siechen weiter. Der nächste Akt beginnt heute Abend um 18:30 Uhr. Und selbst, wenn Dr. Frontzeck den Patienten noch einmal zu einer Zuckung bewegt. Ein Trainer, dessen beste Erfolgsbilanz 1,08 Punkte pro Spiel in der Bundesliga sind, ist als Arzt nicht geeignet, sondern eher als Todesengel. Immerhin hat eine gewisse Todessehnsucht in Gladbach Tradition. Die letzten zwei Abstiege wurden auch schon mit voller Konsequenz durchlebt und erfolgten jeweils als Tabellenletzter. Dr. Frontzeck ist zweifellos der richtige Mann, an diese Tradition anzuknüpfen.
Sonntag, 30. Januar 2011
back for good
Als letzte der 36 Mannschaften im deutschen Profifußball ist nun auch der VfL Osnabrück in die Rückrunde gestartet, und das sogleich mit einer Sensation: Mit einem 1:0-Auswärtssieg in Aue. Was für ein denkwürdiger Tag für die vielen leidgeprüften Auswärtsfans des VfL!
Osnabrück hat es ihnen in den vergangenen Wochen und Monaten nicht eben leicht gemacht. Besonders die vergeblichen, mitunter denkwürdigen Reisen in die nähere Umgebung, nach Duisburg, Bochum, Oberhausen und natürlich - als schwer wieder erreichbarer Höhepunkt - Bielefeld, steckten allen in den Knochen. Entsprechend folgerichtig ist da, dass der VfL sein Erfolgserlebnis nun nur mit dem härtesten Kern feiern wollte, 550 Kilometer entfernt in Aue eben, im Erzgebirgestadtion.
Zuvor hatte der VfL bekanntlich noch zwei Wochen länger Urlaub gemacht als der Rest der Profi-Teams. "Der Mensch ist nicht dafür gemacht, Mitte Januar Fußball zu spielen! Das kalte Wetter, ein paar Kilo zu viel Weihnachtsspeck: Das hatte keinen Sinn", rechtfertigt Trainer Karsten Baumann die ungewöhnliche Initiative, die bei der DFL jedoch gleich auf offene Ohren traf. "Was soll das bringen?", fragt rhetorisch Holger Hieronymus, DFL-Vorstand und zuständig für den Spielbetrieb: "Es ist doch für alle besser, wenn Osnabrück topfit aus der Spielpause startet."
Die beiden Auftritte in Duisburg und gegen 1860 hatte, von vielen Zuschauern unbemerkt, eine mäßig begabte Komparsentruppe in lila-weißen Trikots bestritten. Nun ist der wahre VfL wieder da - und sofort wird erstmals auch in der Ferne gejubelt.
Osnabrück hat es ihnen in den vergangenen Wochen und Monaten nicht eben leicht gemacht. Besonders die vergeblichen, mitunter denkwürdigen Reisen in die nähere Umgebung, nach Duisburg, Bochum, Oberhausen und natürlich - als schwer wieder erreichbarer Höhepunkt - Bielefeld, steckten allen in den Knochen. Entsprechend folgerichtig ist da, dass der VfL sein Erfolgserlebnis nun nur mit dem härtesten Kern feiern wollte, 550 Kilometer entfernt in Aue eben, im Erzgebirgestadtion.
Zuvor hatte der VfL bekanntlich noch zwei Wochen länger Urlaub gemacht als der Rest der Profi-Teams. "Der Mensch ist nicht dafür gemacht, Mitte Januar Fußball zu spielen! Das kalte Wetter, ein paar Kilo zu viel Weihnachtsspeck: Das hatte keinen Sinn", rechtfertigt Trainer Karsten Baumann die ungewöhnliche Initiative, die bei der DFL jedoch gleich auf offene Ohren traf. "Was soll das bringen?", fragt rhetorisch Holger Hieronymus, DFL-Vorstand und zuständig für den Spielbetrieb: "Es ist doch für alle besser, wenn Osnabrück topfit aus der Spielpause startet."
Die beiden Auftritte in Duisburg und gegen 1860 hatte, von vielen Zuschauern unbemerkt, eine mäßig begabte Komparsentruppe in lila-weißen Trikots bestritten. Nun ist der wahre VfL wieder da - und sofort wird erstmals auch in der Ferne gejubelt.
Mittwoch, 26. Januar 2011
weil's so schön war
Es ist kein Geheimnis, dass wir auf diesem kleinen Familienblog noch nie Freunde des Erfolgstrainers Michael "Dick" Frontzeck waren. Aber manchmal hat er uns doch schöne Momente beschert, lyrische Lichtblicke. Weil's so schön war veröffentlichen wir heute noch einmal unseren Beitrag vom 15. Oktober 2009.
in gefahr und höchster not
Wie der geneigte Leser weiß, ist dies ein Blog, der auch die finstersten Methoden nicht scheut, wenn sie der guten VfL-Sache dienlich sind. In unseren größten Krisen sind wir gar bereit, die wohl übelste Methode anzuwenden, die auf dieser Welt an Folterwerkzeugen fleucht und kreucht: die Hermeneutik.
Widmen wir uns also einem kleinen literarischen Text, er stammt von einem gewissen Michael Frontzeck, bisher als Autor nur Insidern bekannt, und wurde in dem Liebhaberblatt "BILD" veröffentlicht. Eilige finden ihn heute auch auf borussia.de zitiert:
Der zweite Teil von Frontzecks Miniatur widmet sich dem Spiel mit Paradoxien. Zwar sei "Wolfsburg" stark, doch dürfe man dies zugleich nicht glauben, jedenfalls nicht "zuerst". "Zuerst" nämlich, so das lyrische Ich, gelte es "an die eigenen Stärken zu glauben", die jedoch nicht weiter benannt werden. Hier entwickelt Frontzecks Prosa eine soghafte Wirkung, zieht sie den Leser doch in eine nicht enden wollende Reflektion, welche Stärken dies seien könnten, an die er zu glauben habe vor Anerkennung Wolfsburgs. Es ist, wie so oft in Frontzecks Oeuvre, das Unanausgesprochene, die Leerstelle, die die größte Faszination seines Wirkens ausmacht. Frontzeck ist und bleibt ein Meister der weltverneinenden, dunklen Seite der Literatur.
in gefahr und höchster not
Wie der geneigte Leser weiß, ist dies ein Blog, der auch die finstersten Methoden nicht scheut, wenn sie der guten VfL-Sache dienlich sind. In unseren größten Krisen sind wir gar bereit, die wohl übelste Methode anzuwenden, die auf dieser Welt an Folterwerkzeugen fleucht und kreucht: die Hermeneutik.
Widmen wir uns also einem kleinen literarischen Text, er stammt von einem gewissen Michael Frontzeck, bisher als Autor nur Insidern bekannt, und wurde in dem Liebhaberblatt "BILD" veröffentlicht. Eilige finden ihn heute auch auf borussia.de zitiert:
„Es geht um einen Mittelweg aus Kompaktheit und gutem schnellen Fußball. Wolfsburg ist individuell top besetzt, aber wir müssen zuerst wieder an die eigenen Stärken glauben.“Fragen wir uns zunächst: Wofür steht das "Es"? Für das Unbewusste, Unterdrückte, für das Andere, Verdrängte. Für dieses "Es" geht es also "um einen Mittelweg aus Kompaktheit und gutem schnellen Fußball". Kompaktheit mithin ist in dieser Dichotomie schlechter, langsamer Fußball, verachtenswert. Dieser Ekel vor kompakter Abwehrarbeit ist liebenswert und lässt sich intertextuell als Anspielung auf das jüngst veröffentlichte Gedicht "Tabelle" (vom chilenisch-chinesischen Lyriker Bun dés Liga) lesen, in der Borussia die drittschlechteste Abwehr angedichtet wird. Doch auch guter Fußball wird vom "Es" des lyrischen Ichs nicht angestrebt, vielmehr, so geht es in diesem vom Hauch einer feinen Dialektik durchwehten Gedicht um die Synthese, es geht um "einen Mittelweg". Von dem weiß schon der Volksmund, dass er "in Gefahr und höchster Not" vor allem eins bringe: den Tod. Schon die erste Zeile dieses bedrängenden Werks strotzt also von nihilistischer Todessehnsucht und lässt dem Leser wohlige Schauer über den Rücken laufen.
(Trainer Michael Frontzeck in der Bild)
Der zweite Teil von Frontzecks Miniatur widmet sich dem Spiel mit Paradoxien. Zwar sei "Wolfsburg" stark, doch dürfe man dies zugleich nicht glauben, jedenfalls nicht "zuerst". "Zuerst" nämlich, so das lyrische Ich, gelte es "an die eigenen Stärken zu glauben", die jedoch nicht weiter benannt werden. Hier entwickelt Frontzecks Prosa eine soghafte Wirkung, zieht sie den Leser doch in eine nicht enden wollende Reflektion, welche Stärken dies seien könnten, an die er zu glauben habe vor Anerkennung Wolfsburgs. Es ist, wie so oft in Frontzecks Oeuvre, das Unanausgesprochene, die Leerstelle, die die größte Faszination seines Wirkens ausmacht. Frontzeck ist und bleibt ein Meister der weltverneinenden, dunklen Seite der Literatur.
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Dienstag, 25. Januar 2011
michis geheimes trainingsvideo
Bekanntermaßen unterhält der VfLog seit geraumer Zeit eine interne Scoutingabteilung, deren Ergebnisse wir kostenfrei den Verantwortlichen bei Borussia zur Verfügung stellen. Heute möchten wir offenlegen, mit welcher sensationellen Videokompilation unser Erfolgscoach Michi Gladbachs Stürmer zu neuen Höchstleistungen anregen wird. Seit gestern läuft dieses Band voller Höhepunkte, die wir uns auch im Borussiapark wünschen, auf heavy rotation in der Kabine unserer Jungs.
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Montag, 24. Januar 2011
fohlen-strauß-taktik
In den letzten Tagen haben wir zunehmend besorgte Nachfragen von Lesern unseres kleinen Familienblogs erhalten, ob es uns noch gibt. Ja, keine Bange, wir leben noch. Wir haben nur nach der Winterpause nicht gleich zurück ins Spiel gefunden. Nun aber hat uns Borussia wachgerüttelt. Das 1:0 am ersten Spieltag war für uns natürlich ein Schock. Sollten wir, bekannt und in der gewaltbereiten Fanszene beliebt als bekennender Schlechte-Laune-Miesmacher-Blog, etwa unrecht behalten? Sollte Gladbach alles richtig gemacht haben, indem man in der Winterpause Mike Hanke verpflichtet, Michi Frontzeck als Wiedergeburt Sepp Herbergers stilisierte und ansonsten den lieben Fußballgott einen guten Mann sein ließ? Sollte Gladbach noch den Klassenerhalt schaffen? Wir waren besorgt. Paralysiert. Doch nun ist alles wieder gut.
Gladbach verliert 1:3 daheim gegen Leverkusen. Und wir verstehen die Welt wieder. Denn die Welt, sie ist genau so, wie wir sie 2010 verlassen haben: Gladbach ist letzter, mit vielen Punkten Abstand selbst zu einem noch lange nicht rettenden Relegationsplatz. Gladbach hat die schlechteste Abwehr, das mit grandiosem Abstand mieseste Torverhältnisse. Gladbach hat in der gesamten Saison noch nie zu Hause gewonnen. Gladbach steht, kurz gesagt, katastrophal da. Und niemanden stört es.
Wieder einmal haben wir einige Stimmen zum Spiel zusammengetragen: Mike Hanke beweist, dass er die Fohlen-Strauss-Taktik schnell verinnerlicht hat und verkündet: "Wir hatten unsere Chancen, wir waren (...) sogar richtig gut." Und Martin Stranzl sekundiert: "Wenn wir so weitermachen (...), ist für uns noch etwas möglich."
WENN WIR SO WEITERMACHEN???
Wenn wir so weitermachen, steigen wir als einer der armseligsten Mannschaften der Bundesliga-Geschichte ab. Und werden zugleich als der Verein in die Historie eingehen, der einen Trainer, dessen einzige "Erfolgsbilanz" es bisher war, mit allen seinen Vereinen aus der Bundesliga abgestiegen zu sein, genau so lange gehalten zu haben, bis er wieder einmal abgestiegen ist. Doch halt, was sagt eigentlich Michi zum Leverkusen-Spiel? "Mit der spielerischen Leistungen (sic!) und unseren Chancen bin ich trotzdem zufrieden." Was bleibt dem noch hinzuzufügen? Vielleicht ein zeitloser Satz des großen Philosophen und Abwehr-Recken Dante, dem auch ein Journalist nach dem Bayer-Spiel ein Mikro unter die Nase hielt: "Vor allem dürfen wir nicht zu viel nachdenken." Frontzeck macht es vor, die Spieler folgen.
Gladbach verliert 1:3 daheim gegen Leverkusen. Und wir verstehen die Welt wieder. Denn die Welt, sie ist genau so, wie wir sie 2010 verlassen haben: Gladbach ist letzter, mit vielen Punkten Abstand selbst zu einem noch lange nicht rettenden Relegationsplatz. Gladbach hat die schlechteste Abwehr, das mit grandiosem Abstand mieseste Torverhältnisse. Gladbach hat in der gesamten Saison noch nie zu Hause gewonnen. Gladbach steht, kurz gesagt, katastrophal da. Und niemanden stört es.
