Mittwoch, 31. August 2005

last-minute-lisztes: vflog bestimmt gehalt

Noch ist nichts offiziell, doch wir wollen nicht warten: Irgendwann in den nächsten Tagen (für vereinslose Spieler gilt die August-Frist nicht) wird die Verpflichtung von Krisztian Lisztes, 29 Jahre, Meister mit Werder Bremen, von Peter Pander bekanntgegeben werden. Nun, wir freuen uns! Denn viel kann Borussia mit dem erfahrenen Mann, den selbst die FAZ als "hochbegabt" bezeichnet, nicht falsch machen, schließlich soll er einen stark leistungsbezogenen Vertrag erhalten.

Wir haben mit dem Verein vereinbart, dass ein entscheidendes Kriterium für die Bonuszahlungen die Bewertungen von Lisztes Einsätzen durch den VfLog sein werden. Unsere Leser dürfen sich also darauf freuen, ab sofort nach jedem Spiel einen Vorschlag für eine Prämie an den Last-Minute-Mann bei uns lesen zu können. Die vereinbarte Spanne liegt zwischen 0 Euro, falls Lisztes nicht oder indiskutabel spielt, bis zu 30.000 Euro für einen ZidaneMaradonnaBeckham-Auftritt.

Dienstag, 30. August 2005

don't look back in anger

Adieu Marek! Du gehst nach Istanbul, und wir wünschen Dir von Herzen, dass Du dort glücklich wirst. Wir haben uns sehr gefreut, als Du Fohle wurdest, denn Du bist ein Genie am Ball, vielmehr: Du könntest eines sein. Doch was Dir in der Nationalmannschaft glückt, das klappte als Borusse nur sehr selten, wir haderten, doch vor allem haderstest auch Du mit Dir selbst und Deiner Leistung. Das, so schien uns Dein oft so trauriger Blick zu sagen, machte alles nur noch schlimmer. Nicht viel fehlt, und man wollte Dich als den Sebastian Deisler von der Moldau bezeichnen.

Nun also gehst Du, nach langer Odyssee, die Dich beinahe in Deine Heimat zurückgebracht hätte, zu unseren Amateuren und fast doch noch in unsere Herzen. Sei es drum: Alles Gute!

Montag, 29. August 2005

starke medienwirkungen

Kaum, dass die Sportschau vom Samstag vorbei und man sich der Sensationen des Spieltags (Bayern-Heimsieg gegen Hertha, Wolfsburg-Heimsieg gegen Leverkusen) bewusst war, kroch die Verwunderung hoch, und die Frage nach dem 'Warum' keimte auf.
Warum in aller Welt tauchte Dave de Jongs Tor des Jahres nicht bei der ARD-Auswahl zum Tor der Woche auf? Dies, so das einfache Procedere, ist ja eigentlich notwendige Bedingung dafür, um schlussendlich auch das passive Wahlrecht vorerst zum Tor des Monats und anschließend zum Tor des Jahres zu erhalten. Lag es, so unsere bange Befürchtung, womöglich an unserer arroganten Schreibe, dass de Jongs Jahrhunderttor keine Berücksichtigung fand?

Doch heute die Entwarnung: Das Tor steht zur Wahl. Die Tor-des-Monats-Logik will es, dass immer ein Tor mitmachen darf, das zuvor nicht durch die Tor-der-Woche-Qualifikation muss. Dass de Jongs Treffer diesen Bonus erhält, zeigt a) den bereits vorentscheidenden Charakter des Tores im Hinblick auf die Jahres-Schlusswertung und beweist b) die stets umstrittene Rede von starken Medienwirkungen: Wie anders, wenn nicht durch das VfLog-Promoting, ist dieser ARD-Schachzug zu erklären?
Die VfLog-interne Abstimmung läuft übrigens noch bis kommenden Sonntag.

