Montag, 25. Februar 2008

live von wemanders: krakeeler und trainer

Immer wieder berichten wir nicht nur von Osnabrück und Gladbach, sondern auch live von woanders. Das ist schön, das macht Spaß. Weil uns die nötige journalistische Distanz wie immer, wenn es um Gladbach und Osnabrück geht, völlig abgeht, lassen wir vom gestrigen Spiel einmal live von wemanders berichten. Jedenfalls vorerst. Hier also die Eindrücke von unserem Gastautoren Michael Lessenich, der sich für uns vor allem mit den Reaktionen der Fans und der Antworten beider Trainer auseinandergesetzt hat.

Ganz im Sinne der Macher von vflog.de gingen die Trainer des VfL Osnabrück und des VfL Borussia nach dem hitzigen Bruderduell freundschaftlich auseinander: Jos Luhukay versprach, dass seine Borussen im Rennen um den Aufstieg sämtliche Abstiegskandidaten aus dem Weg räumt und den Osnabrückern so für den Klassenerhalt assistieren, und Pele Wollitz versicherte, dem ein oder anderen Team aus der Spitzengruppe noch ein Beinchen zu stellen.
Über die Gemeinsamkeiten zwischen den Lila- und den Schwarzgrün-Weißen wurde an dieser Stelle bereits ausführlichst berichtet. Gestern zeigte sich, dass sich die Liste der Parallelen um einen weiteren Punkt ergänzt werden kann: Beide Vereine verfügen offenbar über einige Dutzend Fans mit gestörter Wahrnehmung.
"Ansonsten wurde hier ja immer Champions League gespielt, da kann ich die Ungeduld der Zuschauer auf der Haupttribüne natürlich voll und ganz nachvollziehen", meinte Wollitz nach dem 2:2 gegen den Spitzenreiter der 2. Liga. Osnabrücks Trainer winkte schon während des Spiels immer wieder vollkommen genervt in Richtung Haupttribüne ab, vor allem der eingewechelte Hendrik Großöhmichen bekam den Unmut einiger Zuschauer zu hören. "Wenn es in Osnabrück jemanden gibt, der diese Mannschaft nicht in sein Herz schließt, dann verstehe ich das nicht", meinte Wollitz kopfschüttelnd.
Ähnliche Krakeeler haben auch die Gladbacher Fans in ihren Reihen: Das, was sich Christofer Heimeroth von einigen Zuschauern, die auf der Sitzplatztribüne ganz weit links außen saßen, anhören musste, war unter aller Kanone. Hätte Jos Luhukay gehört, wie sein Torwart während der ersten Halbzeit von einigen Irren beschimpft wurde, wäre ihm sicherlich ähnlich der Kragen geplatzt wie seinem Osnabrücker Kollegen. Es darf bezweifelt werden, dass sich ein solches Fan-Verhalten gegen Spieler der eigenen Mannschaft positiv auf die Leistung auswirkt.

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