Wieder einmal haben wir einige Stimmen zum Spiel zusammengetragen: Mike Hanke beweist, dass er die Fohlen-Strauss-Taktik schnell verinnerlicht hat und verkündet: "Wir hatten unsere Chancen, wir waren (...) sogar richtig gut." Und Martin Stranzl sekundiert: "Wenn wir so weitermachen (...), ist für uns noch etwas möglich."
WENN WIR SO WEITERMACHEN???
Wenn wir so weitermachen, steigen wir als einer der armseligsten Mannschaften der Bundesliga-Geschichte ab. Und werden zugleich als der Verein in die Historie eingehen, der einen Trainer, dessen einzige "Erfolgsbilanz" es bisher war, mit allen seinen Vereinen aus der Bundesliga abgestiegen zu sein, genau so lange gehalten zu haben, bis er wieder einmal abgestiegen ist. Doch halt, was sagt eigentlich Michi zum Leverkusen-Spiel? "Mit der spielerischen Leistungen (sic!) und unseren Chancen bin ich trotzdem zufrieden." Was bleibt dem noch hinzuzufügen? Vielleicht ein zeitloser Satz des großen Philosophen und Abwehr-Recken Dante, dem auch ein Journalist nach dem Bayer-Spiel ein Mikro unter die Nase hielt: "Vor allem dürfen wir nicht zu viel nachdenken." Frontzeck macht es vor, die Spieler folgen.
Samstag, 25. Dezember 2010
weihnachtsgruß vom fußballgott
Liebe VfLeser, meine lieben beiden Martin und Maik,
gern sende ich euch auch in diesem Jahr wieder einen Weihnachtsgruß aus dem Fußballhimmel. Ich kann euch sagen: Es weihnachtet sehr. Und: Hier ist seit einigen Tage die Hölle los. [Allerdings: Verglichen mit der Situation am Bökelberg brennt unser Fegefeuerchen eher kümmerlich auf Sparflamme.] Gemeinsam mit all meinen Unterlingen und Fußballengelchen bastele ich nämlich auf Hochtouren daran, dass unser alljährliches "Himmlisches Weihnachtsturnier" wie immer morgen, am 2. Weihnachtsfeiertag, stattfinden kann, doch die Witterungsbedingungen sind auch hier oben ziemlich unwirtlich. Und das ist nicht alles: Wir haben erneut auch ein irdisches Team als Gastmannschaft eingeladen, und die Herren wissen nicht, wie sie bei dem Wetter hier hoch kommen sollen. Herrje, das ist alles sehr kompliziert.
Und ihr, wie geht es euch? In einer Zeit, in der sich immer weniger Menschen von den so genannten Weltreligionen gewinnbringende Antworten auf die großen Fragen des Lebens versprechen, dürftet ihr euch bei mir doch eigentlich ganz gut aufgehoben fühlen, oder? Ich bin ein guter Gott, die Gesetze der Logik werden bei mit nicht außer Kraft gesetzt, und ich verspreche nichts, was ich nicht auch halten kann: Einbeinige werden bei mit keine Nationalspieler, Blinde können nicht plötzlich sehen, und die Speisung der 50.000 alle 14 Tage im Borussiapark lässt sich so ohne weiteres nicht zu einem opulenten Festmahl machen; dazu bräuchte es erst einmal einen Koch, der Fisch und Fleisch tatsächlich auseinander halten kann und das nicht nur behauptet.
Mit anderen Worten: Ich bin ein guter Gott. Ich leide und jubele mit euch, also mit den VfLs. Oft biete ich euch keine Antworten, sondern ich verweigere sie, damit ihr daran wachsen und eure eigenen Schlüsse ziehen möget. Und, ihr wisst es: Nur manchmal greife ich auch direkt ins Spielgeschehen ein, ganz, ganz selten, wenn es mir gar zu ungerecht zugeht oder ich einfach mal wieder ein bisschen Spaß haben will.
Lasst uns kurz zurück schauen auf das vergangene Jahr. Osnabrück war im Frühjahr wieder in die 2. Bundesliga zurückgekehrt. Ehrlich gesagt hatte ich mir vorgenommen, nach dem Abstieg, der, wie sich immer mehr abzeichnet, zu einem Gutteil auf das Wettkonto von einem Paar zu bedauernder Pseudo-Profis geht, dem Schicksal ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Ich hätte gern hier ein Eigentor eingestreut oder dort eine rote Karte für den Gegner, aber das musste ich gar nicht. Osnabrück hat derart souverän den direkten Wiederaufstieg perfekt gemacht, dass man mich gar nicht gebraucht hat. Schlimmer noch: Das eine Mal, als ich wirklich etwas hätte tun können, habe ich gepatzt. Die 0:1-Niederlage im DFB-Pokal gegen Schalke habe ich nicht verhindert. Als Kuranyi in der 59. Minute das Schalker Tor schoss, war ich noch auf einen Punsch in meiner "VIG"-Lounge. Danach habe ich keinen Hebel mehr gefunden, um das Unheil abzuwenden. Sorry dafür. Nach dieser formidablen Spielzeit steht jedenfalls fest: Ihr habt einen gut bei mir.
"Wohin mit meiner Power?", diese Frage stellte sich mir, als ich anerkennen musste, dass Osnabrück mich jedenfalls nicht mehr brauchte. Tja, was soll ich sagen? Da blieb nur noch Gladbach. Da ich nun um die enormen Qualitäten des damals noch neuen Fohlen-Trainers wusste, der zuvor ja alle seine Teams, die er im Profifußball betreute, zielstrebig in den Abstieg geführt hat, wollte ich diesmal in jedem Fall auf Nummer Sicher gehen. "Mit 39 Punkten ist noch nie eine Mannschaft abgestiegen", dachte ich, "das schafft selbst Frontzeck nicht". Und ich sollte recht behalten. Am Ende trudelte die Borussia auf Platz 12 ein, besseres war man nur von einem anderen Visionär an der Seitenlinie gewohnt, von Horst Köppel. Bedauerlicherweise zog man am Bökelberg daraus die falschen Schlüsse, aber wie gesagt: Wunder passieren eben nicht immer wieder, jedenfalls nicht bei mir.
Ich wüsste jedenfalls nicht, was ich angesichts der aktuellen Situation in Gladbach noch ausrichten sollte. Es ist, im Gegenteil, sogar äußert unterhaltsam. Seitdem Andy Borg moderiert, sehe ich mir den Musikantenstadl im Fernsehen aus Solidarität mit meinem alten Kumpel Karl Moik ja nicht mehr an. Lieber labe ich mich neuerdings am Gladbacher Dilettantenstadl, der ist auch viel pointenreicher. Und auch auf dem Rasen ist ja nun unbestreitbar eine Menge los: 47 Gegentore in 17 Spielen, und der VfL selbst hat auch ein paar geschossen. Zahlte ich Eintrittsgeld, wäre die Euro/Tor-Quote bei keinem anderen deutschen Profiklub besser!
Der lila-weiße VfL überwintert dagegen jenseits der Abstiegsränge und darf sich trotz einiger misslicher Niederlagen und Unentschieden eigentlich freuen. Ihr werdet vielleicht darauf gehofft, aber doch wohl nicht damit gerechnet haben, eine sorgenfreie Saison zu spielen? Erwartet keine Wunder! Von mir nicht, und schon gar nicht von euren Jungs! Wenn es hart auf hart kommt, verspreche ich euch, werde ich der sein, der ich sein werde.
Der Rest? Was sonst noch geschah? Müssen wir ein anderes Mal drüber reden. Ich muss für das Turnier morgen noch so viel tun. Zu Weihnachten habe ich eine neue Inneneinrichtung für meine Very-important-God-Lounge bekommen, die will ich schick rausputzen für die Besucher morgen. Und dann ist da noch das Problem mit der irdischen Gastmannschaft. Roman Abramowitsch hat sich jetzt gemeldet und angeboten, mit seinem Privatjet ein Starensemble, trainiert von Alex Ferguson, hochzuschicken. Das geht nun gar nicht! Ich hatte extra eine Stümper-Truppe um Michi Frontzeck als Trainer engagiert, damit meine eigene Mannschaft zumindest mal nicht Letzter wird. Was nun? Seht's mit nach, ich muss an die Arbeit.
Hohoho,
Euer Fußballgott
gern sende ich euch auch in diesem Jahr wieder einen Weihnachtsgruß aus dem Fußballhimmel. Ich kann euch sagen: Es weihnachtet sehr. Und: Hier ist seit einigen Tage die Hölle los. [Allerdings: Verglichen mit der Situation am Bökelberg brennt unser Fegefeuerchen eher kümmerlich auf Sparflamme.] Gemeinsam mit all meinen Unterlingen und Fußballengelchen bastele ich nämlich auf Hochtouren daran, dass unser alljährliches "Himmlisches Weihnachtsturnier" wie immer morgen, am 2. Weihnachtsfeiertag, stattfinden kann, doch die Witterungsbedingungen sind auch hier oben ziemlich unwirtlich. Und das ist nicht alles: Wir haben erneut auch ein irdisches Team als Gastmannschaft eingeladen, und die Herren wissen nicht, wie sie bei dem Wetter hier hoch kommen sollen. Herrje, das ist alles sehr kompliziert.
Und ihr, wie geht es euch? In einer Zeit, in der sich immer weniger Menschen von den so genannten Weltreligionen gewinnbringende Antworten auf die großen Fragen des Lebens versprechen, dürftet ihr euch bei mir doch eigentlich ganz gut aufgehoben fühlen, oder? Ich bin ein guter Gott, die Gesetze der Logik werden bei mit nicht außer Kraft gesetzt, und ich verspreche nichts, was ich nicht auch halten kann: Einbeinige werden bei mit keine Nationalspieler, Blinde können nicht plötzlich sehen, und die Speisung der 50.000 alle 14 Tage im Borussiapark lässt sich so ohne weiteres nicht zu einem opulenten Festmahl machen; dazu bräuchte es erst einmal einen Koch, der Fisch und Fleisch tatsächlich auseinander halten kann und das nicht nur behauptet.
Mit anderen Worten: Ich bin ein guter Gott. Ich leide und jubele mit euch, also mit den VfLs. Oft biete ich euch keine Antworten, sondern ich verweigere sie, damit ihr daran wachsen und eure eigenen Schlüsse ziehen möget. Und, ihr wisst es: Nur manchmal greife ich auch direkt ins Spielgeschehen ein, ganz, ganz selten, wenn es mir gar zu ungerecht zugeht oder ich einfach mal wieder ein bisschen Spaß haben will.
Lasst uns kurz zurück schauen auf das vergangene Jahr. Osnabrück war im Frühjahr wieder in die 2. Bundesliga zurückgekehrt. Ehrlich gesagt hatte ich mir vorgenommen, nach dem Abstieg, der, wie sich immer mehr abzeichnet, zu einem Gutteil auf das Wettkonto von einem Paar zu bedauernder Pseudo-Profis geht, dem Schicksal ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Ich hätte gern hier ein Eigentor eingestreut oder dort eine rote Karte für den Gegner, aber das musste ich gar nicht. Osnabrück hat derart souverän den direkten Wiederaufstieg perfekt gemacht, dass man mich gar nicht gebraucht hat. Schlimmer noch: Das eine Mal, als ich wirklich etwas hätte tun können, habe ich gepatzt. Die 0:1-Niederlage im DFB-Pokal gegen Schalke habe ich nicht verhindert. Als Kuranyi in der 59. Minute das Schalker Tor schoss, war ich noch auf einen Punsch in meiner "VIG"-Lounge. Danach habe ich keinen Hebel mehr gefunden, um das Unheil abzuwenden. Sorry dafür. Nach dieser formidablen Spielzeit steht jedenfalls fest: Ihr habt einen gut bei mir.
"Wohin mit meiner Power?", diese Frage stellte sich mir, als ich anerkennen musste, dass Osnabrück mich jedenfalls nicht mehr brauchte. Tja, was soll ich sagen? Da blieb nur noch Gladbach. Da ich nun um die enormen Qualitäten des damals noch neuen Fohlen-Trainers wusste, der zuvor ja alle seine Teams, die er im Profifußball betreute, zielstrebig in den Abstieg geführt hat, wollte ich diesmal in jedem Fall auf Nummer Sicher gehen. "Mit 39 Punkten ist noch nie eine Mannschaft abgestiegen", dachte ich, "das schafft selbst Frontzeck nicht". Und ich sollte recht behalten. Am Ende trudelte die Borussia auf Platz 12 ein, besseres war man nur von einem anderen Visionär an der Seitenlinie gewohnt, von Horst Köppel. Bedauerlicherweise zog man am Bökelberg daraus die falschen Schlüsse, aber wie gesagt: Wunder passieren eben nicht immer wieder, jedenfalls nicht bei mir.
Ich wüsste jedenfalls nicht, was ich angesichts der aktuellen Situation in Gladbach noch ausrichten sollte. Es ist, im Gegenteil, sogar äußert unterhaltsam. Seitdem Andy Borg moderiert, sehe ich mir den Musikantenstadl im Fernsehen aus Solidarität mit meinem alten Kumpel Karl Moik ja nicht mehr an. Lieber labe ich mich neuerdings am Gladbacher Dilettantenstadl, der ist auch viel pointenreicher. Und auch auf dem Rasen ist ja nun unbestreitbar eine Menge los: 47 Gegentore in 17 Spielen, und der VfL selbst hat auch ein paar geschossen. Zahlte ich Eintrittsgeld, wäre die Euro/Tor-Quote bei keinem anderen deutschen Profiklub besser!