Sonntag, 28. August 2005

bögelund bald bräutigam

Ein Punkt auf Schalke – na bitte, möchte man sagen, geht doch. Ganz ungetrübt ist die Freude auch bei den Gladbacher Offiziellen nicht, ein Sieg wäre möglich gewesen. Doch Gleiches gilt für eine Niederlage und so wollen wir zufrieden sein. Ohnehin gibt es ja nicht die wahre Geschichte dieses Saisonanfangs, nur Geschichten – und die zuhauf.

Weil heute so schönes Wetter ist und weil wir überhaupt zumeist positiv denkende Menschen sind (sein wollen), entscheiden wir uns für eine optimistische Geschichte: Gegen Bayern, da lief es noch nicht so recht, aber die Niederlage, wen überraschte sie schon. Auch im zweiten Spiel fand die auf vielen Positionen mit Neuzugängen besetzte Mannschaft noch nicht so recht zusammen, immerhin bewies man Moral und der bis dato in all seinen Profispielen torlose Bögelund schaffte den Ausgleich und setzte so den Wendepunkt im Saisonstart. Seither sind wir ungeschlagen, zogen ungefährdet im DFB-Pokal in die nächste Runde und trotzten gar Meisteraspiranten Schalke einen Punkt in deren Arena ab. Das alles erreichten die Fohlen mit einer durch Verletzungen arg gebeutelten Mannschaft; wenn erst alle wieder fit sind und die Neuverpflichtung Kahé mit am Start ist, sollten wir eine zumindest weitgehend ungefährdete Spielzeit vor uns haben. Mann der Saison könnte tatsächlich Bögelund werden, der seiner Freundin versprach, nach dem fünften erzielten Tor, werde er ihr einen Heiratsantrag machen. Seither traf der offenbar vermählungswillige Mann schon zweimal. Wir hoffen auf eine Hochzeit noch vor der Winterpause!

Samstag, 27. August 2005

ein ganz normaler sieg

Tabellenführer! 1:0 gegen Münster gewonnen. Im Derby. Vor etwa 14.000 Zuschauern. Endlich mal wieder ein Spiel von vorn gewonnen, also ohne in Rückstand geraten zu sein. Gezittert, gekämpft, spielerisch überzeugt. Das Spiel bestimmt, sich nicht beeindrucken lassen durch die Härte der Preußen, souverän das Tor über die Zeit gebracht.
Eigentlich ein ganz normaler Sieg in einem ganz normalen Spiel.

schalke ist das größte

Vor meinem Supermarkt standen heute ausnahmsweise nicht die wahlkämpfenden Sozialdemokraten der Bezirksgruppe "Hansa/Hafen", die mich in den letzten Wochen samstags mit ihren traurigen Mienen immer so deprimiert haben. Heute saß vor dem Rewe ein einzelner, mittelalter, verwahrlost aussehender Mann im Rollstuhl mit einem Pappbecher in der Hand und bettelte. Seinen Oberkörper bekleidete ein "königs"blauer Pullover mit der weißen Aufschrift "Schalker ist das größte, was ein Mensch auf Erden werden kann". Das war eigentlich auch schon alles.

Um 15.30h ist Anstoß in der Arena in Gelsenkirchen.

Freitag, 26. August 2005

ein ganz normales spiel

a) In der letzten Saison waren die beiden Spiele gegen Münster trostlos:
Das 0:0 an der Bremer Brücke war ein Heimspiel wie es die Pele-Mannen gern mal abliefern - unerklärlich mittellos, und das auch, wenn uns ein klarer Elfer in der Schlussphase versagt blieb und der Schiedsrichter skandalöserweise das Spiel beendete, ehe die 90. Minute vorbei war und direkt vor einem lila-weißen Eckball.
Das 2:2 an der Hammer Straße war ausgesprochen glücklich und in jedem Fall eines jener Spiele, das man besser gewonnen hätte. Zwar waren es viele Unentschieden, die schlussendlich den Aufstieg vermasselten, aber am Saisonende schmerzen derlei Aussetzer immer am meisten.

b) Es wird Zeit, einmal wieder ein Meisterschaftsheimspiel zu dominieren, ohne vorherigen Rückstand in Führung zu gehen und mit spielerischen Finessen die Aufstiegsambitionen auch handwerklich zu untermauern.

c) Münster ist ein trostloser Verein, ein Klub ohne Fankultur und mit einer Hundertschaft Amateuranhänger, die nur deshalb aktuell mit 11 multipliziert wird, weil sich die Preußen einreden, sie könnten allen Ernstes an die Tabellenspitze gehören. Das ist abenteurlich, mehr noch: Man kann sie nicht einmal mehr ernst nehmen.