Der lila-weiße VfL überwintert dagegen jenseits der Abstiegsränge und darf sich trotz einiger misslicher Niederlagen und Unentschieden eigentlich freuen. Ihr werdet vielleicht darauf gehofft, aber doch wohl nicht damit gerechnet haben, eine sorgenfreie Saison zu spielen? Erwartet keine Wunder! Von mir nicht, und schon gar nicht von euren Jungs! Wenn es hart auf hart kommt, verspreche ich euch, werde ich der sein, der ich sein werde.
Der Rest? Was sonst noch geschah? Müssen wir ein anderes Mal drüber reden. Ich muss für das Turnier morgen noch so viel tun. Zu Weihnachten habe ich eine neue Inneneinrichtung für meine Very-important-God-Lounge bekommen, die will ich schick rausputzen für die Besucher morgen. Und dann ist da noch das Problem mit der irdischen Gastmannschaft. Roman Abramowitsch hat sich jetzt gemeldet und angeboten, mit seinem Privatjet ein Starensemble, trainiert von Alex Ferguson, hochzuschicken. Das geht nun gar nicht! Ich hatte extra eine Stümper-Truppe um Michi Frontzeck als Trainer engagiert, damit meine eigene Mannschaft zumindest mal nicht Letzter wird. Was nun? Seht's mit nach, ich muss an die Arbeit.
Hohoho,
Euer Fußballgott
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enzyklika
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Kommentare
Mittwoch, 22. Dezember 2010
unbespielbarkeit des verstandes
Weihnachten ist das Fest der Freude, der Liebe und der Zuversicht. Und Weihnachten ist das Fest der Geschenke. Just in dieser Sekunde hetzen Millionen Deutsche durch kalte, überfüllte Innenstädte, um irgendeinen Ramsch für ihre sogenannten Liebsten zu kaufen - und schon Weihnachten 2011 werden sich die meisten kaum mehr erinnern können, was sie im Vorjahr erhalten haben.
Zufriedenheit allenthalben, da wollen sich auch die Kollegen von borussia.de nicht lumpen lassen. Die sind ja ohnehin stets in dem nicht ganz fairen Verdacht, keinen echten Journalismus zu bieten. Doch diesmal zeigen sie sich völlig sachlich und stellen fest: "Die gleiche taktische Ausrichtung wie beim letzten Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV war offensichtlich wieder die richtige Entscheidung." Ja, genau: Offensichtlich. Gegen den HSV hatte man knapp mit 1:2 verloren, in Hoffenheim reichte es jetzt sogar zum 0:2, das eine noch viel befriedigendere Niederlage darstellt. Die richtige Entscheidung, keine Frage.
(Alle Zitate stammen wieder einmal aus den Stimmen zum Spiel von der borussia.de-Website.)
Wie viel schöner sind da immaterielle Gaben, kleine Gesten vielleicht, große Erlebnisse. Die vergisst man nicht. Etwa eine 0:2-Niederlage gegen Hoffenheim im DFB-Pokal. Borussia hat sich gestern Abend alle Mühe gegeben, ihren Fans zum Ende des Jahres noch einmal eine Freude zu machen. Entsprechend zufrieden äußerte man sich, nachdem auch im Rhein-Neckar-Gebiet souverän ein Spiel in die Tonne gekloppt ward.
"Wir waren eigentlich nicht schlecht", freute sich etwa Tobias Levels, und Christofer Heimeroth - ohnehin der heimliche Held des Abends - sekundiert ihm: "Wir spielen (...) gut mit." Und auch Coach Michi Mir macht absteigen gar nichts, ich bin das gewöhnt Frontzeck zeigte sich bester Laune: "Wir haben heute alles versucht und hatten ja auch die Chance zur Führung."
Zufriedenheit allenthalben, da wollen sich auch die Kollegen von borussia.de nicht lumpen lassen. Die sind ja ohnehin stets in dem nicht ganz fairen Verdacht, keinen echten Journalismus zu bieten. Doch diesmal zeigen sie sich völlig sachlich und stellen fest: "Die gleiche taktische Ausrichtung wie beim letzten Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV war offensichtlich wieder die richtige Entscheidung." Ja, genau: Offensichtlich. Gegen den HSV hatte man knapp mit 1:2 verloren, in Hoffenheim reichte es jetzt sogar zum 0:2, das eine noch viel befriedigendere Niederlage darstellt. Die richtige Entscheidung, keine Frage.
Schade, dass andernorts zwei DFB-Pokalspiele wegen Unbespielbarkeit des Platzes ausgefallen sind. Zwei Teams ist damit das wunderschöne Erlebnis des Ausscheidens vorerst versagt geblieben, das Gladbach mit Begeisterung auskostet. Für 2011 habe ich allerdings einen Vorschlag an das Borussia-Team: Lasst doch einfach die Spielberichte und die Stimmen zum Spiel im neuen Jahr ausfallen. Wegen Unbespielbarkeit des Verstandes.
(Alle Zitate stammen wieder einmal aus den Stimmen zum Spiel von der borussia.de-Website.)
Samstag, 18. Dezember 2010
realitätsverlust
Was würde wohl ein Psychiater zu den Vertretern des VfL sagen, die nach einer rekordverdächtig desaströsen Hinrunde auch das letzte Spiel in die Tonne kloppen und danach Statements wie diese abgeben:
"Wir haben uns nicht viel vorzuwerfen, wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Torchancen."
"Viel besser kann man es gegen eine so starke Mannschaft, wie der HSV es ist, kaum lösen."
"Eine ordentliche Leistung."
"Aus meiner Sicht können wir das packen."
Ich vermute, er würde folgendes sagen: Aus meiner Sicht können Sie einpacken.
(Alle Zitate stammen aus den Stimmen zum Spiel von der borussia.de-Website.)
"Wir haben uns nicht viel vorzuwerfen, wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Torchancen."
"Viel besser kann man es gegen eine so starke Mannschaft, wie der HSV es ist, kaum lösen."
"Eine ordentliche Leistung."
"Aus meiner Sicht können wir das packen."
Ich vermute, er würde folgendes sagen: Aus meiner Sicht können Sie einpacken.
(Alle Zitate stammen aus den Stimmen zum Spiel von der borussia.de-Website.)
Freitag, 17. Dezember 2010
gegendarstellung
In kritischen Tagen wie diesen finden viele neue Leser zu unserem kleinen Familienblog, der bekanntlich im Geraune der Gladbacher Presselandschaft die mütterlich-liebevolle Stimme der Vernunft darstellt. Uns erreichen derzeit auch viele Briefe, Faxe und auch Telegramme, in denen verzweifelte Fans fragen, warum wir nicht schon viel früher in der gleichen Klarheit die Ablösung von Michi Frontzeck gefordert haben als erst jetzt, wo Gladbach Tabellenletzter ist, wenn wir doch von seiner Nicht-Eignung immer schon überzeugt gewesen seien.
Nun, liebe Leserinnen und Leser, wer diesen Eindruck hegt, wir seien opportunistisch, dem sei mit Nachdruck widersprochen. Dieses kleine Hort der Fußballkompetenz, das zweitgrößte Europas nach van Gaals Schrebergarten, hat seit jeher an seiner Einschätzung von Michi Frontzeck keinen Zweifel gelassen.
Im Vorgriff auf den bald kommenden aktuellen Anlass dokumentieren wir hier einige der schönsten Dokumente aus der frühen Zeit der, hüstel, "Ära" Frontzeck:
3.6.2009 "frontzeck, kant und eberl"
7.10.2009 "für frontzeck"
15.10.2009 "in gefahr und höchster not"
1.11.2009 "boah!"
28.11.2009 "ohne bitterkeit"
29.12.2009 "frontzinator"
Nun, liebe Leserinnen und Leser, wer diesen Eindruck hegt, wir seien opportunistisch, dem sei mit Nachdruck widersprochen. Dieses kleine Hort der Fußballkompetenz, das zweitgrößte Europas nach van Gaals Schrebergarten, hat seit jeher an seiner Einschätzung von Michi Frontzeck keinen Zweifel gelassen.
Im Vorgriff auf den bald kommenden aktuellen Anlass dokumentieren wir hier einige der schönsten Dokumente aus der frühen Zeit der, hüstel, "Ära" Frontzeck:
3.6.2009 "frontzeck, kant und eberl"
7.10.2009 "für frontzeck"
15.10.2009 "in gefahr und höchster not"
1.11.2009 "boah!"
28.11.2009 "ohne bitterkeit"
29.12.2009 "frontzinator"
Donnerstag, 16. Dezember 2010
hinreichende kläglichkeit
Gladbach, so schrieb die Süddeutsche Zeitung Anfang dieser Woche, beeindrucke derzeit nicht nur als Verein der Treue und Loyalität zu seinem Personal, sondern womöglich noch mehr als der Verein, der diese Werte so hoch hält, dass er sehenden Auges seiner eigenen Auflösung entgegenmarschiert. Nun, diese Gefahr besteht tatsächlich. Etwa, wenn der VfL am Freitag gegen Hamburg gewinnen sollte und so eine weitere todesverzögernde Maßnahme das Leiden der Borussia verlängert, ohne ihre Krankheit zu heilen. Auch ein Sieg gegen Hoffenheim im DFB-Pokal könnte diesen Effekt haben.
Doch wenn man sich die Spiele der letzten Wochen so anschaut, dann keimt Hoffnung. Denn Gladbach präsentierte sich etwa gegen Freiburg mit einer hinreichend Kläglichkeit, um nicht von allzu vielen weiteren Zuckungen des Zombies ausgehen zu müssen. Viel wahrscheinlicher ist, dass der HSV in Gladbach mindestens einen Punkt mit nach Hause nimmt und auch Hoffenheim vergleichsweise gut gelaunt in die Winterpause starten darf.
Genau dies muss man sich als VfL-Fan derzeit wohl wünschen, so hart es ist. Denn offenbar reicht der Leidensdruck im Borussiapark noch nicht aus, um sich einzugestehen, dass das mit der langfristigen Planung zwar eine schöne Idee ist, aber eben auch nur Sinn macht, wenn man das richtige Personal dafür hat. Offenbar hat man sich in dieser Frage zwar inzwischen ziemlich verrannt, aber die Erfahrung lehrt, dass irgendwann auch die größte Verblendung nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, wenn zwischen Selbst- und Fremd-/Fanwahrnehmung eine zu große Differenz klafft.
Du musst jetzt ganz stark sein, Gladbachfan. Zweimal kriegen wir noch aufs Dach, heissa, dann ist Weihnachtstag!
Doch wenn man sich die Spiele der letzten Wochen so anschaut, dann keimt Hoffnung. Denn Gladbach präsentierte sich etwa gegen Freiburg mit einer hinreichend Kläglichkeit, um nicht von allzu vielen weiteren Zuckungen des Zombies ausgehen zu müssen. Viel wahrscheinlicher ist, dass der HSV in Gladbach mindestens einen Punkt mit nach Hause nimmt und auch Hoffenheim vergleichsweise gut gelaunt in die Winterpause starten darf.
Genau dies muss man sich als VfL-Fan derzeit wohl wünschen, so hart es ist. Denn offenbar reicht der Leidensdruck im Borussiapark noch nicht aus, um sich einzugestehen, dass das mit der langfristigen Planung zwar eine schöne Idee ist, aber eben auch nur Sinn macht, wenn man das richtige Personal dafür hat. Offenbar hat man sich in dieser Frage zwar inzwischen ziemlich verrannt, aber die Erfahrung lehrt, dass irgendwann auch die größte Verblendung nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, wenn zwischen Selbst- und Fremd-/Fanwahrnehmung eine zu große Differenz klafft.
Du musst jetzt ganz stark sein, Gladbachfan. Zweimal kriegen wir noch aufs Dach, heissa, dann ist Weihnachtstag!
Mittwoch, 15. Dezember 2010
nachtrag: bochum
Der Ausgang des Auswärtsspiels in Bochum war so erwartbar und ohne Nachrichtenwert, dass wir bis jetzt gar nicht gemerkt hatten, dass es noch keinen Niederschlag in unserem kleinen Familienblog fand. So soll es bleiben. Viel lieber zitieren wir aus dem feinen Stadionheft des VfL Bochum.

Denn hier plaudern Experten über erfreuliche Prognosen: Den ersten Auswärtssieg in Ingolstadt und den souveränen Klassenerhalt.
Denn hier plaudern Experten über erfreuliche Prognosen: Den ersten Auswärtssieg in Ingolstadt und den souveränen Klassenerhalt.
Montag, 13. Dezember 2010
na, wer sagt's denn?
Mit klaren Ansagen lässt sich diese Mannschaft offenbar doch noch motivieren. Zum 0:4, das Max Eberl für seine Gewissensberuhigung angesichts des bevorstehenden Rausschmisses von Michi in der Winterpause gefordert hat, fehlte dann zwar doch noch die letzte Unfähigkeit, aber ein souverän herausgespieltes 0:3, das nie wirklich in Gefahr war, dürfte doch ein hinreichender erster Schritt zur Rechtfertigung gewesen sein.
Machen wir uns also (endlich - welche Befreiung!) Gedanken über den Nachfolger. Da man in Gladbach ja traditionsreiche bzw. umzugskostenarme Lösungen präferiert, müsste zunächst recherchiert werden, ob Lothar Matthäus, Stefan Effenberg und Toni Polster derzeit verfügbar wären und zumindest noch einen Zweitwohnsitz aus dem Postleitzahlbereich 41... angemeldet haben.
Wenn wir hingegen innovativ denken, dann lässt sich feststellen, dass Hans Meyer derzeit frei ist und sich für eine Rettungsaktion bei seiner Borussia sicher nicht zu schade wäre. Da unser Sportchef ja noch die nächsten Niederlagen abwarten möchte, bevor er endlich den Auflösungsvertrag (den Michi sicher bereits im Kopfe ausformuliert hat - so ungeeignet für einen Profitrainerjob ist er auch wieder nicht) unterzeichnet, lässt sich auch noch hoffen, dass Thomas Schaaf bis dahin in Bremen hingeschmissen hat. Oder, was realistischer ist, unser altes lila Idol Pele Wollitz, der sich in Gladbach sicher nicht als "Scheiß Wessi" beschimpfen lassen müsste.
Machen wir uns also (endlich - welche Befreiung!) Gedanken über den Nachfolger. Da man in Gladbach ja traditionsreiche bzw. umzugskostenarme Lösungen präferiert, müsste zunächst recherchiert werden, ob Lothar Matthäus, Stefan Effenberg und Toni Polster derzeit verfügbar wären und zumindest noch einen Zweitwohnsitz aus dem Postleitzahlbereich 41... angemeldet haben.
Wenn wir hingegen innovativ denken, dann lässt sich feststellen, dass Hans Meyer derzeit frei ist und sich für eine Rettungsaktion bei seiner Borussia sicher nicht zu schade wäre. Da unser Sportchef ja noch die nächsten Niederlagen abwarten möchte, bevor er endlich den Auflösungsvertrag (den Michi sicher bereits im Kopfe ausformuliert hat - so ungeeignet für einen Profitrainerjob ist er auch wieder nicht) unterzeichnet, lässt sich auch noch hoffen, dass Thomas Schaaf bis dahin in Bremen hingeschmissen hat. Oder, was realistischer ist, unser altes lila Idol Pele Wollitz, der sich in Gladbach sicher nicht als "Scheiß Wessi" beschimpfen lassen müsste.
Montag, 6. Dezember 2010
kontinuität
Max Eberl hat recht. Kontinuität wird in Gladbach weiter ganz groß geschrieben, und wie konsequent das Team diese Parole umzusetzen weiß, beweist es eindrucksvoll Woche für Woche: Zuletzt 2:3, 1:4 und jetzt gegen Hannover 1:2; zum siebten Mal in dieser Saison belegen die Fohlen einen Abstiegsplatz, zuletzt war Gladbach drei Mal in Folge Letzter. Kontinuierlicher könnte die Saison kaum verlaufen.
Die Taktik des Eberl kann so durchaus zu einer langfristigen Strategie werden: In der kommenden Saison nämlich dürfte eine für Zweitligaverhältnisse üppig aufgemotzte Fohlen-Mannschaft genauso kontinuierlich an einem Ende der Tabelle stehen, dann sogar am anderen.
Jetzt allerdings könnte der Sportdirektor durch ein leichtfertiges Interview-Statement all das einreißen, was er über Monate sorgfältig aufgebaut hatte: "Wenn es keine exorbitanten Ergebnisse gibt", sagt Eberl der Rheinischen Post, "etwa dreimal ein 0:4, auch im DFB-Pokal, dann werden wir auch mit Michael Frontzeck in die Rückrunde gehen." Hoffentlich kann die Mannschaft mit diesem Druck umgehen.
Die Taktik des Eberl kann so durchaus zu einer langfristigen Strategie werden: In der kommenden Saison nämlich dürfte eine für Zweitligaverhältnisse üppig aufgemotzte Fohlen-Mannschaft genauso kontinuierlich an einem Ende der Tabelle stehen, dann sogar am anderen.
Jetzt allerdings könnte der Sportdirektor durch ein leichtfertiges Interview-Statement all das einreißen, was er über Monate sorgfältig aufgebaut hatte: "Wenn es keine exorbitanten Ergebnisse gibt", sagt Eberl der Rheinischen Post, "etwa dreimal ein 0:4, auch im DFB-Pokal, dann werden wir auch mit Michael Frontzeck in die Rückrunde gehen." Hoffentlich kann die Mannschaft mit diesem Druck umgehen.
Freitag, 3. Dezember 2010
kein selbstläufer
Stets auf der Suche nach einem Körnchen Optimismus, stecken wir auch nach einem 2:2 gegen Paderborn nicht den Kopf in den Sand. So darf man doch wohl feststellen: Man hat schon in wichtigeren Spiele gegen die Ostwestfalen schlechter abgeschnitten. Mit anderen Worten: Die Tendenz ist stark steigend, mindestens gegen Paderborn. Das ist doch was!
Davon abgesehen ist so ein Unentschieden daheim gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten natürlich nicht gerade erbauend. Es ist, wenn man bedenkt, wie es wieder einmal zustande gekommen ist, sogar enttäuschend.
Etwas kann allerdings noch trösten: Bielefeld ist, wenn es nicht gerade gegen den VfL spielt, in der Liga nicht konkurrenzfähig und dürfte am Ende abgeschlagen Letzter werden. Es gilt also, nur noch ein weiteres Team hinter sich zu lassen, um sich zumindest in die Relegation zu retten.
Und: Osnabrück steht als 14. genau da, wo es hingehört. Mindestens bis übermorgen hat sich der VfL völlig leistungsgerecht in die Tabelle eingereiht, verschenkte Punkte hin oder her. Bedenklich stimmt zwar fraglos, wie leichtfertig der VfL immer und immer wieder seine Überlegenheit herschenkt; und haarsträubend sind viele individuelle Fehler im Defensivverhalten nicht erst seit dieser Saison, doch muss man, unseren Altkanzler im Hinterkopfe, auch mal die Kirche im Dorf lassen: Wenn Osnabrück im nächsten Mai als 14. die Saison abschließt, war das eine erfolgreiche Spielzeit.
Eins allerdings stimmt auch, und dass das noch der Rede wert ist, ist eigentlich das Besorgnis erregendste: Die ganze Sache ist kein Selbstläufer. Konzentration zum Beispiel könnte nicht schaden.
Davon abgesehen ist so ein Unentschieden daheim gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten natürlich nicht gerade erbauend. Es ist, wenn man bedenkt, wie es wieder einmal zustande gekommen ist, sogar enttäuschend.
Etwas kann allerdings noch trösten: Bielefeld ist, wenn es nicht gerade gegen den VfL spielt, in der Liga nicht konkurrenzfähig und dürfte am Ende abgeschlagen Letzter werden. Es gilt also, nur noch ein weiteres Team hinter sich zu lassen, um sich zumindest in die Relegation zu retten.
Und: Osnabrück steht als 14. genau da, wo es hingehört. Mindestens bis übermorgen hat sich der VfL völlig leistungsgerecht in die Tabelle eingereiht, verschenkte Punkte hin oder her. Bedenklich stimmt zwar fraglos, wie leichtfertig der VfL immer und immer wieder seine Überlegenheit herschenkt; und haarsträubend sind viele individuelle Fehler im Defensivverhalten nicht erst seit dieser Saison, doch muss man, unseren Altkanzler im Hinterkopfe, auch mal die Kirche im Dorf lassen: Wenn Osnabrück im nächsten Mai als 14. die Saison abschließt, war das eine erfolgreiche Spielzeit.
Eins allerdings stimmt auch, und dass das noch der Rede wert ist, ist eigentlich das Besorgnis erregendste: Die ganze Sache ist kein Selbstläufer. Konzentration zum Beispiel könnte nicht schaden.
Montag, 29. November 2010
"niederlagen, keine demütigungen"
Ein Wochenende, an dem die drei größten Fußballmannschaften der Erde bei Auswärtsspielen derart vermöbelt werden, hat es wohl noch nie gegeben. Nach den 1:4-Niederlagen der beiden VfLs in Dortmund und Frankfurt, ging auch noch Real Madrid mit 0:5 in Barcelona unter. In einem abgestimmten Statement sprachen die drei Trainer jedoch von "leicht verdaulichen Niederlagen". Reals Coach José Mourinho gab für alle drei Teams die Richtung vor: "Wir dürfen jetzt nicht weinen, dazu fehlt die Zeit. Wir müssen Charakter zeigen."
Die Pressekonferenz hatte auch heitere Momente: Als Mourinho diesen letzten Satz besonders betonte und auf spanisch mehrfach wiederholte, kam es offenbar zu einer Übersetzungspanne. Borussia-Starcoach Michi Frontzeck erkundigte sich anschließend bei Journalisten, ob sie diesen "El Carácter" schon einmal spielen gesehen hätten. Ihm selbst sei er noch unbekannt.
Die Pressekonferenz hatte auch heitere Momente: Als Mourinho diesen letzten Satz besonders betonte und auf spanisch mehrfach wiederholte, kam es offenbar zu einer Übersetzungspanne. Borussia-Starcoach Michi Frontzeck erkundigte sich anschließend bei Journalisten, ob sie diesen "El Carácter" schon einmal spielen gesehen hätten. Ihm selbst sei er noch unbekannt.
Freitag, 26. November 2010
volleulen zum quadrat
Am Abend nun ist es soweit, ein Auswärtsspiel in Frankfurt. Dort steht die Commerzbank-Arena und das Volksbank-Stadion. Dass Osnabrück nun nicht dort, sondern hier mitspielen muss, dürfte die Mannschaft nach dem High-Noon von vergangenem Freitag wieder zurück auf den Boden der Realität führen, das heißt zum FSV Frankfurt.
Und wie die süßen Hessen im mittlerweile dritten Zweitligajahr und weitgehend unbeachtet von einer nennenswerten Öffentlichkeit ihrem natürlichen Schicksal ein ums andere Mal ein Schnippchen schlagen, muss man sie ja fast schon wieder sympathisch finden.
Wegen unseres VfLog-Saisonfragebogens, den 11 Freunde freundlicherweise für uns veröffentlicht hat, gibt es jedoch leichte Verstimmungen. Zwei Mal, so haben Statistiker aus der FSV-'Fan'-Szene evaluiert, sei ihr Verein in diesem "eigentlich ironisch gemeinten Fragenkatalog" negativ erwähnt worden. "Lila Volleulen zum Quadrat" - damit sind wir gemeint - hätten einiges nicht richtig verstanden, und eine ordentliche Nassrasur würde ihnen gut tun.
Es nützt also alles nichts. Das Kind ist im Brunnen, und weil die Stimmung in Frankfurt ja sonst keiner anheizt, wollen wir die inkriminierten Antworten nun noch einmal wiederholen:
Auf dieses Auswärtsspiel freust Du Dich besonders:
FSV Frankfurt. Damit sich wenigstens einer drauf freut.
Wer steigt auf?
Äh, wen kümmert's?! Wichtiger ist doch: Wer steigt ab? Frankfurt, Berlin (eins von beiden) und Aue.
Ok, zugegeben: Es hat sich ein Fehler eingeschlichen. Das mit Aue wird langsam eng.
Und wie die süßen Hessen im mittlerweile dritten Zweitligajahr und weitgehend unbeachtet von einer nennenswerten Öffentlichkeit ihrem natürlichen Schicksal ein ums andere Mal ein Schnippchen schlagen, muss man sie ja fast schon wieder sympathisch finden.
Wegen unseres VfLog-Saisonfragebogens, den 11 Freunde freundlicherweise für uns veröffentlicht hat, gibt es jedoch leichte Verstimmungen. Zwei Mal, so haben Statistiker aus der FSV-'Fan'-Szene evaluiert, sei ihr Verein in diesem "eigentlich ironisch gemeinten Fragenkatalog" negativ erwähnt worden. "Lila Volleulen zum Quadrat" - damit sind wir gemeint - hätten einiges nicht richtig verstanden, und eine ordentliche Nassrasur würde ihnen gut tun.
Es nützt also alles nichts. Das Kind ist im Brunnen, und weil die Stimmung in Frankfurt ja sonst keiner anheizt, wollen wir die inkriminierten Antworten nun noch einmal wiederholen:
Auf dieses Auswärtsspiel freust Du Dich besonders:
FSV Frankfurt. Damit sich wenigstens einer drauf freut.
Wer steigt auf?
Äh, wen kümmert's?! Wichtiger ist doch: Wer steigt ab? Frankfurt, Berlin (eins von beiden) und Aue.
Ok, zugegeben: Es hat sich ein Fehler eingeschlichen. Das mit Aue wird langsam eng.
Mittwoch, 24. November 2010
herrje, hertha
So, aufgewacht aus allen Titelträumen! Es war nur ein 2:0 gegen den Tabellenführer! Bis gerade haben wir diesen furiosen Heimsieg gegen Hertha BSC gefeiert und sind jetzt langsam wieder nüchtern. Ach, würde der VfL nur in jedem Spiel so konzentriert und gut sortiert zu Werke gehen, man könnte das ganze Leben versaufen. Ok, das halbe. Sommer- und Winterpause müssen wir abrechnen.