Dies sind drei gewichtige Gründe für einen Nachmittag Zauberfußball, für Wiedergutmachung und ein lila-weißes Feuerwerk.
Aus guter alter Erfahrung ist aber auch klar, dass diese Vorzeichen Garanten sind für Lethargie, für schleierhaften Nix-geht-Fußball.
Deshalb lasst sie uns vergessen.
VfL-Preußen, das ist in wenigen Stunden nicht mehr als ein ganz normales Fußballspiel.

übrigens...

Wahr sind nur die Gedanken, die sich selbst nicht verstehen. (T. W. Adorno)

Donnerstag, 25. August 2005

das war einmal #1

Angelehnt an die schöne WDR-Tradition, die 'Tageschau vor 20 Jahren' zu reanimieren, weil die alten Bänder einfach zu schön sind, um sie in den Archiven vergammeln zu lassen - diese Stücke sind immerhin holde Fernsehgeschichte -, widmen auch wir vom VfLog uns jetzt ein Mal in der Woche unserer Best-of-Serie.

Heute blicken wir auf ein besonderes Kleinod zurück, unseren ersten Fernsehauftritt: "Wontorrra und wir: Doppelpass im DSF" vom 8. März 2005.

Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) plant für kommenden Sonntag eine Doppelpass-Sondersendung zum Thema "Schiri, Telefon?! Videobeweis und Oberschiedsrichter". Maßgeblich angestoßen durch die auf hohem Niveau geführte Debatte in diesem Weblog hat man beim Münchener Sender die Brisanz des Themas erkannt und aufgegriffen. Eine Teilnahme als Diskussionsgast haben sowohl Martin als auch ich abgelehnt, nachdem klar war, dass kein VfL-Vertreter neben dem unerträglichen Udo Lattek Platz nehmen würde. Moderator Jörg Wontorra bat stattdessen um ein Hintergrundgespräch, das wir im folgenden vorab dokumentieren.

Wontorra: Hallo Ihr beiden, schön, dass wir uns mal wieder sehen. Also: Ich hab da am Sonntag diese Sendung zum Thema 'Videobeweis'. Debili Lattek und Beißhund Draxler sind auch wieder dabei, ich sollte also zumindest etwas vorbereitet sein. Ihr habt auf Eurer Website wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet und die Debatte fundiert begleitet. Und Ihr seid zudem noch unterschiedlicher Meinung. Was trennt Euch denn?
Martin: [...] Ich verstehe mich als Fan, der Tatsachen- und vielleicht auch Fehlentscheidungen akzeptieren kann, wenn dadurch das Spiel authentisch bleibt. [...]
Maik: ...ich bin da anderer Meinung. [...] Du bist in dieser Frage wirklich ein weinerlicher Öko. [...]
Wontorra: Ich glaube auf der Ebene...
Maik: ...so ein Stuß! Es wird gerechter und ehrlicher zugehen, aber nicht weniger spannend! Konservativer Angsthase!
Wontorra: ...Ich glaube auf der Ebene...
Martin: Naiver Technokrat!
Wontorra: Ich glaube auf der Ebene...
Maik/Martin (durcheinander): Blödian! Dummschwätzer! Telematikfaschist! Ewiggestriger! ... (Ausblende)

Mittwoch, 24. August 2005

4

Im Prinzip war das Spiel bereits in der 14. Spielminute (vor)entschieden: Die Hertha-Amateure waren durch Salihovic mit 1:0 in Führung gegangen. In der aktuellen Spielzeit war dies schon wieder der vierte Rückstand (Oberhausen, Leverkusen, Fürth) nach dem der VfL nicht verloren hat. Das Procedere ist dasselbe wie in den geschätzten 76 Fällen der vergangenen Saison. Man ist geneigt, sich beim Führungstor des Gegners zu freuen - richtig schief gehen kann dann eigentlich nichts mehr.