Bedauerlicherweise aber spielt Osnabrück das nächste Mal sozusagen gegen das genaue Gegenteil von Hertha BSC Berlin, das es aktuell allerdings - Chapeau, Chapeau! - irgendwie auf Platz Sieben geschafft hat. Beides zusammen lässt leider wahrscheinlich werden, dass ein nächster eher uninspirierter Auftritt folgt. Nicht schlecht, nicht kampflos, aber auch nicht erfolgreich. Naja, immerhin lässt sich dann ganz nüchtern die Situation analysieren.
Bedauerlicherweise aber spielt Osnabrück das nächste Mal sozusagen gegen das genaue Gegenteil von Hertha BSC Berlin, das es aktuell allerdings - Chapeau, Chapeau! - irgendwie auf Platz Sieben geschafft hat. Beides zusammen lässt leider wahrscheinlich werden, dass ein nächster eher uninspirierter Auftritt folgt. Nicht schlecht, nicht kampflos, aber auch nicht erfolgreich. Naja, immerhin lässt sich dann ganz nüchtern die Situation analysieren.
Montag, 22. November 2010
das leben der wünsche
Wie schön haben wir uns das immer ausgemalt, in unseren Träumen: Eine Saison, in der es begeisternde Spiele gibt, die der VfL hoch gewinnt. Eine Saison, in der wir Köln auswärts schlagen, gegen die Bayern bestehen. Eine Saison ohne Zittern, in der frühzeitig klar ist: Borussia steht an herausgehobener Position in der Tabelle und kann sich dort über Wochen auch festsetzen.
Jetzt haben wir sie.
Be careful what you wish for.
Jetzt haben wir sie.
Be careful what you wish for.
Sonntag, 21. November 2010
zuversicht
Unser Trainer Michi Frontzeck sagt, er sei enttäuscht und wähnt alle Fohlen, allen voran seine Mannschaft und sich, in einer unangenehmen Situation. Das hat er recht. "Wir müssen", sagt Michi, " bis zum Winter so viele Punkte wie möglich holen [Ha! Endlich eine Philosophie!] und uns dann neu aufstellen." Da hat er schon wieder recht. Und das klingt doch, als müsse einer erfolgreichen Rückrunde bald niemand mehr im Weg stehen.
Donnerstag, 18. November 2010
neues aus der scouting-abteilung
Was viele nicht wissen: Seit einiger Zeit betreibt der VfLog für seine Vereine eine eigene Scoutingabteilung. Ehrenamtlich und kostenlos, versteht sich. Viele der zahlreichen herausragenden Neuverpflichtungen der letzten Jahre gehen auf diese Scouting-Abteilung zurück. Dass wir hier aus Gründen der Vertraulichkeit keine Namen nennen, versteht sich von selbst.
Nun aber ist uns ein Talent aufgefallen, dass wir gerne mit der Welt teilen möchten. Und wer weiß, ob es nicht ein VfL schafft, diesen Spieler aus Asien nach Deutschland zu locken:
Nun aber ist uns ein Talent aufgefallen, dass wir gerne mit der Welt teilen möchten. Und wer weiß, ob es nicht ein VfL schafft, diesen Spieler aus Asien nach Deutschland zu locken:
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Montag, 15. November 2010
titelkampf
Als mich mein Radiowecker heute wieder viel zu früh aus dem Schlaf riss, hörte ich eine mir bekannte Stimme: "Mit diesem deutlichen Sieg haben wir ein Zeichen gesetzt. Die Aufholjagd um den Meistertitel hat spätestens jetzt begonnen."
Das ist doch...! Ist das nicht? Spricht nicht unser Eberl-Max mit dieser leicht bayrischen Färbung? Gut, der Sieg gegen Köln war deutlich, ja begeisternd. Aber Titeljagd, ist das nicht etwas hoch gegriffen?
Nach dem Kaffee verstand ich: Es war doch nur Christian Nerlinger. Ach so!
Das ist doch...! Ist das nicht? Spricht nicht unser Eberl-Max mit dieser leicht bayrischen Färbung? Gut, der Sieg gegen Köln war deutlich, ja begeisternd. Aber Titeljagd, ist das nicht etwas hoch gegriffen?
Nach dem Kaffee verstand ich: Es war doch nur Christian Nerlinger. Ach so!
Sonntag, 14. November 2010
alm amater
Man kann dem VfL nicht viel vorwerfen, am wenigsten, dass auf ihn kein Verlass sei. Es waren noch fünf Minuten zu spielen in Bielefeld, und ich sann kurz darüber nach, mich schon mal zum Mittagsschlaf zu betten. Dann dachte ich: Nein, das geht nicht. Osnabrück hatte schließlich überzeugend gespielt und Bielefeld gezeigt, welche der beiden Mannschaften im kommenden Mai ganz sicher absteigen wird, außerdem hatte der VfL bereits ein Eigentor ge- und einen Elfmeter verschossen. Mit anderen Worten: Viel sprach dafür, dass das 2:1-Siegtor für Arminia noch fallen würde, und so war es dann ja auch.
Der VfL erweist sich in Bielefeld als Alm Amater, was übersetzt "nährende, gütige Mutter" heißt, und man muss ja ehrlich sagen: Es gibt wohl keinen Klub in der zweiten Liga, der ein bisschen Nestwärme nötiger hat als Bielefeld. Arminia hat immerhin das erste Saisondrittel ohne Trainer bestreiten müssen, stattdessen aber mit jemandem, der sich dafür hielt, und auch gestern Nachmittag war Bielefeld über 90 Minuten nahezu im Wortsinn chancenlos; freundlicherweise erbarmten sich dann Tobias Nickenig und Niels Hansen, die beide Treffer für den Gegner erzielten.
Als Amme auf der Alm hat sich der VfL gut geschlagen. Zudem spielt Osnabrück mit nun insgesamt 19 erzielten Saisontreffern in den Top 5 der Liga mit. Das gute Zwischenzeugnis nach zwölf Spieltagen wird einzig durch die Punkteausbeute getrübt, denn nach den Spielen gegen Augsburg und Aachen hat der VfL nun in Bielefeld bereits den vierten Punkte kurz vor Schluss fahren lassen. Mit 15 Punkten wäre der VfL damit fast schon so etwas wie das Freiburg oder Hannover der zweiten Liga - als verlässlicher Abstiegskämpfer gestartet, als überraschender Spießer jedoch früh in sicheren Bahnen unterwegs.
So ein Modell scheint in Osnabrück seit Jahrzehnten völlig ausgeschlossen. Wäre es aber anders, wäre so vieles auch weniger aufregend, nicht nur die fünf Minuten vorm Mittagsschlaf.
Der VfL erweist sich in Bielefeld als Alm Amater, was übersetzt "nährende, gütige Mutter" heißt, und man muss ja ehrlich sagen: Es gibt wohl keinen Klub in der zweiten Liga, der ein bisschen Nestwärme nötiger hat als Bielefeld. Arminia hat immerhin das erste Saisondrittel ohne Trainer bestreiten müssen, stattdessen aber mit jemandem, der sich dafür hielt, und auch gestern Nachmittag war Bielefeld über 90 Minuten nahezu im Wortsinn chancenlos; freundlicherweise erbarmten sich dann Tobias Nickenig und Niels Hansen, die beide Treffer für den Gegner erzielten.
Als Amme auf der Alm hat sich der VfL gut geschlagen. Zudem spielt Osnabrück mit nun insgesamt 19 erzielten Saisontreffern in den Top 5 der Liga mit. Das gute Zwischenzeugnis nach zwölf Spieltagen wird einzig durch die Punkteausbeute getrübt, denn nach den Spielen gegen Augsburg und Aachen hat der VfL nun in Bielefeld bereits den vierten Punkte kurz vor Schluss fahren lassen. Mit 15 Punkten wäre der VfL damit fast schon so etwas wie das Freiburg oder Hannover der zweiten Liga - als verlässlicher Abstiegskämpfer gestartet, als überraschender Spießer jedoch früh in sicheren Bahnen unterwegs.
So ein Modell scheint in Osnabrück seit Jahrzehnten völlig ausgeschlossen. Wäre es aber anders, wäre so vieles auch weniger aufregend, nicht nur die fünf Minuten vorm Mittagsschlaf.
Samstag, 13. November 2010
ein guter tag
Na, Borussiafans! Aufgeregt? Was soll denn heut schon passieren? Entweder wir gewinnen, und alles ist gut. Oder wir verlieren, und alles wird gut: wir wären dem Abschied von Michi einen großen Schritt näher und der Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht. Also keine Bange. Und bitte kein 0:0.
Donnerstag, 11. November 2010
köln ohne uns
Um nicht aus der Übung zu kommen, schreiben Martin und ich manchmal Bewerbungen. Man weiß ja nie: Irgendwann könnte das Geld doch alle und unser Privatiers-Dasein zu Ende sein. Wir bieten also ab und zu unsere Arbeitskraft an, damit wir uns und Deutschlands Bosse sich überzeugen können, was noch in uns steckt. Zuletzt buhlten wir um einen Arbeitseinsatz in Köln. Beim Derby am kommenden Samstag wollten wir ordentlich schuften und unserem Ruf als bienenfleißige Berichterstatter alle Ehre machen. Wir hatten uns also bei unseren befreundeten Mitabsteigern vom 1. FC Köln freundlichst um zwei Pressekarten beworben.
Nun müssen wir traurig zur Kenntnis nehmen, dass wir mit Anfang 30 schon zum alten Eisen gehören. Der Arbeitsmarkt hat offenbar keine Verwendung mehr für uns. In diesem typischen BWL-Slang der studierten Personalmanager heißt es, man sei "aus Kapazitätsgründen gezwungen", unsere Anfrage "abschlägig zu bescheiden". Es lägen mehr Anfrage vor, "als Kapazitäten [...] vorherrschen, so dass wir Ihre Anfrage nicht berücksichtigen konnten." Bisher dachten wir immer, wir selbst seien die Kapazitäten, die auf diesem Feld vorherrschen. Jetzt hat man uns andere Bewerber vorgezogen.
Pustekuchen also, das Derby findet ohne uns statt. Jetzt feiern wir stattdessen eben Karneval. Das macht nicht reich, aber immerhin gute Laune.
Nun müssen wir traurig zur Kenntnis nehmen, dass wir mit Anfang 30 schon zum alten Eisen gehören. Der Arbeitsmarkt hat offenbar keine Verwendung mehr für uns. In diesem typischen BWL-Slang der studierten Personalmanager heißt es, man sei "aus Kapazitätsgründen gezwungen", unsere Anfrage "abschlägig zu bescheiden". Es lägen mehr Anfrage vor, "als Kapazitäten [...] vorherrschen, so dass wir Ihre Anfrage nicht berücksichtigen konnten." Bisher dachten wir immer, wir selbst seien die Kapazitäten, die auf diesem Feld vorherrschen. Jetzt hat man uns andere Bewerber vorgezogen.
Pustekuchen also, das Derby findet ohne uns statt. Jetzt feiern wir stattdessen eben Karneval. Das macht nicht reich, aber immerhin gute Laune.
Mittwoch, 10. November 2010
pfeifende fans
Es war nun wirklich nicht alles schlecht an diesem 0:0 gegen Karlsruhe. Hätte der KSC, wie viele erwartet hatten, einen ordentlichen Saisonstart hingelegt auf Tuchfühlung zur Spitzengruppe, wäre es sogar sehr respektabel gewesen: Osnabrück hat die erste halbe Stunde mit sehr hohem Tempo bestimmt, viel Druck gemacht und kluges Forechecking gespielt. Und über die gesamten 90 Minuten geht der VfL aus den meisten wichtigen Statistiken als deutlicher Sieger hervor: Ballbesitz, Passgenauigkeit und Zweikampfstärke - überall war Osnabrück das bessere Team.
Umgekehrt aber: Karlsruhe ist mies in die Saison gestartet, entpuppt sich - zumindest noch - als Konkurrent im Abstiegskampf, und der VfL hätte mit einem Sieg fünf Punkte entwischen können. Wenn das dann an einem 0:0 scheitert, ohne dass Osnabrück sich in der zweiten Halbzeit eine einzige nennenswerte Torchance erarbeitet hat, und wenn der VfL eingedenk der Pfosten- bzw. Lattentreffer des KSC nurglücklich mühsam den Punkt rettet, leuchtet der vereinzelte Unmut des Publikums ein. Die Pfiffe mögen den Verantworlichen beim VfL nun missfallen, doch sie sind allemal erklärbar.
Dass die VfL-Fans dabei allerdings keine undankbaren Jubel-Kaviaristen sind, die meckern, sobald nicht gewonnen wird, ist bekannt; von Verhältnissen wie beim HSV ist man glücklicherweise weit entfernt. Auch in Phasen, in denen die Mannschaft schwächelte, konnte sie sich auf die bedingungslose Unterstützung der Fans verlassen, etwa nach den zwei Auftaktniederlagen zu Saisonbeginn oder auch nach dem 2:3 gegen Fortuna Düsseldorf. Das kann sie immer noch. Niemand nimmt das 0:0 vom Montagabend übel. Jeder hat gesehen, wieviel der VfL investiert hat. Keiner in Osnabrück schimpft : "Was für eine charakterlose Truppe! Da geh ich nie wieder hin!"
Trotzdem waren die Fans enttäuscht, wahrscheinlich so enttäuscht wie die Mannschaft. Und so wenig, wie wohl die Spieler in der Kabine einander applaudieren wollten, wollten die Fans sich gegenseitig und dem Team vergewissern, was für ein schöner Abend das war.
Nach überschaubar mitreißenden und sieglosen Spielen jubeln und klatschen, das mag anderswo Sitte sein, in Osnabrück wollen wir das bitte nicht. Anfeuern und Kritik üben, Augenmaß wahren und Gespür haben für die tatsächliche Lage der Dinge: Was das angeht, macht der großen Mehrheit der Osnabrücker Zuschauer so schnell keiner was vor.
Wenn nun Trainer und Manager klagen, kompromisslose Unterstützung sehe anders aus, dann irren sie. Sehr wohl kann kompromisslos unterstützen, wer nicht stets kompromisslos applaudiert.
Umgekehrt aber: Karlsruhe ist mies in die Saison gestartet, entpuppt sich - zumindest noch - als Konkurrent im Abstiegskampf, und der VfL hätte mit einem Sieg fünf Punkte entwischen können. Wenn das dann an einem 0:0 scheitert, ohne dass Osnabrück sich in der zweiten Halbzeit eine einzige nennenswerte Torchance erarbeitet hat, und wenn der VfL eingedenk der Pfosten- bzw. Lattentreffer des KSC nur
Dass die VfL-Fans dabei allerdings keine undankbaren Jubel-Kaviaristen sind, die meckern, sobald nicht gewonnen wird, ist bekannt; von Verhältnissen wie beim HSV ist man glücklicherweise weit entfernt. Auch in Phasen, in denen die Mannschaft schwächelte, konnte sie sich auf die bedingungslose Unterstützung der Fans verlassen, etwa nach den zwei Auftaktniederlagen zu Saisonbeginn oder auch nach dem 2:3 gegen Fortuna Düsseldorf. Das kann sie immer noch. Niemand nimmt das 0:0 vom Montagabend übel. Jeder hat gesehen, wieviel der VfL investiert hat. Keiner in Osnabrück schimpft : "Was für eine charakterlose Truppe! Da geh ich nie wieder hin!"
Trotzdem waren die Fans enttäuscht, wahrscheinlich so enttäuscht wie die Mannschaft. Und so wenig, wie wohl die Spieler in der Kabine einander applaudieren wollten, wollten die Fans sich gegenseitig und dem Team vergewissern, was für ein schöner Abend das war.
Nach überschaubar mitreißenden und sieglosen Spielen jubeln und klatschen, das mag anderswo Sitte sein, in Osnabrück wollen wir das bitte nicht. Anfeuern und Kritik üben, Augenmaß wahren und Gespür haben für die tatsächliche Lage der Dinge: Was das angeht, macht der großen Mehrheit der Osnabrücker Zuschauer so schnell keiner was vor.
Wenn nun Trainer und Manager klagen, kompromisslose Unterstützung sehe anders aus, dann irren sie. Sehr wohl kann kompromisslos unterstützen, wer nicht stets kompromisslos applaudiert.
Dienstag, 9. November 2010
up to date
Kurz bemerkt sei: Unsere VftabelLe (rechts auf dieser Seite) war einige Zeit, nennen wir es beim Namen, inaktuell. Das hatte verschiedene Gründe, in erster Linie hofften wir, uns auf diese Weise das Elend ersparen zu können, die Fohlen auf den letzten Platz zu sortieren.
Nun kann man der Realität eine Weile aus dem Weg gehen, aber irgendwann ist jeder gute Wille aufgebraucht. Nun also steht schwarz auf weiß, was wir alle schon wussten: Galdbach ist in der stärksten Liga der Welt, in der nur honorige VfLs mitspielen dürfen, nicht ganz wettbewerbsfähig. Osnabrück hält dagegen souverän den Nichtsabstiegsplatz - mit 0,18 Punkten Vorsprung. Eine Weile wollen wir nun noch warten, bevor wir uns erneut auf die Suche nach Desaster-VfLs machen.
Nun kann man der Realität eine Weile aus dem Weg gehen, aber irgendwann ist jeder gute Wille aufgebraucht. Nun also steht schwarz auf weiß, was wir alle schon wussten: Galdbach ist in der stärksten Liga der Welt, in der nur honorige VfLs mitspielen dürfen, nicht ganz wettbewerbsfähig. Osnabrück hält dagegen souverän den Nichtsabstiegsplatz - mit 0,18 Punkten Vorsprung. Eine Weile wollen wir nun noch warten, bevor wir uns erneut auf die Suche nach Desaster-VfLs machen.
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Sonntag, 7. November 2010
sorry, maik!
Maik jubilierte hier unlängst, er schreibe wie Nietzsche, mein Idol. Da ich nun auch meinen Griffel wiedergefunden habe (er lag unter der Suppenkelle im Besteckfach, sowas Dummes!), wollte ich sogleich wissen, wie es um mich steht. Mein gestriger Text über Rummenigges Seidenschal und Michis Unvermögen wurde sogleich als Goethe-gleich eingestuft. Mehr kann man nicht wollen. Doch mein wissenschaftlicher Skeptizismus war noch nicht gestillt. Ich gab zum Test folgenden Text ein:
"Fick Dich ins Knie. Du bist ein lausiges Arschloch. Ich könnte kotzen, wenn ich Dich nur sehe."
Und erhielt prompt folgende Huldigung, die mich freilich an der Zuverlässigkeit des Systems zweifeln lässt:
"Fick Dich ins Knie. Du bist ein lausiges Arschloch. Ich könnte kotzen, wenn ich Dich nur sehe."
Und erhielt prompt folgende Huldigung, die mich freilich an der Zuverlässigkeit des Systems zweifeln lässt:
Friedrich Schiller
Samstag, 6. November 2010
der seidenschal
Endlich einmal war es wieder ein ästhetisches Vergnügen, die Zusammenfassung eines VfL-Spiels in der Sportschau zu sehen. Rummenigges Seidenschal hat es mir angetan. Zum Spiel muss man wohl wenig sagen. Ein Punkt gegen Bayern reicht, um das Gladbacher Leiden weiter zu verlängern, anstatt sich endlich einzugestehen, dass in der aktuellen Konstellation der Abstieg vorprogrammiert ist und gravierendere Schritte nötig sind, als mantraartig zu wiederholen, dass die Mannschaft doch "gut spiele". Michi verkauft es als "gutes Zeichen", dass die Spieler nach einem Punkt gegen Bayern in der Kabine unzufrieden seien. Ich fände es ein "gutes Zeichen", wenn die Borussen-Abwehr in der Lage wäre, einmal weniger als drei Tore zu kassieren.
wehe, arminia!
Mal langsam, liebe Arminia. Eine neunte Niederlage im elften Spiel, wie sich gerade abzeichnet, macht den Kohl nun auch nicht mehr fett. Wer ein Vierteljahr Chistian Ziege für einen Trainer gehalten hat, womöglich noch für einen guten, muss nun nicht plötzlich ungeduldig werden. Lasst euren Übungsleiter noch eine Woche weiter meckern, dann dürfte Osnabrück mit seinem ersten Auswärtssieg die Sache kommende Woche ein für alle mal erledigen. Das hätte Stil, das wäre standesgemäß. Und noch einen Vorteil hätte die Sache: Ziege wäre, püntklich nach Gladbachs Niederlage in Köln, frei für ein neuerliches Engagement beim Vf... nein, wir wollen nicht geschmacklos werden.
Donnerstag, 28. Oktober 2010
sichere beute
Ewige Nörgler mögen nach dem jüngsten DFB-Pokal-Intermezzo nun unken, gegen Bielefeld hätte auch der VfL die dritte Runde erreicht und ein paar Mark mehr verdienen können, wäre man nicht vor Wochen gegen jene, nun über Arminia siegenden Lauterer so unglücklich ausgeschieden. Hätte, wäre, könnte: Aller Konjunktiv ist müßig.
Sehen wir die Sache etwas optimistischer: Oft landen viel umjubelte Pokalhelden im tristen Ligaalltag flugs auf dem Hosenboden oder jenem der Tatsachen. Und die größten Pokalhelden sind stets die, die den Bundesligaspitzenreiter besiegen. Und die Überflieger aus Mainz sind von Alemannia Aachen rausgeschmissen worden. Und Osnabrück spielt Sonntag: in Aachen.
Sehen wir die Sache etwas optimistischer: Oft landen viel umjubelte Pokalhelden im tristen Ligaalltag flugs auf dem Hosenboden oder jenem der Tatsachen. Und die größten Pokalhelden sind stets die, die den Bundesligaspitzenreiter besiegen. Und die Überflieger aus Mainz sind von Alemannia Aachen rausgeschmissen worden. Und Osnabrück spielt Sonntag: in Aachen.
Dienstag, 26. Oktober 2010
"kein Sieger glaubt an den zufall"
Friedrich Nietzsche sagt das in Die fröhliche Wissenschaft. Und der nimmermüde Optimist und seine wundervolle Poesie leben, das belegen nun brisante Enthüllungen, in unserem kleinen Familienblog weiter.
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat einen komplizierten Algorithmus programmieren lassen, der beliebige Textbeispiele mit den Schreibstilen berühmter deutscher Schriftsteller vergleicht. Nimmt man nun unseren kleinen Text über die Schlafenszeit zum Maßstab, spuckt der Apparat ein eindeutiges Ergebnis aus:
Dass Nietzsche selbst ein glühender Fußballfan war, liest man übrigens auch noch an anderer Stelle in Die fröhliche Wissenschaft: "Die größte Auszeichnung", schreibt Fritze, "erweist uns das Schicksal, wenn es uns eine Zeitlang auf der Seite unserer Gegner hat kämpfen lassen. Damit sind wir vorherbestimmt zu einem großen Siege." Von nun an also wehe denen, die teure Neuverpflichtungen schnell als leidenschaftslose Söldner schelten. Das Gegenteil ist der Fall.
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat einen komplizierten Algorithmus programmieren lassen, der beliebige Textbeispiele mit den Schreibstilen berühmter deutscher Schriftsteller vergleicht. Nimmt man nun unseren kleinen Text über die Schlafenszeit zum Maßstab, spuckt der Apparat ein eindeutiges Ergebnis aus:
Friedrich Nietzsche
Dass Nietzsche selbst ein glühender Fußballfan war, liest man übrigens auch noch an anderer Stelle in Die fröhliche Wissenschaft: "Die größte Auszeichnung", schreibt Fritze, "erweist uns das Schicksal, wenn es uns eine Zeitlang auf der Seite unserer Gegner hat kämpfen lassen. Damit sind wir vorherbestimmt zu einem großen Siege." Von nun an also wehe denen, die teure Neuverpflichtungen schnell als leidenschaftslose Söldner schelten. Das Gegenteil ist der Fall.
Montag, 25. Oktober 2010
auf augenhöhe
Man muss den Hut ziehen vor dem VfL. Schließlich hat er geschafft, was nach den beiden eher jämmerlichen Auftaktniederlagen zu Saisonbeginn schon so mancher unerreichbar sah: Osnabrück hat nach dem 2:0 gegen Cottbus das untere Mittelfeld der Liga erklommen, schon sechs Punkte sind es zu den beiden Abstiegsplätzen.
Dieser Sieg gegen Cottbus zeigt nun auch dem letzten: Der VfL ist angekommen in dieser 2. Liga. Sogar gegen Cottbus, die tollen Fußball spielen nach der Art, die ihr Cheftrainer Pele Wollitz auch in Osnabrück stets im Sinn hatte: offensiven, angriffslustigen Kurzpassfußball, auch gegen diese Lausitzer hat der VfL hinten kompakt gestanden, die wichtigen Zweikämpfe gewonnen und clever seine Chancen genutzt. Wenn es so weiter geht, könnte es gar eine langweilige Saison werden. Was für eine Aussicht!
In diesem Spiel am Freitagabend zeigte sich auch, was klappen kann, wenn das Kollektiv funktioniert. Denn im Einzelspielervergleich ist Osnabrück im Vergleich mit Cottbus haushoch im Hintertreffen. Tino Berbig etwa wird kein herausragender Zweitligakeeper mehr werden, Tauer keine Rakete als Außenverteidiger, und auch die lila-weiße Offensive ist, nimmt man sich die einzelnen Spieler vor, keine 15-Tor-Maschine. Trotzdem hat der VfL die viertmeisten Tore der Liga geschossen und macht nicht mehr den Eindruck, als sei das alles irgendwie Zufall.
Nach einem Saisonviertel hat Osnabrück nun exakt so viele Punkte gewonnen wie sich das für einen souveränen Klassenerhalt gehörte, allerdings immer noch einen weniger als in den beiden letzten Zweitligajahren. Das zeigt trotz aller Zuversicht: Erst wenn der VfL Mitte März nach dem 26. Spieltag und dem Rückspiel in Cottbus 30 Punkte auf dem Konto hat, mag man sich einigermaßen entspannt zurücklehnen dürfen. Vorher leider nicht.