Heute war also mal wieder alles wie immer. Nach einem zunächst mäßigen - so mir denn mal jemand den Begriff 'pomadig' erklären könnte, wäre ich bereit, ihn für solche Anfangsviertelstunden zu reservieren - Beginn der Lila-Weißen reichten starke 40 Minuten, damit Ewertz, Reichenberger und Joppe drei Mal einnetzten konnten. Vielleicht einn bißchen glücklich am Ende, aber "sicherlich nicht unverdient" (Wollitz, Gans, Hansch, Breuckmann, Laser, Dahlmann) ist am Ende das 3:2 über die Zeit gerettet worden: Gut gekämpft, spannend gemacht, die Zuschauer begeistert und drei Punkte mitgenommen. Zum x-ten Male auswärts ungeschlagen. Was will man mehr?

Nun ist der VfL mit nahezu weißer Weste Zweiter - zumindest vorerst - und steht damit dort, wo er hingehört. Fehlt nur noch De Jongs Kür zum Torschützen des Jahres.

tor des jahres #2

Ja, das de Jong Tor war großartig. Und Maik hätte am liebsten eine Umfrage gestartet, in der man nur für dieses Tor voten kann. Doch wir sind hier ja nicht in einer Di(c)ktatur, auch wenn sich das manch einer wünschen mag. Deswegen haben unsere Leser die Wahl. Soll das Wahnsinns-2:2 Tor des Jahres werden – oder doch der Hammer-Seitfallzieher von Vaclav Sverkos, der uns in der letzten Saison den Sieg gegen Wolfsburg rettete?
Nicht immer gewinnt in der Demokratie der beste, meistens ist es einfach nur der, der die meisten Stimmen bekommt. Also auf, Borussen-Fans!

tor des jahres #1

Alles hat man schon gesehen, meist mehrfach: Fallrückzieher in den Winkel, 30-Meter-Hammer wie ein Strich direkt in den Knick, Heber über den Torwart aus dem Mittelkreis, Madjer mit der Hacke und Piplica mit dem eigenen Kopf.

So etwas wie Sonntag in Osnabrück jedoch gab es bisher nicht: Dave de Jong hat wie selbstverständlich ein Jahrhunderttor geschossen, das konkurrenzlos zum Tor des Jahres gewählt werden wird. Der VfLog beginnt diese Wahl deshalb schon heute.
De Jongs schier unglaubliches Tor war der 2:2-Ausgleichstreffer im Pokalspiel gegen Fürth.

Dienstag, 23. August 2005

breaking news: jansen für deutschland, kahé für gladbach

So schön kann Spielpause sein. Zugegeben, richtig Spielpause ist ohnehin nicht, denn gerade kickt die Borussia in einem Benefizspiel. Dennoch, heute zählt mehr "nemem" Platz als "auffem". Marcell Jansen, Jungstar und waschechtes Fohlen, wurde von Bondscoach, Pardon, Bundestrainer Klinsmann in die Nationalelf berufen. Herzlichen Glückwunsch!

Und seit heute ist auch klar: Kahé, 22jähriger Stürmer aus Brasilien und dort unter den Top-Scorern, kommt morgen nach Gladbach. Mehr wollte Peter "pacta sunt serpander" Pander nicht bestätigen. Doch wer so weit reist, der will auch unterschreiben. Und die ärztliche Untersuchung kann auch kein Problem sein. Ein Vereinsarzt, der Ziege, Elber und Sonck durchgewunken hat, sollte bei Kahé wohl kaum Bedenken haben, oder?!