Dieser Sieg gegen Cottbus zeigt nun auch dem letzten: Der VfL ist angekommen in dieser 2. Liga. Sogar gegen Cottbus, die tollen Fußball spielen nach der Art, die ihr Cheftrainer Pele Wollitz auch in Osnabrück stets im Sinn hatte: offensiven, angriffslustigen Kurzpassfußball, auch gegen diese Lausitzer hat der VfL hinten kompakt gestanden, die wichtigen Zweikämpfe gewonnen und clever seine Chancen genutzt. Wenn es so weiter geht, könnte es gar eine langweilige Saison werden. Was für eine Aussicht!
In diesem Spiel am Freitagabend zeigte sich auch, was klappen kann, wenn das Kollektiv funktioniert. Denn im Einzelspielervergleich ist Osnabrück im Vergleich mit Cottbus haushoch im Hintertreffen. Tino Berbig etwa wird kein herausragender Zweitligakeeper mehr werden, Tauer keine Rakete als Außenverteidiger, und auch die lila-weiße Offensive ist, nimmt man sich die einzelnen Spieler vor, keine 15-Tor-Maschine. Trotzdem hat der VfL die viertmeisten Tore der Liga geschossen und macht nicht mehr den Eindruck, als sei das alles irgendwie Zufall.
Nach einem Saisonviertel hat Osnabrück nun exakt so viele Punkte gewonnen wie sich das für einen souveränen Klassenerhalt gehörte, allerdings immer noch einen weniger als in den beiden letzten Zweitligajahren. Das zeigt trotz aller Zuversicht: Erst wenn der VfL Mitte März nach dem 26. Spieltag und dem Rückspiel in Cottbus 30 Punkte auf dem Konto hat, mag man sich einigermaßen entspannt zurücklehnen dürfen. Vorher leider nicht.
Freitag, 22. Oktober 2010
hip, hip
Ehe man sich versieht, ist die Länderspielpause vorbei und Osnabrück gewinnt ein wunderbares Fußballspiel 2:0 unter Flutlicht. [Über das schäbige 0:3 in Fürth wollen wir schweigen.] Viele Emotionen waren drin, ein rühriger Ex-Trainer, eine rote Karte und ein verschossener Elfer. Kann das Wochenende schöner beginnen?
Freitag, 8. Oktober 2010
schlafenszeit
Osnabrück hat wieder verloren, Gladbach ist auch ohne Niederlage Viertletzter. Das sind beruhigende Zeichen dafür, dass die Welt noch in den Fugen ist. Auf diesem weichen Polster der Erwartbarkeit können wir uns wohlig betten und die Länderspielpause abwarten. Zu diesem Anlass wiederholen wir noch einmal den guten Witz, den MDR-Intendant Udo Reiter jüngst twittere:
"Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der deutschen Minderheit zu wahren."
Dieses heitere Scherzlein hat hat ja eine enorme Medienkarriere hingelegt und eine Menge empörte politcal correctness freigesetzt. Nun wurden allerdings noch keine MDR-Fahnen verbrannt oder Regionalstudios demoliert. Alles ist weiter, wie es sich gehört. Zeit also, sich wieder hinzulegen.
"Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der deutschen Minderheit zu wahren."
Dieses heitere Scherzlein hat hat ja eine enorme Medienkarriere hingelegt und eine Menge empörte politcal correctness freigesetzt. Nun wurden allerdings noch keine MDR-Fahnen verbrannt oder Regionalstudios demoliert. Alles ist weiter, wie es sich gehört. Zeit also, sich wieder hinzulegen.
Freitag, 1. Oktober 2010
fortune!
Die Sache mit der Deutschen Einheit ist ja im Detail bekanntermaßen nicht unbedingt perfekt gelaufen. Man hätte nicht unbedingt Milliarden verbrennen müssen, nur um einen Umtausch von DDR- zu D-Mark im Verhältnis 1:1 (und einen Wahlsieg der CDU) zu gewährleisten; und man hätte auch nicht unzählige Betriebe und Unternehmen in Ostdeutschland forsch und ohne viel Federlesens westdeutschen Kapitalisten unterwerfen müssen. Viele Probleme und Sorgen der Menschen und der Wirtschaft in der ehemaligen DDR haben also ihre bekannten Ursachen, und die Verantwortlichen sind recht klar benennbar. Und trotzdem: Die Wiedervereinigung ist eine geschichtliche Fügung, die glücklich ist und die alles berechtigte Klagen kleinlaut werden lässt. Die Sache ist so groß, dass die Menschen bereit sind, so manche bittere Pille dafür zu schlucken.
Was das alles mit Fußball zu tun hat? Sagen wir so: Die Sache mit dem Stadionbauen, -ausbauen und -renovieren in Osnabrück ist im Detail bekanntermaßen nicht unbedingt perfekt gelaufen. Die sagenumwobene Lücke zwischen den Tribünenteilen Nord und West an der Bremer Brücke ist seit Jahr und Tag schon eine amüsante Geschichte, eine Posse um einen ambitionierten Fußballklub und eine unerbittliche Eigentümerin aus Hildesheim (sic!), liebenswürdig und doch bitter. Nun kann diese Lücke offenbar bald geschlossen werden, weil der VfL nach Jahrzehnten des Streits der Verhandlungen das Nachbargrundstück kaufen kann. Auch dies ist eine geschichtliche Fügung, die glücklich ist, groß und niemand mehr für möglich hielt, so dass sie alles gegenwärtige Klagen zum Verstummen bringen mag. Das Klagen zum Beispiel über eine Niederlage gegen Düsseldorf.
Der VfL trifft nämlich zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt auf die Fortuna, die sicher nicht deshalb punktlos Tabellenletzter ist, weil sie so irre schlechten Fußball spielt und dahin gehört. Die Wut ist groß in Düsseldorf, fast so groß wie der Wille, es jetzt erst recht allen zeigen zu wollen. Osnabrück könnte dank dieser besonderen Umstände - wann startet schon mal eine Mannschaft mit sechs Niederlagen in die Saison? - unter die Räder kommen. Es mag seltsam klingen, doch womöglich ist Düsseldorf in dieser Situation noch mehr Favorit als sie es mit einem normalen Saisonstart ohnehin gewesen wären.
Mittwoch, 29. September 2010
fachwissen
Die Rede von Tiefs und tieferen Tiefs ist ja immer so eine Sache, insbesondere wenn es um Fußball-Gewinnspiele geht. Doch heute Abend fragt Sat.1 den geneigten Champions League-Zuschauer: 'Wer trainiert Werder Bremen?' Und bietet als Antwortalternativen: 'Thomas Schaf oder Otto Reh'.
Natürlich habe ich angerufen, immerhin geht es um ein schickes Auto, und vielen potenziellen Konkurrenten ist diese Art von Gewinnspiel bestimmt zu albern. Wie dumm!
Natürlich habe ich angerufen, immerhin geht es um ein schickes Auto, und vielen potenziellen Konkurrenten ist diese Art von Gewinnspiel bestimmt zu albern. Wie dumm!
Dienstag, 28. September 2010
da hab
"Da Hab, da Hab, da Hab ist da!", singt die kleine Tochter meiner Kollegin begeistert. Recht hat sie, der Herbst hat auch die VfLs in seinen Bann gezogen. Da kann das gräuliche Gekicke vom Wochenende nicht groß überraschen: Unentschieden gegen den Tabellenletzten, Niederlage gegen Oberhausen - bei dem Wetter hat doch keiner Lust nach draußen. Nächste Woche gibt's dann wieder Fußball. Michis Fußballartisten spielen gegen Wolfsburg, Osnabrück darf dem Tabellenletzten Düsseldorf die siebte Niederlage zufügen: Das kann doch wieder heiter werden.
Freitag, 24. September 2010
aus dem keller nach oberhausen
Neun Tore in drei Spielen. (Geschossen wohlgemerkt, nicht kassiert, das muss man ja dazu sagen in diesen Tagen auf dieser Seite.) Das ist allerhand. Hatten wir noch vor knapp vier Wochen gezweifelt, ob diese Osnabrücker Offensive ligatauglich ist, stellt sie diese Tauglichkeit nun anscheinend regelmäßig unter Beweis. Zuletzt 4:1 gegen Union Berlin. (Sozusagen im direkten Vergleich ist der VfL damit sogar besser als Tabellenführer Hertha BSC, denn der FC Union ist bisher der einzige Klub, gegen den sowohl die Hertha als auch der VfL in dieser Saison schon gespielt haben, und Hertha hatte nur ein Unentschieden geschafft.)
Der Torreigen vom Mittwochabend war nun keine spielerische Glanztat, mitunter waren sogar die Gäste fußballerisch das gefälligere Team. Weil aber zählt, was hinten rauskommt, darf man erleichtert notieren: Der VfL nutzt seine Chancen. Er schießt Tore, wenn der Gegner Fehler macht, und gerade das war in der Vergangenheit ja nicht unbedingt eine Osnabrücker Stärke. (Vergessen sei dabei jedoch nicht, dass der VfL noch immer auf das erste Stürmer-Tor in dieser Saison wartet, denn der womöglich nominelle Angreifer Nicky Adler schießt seiner Tore ehrlicherweise aus einer Mittelfeldposition.)
Sieben Punkte stehen nun schon zu Buche, der Abstand nach ganz oben ist kleiner als der nach ganz unten, und in Oberhausen steht der VfL vor einem Angriff auf die Spitzengruppe. Ja, das stimmt: Mit einem Sieg wäre das nicht mehr zu verhindern.
Dienstag, 21. September 2010
neuer wind? frische luft!
Martin phantasiert. Gestern tickerte er knapp per SMS: "Funkel her!"
Dabei steht der noch bis morgen Abend bei Bochum unter Vertrag.
Heute fiebert er: "Neues von Funkel? Oder macht sich Eberl endlich selbst zum Coach? Warten wir gar, bis Soldo frei wird?"
Dabei ist doch nach dem Kantersieg gegen St. Pauli morgen alles wieder gut.
Dabei steht der noch bis morgen Abend bei Bochum unter Vertrag.
Heute fiebert er: "Neues von Funkel? Oder macht sich Eberl endlich selbst zum Coach? Warten wir gar, bis Soldo frei wird?"
Dabei ist doch nach dem Kantersieg gegen St. Pauli morgen alles wieder gut.
Montag, 20. September 2010
spiel ohne ball
Nach dem beachtlichen 0:7 beim VfB Stuttgart und nunmehr 14 Gegentoren in den letzten drei Spielen meldet sich nach Monaten sogar Martin - ältere Stammleser unseres Familienblogs mögen sich noch an ihn erinnern - aus seinem selbst verordneten Exil in Südfrankreich wieder und bittet mich, leise Zweifel an der Kompetenz der sportlichen Leitung in Gladbach zu streuen. Das wiederum dürfte viele, jedoch nicht unsere älteren Stammleser überraschen, waren wir doch immer schon schäbige Opportunisten, die ihr Fähnchen mit dem Wind drehen.
[Heiter ist übrigens der Spielbericht von Christoph Ruf heute in der Frankfurter Rundschau, der "fußballerische Totalverweigerung" attestiert. "Menschen, die gerne Leichen sezieren", schreibt Ruf, "wollen dabei beobachtet haben, dass die zweite Halbzeit noch schlechter als die erste gewesen sei." Und Erfolgskeeper Logan Bailly habe "bei mindestens zwei Treffern das Niveau seiner Vorderleute" erreicht. So schön kann Katastrophen-Berichterstattung sein.]
Nun warten wir aber zunächst mal die Gala am Mittwoch gegen St. Pauli ab. Wenn dann der Erfolg zurück ist, sieht die Welt schon wieder anders aus.
[Heiter ist übrigens der Spielbericht von Christoph Ruf heute in der Frankfurter Rundschau, der "fußballerische Totalverweigerung" attestiert. "Menschen, die gerne Leichen sezieren", schreibt Ruf, "wollen dabei beobachtet haben, dass die zweite Halbzeit noch schlechter als die erste gewesen sei." Und Erfolgskeeper Logan Bailly habe "bei mindestens zwei Treffern das Niveau seiner Vorderleute" erreicht. So schön kann Katastrophen-Berichterstattung sein.]
Nun warten wir aber zunächst mal die Gala am Mittwoch gegen St. Pauli ab. Wenn dann der Erfolg zurück ist, sieht die Welt schon wieder anders aus.
Freitag, 17. September 2010
auf jos geht's los
Am Sonntag um zwanzig nach Drei dürfte das Torverhältnis des VfL schlechter sein als heute. Mit nach wie vor drei Punkten wird Osnabrück deshalb ein klein bisschen abgerutscht sein in der Tabelle. Von alles anderem als diesem Lauf der Dinge auszugehen, wäre doch arg vermessen. Eine Niederlage in Augsburg ist erwartbar, nicht zuletzt weil dort Jos Luhukay Chef-Trainer ist, unser lieber Jos, scharfer Analytiker und Ex-VfLer. Niemand wird sich darüber wundern. Beklagen werden sich - ebenso erwartbar - Karsten Baumann und einige Spieler, die zetern, es sei mehr drin gewesen, was ja irgendwie auch immer richtig ist. Mit anderen Worten: Am Ende wird Osnabrück unglücklich, aber leistungsgerecht gegen die Aufstiegsfavoriten aus Bayern verloren haben.
Nun ist aber auch Schluss mit dem tristen Blick auf die ernüchternde Realität: Vielleicht läuft die Sache ja mal nicht normal. Vielleicht erwischt Osnabrück einen Bombentag, und Augsburg lässt sich von erfrischenden VfLern überrollen. Vielleicht gelingt Lila-Weiß, was es bisher nur im Pokalspiel gegen Kaisersleutern phasenweise andeutete: Ideenreicher Offensivfußball. Vielleicht wird es also doch ein unvergesslicher Sonntag. Vielleicht bleibt wenigstens die Tordifferenz gleich, so dass immerhin die Finanzexperten aus Bielefeld weiter aufschauen müssen nach Osnabrück.
Nun ist aber auch Schluss mit dem tristen Blick auf die ernüchternde Realität: Vielleicht läuft die Sache ja mal nicht normal. Vielleicht erwischt Osnabrück einen Bombentag, und Augsburg lässt sich von erfrischenden VfLern überrollen. Vielleicht gelingt Lila-Weiß, was es bisher nur im Pokalspiel gegen Kaisersleutern phasenweise andeutete: Ideenreicher Offensivfußball. Vielleicht wird es also doch ein unvergesslicher Sonntag. Vielleicht bleibt wenigstens die Tordifferenz gleich, so dass immerhin die Finanzexperten aus Bielefeld weiter aufschauen müssen nach Osnabrück.
Donnerstag, 16. September 2010
11 freunde director's cut
Es ist ja schon etwas älter, unser Interview im charmanten 11 Freunde-Sonderheft zur neuen Saison. Was allerdings gar nicht alt, sondern im Gegenteil brandneu ist, sind die Fragen und Antworten des Interviews, die 11 Freunde nicht gedruckt hat bzw. haben. Hier sind sie:
Aus der alten Saison wird in Erinnerung bleiben...
...dass der HSV ein professionell geführter Weltklasse-Klub auf Augenhöhe mit den ganz Großen ist, der ganz, ganz sicher bald auch mal ein wichtiges Spiel gewinnt. Toi, toi, toi für die Pokal-Auslosung!!
Welche Schlagzeile würdest Du gerne in der kommenden Saison verfassen?
Theo Z. exklusiv im VfLog-Interview: "Ja, Manfred und ich waren drei Jahre lang ein Paar!"
Drei Wünsche frei:
1. Willi kommt frei! [Das ist der kleine, weiße Mann im Bundesliga-Logo, der von der DFL gefangen gehalten wird.]
2. Osnabrück schafft schon am 33. Spieltag den Klassenerhalt.
3. Eine Wunschmaschine [vgl. Herr Taschenbier/Das Sams]
Dein größter Albtraum:
Thomas Cichon wettet mal wieder schlecht [CL-Sieger: Omonia Nikosia], der VfL hilft seinem Südafrika-Scout mal wieder aus der Patsche, Cichon kann mal wieder nicht zurückzahlen - und am Ende fehlen Osnabrück 500 Euro für die Lizenz für die nächste Zweitliga-Saison.
Messer zwischen den Zähnen! Dein Lieblingsfeind:
Autoritätsdusel! Denn Albert Einstein sagt: "Autoritätsdusel ist der größte Feind der Wahrheit." Und der VfLog ist bekanntlich voll von Wahrheit.
Wo stehst oder sitzt Du im Stadion? Und warum?
Meistens ein Presseplatz auf der neuen Nordtribüne, weil der VfL das freundlicherweise auch unserem kleinen Familienblog ermöglicht. Das ist mutig, weil die DFL eigentlich findet, dass das nie, nie, nie sein darf. Mal sehen, wie lange wir noch Glück haben.
Aus der alten Saison wird in Erinnerung bleiben...
...dass der HSV ein professionell geführter Weltklasse-Klub auf Augenhöhe mit den ganz Großen ist, der ganz, ganz sicher bald auch mal ein wichtiges Spiel gewinnt. Toi, toi, toi für die Pokal-Auslosung!!
Welche Schlagzeile würdest Du gerne in der kommenden Saison verfassen?
Theo Z. exklusiv im VfLog-Interview: "Ja, Manfred und ich waren drei Jahre lang ein Paar!"
Drei Wünsche frei:
1. Willi kommt frei! [Das ist der kleine, weiße Mann im Bundesliga-Logo, der von der DFL gefangen gehalten wird.]
2. Osnabrück schafft schon am 33. Spieltag den Klassenerhalt.
3. Eine Wunschmaschine [vgl. Herr Taschenbier/Das Sams]
Dein größter Albtraum:
Thomas Cichon wettet mal wieder schlecht [CL-Sieger: Omonia Nikosia], der VfL hilft seinem Südafrika-Scout mal wieder aus der Patsche, Cichon kann mal wieder nicht zurückzahlen - und am Ende fehlen Osnabrück 500 Euro für die Lizenz für die nächste Zweitliga-Saison.
Messer zwischen den Zähnen! Dein Lieblingsfeind:
Autoritätsdusel! Denn Albert Einstein sagt: "Autoritätsdusel ist der größte Feind der Wahrheit." Und der VfLog ist bekanntlich voll von Wahrheit.
Wo stehst oder sitzt Du im Stadion? Und warum?
Meistens ein Presseplatz auf der neuen Nordtribüne, weil der VfL das freundlicherweise auch unserem kleinen Familienblog ermöglicht. Das ist mutig, weil die DFL eigentlich findet, dass das nie, nie, nie sein darf. Mal sehen, wie lange wir noch Glück haben.
Montag, 13. September 2010
hauptsache gewonnen
Hurra, nun ist es endlich soweit. Osnabrück erscheint, wie man beim Snooker sagt, auf dem Scoreboard: Mit drei Punkten. Das sind drei mehr als Arminia Bielefeld aufweist [allerdings, zugegeben, ohne Trainer], und wenn es dabei bleibt, steigt der VfL immerhin nicht direkt wieder ab: Denn was Aue an Spielwitz und Durchschlagskraft nicht aufbringen kann, dürfte trotz der sechs schon zu Buche stehenden Punkte am Ende nicht genügen, um die Saison vor Osnabrück zu beenden. Das Problem: Was Osnabrück an Spielwitz und Durchschlagskraft aufbringt, dürfte nicht genügen, um besonders viele weitere Mannschaften der zweiten Liga hinter sich zu lassen. Besonders in der Vorwärtsbewegung, im Toreschießen, macht der VfL doch viel zu oft einen hilflosen und, womöglich fataler, planlosen Eindruck.
Unzählige hoch nach vorn geschlagene Bälle waren dafür ein eindrückliches Zeugnis. Wieder wechselte Karsten Baumann ausschließlich offensiv: Andersen, Kotuljac und Schmidt ersetzten Adler, Bencik und Lindemann. Vorn hakt es offenkundig.
Tröstlich ist, dass der VfL schon in der ersten Halbzeit trotzdem zu ein paar guten Chancen kam: Nach der ersten gefährlichen Ecke der Saison scheiterte Engel nach einer guten halben Stunde. Ein 30m-Hammer von Adler sah schick aus, war aber doch nur eine dankbare Aufgabe für Aue-Keeper Männel. Nur eine Minute später erwischte Bencik den Ball gefährlich per Kopf, und Nickenig drosch ihn an die Latte. In der 38. Minute nutzte Siegert einen der wenigen lichten Momente von Lindemann, nahm dessen Traumpass mit und scheiterte doch an Männel.
Alles in allem hätte der VfL zur Halbzeit führen müssen, was er dann vier Minuten verzögert ja auch tat: Heidrich gelang nach einer nächsten guten Ecke das erlösende 1:0.
Irgendwann stand es 2:0, die Nummer war durch, Osnabrück stellte das Fußballspielen ein. Plötzlich stand es 2:2, das Spiel war wieder offen, Aue bekam Aufwind. Dann fiel das 3:2, Aue war schockiert, Osnabrück jubelte. Und ein wirklich rühriger Journalist aus Aue erkundigte sich irritiert: "Osnabrück - das ist doch Westfalen, oder?"
Dieser erste Saisonsieg hat nun allen Osnabrückern einen Riesenstein vom Herzen gestoßen. Aus vollem Herzen zuversichtlich sind dennoch nur wenige: Zu offensichtlich brauchte der VfL den Zufall als Lohn für einen leidenschaftlichen Kampf. Zu wenig wusste die Mannschaft mit fußballerischen Mitteln schlicht zu überzeugen. Das kann noch werden. Und das muss noch werden, sollen am Ende nicht nur Aue und Bielefeld hinter Lila-weiß abschneiden.
Unzählige hoch nach vorn geschlagene Bälle waren dafür ein eindrückliches Zeugnis. Wieder wechselte Karsten Baumann ausschließlich offensiv: Andersen, Kotuljac und Schmidt ersetzten Adler, Bencik und Lindemann. Vorn hakt es offenkundig.
Tröstlich ist, dass der VfL schon in der ersten Halbzeit trotzdem zu ein paar guten Chancen kam: Nach der ersten gefährlichen Ecke der Saison scheiterte Engel nach einer guten halben Stunde. Ein 30m-Hammer von Adler sah schick aus, war aber doch nur eine dankbare Aufgabe für Aue-Keeper Männel. Nur eine Minute später erwischte Bencik den Ball gefährlich per Kopf, und Nickenig drosch ihn an die Latte. In der 38. Minute nutzte Siegert einen der wenigen lichten Momente von Lindemann, nahm dessen Traumpass mit und scheiterte doch an Männel.
Alles in allem hätte der VfL zur Halbzeit führen müssen, was er dann vier Minuten verzögert ja auch tat: Heidrich gelang nach einer nächsten guten Ecke das erlösende 1:0.
Irgendwann stand es 2:0, die Nummer war durch, Osnabrück stellte das Fußballspielen ein. Plötzlich stand es 2:2, das Spiel war wieder offen, Aue bekam Aufwind. Dann fiel das 3:2, Aue war schockiert, Osnabrück jubelte. Und ein wirklich rühriger Journalist aus Aue erkundigte sich irritiert: "Osnabrück - das ist doch Westfalen, oder?"
Dieser erste Saisonsieg hat nun allen Osnabrückern einen Riesenstein vom Herzen gestoßen. Aus vollem Herzen zuversichtlich sind dennoch nur wenige: Zu offensichtlich brauchte der VfL den Zufall als Lohn für einen leidenschaftlichen Kampf. Zu wenig wusste die Mannschaft mit fußballerischen Mitteln schlicht zu überzeugen. Das kann noch werden. Und das muss noch werden, sollen am Ende nicht nur Aue und Bielefeld hinter Lila-weiß abschneiden.
Mittwoch, 8. September 2010
die ersten punkte: aue
Nun sind fast zwei Wochen um, und wir haben es bis hierhin vortrefflich geschafft, den kompletten Fehlstart in diese Zweitligasaison kognitiv und - vor allem und für alle (un)sichtbar - kommunikativ auszublenden. Das zweite 1:3 in München hatte bis gerade gar nicht stattgefunden. Sowas mögen Psychologen eigentlich ganz gern, den bewussten Umgang mit Erinnerung, aber würden diese Erinnerungen nicht irgendwann doch wieder aufploppen, wären sie arbeitslos, die Psychologen. Und so viel Trost sei ihnen gewiss: So lange Osnabrück Fußball spielt, wird keiner von euch Hunger leiden müssen.
Nun darf man den bisherigen Saisonverlauf, sofern davon nach zwei Spielen überhaupt die Rede sein kann, nicht missverstehen. In München, davon schrieben wir schon vor dem Spiel, war eine leistungsgerechte Niederlage einkalkuliert. Mit Duisburg hatte der VfL vorher gegen einen weiteren Aufstiegsfavoriten verloren. Nun also stehen null Punkte zu Buche, so wenig wie zu erwarten war. Bedauerlicherweise setzt das die Mannschaft dennoch unter gehörigen Druck. Gegen Aue, trotz des fabelhaften 6-Punkte-Starts ein Mitkonkurrent im Abstiegskampf, ist nun vielerorts schon von einem "Pflichtsieg" die Rede. Ganz falsch ist das nicht. Weil aber nun wichtige Spiele in Osnabrück selten verloren gehen, unter Flutlicht gar fast nie, steht dem ersten Saisonsieg nichts mehr entgegen. So gesehen ist doch alles nahezu optimal gelaufen.
Nun darf man den bisherigen Saisonverlauf, sofern davon nach zwei Spielen überhaupt die Rede sein kann, nicht missverstehen. In München, davon schrieben wir schon vor dem Spiel, war eine leistungsgerechte Niederlage einkalkuliert. Mit Duisburg hatte der VfL vorher gegen einen weiteren Aufstiegsfavoriten verloren. Nun also stehen null Punkte zu Buche, so wenig wie zu erwarten war. Bedauerlicherweise setzt das die Mannschaft dennoch unter gehörigen Druck. Gegen Aue, trotz des fabelhaften 6-Punkte-Starts ein Mitkonkurrent im Abstiegskampf, ist nun vielerorts schon von einem "Pflichtsieg" die Rede. Ganz falsch ist das nicht. Weil aber nun wichtige Spiele in Osnabrück selten verloren gehen, unter Flutlicht gar fast nie, steht dem ersten Saisonsieg nichts mehr entgegen. So gesehen ist doch alles nahezu optimal gelaufen.
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