Montag, 22. August 2005

positiv denken

Zum gestrigen Spiel wird es hier keinen Kommentar geben außer diesem: Ein Auswärtssieg. Marek Heinz trifft und bereitet vorbildlich vor. El Fakiri und Kastrati erzielen Tore, darunter ein Kopfballtreffer. Kein Gegentor. Eine Runde weiter. Punkt.

Sonntag, 21. August 2005

wahnsinn

23 Tore an der Bremer Brücke - der VfL steht nach einem sensationellen 12:11-Sieg nach Elfmeterschießen in der 2. DFB-Pokalrunde. Dass der VfL ein Faible für ausufernde Elfer-Krimis hat, sollte eigentlich bekannt sein.

Neben allen zehn Feldspielern, die beängstigend sicher trafen, war wieder einmal der Elfte der Held: Torwart Tino Berbig parierte den zehnten Elfer aus Fürth! (Besser hättes es auch Delling nicht auf den Punkt bringen können...)
Die Freude ist bahnbrechend! Auch der andere VfL erreicht in Kutzhof souverän mit einem 3:0 (0:0) die nächste Runde. Wird's gar was mit dem Duell in Runde 2?

Samstag, 20. August 2005

saisonale schwankungen

Merkwürdig, wie gelassen, ja geradezu behäbig so eine neue Saison startet. Für uns ist das neu, Martin und ich verfolgen erstmals den Beginn einer Spielzeit aus der Warte des VfLoggers. Im Prinzip interessiert sich niemand dafür, was um die Teams herum passiert. Wichtig ist nur auf’m Platz, und das womöglich mehr als zu irgend einem anderen Zeitpunkt im Jahr.

Eigentlich ist das logisch: Im Herbst schon hängt meist irgendwo im VfL-Haus der Segen schief, dann informiert man sich wissbegierig wo. Ober aber die Saison nimmt einen derart famosen Anfang, dass man wissen will wieso.
In der Winterpause ist irgendwie nix los. Umso wichtiger also, etwas los zu machen. Jeder will irgendeinen noch so bedeutungslosen Fitzel ‚News’ aufgabeln und damit hausieren gehen oder zumindest gut unterhalten werden.
Im Frühjahr dann geht’s um alles: Aufstieg? Abstieg? Meisterschaft? Trainerwechsel zur neuen Saison? Oder gar noch in der alten? Das alles lässt sich erfahrungsgemäß nicht allein durchstehen. Und so ganz in stiller Einsamkeit könnte man gar den wirklich wichtigen Entwicklungen nicht gewahr werden. Um Gottes Willen...
Die Sommerpause kann anschließend nur positiv überraschen. Ist ja eh tote Hose, jedenfalls die meiste Zeit. Weil aber die Leidenschaft nicht mir nichts dir nichts von 100 auf 0 gedrosselt und schon gar nicht im August wieder nahtlos zurück auf 100 beschleunigt werden kann, muss sie am Köcheln gehalten werden. Da auf dem grünen Rasen sich nicht mehr bewegt als langsam die grünen Halme, hält man sich eben anders auf Trab: Mit Lesen zum Beispiel, und mit Mutmaßen über die neue Spielzeit.

Und dann? Saisonstart. Niemand interessiert sich mehr für Nebensächlichkeiten. Selbst Pokalspiele in Kutzhof oder gegen Fürth absorbieren ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit. Mit ein wenig Pech aber ist die publizistische Dürre morgen vorbei: Wenn nämlich der VfLog nach einer Kutzhof-Niederlage Horst Köppel zur Disposition stellt.
Aber es ginge auch ohne Fatalismus. Mit ein bißchen Glück setzen wir in Bälde zu einem länger währenden berichterstattenden Höhenflug an: Wenn die VfLs in Runde 2 aufeinander träfen! Was für eine Vorstellung. Erinnert sich noch jemand an das letzte Aufeinandertreffen im Pokal? Das war 1992 und endete 4:1 – für Lila-Weiß. Ich war dabei.

Freitag, 19. August 2005

die sonne, die sonne und was?

Der Sommer ist nochmal zurückgekommen, wenn auch nur bis heute nachmittag, wie Jörg Kachelmann mir versicherte. Meine Laune ist dadurch nicht besser geworden. Dabei heißt es doch, Sonnenlicht, Endorphine und so weiter und so fort. Klappt irgendwie nicht.

Geht das nur mir so? Dass der schlechte Saisonstart, die nun schon wieder folgende Ligapause, das zähe Warten auf weitere potentielle Verpflichtungen an den Nerven zehrt? Ach wäre doch schon Sonntag, und wir putzen Kutzhof mit vier, fünf Toren! Und wäre doch dann schon wieder Samstag, und wir holen auf Schalke souverän einen Punkt! In der FAZ lese ich heute "Der Mythos lebt". Aber es geht um Zinedine Zidane.

Donnerstag, 18. August 2005

von krimis und futur 2

Was prophetische Gaben angeht, sind wir vom VfLog selbstverständlich gute Lehrmeister: Vieles wurde von uns ja schon Wochen in Voraus sicher vorausgesehen, so im letzten Jahr der Nichtaufstieg des einen und der Klassenerhalt des anderen VfL. Oder auch das langsam endende Engagement von Dick Advocaat, dem wir einzig aus träumerisch-verliebter Hingabe so lang wie möglich den Rücken stärken wollten.

Nun hat sich mit dem lila-weißen VfL ein erster Auszubildender in dieser Disziplin gefunden, und wir gestehen zu: Obacht!
Die Ankündigung "Pokalkrimi am Sonntag" steht nun bereits seit einigen Tagen auf der Homepage des VfL, und das ist respektabel: Ohne Spielverlauf, Ergebnis oder auch nur die Aufstellungen zu kennen, ist diese Vorhersage für jeden Fan so keck wie mutig, und sie steigert die Vorfreude. Das Drehbuch ist streng geheim, die Torschützen beider Teams werden gehütet wie Staatsgeheimnisse, und auch der genaue Ablauf des Elfmeterschießens (Seitenwahl, wer fängt an?, wer verschießt zuerst?) ist noch nicht nach außen gedrungen. Freuen wir wir uns also auf diesen Krimi, der am Sonntagabend gewesen sein wird.

Mittwoch, 17. August 2005

outlaws

Am Sonntag spielt Gladbach im DFB-Pokal. Wie leitet borussia.de das Interview mit dem Trainer unseres Gegners, dem Verbandsligisten FC Kutzhhof, ein? So: "Herr Ferner, der Pokal hat ja bekanntermaßen seine eigenen Gesetze." Was heißt das? Dürfen wir endlich einmal wieder auf einen Auswärtssieg hoffen?!

Dienstag, 16. August 2005

lattenknaller

Ach, manchmal darf man auch mal einfach nur genießen. Zum Beispiel, wenn man ein wenig in dem wunderbaren Fachblatt "Ärztliche Praxis" blättert. Die verstehen nicht nur was von Medizin, sondern auch von Fußball. Und veröffentlichten jüngst eine wirklich beeindruckende Statistik:
Die Forscher haben festgestellt, dass während der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 die Zahl der Viagra-Verschreibungen in England um mehr als die Hälfte gesunken ist. Einen derartigen Einbruch bei den Rezepten für die „blaue Pille“ hatte es in den zwei Jahren zuvor nicht gegeben.
Allein das ist eine Meldung wert, nicht nur als nette Nichtigkeit, die demnächst am Stammtisch verbraten werden kann. Es ist vielmehr Grund zum Aufatmen: Die Gefahr steigender Arzneikosten und Beitragserhöhungen der Krankenkassen scheint für 2006 somit gebannt. Wunderhübsch aber wird der Artikel durch einen weiteren Satz. Die Ärztezeitung stellt fest, man habe ja schon lange den Verdacht gehabt, Männer würden Fußball dem sexuellen Verkehr vorziehen. Und fügt an: "Erhärtet wird dieser Verdacht durch Daten der Isis-Research-Gruppe." Hihi, was sind wir heute wieder kindisch...